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Ein Vierteljahrhundert.

Ich habe gerne Geburtstag. Und in diesem Jahr bin ich seit einem Viertel Jahrhundert auf dieser Erde. Das klingt irgendwie markant. Vielleicht weil man es eben im Jahrhundertdimension ausdrücken kann. Und das klingt, finde ich, gigantisch. Überhaupt habe ich eine Vorliebe für die ungeraden Geburtstage. Und der fünfundzwanzigste ist ungerade und doch irgendwie rund. Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich das Konzept „Leben“ unglaublich spannend. Man rechnet in Jahren, irgendwann eher in Jahrzehnten. Man kann sich an die Fülle des Lebens gar nicht erinnern, an all das was schon gewesen ist und wie man gewesen ist. Vielleicht an ein paar Ecken und Kanten, an herausragende Situationen, sowohl positiv als auch negativ. Aber wenn es mir jetzt schon schwerfällt, mich daran zu erinnern, wie es vor einem halben Jahr in mir aussah – so ganz werde ich nie mehr das nachempfinden können, was ich alles schon empfunden habe. Es gibt – Gott sei Dank – Erinnerungen und Erinnerungsstücke und Erz...

In einem Jahr.

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Es ist schon wieder Herbst. Schon wieder? Ja. Schon wieder. Gestern Abend hörte ich ein Musikalbum und fragte mich, warum es plötzlich alles so stimmig war. Und dann fiel es mir ein: Dieses Album habe ich ziemlich genau vor einem Jahr gekauft und viel gehört. Im Herbst letzten Jahres. Und dann dachte ich plötzlich darüber nach, was letztes Jahr zu dieser Zeit alles gewesen ist, was mich bewegt hat, was für Fragen in meinem Herzen waren, welche Menschen um mich herum waren und wie es mir damit ging. Und wie so oft dachte ich mir: Meine Güte, in einem Jahr kann so vieles passieren. Ich würde nicht sagen, dass mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt ist und sich alle Lebensumstände gewandelt hätten – auf keinen Fall. Und trotzdem macht ein Jahr einen Unterschied. Und dieses Jahr (für mich) vielleicht mehr als andere. Manches mag man vielleicht sogar belächeln, was einem vor einem Jahr so belastet hat und man würde sich selbst gerne sagen: Hey, so schlimm ist es gar nich...

Hallo Herbst.

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„Hallo Herbst“ zum August zu sagen, ist albern. Es ist August. Es ist Sommer. Es ist auch dann noch Sommer, wenn die Temperaturen unter zwanzig Grad sinken, die Sonne sich verkriecht und dafür Regen und Wind vorherrschen. Sommer ist nicht nur Sonnenschein. Herbst ist nicht nur Regen. Festgefahren in Idealvorstellungen, fällt es uns schwer, die Dinge so zu nehmen wie sie sind: Nämlich unperfekt. Ja, vielleicht ist der August 2014 nicht der perfekte Sommer. Aber er ist immer noch ein Sommermonat, vielleicht einer mit schlechter Laune. Und wenn der Herbst dann sonnig wird, ist er auch kein verkappter Sommer. Er ist einfach ein fröhlicher Herbst. Dinge sind nicht immer so, wie wir sie erwarten. Aber dadurch werden sie nicht gleich schlecht. Und nur weil sie anders sind, als wir es uns wünschen, muss man sie nicht gleich ändern oder anders benennen. Lass den August doch ein regnerischer August sein, wenn er will. (Du kannst es eh nicht änder...

Herbstmelancholie.

Mit nackten Füßen auf nassem Gras. Der kalte Novemberwind bläst ihr die Haare aus dem Gesicht. Ihr Blick wandert über die Landschaft. Wiese. Kahle Bäume. Braune Büsche. Laub. Überall Laub. Als es noch an den Bäumen hing und in allen Herbstfarben leuchtete, war es schön anzusehen. Jetzt aber liegt es in einem einheitlichen Braun auf dem Boden, durchnässt und matschig. Es anzuschauen macht keine Freude mehr, sondern stimmt sie unerklärlich traurig. Eine Krähe schreit und der Himmel ist grau und undurchsichtig. Für einen Moment hat sie das Bedürfnis, sich fallen zu lassen, alles loslassen, am Boden liegen, sich der grauen Herbststimmung hingeben. Nichts tun. Nur da liegen und alles aus sich rausfallen lassen. Alle Fragen, alle Traurigkeit, alles Unverständnis. Das braune Laub würde sie auffangen, sie umfangen, verschlingen. Eingedeckt in das nasse Zeichen der Vergänglichkeit. Sie schwankt.    Und steht dann wieder fest. Atmet die Herbstluft ein, die ihrer Lunge erfrischen...

Wer ist dein Held?

Am letzten Wochenende ist meine Heizung ausgefallen. Das war wirklich dumm. Vor allem weil es mir sonntagmorgens aufgefallen ist. Was kann man da schon groß machen? Die wenigstens Heizungsreperaturmenschen arbeiten einfach mal so am Sonntag. Zudem ist es nach wie vor November. Und auch wenn es noch nicht angefangen hat zu schneien, ist es dennoch ziemlich frisch. Und eine große Altbauwohnung kühlt irgendwie sehr schnell aus. Am Sonntag war also nichts mehr zu machen. Montags versuchte ich dann alles mögliche in Bewegung zu setzen, damit die Heizung wieder funktioniert. Meine eigenen Fähigkeiten reichen dabei aus um zu diagnostizieren, dass meine Heizkörper kalt sind und dass an dem Gerät, das im Keller hängt ein rotes Lämpchen leuchtet und es nichts bringt, wenn man auf den Knopf neben dem Lämpchen drückt... Es war erstaunlich, wirklich erstaunlich, wie alle, mit denen ich für die Wiederherstellung der Wärme in meinem Wohnraum in Kontakt treten musste, äußerst zuvorkommend waren. De...

Gestalten im Nebel

Da stehen sie im grausten Dunst, es ist aus mit jener Kunst, in der Herr Hahn seinen Kamm gestylt hat denn jetzt ist sein Gefieder nur noch matt. Man sieht die Feder vor Augen kaum und schon gar nicht den laublosen Baum. Es unterhalten sich Frau Huhn und Frau Henne, ob denn keiner einen guten Optiker kenne. Diese Sicht, sie sei einfach unerhört und es sei auch die Kälte, die sie stört. Vielleicht würden Kontaktlinsen etwas bringen, aber da würde Herr Hahn wohl im Dreieck springen. Und überhaupt, wer habe sich das denn ausgedacht, es kann doch nur ein böses Bauernherz sein, das darüber lacht. Wer lässt denn seine Hühner draußen im Novembernebel stehen? Das kann doch wirklich keiner mehr mit ansehen! A. Buddeberg (Gewidemt den armen Nebel-Hühner, an denen ich immer mit dem Auto vorbeifahre.. ) Danke fürs Lesen ;)

Erdrückend.

Eigentlich habe ich nicht viel Lust, etwas über das Wetter zu schreiben. Zum einen weil ich das Gefühl habe, in letzter Zeit immer übers Wetter zu schreiben und zum anderen, weil ich generell keine Lust hab. Keine Lust zu schreiben, keine Lust in die Uni zu gehen, keine Lust irgendetwas sinnvolles zu tun. Man kann das auf unterschiedliche Dinge zurückführen und eine der Ursachen ist sicherlich das Wetter. Man hat das Gefühl, als würde einem die Decke auf den Kopf fallen – bzw. als würde einem „der Himmel auf den Kopf“ fallen. Als sei eine tiefere Decke eingezogen worden. Der Gang oder die Fahrt durch die Natur bringt nicht das befreiende Gefühl, dass alle Sorgen und Gedanken in die Höhen des Himmel entschwinden.. Man bekommt eher das Gefühl, als würden alles nach oben entschweben, an der grauen Wolkendecke abprallen und auf einen selbst zurückfallen. Und man steht wie ein begossener Pudel in der grauen, dunklen Welt.. Das alles klingt sehr deprimiert, so wie viele Texte, die sich mi...

Laubgebläse.

Mit der herbstlichen Jahreszeit, in der wir uns gerade befinden, passiert es jedes Jahr, das alle Laubbäume ihre Blätter verlieren. Das ist ein ganz natürlicher Prozess und es ist überhaupt nichts Neues daran. Die Blätter verfärben sich, sterben ab und machen letztendlich Platz, damit im nächsten Frühjahr die neuen Knospen raus kommen und sich breit machen dürfen und zu einer neuen Blätterpracht wachsen. Wenn sich die Blätter von ihrem Baum lösen und zur Erde segeln tun sie das in den seltensten Fällen alle gleichzeitig. Zu unterschiedlichen Zeiten und durch unterschiedliche Windstöße werden immer mal ein paar Blätter herunter gerissen, bis der Baum irgendwann ganz kahl ist. So kommt es, dass jeden Tag ein paar mehr Blätter auf dem Boden um den Baum herum liegen. Als ich letztens durch die Stadt lief, musste ich von meiner gewohnten Strecke abweichen, weil dort Landschaftsmenschen mit Laubgebläsen die Blätter zusammengepustet haben, um sie dann in ein Transporter zu schaufeln und ir...

Jetzt ist es auch egal.

Der Regen fällt in langen, schrägen Fäden auf die Erde. Wasser rinnt über die Dachziegel der Häuser. Menschen mit Regenschirmen eilen über die Straße und suchen ihren Weg ins Trockene. Das Herbstwetter ist, wie angekündigt, eingetroffen. Heute Morgen noch hat sich jemand bei mir beklagt, dass es so warm sei. „Ich hätte nichts dagegen, wenn jetzt der Herbst mal kommen würde. Ist ja nicht normal, dass es so warm ist!“ Ich kann mich nicht beklagen, ich fand die warmen, sonnigen Tage schön. Gleichzeitig habe ich mich heute gefreut, als mit der Herbstwind die Haare zerzauste. Aber ich mag ja auch den Herbst. Aber irgendwie kam mir die Bemerkung über das warme Wetter undankbar vor. Da gibt sich der Herbst alle Mühe, uns etwas für den miserablen Sommer zu entschädigen und das einzige, was uns dazu einfällt, ist: „Du kannst dir deine Sonne sonst wo hin stecken. Jetzt ist es auch egal.“ Wir sind wie kleine Kinder, die etwas haben wollen und zwar sofort. Und wenn wir es nicht bekommen, dann ...

Frühherbst.

Der Himmel grau. Die Welt nass. Der Wind kalt. Die Heizung an. Pullover statt T-Shirt. Heißer Tee statt Saft mit Eiswürfeln. Warme Speisen statt leichtem Salat. Die Namen der Monate werden länger. Die Tage kürzer. Er ist über Nacht gekommen, der Frühherbst. Und auch wenn alle über den Sommer frustriert waren, jetzt merkt man wieder, dass der Herbst ganz andere Dimensionen auf Lager hat. Und jetzt sitzen wieder alle Menschen in ihren Häusern, schauen raus aus dem Fenster und beklagen den Herbst, der auch nur seinen Job macht. Tage, an denen alles grau in grau ist – so wie heute – werden nun wieder öfters auf uns zu kommen. Nun liegt es an uns, ob wir daran zu Grunde gehen oder was besseres draus machen. Damit meine ich nicht, dass wir nun alle in unserem Kopf das Sommerradio anstellen sollen und den Sommer in unserem Herzen weiter feiern sollten. Das klingt zwar verlockend, entspricht aber eigentlich nicht der Lebensrealität. Der Sommer ist vorbei und hat uns einige Sonnenstunden...