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Posts mit dem Label "Vertrauen" werden angezeigt.

Du bist nicht was du besitzt.

Bücher in Regalen, kleine Figuren auf dem Fenstersims, Bilder an der Wand und die Inneneinrichtung erzählen etwas von uns. Was wir mögen, was uns interessiert, was uns wichtig ist, was unsere Zeit füllt. Und dann gibt es noch das, was hinter verschlossenen Türen, in den untersten Schubladen und den dunklen Ecken liegt. Auch das erzählt von uns. Vielleicht achtlos verlegt, vielleicht bewusst versteckt. Aus den Augen, aus dem Sinn, aber immer noch irgendwo, um im Notfall darauf zurück zu greifen. Nur – für welchen Notfall? Ich rede nicht von dem Nähset, welches man alle Jubeljahre zum Knopfannähen braucht oder die saisonale Dekokiste. Nein, ich rede von kleinen Schachteln, gefüllt mit Eintrittskarten, Erinnerungsstücken aller Art, Zetteln mit lebenswichtigen Notizen. Wenn sie einem in die Hände fallen, leuchten Erinnerungen auf in allen Farben und Formen. Glücklich bunt und zerstörerisch trist. Ich hebe also eine Notiz auf, für den Fall, dass ich mal das Bedürfnis nach einer trübsinnige...

In den höchsten Höhen.

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Alles wackelt, schwankt, bewegt sich. Kein Schritt ist sicher. Ich wackle, schwanke und jede meiner Bewegung gibt mir das Gefühl, beim nächsten Schritt kommt der Abgrund näher. Ich mag das nicht. Es ist nicht die Höhe. Es ist das Gefühl von Unsicherheit, das mich lähmt und zu einem unerträglichen Jammerlappen zusammenschrumpfen lässt. „Come on!“, höre ich und „Es ist nicht so schlimm wie es aussieht!“ Aber in mir ist nur eine große Frage: WARUM? Warum spannen Menschen Drahtseile zwischen die Wipfel der Bäume, um dann auf ihnen herum zu balancieren? Warum? Warum bleiben wir nicht auf dem sicheren Boden? Warum überlassen wir das Klettern nicht den Tieren, die sich in den Wipfeln sicher fühlen? Meinetwegen können auch alle Adrenalienjunkies da rumturnen. Aber ich muss das nicht haben. WAS BRINGT MIR DAS? In dem Moment, den man bis zu 10 Meter über dem Boden mehr oder weniger freiwillig auf einem Drahtseil balanciert (natürlich fachmännisch abgesichert) und krampfhaft versucht, d...

Auf dem Weg.

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Und plötzlich ist er da. Dieser Weg. Dieser eine Weg. Von dem du wusstest, dass er kommen wird. An dessen Existenz du trotzdem manchmal gezweifelt hast. Wie ein kleiner Pfad, der zwischen Geäst plötzlich auftaucht. Den man nicht sieht, bis man auf ihm steht. Du musst nicht weiter mit den Ästen kämpfen, die dir ins Gesicht schlagen, den Wurzeln, über die du stolperst und die dein Vorankommen hindern. Aber du bist weiterhin im Wald. Nicht auf der asphaltierten, ausgebauten Straße. Du musst weiter Schritt für Schritt vertrauen. Aber du bist auf dem Weg. Auf dem richtigen Weg. Und ich will, dass du aufhörst zu denken, alles vorher sei nur Fehler gewesen. Die ganze Zeit habe ich dich geführt und vorbereitet. Geh einfach weiter. Mit mir.  Wirklich interessant, was ich fast genau vor einem Jahr zu diesem Thema schrieb: Auf der Spur .

You are here.

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Ich weiß nicht, wie oft ich auf diesem Blog schon erwähnt habe, dass ich ein Zukunftsdenker bin. Aber anscheinend bin ich es so sehr, dass ich noch einmal darüber schreiben muss. Ich habe gerne einen Plan. Nicht zwingend einen einzigen, unveränderlichen, festen – dafür weiß ich inzwischen, dass sich das Leben zu schnell und zu anders entwickeln kann, als dass ich mich festlegen könnte. Also gehe ich gerne auch mit zwanzig Alternativplänen in der Tasche durchs Leben. Hauptsache, ich kann mir vorstellen, was passieren wird und wie alles so halbwegs zusammenpasst. Seit längerem darf ich lernen, dass es Zeiten im Leben gibt, in denen nicht man nicht weiß, was kommt. Und dass man den Lebensplan zwar abhängig von dem „Nicht wissen“ machen kann, aber dass das nicht gut funktioniert, wenn man so gar nicht weiß, was kommt. Wenn theoretisch nächste Woche alles anders sein kann – oder eben auch nicht. Ich bin meistens eher von dem „es könnte alles anders sein“ beeindruckt und lasse m...

Anders.

Du bist nicht wie ich. Du bist anders. So wie jeder Mensch anders ist. Trotz aller Nähe, Aller Sympathie, aller Ähnlichkeit, sind wir unterschiedlich. Ich bin nicht wie du. Ich bin anders. So wie jeder Mensch anders ist. Trotz aller Unterschiede dürfen wir uns immer wieder suchen und finden und neu kennenlernen. Denn dass wir anders sind, so wie jeder Mensch anders ist, trennt uns nicht. Es verbindet uns. Das dürfen wir nicht vergessen.

Vetrauensfrage

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„Ich bin noch mal kurz draußen.“ Sie schließt die Tür zu meinem Zimmer so schnell, wie sie sie geöffnet hat. Ich reagiere nicht sofort. Wie oft ging sie am frühen Abend nochmal raus an die frische Luft, besonders seitdem die Sonne länger draußen war. Doch irgendwie hat ihre Stimme einen Nachklang, der mir keine Ruhe lässt. Ich ziehe mir mein Hemd über und gehe hinaus, durch den Garten, den Hügel hoch und finde sie dort, auf der alten Bank sitzend, die Knie an die Brust gezogen. Ich weiß, dass sie mich bemerkt hat, auch wenn sie keinerlei Reaktion zeigt. Deswegen bleibe ich unentschlossen neben ihr stehen. „Ist gar nicht so warm wie ich dachte“, sage ich und verschränke die Arme vor der Brust. Keine Reaktion. „Was ist los.“ Das ist eher eine Aufforderung, als eine Frage. Sie lässt ihren Kopf in den Nacken fallen, ihre Augen sind geschlossen. Ich mich setze doch neben sie. „Mein Kopf ist so voll. Ich wollte einfach ein bisschen Ruhe haben, weil ich nicht weiß, was ich denken soll und gl...

Schnell, schnell ins neue Jahr?

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Jeder reagiert auf ein neues Jahr unterschiedlich. Vor allem in der Geschwindigkeit, mit der man in die neuen Möglichkeiten und Anliegen startet. Der eine hat noch ein paar freie Tage und macht einen faulen Lenz. Die andere muss schon arbeiten gehen und hat quasi keine Wahl, als mit Vollgas wieder in den Alltag zu starten. Mein Jahr 2015 beginnt irgendwie mit einem Pausenzeichen und in vielen Momenten kann ich das genießen. Alles steht noch ein bisschen still und obwohl das neue Jahr schon da ist, ist es noch ruhig und fast unberührt. Das liegt an meinen persönlichen Umständen und ist wohl nichts, was jedes Jahr sein wird, aber jetzt will ich es so nehmen und genießen. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn bei allen anderen das Jahr schon im vollen Gang ist. Terminanfragen häufen sich, Planungen stehen still. Egal ob es der Sommerurlaub ist, die nächste wichtige Veranstaltung oder der Skypetermin mit einer Freundin. Alles steht. Ruht. Wartet. Und in der Faszination der Möglic...

Sehen und säen wie ein Sämann.

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Ich habe ja nicht so die große Ahnung vom Getreideanbau. Aber gerade das in der Bibel sehr beliebte (und in vielen Predigten auseinandergepflückte) Bild des Sämanns und des Prinzips von säen und ernten lässt einem doch ein bisschen Einblick bekommen. Und ohne jetzt groß in die Agrarwissenschaften abzudriften, will ich auf das eingehen, was mir heute aufgefallen ist: Ich glaube, ich wäre ein schlechter Sämann. Denn ich bin nicht großzügig im säen und schmeiße einfach alle Saatkörner, die mir in die Hände gelegt werden, aus. Nein, ich betrachte jedes einzelne und denke erstmal darüber nach, was es denn für Frucht bringen könnte und was ich dann mit den Früchten machen könnte. Oder ich zweifel an der Fruchtbarkeit dieses Korns und kalkuliere die Verschwendung an Zeit und Platz, die dieses (winzig kleine) Körnchen in meinem Lebensacker beinhaltet, wenn es doch eventuell KEINE Frucht bringt. So wäre ich ein Sämann (oder natürlich eine Säfrau....) der am Rande seines Feldes sitzt und über di...

Nimm mich mit.

Manchmal vergisst man, dass man sich, egal wo man hingeht, mitnimmt. Man hofft auf einen unglaublich entspannten Urlaub, fernab von all dem Stress und merkt erst vor Ort, dass der Stress mitgekommen ist, weil er in einem wohnt. In den seltensten Fällen kann man vor Herausforderungen und Problemen weglaufen, weil sie irgendwie mit einem selbst verbunden sind und man an einem neuen Ort wieder mit ähnlichen Dingen konfrontiert ist, weil man sich selbst mitgebracht hat. So wie ich jahrelang gehofft habe, mit dem Älterwerden ein anderer Mensch zu werden und feststellen musste und durfte: Ich bleibe ich. Ich wachse und verändere mich, aber am Ende bin ich nur ich selbst. Und ich nehme mich überall mit hin. Und genauso, wie man vergisst, dass man sich mitnimmt, im eher negativen Sinn, so kann man das auch im anderen Fall beobachten: Man nimmt sich mit, wenn man in das Unbekannte, die nicht fassbare Zukunft aufbricht, in der man nicht weiß, was alles kommt. Es wird nicht alles un...

Gehorsam.

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Gehorsam zu sein, also das zu machen, was einem gesagt wird, ist eigentlich nie eine freudvolle und glückselige Angelegenheit, die auf bunten Blumenwiesen und unter fröhlichem Gelächter vollzogen wird. Gehorsam muss man meistens dann sein, wenn es brenzlig wird, jemand das Kommando übernimmt, man sich unterordnet und man sein eigens Wollen und Bedenken zur Seite legt. In unserem Leben gibt es wenig Momente, in denen man wirklich „gehorsam“ sein muss. Früher vielleicht den Erziehungsberechtigen gegenüber (kommt aber auch immer auf den Erziehungsstil an) und den klassischen „Autoritätspersonen“ wie Lehrern, Vorgesetzten oder Polizisten. Und auch das stellt sich in meiner Weltsicht schwammig dar. Wenn man also plötzlich zum Gehorsam angehalten ist, dann fühlt sich das befremdlich an. Weil es eben nicht nach dem eigenen Kopf geht, der doch zu jedem Sachverhalt was beizutragen hat. Gehorsam hat m.E. unglaublich viel mit Vertrauen zu tun – denn ich muss irgendwie dem Gegenüber vertraue...

Can u send God to Syria, please?

Diese Frage las ich heute morgen bei Facebook. „Kannst du Gott bitte nach Syrien schicken?“ So wie wir Ärzte und Freiwillige nach Westafrika schicken, um dem Ebola-Virus Einhalt zu gebieten. So wie wir Geld an bedürftige Menschen schicken oder Hilfsgüter in Katastrophengebiete. Wir schicken alles mögliche in Regionen, in denen Hilfe benötigt wird. Aber schicken wir Gott dahin? Nicht so wirklich. Zum einen, weil sich Gott nicht so gut in Pakete stecken lässt und zum anderen, weil er schon da ist. Gott ist an all den Orten, an denen Leid und Unrecht geschieht, dort, wo wir Dinge hinschicken, und dort, wo wir noch nicht realisiert haben, dass dort Leid passiert. „Kannst du mir Gott vorbeischicken?“ Manchmal wünschte ich, das ginge genau so. Eine Portion Gott in eine Schachtel abfüllen und jemanden schicken, der ihn gerade braucht. Und wenn derjenige dann die Schachtel öffnet, wird es erfüllt von Gottes Frieden, seine Liebe macht sich breit und die Person wird von all dem Leid ...

Freundschaft.

Freundschaft ist für mich dass man sich manchmal nichts belangloses zu sagen hat, aber immer und immer gemeinsam in die Tiefe springt und sich hält, wenn alles bricht.

Verschwendung.

Ich bin ein Horti. Ich horte gerne Sachen. Jetzt nicht so messimäßig. Aber ich hebe Sachen auf und überlege mir, für welche gute Gelegenheit man sie gebrauchen könnte. Schächtelchen, Geschenkpapier, Postkarten, Kleinigkeiten und manchmal (vermutlich auch zu oft) Gedanken. Alles ist da, aber nichts wird benutzt. Schließlich ist gerade nicht der passende Moment, diese eine Postkarte (von der ich auch wirklich nur dieses eine Exemplar habe) zu verschicken. Und will ich wirklich dieses Geschenkpapier verwenden oder nehme ich nicht doch die Standartversion? Schon als Kind war ich ein Fan von Stickeralben, in denen man die Sticker einklebt und sie theoretisch jederzeit verwenden könnte. Um sich nicht festzulegen, sie genau an diesen einen Ort festzukleben und dann nicht mehr anderweitig verarbeiten zu können. Mein Stickeralbum ist heute noch voll. Und jetzt beobachte ich mich wieder dabei, wie ich Dinge habe, die man wunderbar verwenden kann - und es fällt mir so schwer zu sagen: Ja, ich g...

Auf der Spur.

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Ich fahre gerade aus. Schon seit langer Zeit in die gleiche Richtung. Ich rase nicht und ich schleiche nicht. Ich bewege mich vorwärts, ohne genau zu wissen, wohin. Keine Abfahrt und kein Rastplatz scheint richtig zu sein. Das Benzin reicht noch ein Weile, glaube ich zumindest. Egal, wie das Wetter wird, egal, wer mich überholt, egal, we abfährt, ich bleibe auf dieser Strecke. Denn ich weiß, du sagst mir Bescheid, wenn die richtige Abfahrt kommt und du wirst mich nicht in irgendwelche Abgründe leiten, sondern hast ein Ziel vor Augen, zu dem du mich hinführen willst. Und bis dahin bleibe ich auf der Spur.

trust fall.

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„trust fall“ war gestern mein Lieblingswort. Ich habe es in unterschiedlichen Zusammenhängen gesagt und mich über mich selbst gewundert, dass mein Gehirn damit um die Ecke kam. Mit Einem „trust fall“ bezeichnet man die Übung, bei der sich jemand rückwärts von etwas runterfallen lässt und andere ihn auffangen – eine Frage des Vertrauen. Ich bin kein Fan davon. Weiß auch gar nicht, ob ich es jemals so bewusst gemacht habe. Es ist eine Gruppenübung, damit man lernt, anderen Menschen zu vertrauen, dass sie einen auffangen wenn man fällt. Denn im Leben fällt man oft. Vielleicht mehr sinnbildlich als körperlich, aber es ist meistens gleichermaßen angsteinflößend, wenn man den Boden unter den Füßen verliert und im freien Fall keine Sicherheit mehr hat. Das Gefühl im Leben zu fallen, nicht mehr auf der sicheren Seite zu sein, keinen Halt mehr zu haben und mindestens innerlich panisch kreischend mit den Armen zu rudern, kennt vermutlich jeder. Und wie oft glaubt man, am Ende zerk...