Freitag, 28. November 2008

Adventszeit

Ein Duftmischung aus Bratwürstchen, Süßkram und Glühwein schlug mir schon entgegen, als ich aus dem Bus stieg. „Es riecht nach Weihnachtsmarkt.“, bemerkte einer der anderen Passanten und der Blick auf den großen Marktplatz bestätigte das. Der Strom der Menschen zog sich zwischen den Buden her, ich wurde mitgerissen. Vor einem Wagen, an dem gefüllte Folienkartoffeln verkauft wurden, standen schon viele Menschen, das Geschäft lief wohl gut. Ich hatte wenig Interesse an den Verkaufsständen, ich wurde an meiner normalen Schrittgeschwindigkeit gehindert. Der Strom der Menschen wurde von den Menschen geleitet, die über den Weihnachtsmark bummeln wollten, dazu war ich jedoch zu schnell. Ich mogelte mich zwischen zwei Buden durch und ging hinter ihnen schnellen Schritts ungehindert weiter. Das war ein komisches Gefühl. Auf der Rückseite war zwar immer noch der Duft des Weihnachtsmarkts dominierend, doch hier gingen die Leute her, die in Eile waren und für die der ganze Weihnachtsrummel entweder zu früh oder grundsätzlich überflüssig war. Ich fühlte, dass ich eigentlich auf keiner der beiden Seiten seien wollte. Weder im Weihnachtsrausch, noch in der normalen Alltagshektik. Warum das so war, konnte ich mir nur schwer beantworten. Ich fragte mich, ob ich eine Abneigung gegenüber Weihnachten hätte, weil es mich jedes Jahr weniger ansprach. Dieser unglaubliche Rummel, das Hetzen nach Geschenken, die übertriebene Freundlichkeit. Das Fest der Liebe und der Familie, ich weiß.


Ich mag Weihnachten. Ich mag Lichterketten und kleine Lichter, die die Fenster erhellen. Ich mag den Duft von Tannenbäumen und ich mag gebrannte Mandeln. Ich mag es sehr anderen Menschen eine Freude zu machen, an sie zu denken und mich mit ihnen darüber zu freuen, dass Jesus Christus als unser größtes Geschenk auf die Erde gekommen ist. Ich mag auch Geschenke. Sowohl sie zu bekommen als auch sie zu verschenken.
Aber ich mag das Drumherum nicht. In zwei Tagen ist der erste Advent. Advent bedeutet Ankunft. Ankunft Jesu auf die Erde.
Wenn großer Besuch ansteht, dann bereitet man sich darauf vor. Dann wird vorher geplant, geputzt und sich vorbereitet, vor allem innerlich.
Ich glaube, meine vermeintliche Abneigung gegen Weihnachten ist keine wirkliche Abneigung, sondern einfach nur das Vermissen der gründlichen (inneren) Vorbereitung. Es fehlt die Zeit und auch die Motivation sich „weihnachtlich einzustimmen“.. Nein, um sich ADVENTLICH einzustimmen. Vielleicht bin ich zu penibel, aber wenn ich darüber nachdenke habe ich immer stärker ein Verlagen nach einer richtigen ADVENTSZEIT und WEIHNACHTEN. Man kann es nicht trennen, denn das eine baut ja auf das andere auf. Aber es strengt mich an, dass das Wort ADVENT mit seiner Bedeutung in meinen Augen verloren geht.
Mir persönlich fällt es schwer in einer Zeit mit vollen Terminkalendern und viel Hektik mich von selbst aus auf Weihnachten einzustellen. Ich brauche eine Vorbereitungszeit, um langsam aber sicher das Hektische hinter mir zu lassen und mich einfach darauf vorzubereiten, dass ein schönes Fest vor der Tür steht.


Stattdessen ist man (verzweifelt) auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken für alle Lieben, die man natürlich beschenken will und das WILL ich auch, wirklich. Aber wie kann ich mir Gedanken für schöne Weihnachtsgeschenke machen, wenn mein Kopf und mein Herz noch im Herbst hängen und noch gar nicht auf all das eingestellt sind?
Manchmal kommt es mir so vor, als wäre Weihnachten ein störender Termin im Kalender der voller Pflichten ist. Es macht mich sehr traurig, wenn ich merke, dass ich so denke.


Der ADVENT steht vor der Tür und ich möchte ihn einlassen in mein Herz. Ich möchte vorbereitet sein und nicht erst am Heiligen Abend merken, dass jetzt wirklich das besagte Fest ist.
Vorbereitung geht verloren, lasst uns sie retten.


Danke fürs Lesen.

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