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Posts mit dem Label "Essay" werden angezeigt.

Ruhe im Regen.

Als ich aufstand und die Vorhänge zurück zog, erstreckte sich vor mir ein Anblick aus grauer Nässe. Es hatte wohl die ganze Nacht geregnet und es sah nicht so aus, als würde es bald anders werden. Zufrieden öffnete ich das Fenster, um etwas von der kühlen Luft hinein zu lassen. Es regnete. Endlich. Nach all den Tagen der frühsommerlichen Wärme, die mich zu einem natürlichen Aktivismus führte, konnte ich nun endlich durchatmen und unbeschwert meinen Gedanken hinter her hängen, ohne das Gefühl zu haben, den Tag nicht richtig genutzt zu haben. Der Regen gab mir meine innere Ruhe zurück, auch wenn er draußen Unruhe verbreitete. Doch immer wenn die Sonne schien, war das für mich eine stumme Aufforderung irgendetwas zu tun, nicht still zu sitzen, wenigstens die Sonnenstrahlen zu genießen. Das mag nicht anstrengend sein, aber es ist nicht unbedingt befriedigend. Denn auch wenn die Welt im Sonnenschein vielleicht ruhiger erscheint, so ist es meine Seele nicht. Meine Seele ist ruhig wenn ich st...

Lebenserfahrung.

Es hat sich nichts geändert: Wir sind alle immer noch Jäger und Sammler. Wir jagen unseren Lebenszielen nach und sammeln Erfahrungen. Wir sind auf der Suche nach dem, was uns das Leben und Überleben ermöglicht. Wir jagen Jobs hinter her und sammeln Geld. Wir suchen nach Anerkennung, springen mit unseren Netzen jedem Lob hinter, sammeln jede Meinung, jeden Gedanken auf, betrachten ihn und stecken ihn ein wenn wir auch nur im entferntesten das Gefühl haben, damit etwas anfangen zu können. Und so füllt sich unser Sack, den wir mit uns rumschleppen. Es gibt unterschiedliche Suchverhalten. Einige suchen gezielt, legen sich auf die Lauer, laufen die ganze Nacht hindurch, um das Objekt ihrer Begierde zu fangen. Andere setzten sich scheinbar wahllos an einen Platz und sammeln alles auf, was in ihrer Reichweite liegt. Manche gehen dort hin, wo sich noch niemand hin getraut hat, andere bleiben dort, wo sie wissen, was sie haben. Wir sammeln und jagen unser ganzes Leben. Wir sammeln Lebenserfa...

Fremde Feder.

Der Ausdruck "Sich mit fremden Federn schmücken" bedeutet eigentlich so viel wie, die Leistung anderer als seine eigenen darstellen und sich mit ihnen rühmen - eine Verhaltensweise, die ja eigentlich gar nicht so unüblich ist. Aber das soll an dieser Stelle nicht geschehen, auch wenn der nachfolgende Text nicht von mir stammt, sondern aus einer "fremden Feder" (was ein Wortspiel!). Ich fand ihn aber so gelungen und habe mich selbst derart erschreckend selbst wiedergefunden, dass ich ihn einfach auf meinem Blog übernehmen darf, mit Verweis, dass er nicht von mir stammt. Gutes weiterdenken! Der Fluch der ewigen (Pseudo-)Erreichbarkeit ICQ, Facebook, Studi, SVZ, MSN, Skype, Jabber, Gtalk, AIM Das sind die IMs / Social Networks die ich benutze. Dazu kommt dann noch die Kleinigkeit von 12 E-Mail-Adressen. Ein Handy mit Vernetzung und SMS-Flatrate noch obendrauf. Der Effekt ist, dass ich zu jeder Zeit erreichbar bin, egal ob Tag oder Nacht, zuhause oder unterw...

Last Minute.

Ich weiß nicht genau, ob es in jeden Bundesland so ist, aber in Baden-Württemberg gibt es ein Gesetz, dass es Läden aller Art verbietet, nach 22 Uhr Alkohol zu verkaufen. Für einige Läden ist das eh nicht relevant, weil sie schon um 20 Uhr schließen. Schwieriger wird’s für Geschäfte, wie wir eines in Mannheim haben, die bis 24 Uhr geöffnet haben. Bis 24 Uhr kannst du Wurst, Käse, Pizza und Cola und alles kaufen, aber ab 22 Uhr gibt’s keinen Alkohol mehr. Ich war letztens kurz vor 22 Uhr in diesem Geschäft und es war rammelvoll! Drei Kassen waren geöffnet und die Schlangen waren unglaublich lang. An der Kasse beobachtete ich dann, wie ein junger Kerl sich an den Wurst- und Käsekäufern vorbeiargumentierte mit seiner einen Bierdose in der Hand und den Blick auf die Armbanduhr. Die nicht-alkohol-Käufer ließen ihn augenrollend vor und er konnte seine Bierdose Punkt 22 Uhr noch kaufen. Und ich habe mich gefragt: Warum muss er seine eine Bierdose genau um kurz vor zehn kaufen? Warum kan...

Germanys Next Topmodel

Es gibt eine Menge Herausforderungen im Leben, die gemeistert werden wollen. Einige werden uns ungefragt gestellt, einige dürfen wir uns aussuchen. Wenn wir ein Ziel haben oder sogar einen Traum, dann müssen wir darauf zu arbeiten. Und es ist gut ein Ziel oder einen Traum zu haben, damit man nach oben strebt und nicht in Gleichgültigkeit hängen bleibt. Und meistens ist man auch bereit einiges dafür zu investieren, wie Zeit, Geld, Motivation oder Geduld. Aber so sehr man sich auch die Erfüllung des Traumes wünscht oder die Erreichung des Ziels, kommt immer mal der Tag an dem man sich fragen muss: Wie sehr will ich das alles wirklich? Ich musste dabei an die Fernsehsendung Germanys Next Topmodel, in der die Models früher oder später gefragt werden: Wie sehr möchtest du Germanys Next Topmodel werden? Und entweder rasten die Kanidatinen aus und schreien: Jaaaa ich will WIRKLICH Germanys Next Topmodel werden!! Oder sie stehen verschüchtert da und beantworten die Frage mit einem: Sehr? ...

Chancen und Prioritäten

Ich weiß nicht, ob du dieses Phänomen kennst, dass sich dir mehrere Möglichkeiten bieten und du nicht weißt, welche du nehmen sollst. Oder du weißt, welche du nehmen möchtest, aber du bist dir unsicher, ob diese auch die richtige ist. Oder keine der Möglichkeiten ist die, die du dir erträumt hast und du musst dich trotzdem entscheiden. Das Leben ist keine lange Straße ohne Kreuzungen. Wir werden immer wieder vor neue Entscheidungen gestellt, vor neue Weggabelungen und wir müssen uns entscheiden, in welche Richtung wir gehen. Und oftmals können wir nicht die ganze Strecke überblicken und wissen, wo wir am Ende landen, wenn für uns für den einen oder den anderen Weg entscheiden. Und wer entscheidet sich schon gerne? Am liebsten sitzt man vor solchen Weggabelungen, macht erstmal eine Pause und grübelt, diskutiert über Vor- und Nachteile eines jeden Weges und lässt erstmal ein bisschen Zeit vergehen. Aber nicht immer haben wir diese Zeit und nicht immer bringen uns die Vor- und Nachteilsl...

Entwöhnungskur

An viele Dinge im Leben gewöhnt man sich. An Musik, an Menschen, an Lebensumstände, an Gefühlszustände. Aber die Gewöhnung bedeutet nicht immer gleichzeitig, dass wir diese Dinge besonders mögen. Oder dass sie uns gut tun. Und selbst wenn wir die Musik mögen, die Menschen lieben, das Gefühl sich gut anfühlt, ist es nicht immer so sinnvoll sich damit zuzudröhnen. Dann ist es manchmal nötig Abstand zu nehmen. Das geht natürlich nicht automatisch. In den seltensten Fällen kann man von heute auf morgen den Kontakt zu einer Person abbrechen oder sich von Gefühlen lösen und sich nach neuer Musik umzuschauen. Und Lebensumstände lassen sich am aller wenigsten spontan verändern. Aber man kann sich entwöhnen und manchmal ist das nötig, um die Dinge irgendwann mal wieder genießen zu können. Ich habe heute ein Album wieder gefunden, dass ich sehr lange nicht gehört habe, mehr oder weniger bewusst. Eine Zeit lang, als es mir überhaupt nicht gut ging, habe ich diese Musik Tag und Nacht gehört und ...

Lass es raus

Wie ihr merkt, schreibe ich in diesem Monat wieder ein bisschen mehr als in dem vorangegangen. Das Schreiben und auch das Bloggen ist für mich wie ein Ventil. Fertig gedachte Gedanken, abgeschlossene Gefühle und manchmal sogar durchdachte Meinungen, die in meinem Hirn eigentlich nur Platz wegnehmen werden „aussortiert“, rausgeholt, festgehalten und veröffentlicht. Ich weiß, dass meine Gedanken zum Schreibprozesse übermäßig metaphorisch und auch vom physischen Verlauf her sicherlich nicht haltbar sind. Ich habe vor Jahren mal eine Geschichte mit dem Titel „Gedankenkiste“ geschrieben, die das ziemlich klar darstellt. Gedanken sind für mich kleine „Wesen“ - nicht Gnome, Muklas oder Bakterien. Aber in meiner Vorstellung sind sie irgendwie klein und wuselig und haben vor allem jeder eine eigene Persönlichkeit – so wie Gedanken sehr individuell sein könne. Diese kleinen Gedanken leben in meinem Gehirn vor sich hin und ab und an werden welche laut, wollen Aufmerksamkeit und Nahrung, wollen ...

Sprachlosigkeit

Ich hab eine Weile überlegt, ob ich mich zu dem aktuellen Weltgeschehen, der Umwelt- und Nichtumweltkatastrophe in Japan äußern soll. Es fällt mir nicht leicht und das aus einem einzigen Grund: Es verschlägt mir einfach die Sprache. Ich finde keine Worte dafür und mein Gehirn ist maßlos überfordert. Ganz nach dem Motto: Was kann man da noch sagen? Es passieren immer wieder Dinge, die einen überwältigen, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Aber wenn man für die positiven Dinge keine Worte findet, dann freut man sich einfach. Und wenn man für die negativen Dinge keine Worte findet, dann.. ja dann was? Ist man einfach traurig? Ich befürchte eher nicht. Ich glaube, man kommt schnell dorthin, die schlimmen und furchtbaren und schrecklichen und traurigen und erschütternden Ereignisse zu verdrängen und wegzuschieben. Oftmals sind sie viel zu riesig um in unseren kleinen, strukturierten Alltag rein zu passen. Und wenn es dann noch Ereignisse sind, die „so weit weg“ sind wie Japan...

Und einmal ohne bitte.

Heute ist Aschermittwoch und darüber kann man froh und traurig sein. Diejenigen, die die letzten Tage ordentlich auf den Putz gehauen haben, sind wohl beides: Traurig, weil es vorbei ist und froh, dass sie sich von der Feierei erholen können. Alle Nonkarnevalisten sind sicherlich erleichtert, wenn das närrische Treiben ein Ende hat. So wie ich auch. Mit dem Aschermittwoch beginnt jedoch eigentlich auch die Fastenzeit. Sieben Wochen bzw. vierzig Tage ist sie lang und endet mit dem Osterfest. Diese zeitliche Einteilung ist angelehnt an die vierzig Tage, die Jesus in der Wüste verbracht hat, bevor er drei Jahre durchs Land gezogen ist. In dieser Zeit hat er gefastet und gebetet und sich vorbereitet. Die vierzig Tage vor Ostern dienen somit auch zur Vorbereitung auf das Osterfest. In der christlichen Tradition geht es beim Fasten eigentlich in erster Linie um den Verzicht auf Fleisch. Viele Menschen, die diese Fastenzeit heute noch ausleben, verzichten dabei aber auch gerne auf „alternati...

Zwischen Heute und Übermorgen.

Heute komm ich mal wieder mit etwas gesellschaftskritischem um die Ecke. In der letzten Zeit sehe ich mich und mein Umfeld immer und immer wieder mit der selben Thematik konfrontiert: Karriere machen. Mit allen Vorteilen und Nachteilen und vor allem mit allen Nebenwirkungen. Die meisten Menschen um mich herum befinden sich in einer ähnlichen Situation: Wir stecken in einer Ausbildungsphase oder kurz davor oder kurz danach. Wir müssen uns etwas aussuchen, was wir lernen wollen und dann alle Zeit und Kraft hinein investieren – egal ob Abitur, Ausbildung oder Studium. Das ist ziemlich normal und auch nicht falsch. Es ist wichtig zu investieren und Prioritäten auf die Ausbildung auszurichten. Wie meine Großeltern zu sagen pflegen: Dein Studium ist dein Beruf. Ein Aspekt, den ich immer mehr sehe, bei mir selbst und anderen, ist der unglaubliche Erwartungsdruck, unter dem wir stehen. Wir erwarten von uns selbst und andere erwarten von uns und wir erwarten, dass andere von uns erwarten, d...

Umtausch ausgeschlossen.

Manchmal wünscht man sich Veränderung. Veränderung in der Politik, in der Umwelt, bei den Freunden, bei sich selbst. Veränderungen kosten immer, egal ob man sie aktiv verursacht oder unfreiwillig in sie hinein geschubst wird, Kraft und Nerven. Um Veränderung zu bewirken muss man aktiv werden, über sich selbst hinauswachsen und oftmals sehr selbstdiszipliniert sein. Unerwünschte und plötzliche Veränderungen verursachen meistens einen Schrecken und manchmal auch Schmerzen. Je nach dem ob die Veränderung positive oder negative Auswirkungen hat. Meistens nimmt man Veränderungen erstmal negativ auf, weil sie das Geordnete und die Sicherheit durchbrechen. Außerdem gibt’s durch Veränderungen meistens Arbeit – und wer arbeitet schon gerne. Ich bin davon überzeugt, dass der Mensch eigentlich immer grundsätzlich faul ist und sich nach Sicherheit sehnt. Wie einfach und entspannt wäre es, wenn man sein Leben umtauschen könnte! Du bist unzufrieden mit deinen Freunden, deiner Lebenssituatione...

Restart.

Wenn sich das Jahr dem Ende zu neigt, neigen Menschen dazu, sich für das neue Jahr neue Dinge vorzunehmen. Diese Vorsätze sind meistens nicht besonders durchsetzungsfähig, weil sie entweder zu radikal oder zu lasch oder nicht von Herzen kommen und selbst wenn trotzdem schnell im Alltag untergehen. Das Jahr 2011 hat uns jetzt schon zwei volle Monate gegeben und von meinen Vorsätzen ist nicht viel übrig geblieben. Ich hatte sie mir auch nicht so wirklich fest vorgenommen aber mir wenigstens eine Tendenz gedacht, aber selbst das hat nichts gebracht. Es ist nicht so, dass ich mich gegen diese Vorhaben entschieden habe, aber ich halte es einfach nicht konsequent durch. Jetzt könnte ich mich eigentlich „entspannt“ zurücklehnen und sagen: Neues Jahr, neues Glück! und die nächsten zehn Monate fernab von irgendwelchen Vorsätzen und Veränderungswünschen leben. Es zwingt mich ja auch keiner dazu, irgendwas zu verändern – was wahrscheinlich das Problem ist. Aber da der Wunsch nach Veränderung j...

Ein Toaster fürs Leben.

Ich besitze eine Postkarte mit dem Spruch: Wer eine Garantie im Leben haben will, soll sich einen Toaster kaufen. Ich mag die Postkarte und den Spruch sehr, weil sie unser Leben so stark widerspiegeln. Unser Leben ist ziemlich garantielos. Und sobald man anfängt, sich auf das Leben und die momentane Lebenssituation und die Lebensumstände zu verlassen, verändert sich meistens sehr schnell und plötzlich etwas, was uns zeigt, dass es keine Garantie gibt. Du kannst dich heute noch total gesund und fit fühlen und liegst morgen im Krankenhaus. Du kannst dich heute noch mit jemanden gut verstehen, der sich morgen von dir abwendet. Du kannst heute einen Job haben und morgen gefeuert werden. Du kannst heute glücklich sein und morgen unendlich traurig. Ich weiß, das ist sehr pessimistisch und auch nicht unbedingt realistisch. Denn für die meisten Dinge gibt es Auslöser, die selten einfach mal so über Nacht kommen. Aber eine Garantie gibt es nicht. Und am wenigsten für zwischenmenschliche D...

Nebelwände.

Als ich letztens mit meinem Auto durch die Weltgeschichte fuhr, wurde ich mal wieder von einem Naturphänomen „inspiriert“: Der Nebel. Es war richtig nebelig und das am „helllichten Tag“, wobei sich das mit der Helligkeit und dem Licht auf Grund des Nebels in Grenzen hielt. Der Nebel war nicht so schlimm, dass er das Autofahren eingeschränkt hätte, aber rechts und links von der Autobahn war es einfach nur weiß und man konnte nicht mal mehr die Felder oder irgendwelche Bäume, geschweige denn Häuser oder Städte sehen (was ansonsten alles möglich ist). Es waren einfach Nebelwände hinter den Leitplanken. Die Wetterumstände waren so, dass man glauben konnte, dass auf diesem Fleck der Erde nichts existierte, außer man selbst und das bisschen Stück Weg vor und hinter einem, was man sehen konnte. Wenn man die Gegend nicht kennt, kann man nicht mal erahnen, welche Landschaftspracht sich hinter diesen Wänden verbirgt. Und ohne das Wissen, was eigentlich da ist, sieht es alles ziemlich trostlos a...