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Vergiss doch die Liebesgeschichten aus Hollywood, Baby.

Vergiss doch die Liebesgeschichten aus Hollywood, Baby. Und auch die, aus den dicken Romanen, die du im Urlaub liest. Ein Autor hat keine Zeit. Muss auf den Punkt kommen. Erzählt nur Bruchstücke. Den Anfang oder das Ende und manchmal einen Neuanfang. Aber selten das Mittendrin. Weil das Mittendrin meistens keine spannenden Wendungen hat. Gott sei Dank. Langfristige Liebe ist kein Highlighthopping. Und ein „Für Immer“ muss nicht immer im Todeshauch gesprochen werden. Liebe darf alltäglich sein und muss alltagstauglich sein. Eine Liebesgeschichte, die andauert, ist mühselig zu erzählen. Und doch – so denke ich mir – müssen wir viel mehr von ihnen erzählen. Von den Liebenden, die dranbleiben. Die Liebende bleiben. Die gemeinsam durch die Höhen und Tiefen gehen, den anderen höher als sich selbst sehen. Der ursprüngliche Autor der Liebe, der hat Zeit bis in die Ewigkeit. Für Liebe. Die länger als eine Lebensphase bleibt.

Rückblick und Neustart

Ein Jahr hat in der Regel 365 Tage. Im Jahr 2016 sind nur an drei von diesen 365 Tage hier ein Blogeintrag erschienen. Absoluter Tiefstand in der Gedankenfluggeschichte. War es ein langweiliges Jahr? Keinesfalls. Habe ich keine erwähnenswerte Erkenntnisse gewonnen? Im Gegenteil. Habe ich die Lust am Schreiben verloren? Auch das nicht. Manchmal ist das Leben so voll mit Ereignissen und Erkenntnissen, Entscheidungen und Veränderungen, dass man mehr mit leben beschäftigt ist, als damit, das Leben nur zu beobachten und festzuhalten. Auch wenn eigentlich genau solche Zeiten besonders (be)merkenswert sind. Man kann nur hoffen, dass diese Zeiten so einprägsam waren, dass man sie eh nicht so schnell vergisst und vielleicht die ein oder andere Erkenntnis im Nachhinein festhalten. 2016 war für mich das veränderungsreichste Jahr meines bisherigen Lebens. Ich durfte wachsen, in so ziemlich allen Bereichen – seelisch, geistlich und auch körperlich. Ich wurde herausgefordert, weit übe...

Du bist nicht was du besitzt.

Bücher in Regalen, kleine Figuren auf dem Fenstersims, Bilder an der Wand und die Inneneinrichtung erzählen etwas von uns. Was wir mögen, was uns interessiert, was uns wichtig ist, was unsere Zeit füllt. Und dann gibt es noch das, was hinter verschlossenen Türen, in den untersten Schubladen und den dunklen Ecken liegt. Auch das erzählt von uns. Vielleicht achtlos verlegt, vielleicht bewusst versteckt. Aus den Augen, aus dem Sinn, aber immer noch irgendwo, um im Notfall darauf zurück zu greifen. Nur – für welchen Notfall? Ich rede nicht von dem Nähset, welches man alle Jubeljahre zum Knopfannähen braucht oder die saisonale Dekokiste. Nein, ich rede von kleinen Schachteln, gefüllt mit Eintrittskarten, Erinnerungsstücken aller Art, Zetteln mit lebenswichtigen Notizen. Wenn sie einem in die Hände fallen, leuchten Erinnerungen auf in allen Farben und Formen. Glücklich bunt und zerstörerisch trist. Ich hebe also eine Notiz auf, für den Fall, dass ich mal das Bedürfnis nach einer trübsinnige...

Mangelhaft?

Ich bin ein Schisser. Wirklich. Vor allem wenn es um die Probleme anderer Menschen geht. Dabei höre ich gerne zu, bin dankbar für Vertrauen, dass andere mir entgegenbringen, wenn sie mir von ihren Herausforderungen erzählen. Manchmal hilft es ja auch schon, wenn sie einfach mal ihren Frust losgeworden sind, ihre Probleme verbalisiert haben, die großen Emotionen freien Lauf haben. Aber nicht immer. Genau genommen eigentlich nie. Denn ja, es hilft in dem Moment, es fühlt sich befreiend an, alles loszuwerden. Aber in den allermeisten Fällen, packt man das Problem danach einfach wieder in seine Tasche und geht wieder seines Weges. Und der Zuhörer (ich in dem Falle) nehme auch gleich noch ein Stück davon mit. Trage die Herausforderung des anderen in meinem Herzen, mache mir Gedanken und Sorgen, stelle Fragen und suche nach Antworten. Und das macht mir Angst. Denn ich weiß: Damit ist nicht geholfen. Und zu oft sind es Dinge, die sich nicht mit einem Lächeln, einer Umarmung, einem lieben Wo...

Das wünsche ich dir.

Ich wünsche dir, dass du glücklich bist. Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe. Ich weiß nicht, ob du glücklich bist. Vielleicht bist du es, ohne dass ich es weiß. Ich wünsche dir, dass du bist wer du bist. Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe. Keine Kopie. Keine Fassade. Keine Show. Nur du selbst. Weil du so schön bist. Ich wünsche dir, dass dich dein Tun erfüllt. Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe. Kein Lückenbüßer. Kein Nichtsnutz. Du kannst so vieles. Das weiß ich. Ich wünsche dir, dass du liebst. Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe. Die Menschen, in deinem Herzen. Und dich selbst. Weil du liebenswert bist. Ich wünsche dir, dass du ankommst. Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe. In deinem eigenen Leben. So wie du es dir erträumst. Und bei dir selbst. Und bei Gott. Ich wünsche dir, dass du glücklich bist. Das wünsche ich mir. F...

Liebe oder Angst.

Heute morgen hörte ich eine Aussage, die mich den ganzen Tag begleitet und zum nachdenken bringt. Jede unserer Reaktionen entspringt immer einer von zwei Quellen. Entweder Liebe oder Angst. Das heißt also, egal worauf ich reagiere, entweder ich reagiere aus Angst oder aus Liebe. Ich habe mir vorgenommen, mich und andere Menschen heute daraufhin zu beobachten und bin zu der Erkenntnis gekommen: In den meisten Fällen reagiere ich aus Angst und nicht aus Liebe. Das heißt nicht, dass ich die ganze Zeit wie ein verschrecktes Kaninchen durch die Welt hoppel und vor alles und jedem Angst habe. Ich lebe mein Leben ganz normal. Aber in meiner Gewohnheit ständig darüber nachzudenken, was andere Menschen tun und denken, versuche ich immer um Menschen „herum zu reagieren“. Man könnte es Nachsicht nennen. Aber genauer betrachtet ist es wohl eher die Angst, unangenehm aufzufallen oder die Angst, im Weg zu stehen. Die Angst davor, blöd angemacht zu werden. Die Angst, vor den sc...

Auf dem Weg.

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Und plötzlich ist er da. Dieser Weg. Dieser eine Weg. Von dem du wusstest, dass er kommen wird. An dessen Existenz du trotzdem manchmal gezweifelt hast. Wie ein kleiner Pfad, der zwischen Geäst plötzlich auftaucht. Den man nicht sieht, bis man auf ihm steht. Du musst nicht weiter mit den Ästen kämpfen, die dir ins Gesicht schlagen, den Wurzeln, über die du stolperst und die dein Vorankommen hindern. Aber du bist weiterhin im Wald. Nicht auf der asphaltierten, ausgebauten Straße. Du musst weiter Schritt für Schritt vertrauen. Aber du bist auf dem Weg. Auf dem richtigen Weg. Und ich will, dass du aufhörst zu denken, alles vorher sei nur Fehler gewesen. Die ganze Zeit habe ich dich geführt und vorbereitet. Geh einfach weiter. Mit mir.  Wirklich interessant, was ich fast genau vor einem Jahr zu diesem Thema schrieb: Auf der Spur .

Dasein

Mein Dasein soll ein da sein sein. Anwesend. Erreichbar. Verfügbar. Das ist eine Kunst. Denn die meiste Zeit sind wir: Abwesend. Unerreichbar. Nicht Verfügbar. Zu beschäftigt mit dem eigenen Dasein um da zu sein. Zeit zu investieren. Zuhören. Einfühlen. Nachfragen. Mein eigenes Dasein erweitern. Nich nur Dasein sein, sondern für andere da sein. Ohne mein Sein zu verlieren.

You are here.

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Ich weiß nicht, wie oft ich auf diesem Blog schon erwähnt habe, dass ich ein Zukunftsdenker bin. Aber anscheinend bin ich es so sehr, dass ich noch einmal darüber schreiben muss. Ich habe gerne einen Plan. Nicht zwingend einen einzigen, unveränderlichen, festen – dafür weiß ich inzwischen, dass sich das Leben zu schnell und zu anders entwickeln kann, als dass ich mich festlegen könnte. Also gehe ich gerne auch mit zwanzig Alternativplänen in der Tasche durchs Leben. Hauptsache, ich kann mir vorstellen, was passieren wird und wie alles so halbwegs zusammenpasst. Seit längerem darf ich lernen, dass es Zeiten im Leben gibt, in denen nicht man nicht weiß, was kommt. Und dass man den Lebensplan zwar abhängig von dem „Nicht wissen“ machen kann, aber dass das nicht gut funktioniert, wenn man so gar nicht weiß, was kommt. Wenn theoretisch nächste Woche alles anders sein kann – oder eben auch nicht. Ich bin meistens eher von dem „es könnte alles anders sein“ beeindruckt und lasse m...

Trippelschrittchen.

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Es kann eigentlich nie schnell genug gehen. Wer ein Ziel vor Augen hat, will ankommen, vorankommen, das Ziel erreichen, besser vorgestern als übermorgen. Und es ist doch eigentlich so einfach: Hier bin ich → da ist mein Ziel. Scotty beam me up! Sofort, weil ich weiß ja, wo ich hin will. Ich weiß, was mich dort erwartet, ich weiß, dass es am Ziel viel besser sein wird, als an dem Standort, an dem ich jetzt bin. Also. Ziel. Sofort. Jetzt! Der Kenner weiß: Zwischen Standort und Ziel liegt ein alter Feind – der Weg. Wir sind noch nicht im Zeitalter des Beamens angekommen, wo man sich in dem einen Moment auflöst und in dem anderen Moment an einem anderen Ort wieder zusammensetzt. Nein, wir müssen Strecken hinter uns legen, um an ein Ziel zu kommen. Zugegeben, unsere Fortbewegungsmittel sind schneller geworden, aber es ändert nichts an dem Weg, den wir trotzdem vor uns haben. Manchmal ist der Weg nur Zeit, die verstreichen muss, und die uns lästig und langweilig vorkommt. Manch...

Bananenschalen am Wegesrand.

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Zur Zeit verbringe ich immer mal wieder mehr Zeit draußen. Dabei sind sie mir begegnet. Sie liegen am Wegesrand. Klein, schwarz-braun, verschrumpelt. Von weitem könnte man sie mit Laub oder Unschöneren Dingen verwechseln, die man dort auch manchmal findet. Aber sie sind nicht ekelig. Sie sind nur Abfall, den jemand beim Spazierengehen hat fallen lassen oder übermütig beim Autofahren aus dem Fenster geworfen hat. Ich rede von Bananenschalen.  Zumindest auf der Strecke, an der ich im Moment öfters vorbei laufe, liegen mehrere von diesen Exemplaren. Bananenschalen werden zwar schnell braun, aber sie zersetzen sich in unseren Breitengraden nur sehr langsam. Sie sind zwar keine Gefahr aber doch irgendwie eine Umweltverschmutzung und ihre unrechtmäßige Entsorgung soll angeblich sogar als Ordnungswidrigkeit gelten. Ist das wirklich ein Blogeintrag wert? Ja, denn mir kamen beim Anblick folgende Gedanken: Manche Dinge in unserem Leben hatten mal einen Zweck, aber jetzt sind...

Auf die Motivation ist kein Verlass.*

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*Dieser Post könnte Spuren von Motivationssprüche-Konsum beinhalten. Mein Dank geht an Pinterest. Es gibt Tage, an denen frage ich mich ernsthaft, wie man sein Leben nicht hochmotiviert, glücklich und zielstrebig leben kann. Und es gibt Tage, an denen frage ich mich ernsthaft, wie ich jemals so motiviert sein konnte, um den ersten Satz überhaupt zu denken. Motivation ist ein sehr flüchtiges Wesen. Eben durchströmt es noch jede Körperzelle und dann rennt es schon mit einem Cocktail über die Wiese und lässt einen einsam und unmotiviert zurück. Ich glaube, das Leben gibt einem eigentlich genug Gründe, um fröhlich etwas anzufangen und in dieser Stimmung zu bleiben. Man muss nur dran bleiben. Es gibt dazu diesen Spruch, der mich jedes Mal zum Schmunzeln bringt: „Menschen sagen oft, dass Motivation nicht lange anhält. Nun, genauso ist es mit dem Waschen, deswegen empfiehlt es sich, es täglich zu machen.“ Motivation verhält sich nämlich wie eine Muse, die einen küsst und dann w...

Die Kunst, sich selbst nicht länger was vorzumachen.

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Tausend Sachen gleichzeitig zu machen scheint heute manchmal Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Leben zu sein. Diese Fähigkeit nennt sich „Multitasking“ und wird sehr gerne dem weiblichen Geschöpf zugeschrieben. Vermutlich, weil es, sobald ein Kind im Spiel ist, einfach gezwungenermaßen immer ein Auge auf dasselbige haben muss und trotzdem noch den Rest des Lebens auf die Reihe bekommen will. Aber auch ganz ohne Kind, macht man so einiges gleichzeitig und fühlt sich dabei vielleicht noch besonders effizient. Ja, manche Dinge mache ich gerne eher „doppelgleisig“. In fast allen alltäglichen Tätigkeiten, lasse ich gerne Musik im Hintergrund laufen. Und auch bei langen Autofahrten bin ich ein Freund von Hörbüchern. Und natürlich erwische ich mich dabei, wie ich nebenher beim Film gucken schnell eine Whatsapp-Nachricht beantworte. Und da fangen die Probleme an: Letztens habe ich deswegen eine wichtige Schlüsselszene verpasst und musste zurückspulen, um die Geschichte noch ...

Kreisel

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Die letzten Wochen vergingen wie im Flug. Die ersten zwei Monate (!) des Jahres 2015 voller kleiner, fast unbedeutender Termine und Ereignisse, die sich kaum zählen lassen und dem möchtegern frischem Jahr ein gewisses Völlegefühl verleihen. Ich kann kaum rekonstruieren, was alles passiert ist und weiß zugleich, dass ich jetzt schon einiges nicht erreicht habe, was ich mir vorgenommen hatte. Nah gedachte Ziele rücken wieder in weite Ferne und zwischendurch fühlt es sich so an, als ginge es, trotz der schnell verfliegenden Zeit, nicht voran. Da fühlt sich das Leben an wie ein Kreisel. Ein Kreisel dreht sich, einmal angestoßen, mit viel Schwung um sich selbst. Diese andauernde Bewegung hält ihn aufrecht. Ein immer wieder faszinierender Anblick. Und gleichzeitig bewegt er sich kaum vom Fleck, kommt nicht voran, dreht sich einfach nur um sich selbst. Und das ist wohl auch der Knackpunkt: Bei aller Geschäftigkeit und alltäglichen Beschleunigung kommt man nicht vorwärts, wenn man sich nur...

Eine Ecke weiter denken.

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Es gibt Menschen, die halten nicht viel von „was-wäre-wenn“-Gedanken. Sie halten das für verschwendete Zeit. Im Blick auf die Vergangenheit mögen sie Recht haben. Man kann nicht ändern, was schon passiert ist. Und auch wenn es interessante Gedankenkonstrukte sind, sich vorzustellen was wäre wenn dieses oder jenes anders gelaufen oder entschieden worden wäre, bringen sie doch keine Veränderung und sind somit wirklich ungenutzte Zeit. Aber was ist mit den Zukunftsfragen und den dazugehörigen „was-wäre-wenn“-Gedanken? Nicht in Sorge und Panik und der Befürchtung, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt. Sondern im Möglichkeitsdenken. Was alles möglich wäre und ist. Welche Wege vor uns liegen und welche Veränderungen damit einhergehen können und müssen. Und die Zukunft ist gestaltbar durch das, was man heute, ganz in der Gegenwart für sich und sein Leben entscheidet. Unabhängig davon, was in der Vergangenheit passiert ist und worauf man sich dort festgelegt hat: Im Heute können wir...

Artgenossen unter sich.

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Wir sind alle Menschen. Und Menschen stecken sich selbst und andere gerne in Kategorien, Boxen und Schubladen. Weil das Denken dann manchmal einfacher wird. Weil man seine Welt dann besser sortieren kann, wenn man sich und andere zu etwas zugeordnet hat. Ich weiß nicht, ob Menschen jemals aufhören werden in Kategorien zu denken und ich weiß auch nicht, ob das sein muss. Die Vielfalt steigt und damit auch die Namen der Zuordnungen. Aber letztendlich wird es immer irgendeine Kategorie, irgendeinen Namen geben, mit dem man sich bezeichnet und erklärt und sei es nur eine Oberkategorie wie „Mensch“. Es ist notwendig um sich abzugrenzen, weil Unterschiede einfach vorhanden sind, sichtbar, unsichtbar, bewusst und unbewusst. Ich stecke mich auch in Kategorien, bezeichne mich mit Attributen, die mich zu etwas zugehörig machen. Vermutlich ist es weniger „schlimm“, wenn man sich selbst irgendwo reinsteckt, als wenn andere einem etwas zuschreiben oder „falsch einsortieren“. Nicht jede Zuor...

Lebensmuster

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Das ist der Anspruch von vielen: Etwas fürs Leben lernen! Egal ob in der Schule, auf Reisen, im Ausland, im Zwischenmenschlichen. Kann man eigentlich NICHT fürs Lebens lernen? Natürlich, nicht alles, was man sich in sein kleines Gedächtnis einprägt braucht man wirklich, vieles geht verschollen und ist somit auch nicht mehr sehr hilfreich, und der Rest hilft dann vielleicht. In letzter Zeit merke ich, dass ich immer mehr von den „Großen“ lernen will. Den Erwachsenen. (Denn „die Erwachsenen“ sind gefühlt immer nur die, die älter sind als man selbst.) Weil ich mir denke: Die haben den ganzen Kram doch schon mal durchgemacht! Können die mir nicht was fürs Leben beibringen? Und inzwischen, finde ich, kann man sich selten raus reden mit „Ach Kind, das waren damals ja auch ganz andere Zeiten.“ Und selbst wenn: Trotzdem bist du jetzt da wo du bist und ich will wissen, wie du dahin gekommen bist! Ich will die Muster des Lebens erkennen. Doch je genauer ich hinschaue, desto schwindeli...

Die Fülle des Lebens.

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In den letzten Wochen leben ein paar Kontakte wieder auf, die längere Zeit brach lagen. Menschen, die ich aus den Augen verloren hatte, weil man zu irgendeinem Zeitpunkt nicht mehr auf eine Mail geantwortet hatte und das Leben dann einfach weitergelaufen war. Denn das macht es, das Leben, es läuft weiter, auch wenn Menschen, die uns noch so wichtig waren oder sind, in andere Richtungen gehen und nicht mehr neben uns sind. Das mag manchmal brutal schmerzhaft sein, aber irgendwann wird es besser und man gewöhnt sich an den Zustand der Abwesenheit. Umso besonderer finde ich es, wenn Kontakte wieder aufleben, Bänder neu geknüpft werden, alte Freundschaften dadurch vielleicht eine ganz neue Ebene erreichen, weil die Zeit der Abwesenheit Veränderung, Neuanfänge, Abschlüsse und manchmal auch Heilung schenkt. Doch eines überfordert mich bei diesen neuem Aufleben der Kontakte: Der Versuch, die Zeit der Abwesenheit zu rekonstruieren und dem Gegenüber nahe zu bringen. Eben diese ganze...

Schnell, schnell ins neue Jahr?

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Jeder reagiert auf ein neues Jahr unterschiedlich. Vor allem in der Geschwindigkeit, mit der man in die neuen Möglichkeiten und Anliegen startet. Der eine hat noch ein paar freie Tage und macht einen faulen Lenz. Die andere muss schon arbeiten gehen und hat quasi keine Wahl, als mit Vollgas wieder in den Alltag zu starten. Mein Jahr 2015 beginnt irgendwie mit einem Pausenzeichen und in vielen Momenten kann ich das genießen. Alles steht noch ein bisschen still und obwohl das neue Jahr schon da ist, ist es noch ruhig und fast unberührt. Das liegt an meinen persönlichen Umständen und ist wohl nichts, was jedes Jahr sein wird, aber jetzt will ich es so nehmen und genießen. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn bei allen anderen das Jahr schon im vollen Gang ist. Terminanfragen häufen sich, Planungen stehen still. Egal ob es der Sommerurlaub ist, die nächste wichtige Veranstaltung oder der Skypetermin mit einer Freundin. Alles steht. Ruht. Wartet. Und in der Faszination der Möglic...

Was wäre wenn...

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Es ist Anfang Januar. Einer der ersten Tage im neuen Jahr. Das Wetter draußen vor dem Fenster schwankt zwischen winterlicher Schneelandschaft und graubraunen Matsch. Es ist kalt und ich bin müde. Das neue Jahr, das vor mir liegt, ist ein graues Nebelfeld mit wenig Lichtern. Was kommen wird ist unklar, was bleiben wird nicht sichtbar und das was gehen wird, versteckt sich. Ich könnte Trübsal blasen auf meiner Selbstmitleidsoboe. Ungehalten sein über die Unsicherheiten. Panisch im Kreis rennen oder Winterschlaf einlegen. Alles würde mein Innerstes befriedigen. Aber nichts würde mich davon irgendwo hinbringen. Doch wo will ich hin und welches Gefährt bringt mich dorthin, Ganz ohne alle Antworten zu kennen und den völligen Durchblick von jetzt auf gleich zu haben? Folgender Satz bringt mich in den letzten Tagen immer wieder mindestens gedanklich in Bewegung: Zu deutsch: Was wäre wenn du morgen nur mit den Dingen aufwachst, für die du Gott heute gedankt hast? Ein Gedankenexperiment...