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Sei schwach

Schwach, so schwach bist du, meine Seele. So schwach und beschwert von all der Erinnerungen, den verflossenen Hoffnungen, den Fragen ohne Antworten, den Abgrundaussichten. Schwachheit, meine Seele, ist keine Schwäche, sondern nur ein Zustand. Atme weiter, heb und senk dich, bleibe wach, meine Seele, aber überfordere dich nicht. Sei schwach, meine Seele, für den Moment, aber sei stark im Bleiben. A.Link (11.08.2014)

Erinnerungsstücke.

Es gibt Tage, an denen vermisse ich dich sehr. Tage, an denen ich gerne deine Stimme hören würde, deinen Rat einholen möchte oder dir Dinge zeigen und erzählen will, die mir wichtig sind. Aber das geht nicht. Und trotzdem sind diese Tage so besonders, weil mich dann so vieles an dich erinnert. Besonders die Dinge, die du mir geschenkt hast, werden plötzlich lebendig und zeigen mir, wie wertvoll die Zeit mit dir war. Ich sehe und spüre, welche Gedanken du dir gemacht hast, als du diese Geschenke, auch die tausend Kleinigkeiten, ausgesucht hast - wieviel Liebe darin steckt. Ein schnödes "Dankeschön" drückt niemals das aus, was diese vielen schönen kleinen Erinnerungen wert sind. Deine Liebe steckt in so vielen Details. Darin bist du deinem König viel ähnlicher, als du es vermutlich je dachtest. // Zehntausend Jahre und in Ewigkeit - Ich denke an dich. 

Du weißt es nicht.

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Du weißt nicht was kommt. Du weißt es nie. Egal wie die Prognosen stehen und egal, welche Pläne du geschmiedet hast. Egal wie vorbereitet du bist oder wie panisch die Sorgen in dir sind. Du weißt nicht was kommt. Und das ist meistens auch besser so. Denn wenn wir wirklich wüssten, was kommt, wäre das Leben ziemlich sinnlos und du mit deinem Kopf und deinen Gefühlen und deinen Entscheidungen ziemlich überflüssig. Das Problem ist: Auch wenn man nie weiß, was kommt, tut man gerne so, als wüsste man es. Und macht sich Sorgen und Pläne und B-Pläne. Und manchmal hat man Angst vor dem was kommt, obwohl man gar nicht weiß WAS kommt. Sicher ist es nicht sinnvoll, völlig planlos in die Zukunft zu gehen. Es ist gut, sich seiner Ziele und Motivationen bewusst zu sein. Aber wenn das ganze in ein Zersorgen umschlägt, in eine Zukunftangst, die einen meistens mehr lähmt, als zu irgendetwas zu bringen, ist es Zeit, sich klar zu machen, dass man es eh nicht weiß. Und Angst einen nie weiter...

Und dann hast du Krebs.

Du lebst. Ein Leben, wie im Film. Ausbildung. Hochzeit. Kinder. Auf und Abs. Freunde und Feinde. Erfolg und Enttäuschung. Ein Haus. Ein Hund. Träume. Hoffnungen. Ziele. Dann etwas Undefinierbares. Schmerzen. Irritation. Vorahnung. Fragen. Arztbesuch. Untersuchungen. Und dann hast du Krebs. Die Pest der Neuzeit. Von heute auf morgen ist alles anders. Du musst jetzt kämpfen. Und stark sein. Und kämpfen. Und ich kann dir nicht helfen. Dir den Schmerz nicht nehmen. Nicht an deiner Stelle kämpfen. Kann noch nicht mal alles verstehen. Oder dir schlaue Ratschläge geben. Aber ich kann dich lieben und an deiner Seite bleiben.

Eingeholt.

Eine dicke, weiße Schneeschicht lag auf allem und jedem. Es war Anfang Februar, also eigentlich nicht verwunderlich. Eine Schneegestöber brach auf die Erde nieder und deckte alles zu, was noch wenige Stunden zuvor bereits an Frühling erinnert hatte. Von grünen Wiesen und milder Luft war nichts mehr übrig geblieben. Sie saß am Fenster und schaute dem wilden weißen Treiben zu. „Es hat uns wieder eingeholt.“, sagte sie leise eher zu sich selbst. „Ja! Das ist ein Wetter, was? Aber im Februar kann man nichts anderes erwarten. Der Winter ist halt noch nicht rum!“ Jemand, der an ihr vorbeigegangen war, hatte scheinbar ihre Worte gehört. Ja. Der Winter war noch nicht um. Es gab noch keinen Grund sich auf den Frühling, auf neues Erwachen, auf Wärme und Farben zu freuen. Immer, wenn es jetzt schon danach aussah, konnte man gewiss sein, dass es sich wieder ändern könnte. Die Frist war noch nicht um. „Nein.“, sagte sie dies mal noch leiser. „Die Frist ist noch nicht um.“ Und mit diesen Worten...

Unvergessen.

Sie saßen an einem alten Hoztisch, die leergegessenen Teller waren zur Mitte geschoben und die Weingläser an ihren Platz gesetzt. Sie unterhielten sich über große Personen des öffentlichen Lebens. Bekannt, beliebt, geschätzt. Sie sinnierten gerade über die Taten eines solchen Menschen, als sie sagte: „Stell dir vor wie es wäre, wenn einer von denen morgen sterben würde!“ „Ja, und?“, erwiederte ihr Gegenüber. „Dann sind sie halt tot.“ Er erhob sein Glas, wie zum Anstoßen und nahm dann einen Schluck des billigen Weines, den sie tranken. „Ist das dein Ernst? Wäre es nicht komisch, wenn sie plötzlich weg wären?“ Sie sah ihn fragend an. Sein Gesichtsausdruck blieb gleichgültig. „Menschen werden geboren, sterben und werden vergessen. An all das, was sie heute Tun, wird sich in zwanzig Jahren niemand mehr erinnern, geschweige denn an ihre Namen.“ Erschüttert von dieser Trockenheit, nippte sie an ihrem Weinglas. „Bist du da nicht etwas zu pessimistisch? Es gibt doch immer wieder herausragen...

Zeitreise

Hätten wir gewusst, wer wir heute sind. Hätten wir geahnt, was wir alles nicht sind und vielleicht auch niemals sein werden. Hätten wir erwartet, wen wir alles verlieren in dieser Zeit. Hätten wir gewusst, dass vieles nicht mehr so ist, wie es einmal war. Hätten wir gedacht, dass vieles nicht so werden würden wie wir glaubten. Hätten wir uns dann anders verhalten? Hätten wir anders gedacht, gelacht, geliebt, gehasst? Nein. Denn wir lebten unser Leben so gut wir es konnten und planten die Welt, so wie wir sie verstanden. Und heute sind wir hier und machen es genauso. Wer weiß, wo wir sein werden in ach so vielen Jahren. Wichtig ist nur, dass wir (wir) sind.

Wortlos.

Wie soll man in Worte fassen, dass nun alles anders ist und doch so vieles bleibt wie gehabt? Wie soll man in Worte fassen, dass sich alles verändert und unser Leben dennoch weitergeht? Wie soll man in Worte fassen, dass du so unfassbar fehlst und trotzdem so nah bist in unseren Herzen?

Lebenshoffnung.

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Zeit ist Geld. So sagt man. Und Geld brauchen wir alle. Zum Leben. So wie Luft. So wie Wasser. Zeit ist Wasser. Zeit ist Luft. Zeit ist Leben. Leben ist Zeit. Lebenszeit. Geht voran, eilt vorbei, geht vorbei. Lebenszeit ist begrenzt auf Jahre und Stunden, Minuten, Sekunden. Leben ist Zeit. Zeit ist Leben. Ohne Zeit, kein Leben. Keine Zeit zum Leben. Doch was. Wenn wir arm sind. Kein Geld haben. Keine Zeit. Unser Leben nicht bezahlen können. Mit der einzigen Währung, die zählt. Die Zeit. Gibt es was. Das wichtiger sein kann als die Zeit? Etwas, was bleibt, wenn Zeit verstreicht? Etwas, das gibt und nicht nimmt. Was Leben schenkt und nicht entreißt. Etwas, was bleibt, wenn das Leben entweicht? Die Hoffnung. Sie bleibt. Lebt. Besteht. Blüht. Glüht. In Herzen und Seelen. In Menschen. Im Leben. Sie ist wichtiger. Als Zeit. Die Hoffnung, die Leben gibt. Wichtiger als die Zeit, ist die Hoffnung. In unseren Herzen. Der Blick auf die Hoffnung schenkt Leben. Der Blick auf d...

Herbstmelancholie.

Mit nackten Füßen auf nassem Gras. Der kalte Novemberwind bläst ihr die Haare aus dem Gesicht. Ihr Blick wandert über die Landschaft. Wiese. Kahle Bäume. Braune Büsche. Laub. Überall Laub. Als es noch an den Bäumen hing und in allen Herbstfarben leuchtete, war es schön anzusehen. Jetzt aber liegt es in einem einheitlichen Braun auf dem Boden, durchnässt und matschig. Es anzuschauen macht keine Freude mehr, sondern stimmt sie unerklärlich traurig. Eine Krähe schreit und der Himmel ist grau und undurchsichtig. Für einen Moment hat sie das Bedürfnis, sich fallen zu lassen, alles loslassen, am Boden liegen, sich der grauen Herbststimmung hingeben. Nichts tun. Nur da liegen und alles aus sich rausfallen lassen. Alle Fragen, alle Traurigkeit, alles Unverständnis. Das braune Laub würde sie auffangen, sie umfangen, verschlingen. Eingedeckt in das nasse Zeichen der Vergänglichkeit. Sie schwankt.    Und steht dann wieder fest. Atmet die Herbstluft ein, die ihrer Lunge erfrischen...

Schlüsselfiguren

Menschen laufen durch unser Leben, kreuzen unseren Weg, begleiten uns eine Strecke lang, kommen und gehen. Wenn ich auf mein noch nicht allzu langes Leben zurückschaue, kann ich in Zahlen nicht festhalten, wie viele Menschen mir schon begegnet sind. Und damit meine ich nicht nur Menschen, die ich mal gesehen habe, sondern allein die, mit denen ich gesprochen habe, denen man sich mindestens mit Namen vorgestellt hat. Allein die Menschen aus meiner Studienzeit, also aus den letzten drei Jahren, könnte ich nicht aufzählen. Nicht jeder Mensch, mit dem man mal gesprochen hat, bleibt einem im Gedächtnis. Selbst Menschen, mit denen man Jahre seines Lebens direkt oder indirekt verbracht hat, können einem aus der Erinnerung fallen. Andere Menschen spielen eine ganze Lebzeit eine besondere Rolle. Manche Personen sind für bestimmte Zeiten im Leben wertvolle Begleiter und Ratgeber, Freunde, Kontrahenten, Vorbilder, Schützlinge. Bei beinahe jeder Begegnung mit einem Menschen verteilen sich R...

Nicht unendlich.

Selbst wenn alle Stricke reißen, glauben wir nicht, dass es das Ende ist. Dass es ein Ende gibt. Es geht doch immer weiter. Immer, immer weiter. Wir werden geboren und wollen leben. Und leben in den Tag ohne Sorge und den Gedanken, dass das Leben eines Tages zu Ende sein wird. Umso bestürzter, verwirrter, gar verzweifelt und ungläubig starren wir auf Todesanzeigen jeglicher Art. Denn wir wollen nicht begreifen, dass das scheinbare unendliche Leben endlich ist. Eine Ende hat. Zumindest auf dieser Erde. Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Und endlich verstehen, dass das Erdenleben nicht unendlich ist.