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Ewiger Gefährte

Der Mensch ist immer auf der Suche nach Kontakt mit anderen Menschen. Kaum einer kann ganz alleine überleben. Wir brauchen Gemeinschaft, ein Gegenüber, jemand der uns zuhört, jemand den wir mögen. Denn das ist die Herausforderung: Menschen, die wir NICHT mögen, findet man meistens viel schneller als welche, die man wirklich mag. Wir leben ein bestimmtes Leben und nicht jeder passt in unseren Rahmen. Wir haben eigene Prinzipien und Ansprüche, manchmal sehr hohe Ansprüche, denen kaum jemand entsprechen kann. Es ist immer leichter jemanden mit dem Blick „Was mag ich nicht an dir“ zu sehen als „Was fasziniert und begeistert mich an dir“! Viele Menschen wünschen sich jemanden, der so perfekt ist wie ihre Ansprüche es verlangen und für immer bei ihnen bleibt. Einen ewigen Gefährten, der ihnen ein wunderbares, ausgeglichenes und hilfreiches Gegenüber ist. Jemand, der einen immer versteht und annimmt. Der dich immer begleitet, dein ganzes Leben lang. Wäre es nicht wundervoll so jemanden z...

Weg in der Nacht.

„Vertrau mir, bitte, vertrau mir!“ Seine Stimme klang flehend, beinahe verzweifelt und sein Blick, immer suchend nach den Augen, die ihn nicht anblicken wollten. „Wir sind schon so weit gegangen. Das letzte Stück, dieses kleine letzte Stück, das schaffen wir jetzt auch noch.“ Stille. Die Worte gesprochen in die Dunkelheit und Schwärze der Nacht, die sie umgab. Und dann die Antwort. Eine Stimme, viel lauter als erwartet, viel durchdringender und schriller als es die Umgebung erlaubte. „Nein!“ Und immer wieder: „Nein!“ Er seufzte. So tief und aus ganzer Seele und er kannte keine Geste, kein Wort, keine Handlung die mehr hätte ausdrücken können, wie er sich fühlte, als dieses tiefe Seufzen. Er sammelte alle seine Kraft, um wieder das zu fragen, was er schon gefühlte tausendmal gefragt hatte. Die Frage, auf die er keine befriedigende Antwort bekam. Die Antwort, die jedes Mal das Gleiche sagte, und die er sogar verstehen, ja, wirklich verstehen und nachempfinden konnte. Und dennoch wollte...

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Das Unselbstverständliche.

Wenn man so durchs Leben geht, passieren immer mal wieder Dinge, die uns völlig aus der Bahn werfen. Das können Dinge sein, mit denen wir nicht gerechnet haben oder die, selbst wenn wir mit ihnen gerechnet haben, uns so sehr erschüttern oder verwirren, dass wir sie nicht einordnen können. Wir reden dann davon, dass etwas Besonderes passiert sei oder etwas unser Leben völlig auf den Kopf gestellt hat oder einfach von der Normalität abgewichen ist. Es gibt andere Dinge, die wir für völlig selbstverständlich halten. Selbstverständlich ist das, womit wir rechnen. Selbstverständlich ist z.B. bestimmtes Wetter zu einer Jahreszeit. Selbstverständlich ist für uns, dass nun die ganze Welt wieder Grün wird, dass die Vögel zwitschern, um die Sonne sich wieder mehrmals am Tag zeigt. Selbstverständlich ist für uns auch oft, dass wir gesund sind, dass wir einen Ort haben den wir Zuhause nennen, das wir Menschen haben die uns in unserem Leben begleiten, dass wir genug Geld haben und die meis...

Freunde.

Es reißt auf. So plötzlich. So unerwartet. Ein Riss. Im Herzen? Der Seele? Nicht ortbar. Bilder quellen hervor. Aus der Tiefe. Augenblicke. Stimmen. Ein Lachen. Eine Umarmung. Ein Satz. Erinnerungen. Halb vergessen, nicht verdrängt, nicht aufgefrischt. Ein Gefühl umfasst das ganze Herz. Kein Schmerz. Nur Sehnsucht. Ein Vermissen. Ein Hoffen. Vorfreude. Auf neue Begegnungen, Erinnerungen.

Herzkampf.

Wie ein aufgescheuchtes Huhn rannte ihr Herz in ihrem Brustkorb umher. Ich will das nicht. Ich will das nicht, ich will das nicht, hämmerte es immer wieder in ihrem Kopf. Ihr Herz fühlte sich an, als sei es schon verletzt. Es fühlte sich so weich an, so unendlich verletzlich. Ich will nicht, schlug es im Takt. Bitte verschone mich vor diesem Anblick. Bitte, lass es mich nicht sehen. Lass diese Bilder nicht in dich hinein. Lass uns heute Nacht nicht im Traum mit ihnen kämpfen müssen! Du weißt doch wie sie sind. Sobald sie einmal in deinem Kopf sind, brennen sie sich ein. Und wenn du sie verdrängst, kommen sie nachts wieder. Bitte lass es nicht zu! Lass uns doch einfach unbeschwert und kindlich naiv bleiben, aber lass uns diese Bilder nicht anschauen. Was würden sie sagen, wenn sie sich diesen Film nicht anschauen würde. Wenn sie die Augen verschließen würde vor dem Leid, den entsetzlichen Anblicken, der Ungerechtigkeit. Wäre sie dann nicht genauso dumm und oberflächlich wie alle ander...

Einmal jährlich.

Gestern war es mal wieder soweit. Männliche Wesen eilten mit Blumen und weibliche mit roten Wangen durch die Straßen der Welt. Wenn er seine Angebete und besonders sie ihren Prinzen an diesem besonderen Tag nicht zu Gesicht bekam, wurde Leid geklagt. Überraschungen, allgemeine Liebesbekundungen und viele rot- und rosafarbene Sonderangebote dominierten. Alle anderen, welche nicht vom Überschwung der Tagesverliebtheit berauscht waren oder enttäuscht von der Liebe und den Menschen, gingen ihrem normalen Tagesgeschäft nach oder kuschelten mit der Heizung. Es gibt vermutlich nur zwei Fraktionen. Die einen, die den Valentinstag lieben und die anderen die sagen: „Gestern war Valentinstag? Schön für den Valentinstag.“ Zur letzteren zähle ich. Noch nie war dieser Tag etwas Besonderes für mich und noch nie habe ich etwas Besonderes daraus gemacht. So könnte man mir vorwerfen, ich sei nur neidisch auf diejenigen, deren Helden ihnen an diesem Tag Rosen, Schokolade und Schmuck und andere Aufmerksa...