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Vergiss doch die Liebesgeschichten aus Hollywood, Baby.

Vergiss doch die Liebesgeschichten aus Hollywood, Baby. Und auch die, aus den dicken Romanen, die du im Urlaub liest. Ein Autor hat keine Zeit. Muss auf den Punkt kommen. Erzählt nur Bruchstücke. Den Anfang oder das Ende und manchmal einen Neuanfang. Aber selten das Mittendrin. Weil das Mittendrin meistens keine spannenden Wendungen hat. Gott sei Dank. Langfristige Liebe ist kein Highlighthopping. Und ein „Für Immer“ muss nicht immer im Todeshauch gesprochen werden. Liebe darf alltäglich sein und muss alltagstauglich sein. Eine Liebesgeschichte, die andauert, ist mühselig zu erzählen. Und doch – so denke ich mir – müssen wir viel mehr von ihnen erzählen. Von den Liebenden, die dranbleiben. Die Liebende bleiben. Die gemeinsam durch die Höhen und Tiefen gehen, den anderen höher als sich selbst sehen. Der ursprüngliche Autor der Liebe, der hat Zeit bis in die Ewigkeit. Für Liebe. Die länger als eine Lebensphase bleibt.

Mangelhaft?

Ich bin ein Schisser. Wirklich. Vor allem wenn es um die Probleme anderer Menschen geht. Dabei höre ich gerne zu, bin dankbar für Vertrauen, dass andere mir entgegenbringen, wenn sie mir von ihren Herausforderungen erzählen. Manchmal hilft es ja auch schon, wenn sie einfach mal ihren Frust losgeworden sind, ihre Probleme verbalisiert haben, die großen Emotionen freien Lauf haben. Aber nicht immer. Genau genommen eigentlich nie. Denn ja, es hilft in dem Moment, es fühlt sich befreiend an, alles loszuwerden. Aber in den allermeisten Fällen, packt man das Problem danach einfach wieder in seine Tasche und geht wieder seines Weges. Und der Zuhörer (ich in dem Falle) nehme auch gleich noch ein Stück davon mit. Trage die Herausforderung des anderen in meinem Herzen, mache mir Gedanken und Sorgen, stelle Fragen und suche nach Antworten. Und das macht mir Angst. Denn ich weiß: Damit ist nicht geholfen. Und zu oft sind es Dinge, die sich nicht mit einem Lächeln, einer Umarmung, einem lieben Wo...

Was wäre wenn...

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Es ist Anfang Januar. Einer der ersten Tage im neuen Jahr. Das Wetter draußen vor dem Fenster schwankt zwischen winterlicher Schneelandschaft und graubraunen Matsch. Es ist kalt und ich bin müde. Das neue Jahr, das vor mir liegt, ist ein graues Nebelfeld mit wenig Lichtern. Was kommen wird ist unklar, was bleiben wird nicht sichtbar und das was gehen wird, versteckt sich. Ich könnte Trübsal blasen auf meiner Selbstmitleidsoboe. Ungehalten sein über die Unsicherheiten. Panisch im Kreis rennen oder Winterschlaf einlegen. Alles würde mein Innerstes befriedigen. Aber nichts würde mich davon irgendwo hinbringen. Doch wo will ich hin und welches Gefährt bringt mich dorthin, Ganz ohne alle Antworten zu kennen und den völligen Durchblick von jetzt auf gleich zu haben? Folgender Satz bringt mich in den letzten Tagen immer wieder mindestens gedanklich in Bewegung: Zu deutsch: Was wäre wenn du morgen nur mit den Dingen aufwachst, für die du Gott heute gedankt hast? Ein Gedankenexperiment...

Nimm mich mit.

Manchmal vergisst man, dass man sich, egal wo man hingeht, mitnimmt. Man hofft auf einen unglaublich entspannten Urlaub, fernab von all dem Stress und merkt erst vor Ort, dass der Stress mitgekommen ist, weil er in einem wohnt. In den seltensten Fällen kann man vor Herausforderungen und Problemen weglaufen, weil sie irgendwie mit einem selbst verbunden sind und man an einem neuen Ort wieder mit ähnlichen Dingen konfrontiert ist, weil man sich selbst mitgebracht hat. So wie ich jahrelang gehofft habe, mit dem Älterwerden ein anderer Mensch zu werden und feststellen musste und durfte: Ich bleibe ich. Ich wachse und verändere mich, aber am Ende bin ich nur ich selbst. Und ich nehme mich überall mit hin. Und genauso, wie man vergisst, dass man sich mitnimmt, im eher negativen Sinn, so kann man das auch im anderen Fall beobachten: Man nimmt sich mit, wenn man in das Unbekannte, die nicht fassbare Zukunft aufbricht, in der man nicht weiß, was alles kommt. Es wird nicht alles un...

In einem Jahr.

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Es ist schon wieder Herbst. Schon wieder? Ja. Schon wieder. Gestern Abend hörte ich ein Musikalbum und fragte mich, warum es plötzlich alles so stimmig war. Und dann fiel es mir ein: Dieses Album habe ich ziemlich genau vor einem Jahr gekauft und viel gehört. Im Herbst letzten Jahres. Und dann dachte ich plötzlich darüber nach, was letztes Jahr zu dieser Zeit alles gewesen ist, was mich bewegt hat, was für Fragen in meinem Herzen waren, welche Menschen um mich herum waren und wie es mir damit ging. Und wie so oft dachte ich mir: Meine Güte, in einem Jahr kann so vieles passieren. Ich würde nicht sagen, dass mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt ist und sich alle Lebensumstände gewandelt hätten – auf keinen Fall. Und trotzdem macht ein Jahr einen Unterschied. Und dieses Jahr (für mich) vielleicht mehr als andere. Manches mag man vielleicht sogar belächeln, was einem vor einem Jahr so belastet hat und man würde sich selbst gerne sagen: Hey, so schlimm ist es gar nich...

Can u send God to Syria, please?

Diese Frage las ich heute morgen bei Facebook. „Kannst du Gott bitte nach Syrien schicken?“ So wie wir Ärzte und Freiwillige nach Westafrika schicken, um dem Ebola-Virus Einhalt zu gebieten. So wie wir Geld an bedürftige Menschen schicken oder Hilfsgüter in Katastrophengebiete. Wir schicken alles mögliche in Regionen, in denen Hilfe benötigt wird. Aber schicken wir Gott dahin? Nicht so wirklich. Zum einen, weil sich Gott nicht so gut in Pakete stecken lässt und zum anderen, weil er schon da ist. Gott ist an all den Orten, an denen Leid und Unrecht geschieht, dort, wo wir Dinge hinschicken, und dort, wo wir noch nicht realisiert haben, dass dort Leid passiert. „Kannst du mir Gott vorbeischicken?“ Manchmal wünschte ich, das ginge genau so. Eine Portion Gott in eine Schachtel abfüllen und jemanden schicken, der ihn gerade braucht. Und wenn derjenige dann die Schachtel öffnet, wird es erfüllt von Gottes Frieden, seine Liebe macht sich breit und die Person wird von all dem Leid ...

Hallo Herbst.

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„Hallo Herbst“ zum August zu sagen, ist albern. Es ist August. Es ist Sommer. Es ist auch dann noch Sommer, wenn die Temperaturen unter zwanzig Grad sinken, die Sonne sich verkriecht und dafür Regen und Wind vorherrschen. Sommer ist nicht nur Sonnenschein. Herbst ist nicht nur Regen. Festgefahren in Idealvorstellungen, fällt es uns schwer, die Dinge so zu nehmen wie sie sind: Nämlich unperfekt. Ja, vielleicht ist der August 2014 nicht der perfekte Sommer. Aber er ist immer noch ein Sommermonat, vielleicht einer mit schlechter Laune. Und wenn der Herbst dann sonnig wird, ist er auch kein verkappter Sommer. Er ist einfach ein fröhlicher Herbst. Dinge sind nicht immer so, wie wir sie erwarten. Aber dadurch werden sie nicht gleich schlecht. Und nur weil sie anders sind, als wir es uns wünschen, muss man sie nicht gleich ändern oder anders benennen. Lass den August doch ein regnerischer August sein, wenn er will. (Du kannst es eh nicht änder...

Sei schwach

Schwach, so schwach bist du, meine Seele. So schwach und beschwert von all der Erinnerungen, den verflossenen Hoffnungen, den Fragen ohne Antworten, den Abgrundaussichten. Schwachheit, meine Seele, ist keine Schwäche, sondern nur ein Zustand. Atme weiter, heb und senk dich, bleibe wach, meine Seele, aber überfordere dich nicht. Sei schwach, meine Seele, für den Moment, aber sei stark im Bleiben. A.Link (11.08.2014)