Dienstag, 23. April 2013

Ich mach das jetzt.

„Ich mach das jetzt einfach.“, sagte sie laut, nachdem sie mindestens eine halbe Stunde vor ihrem überdimensionalen Bücherregal gestanden hatte, mit der Raumskizze in der Hand und der großen Unzufriedenheit im Bauch. Wer auch immer auf die Idee gekommen war (vermutlich war sie es selbst gewesen), das Regal würde an diesem Platz gut zur Geltung kommen und den Raum verschönern, hatte Unrecht gehabt. Es sah scheußlich aus und jedes Mal, wenn sie es sah, und das war täglich, ärgerte sie sich ein bisschen darüber. Und weil es so unpraktisch dort stand, räumte sie die benutzten Bücher auch nicht mehr ordentlich ein, sodass sich auf jedem Brett ein kleiner Stapel Bücher angesammelt hatte, der dazu beitrug, dass Regal noch unansehnlicher zu machen. Lange hatte sie mit sich selbst diskutiert, ob das ganze Arrangement nicht an der einzigen anderen Wand, an der es Platz hatte, besser aussehen würde. Jeden Besucher hatte sie danach befragt und die Meinungen waren in alle Himmelsrichtungen auseinander gegangen. Am meisten hatte sie den Spruch „Willst du dir den Stress wirklich antun? So schlecht sieht es doch gar nicht aus und überleg mal, wie viele Bücher du dann aus- und einräumen musst!“ gehört, auch von sich selbst. Aber die Unzufriedenheit im Bauch war stetig gewachsen und irgendwann musste sie feststellen, dass sie lieber einen großen Bogen um diese Ecke ihrer Wohnung machte oder einfach blind daran vorbei lief, als sich an der wunderschönen Pracht ihrer Bücher zu erfreuen.
Kurzerhand räumte sie das Regal von oben nach unten und andersherum aus, stapelte die Bücher auf dem Boden um sich herum. Die ersten drei Regalböden waren mühselig und es flatterten ihr ein paar nicht einsortierte Dokumente entgegen und ein Stapel Fotos.. „Nein.“, sagte sie wieder laut und pfefferte diese in die andere Ecke des Zimmers. Keine Ablenkung. Keine Gefühlsduselei. Kein Rückzug. Bücherstapel um Bücherstapel wanderte auf den Boden, bis das Regal plötzlich leer und schnell an seinem neuen Platz stand. Einmal tief durchatmen. Und dann Stapel um Stapel wieder einräumen. Mit welchen System? Was sollte gesehen und was eher versteckt werden? Fragen, die schnell beantwortet waren, sodass das Einräumen zügig ging. 

Und dann saß sie andächtig vor dem Regal an der neuen Wand. Das gleiche Regal. Die gleichen Bücher. Und trotzdem war alles anders. Bestimmt eine viertel Stunde saß sie und betrachtete ihr Werk. Dann verließ sie den Raum um direkt wieder hereinzukommen und das neue Arrangement auf sich wirken zu lassen. Konnte sie jemand anrufen, der vorbeikommt um sich dieses großartige Wunderwerk anzuschauen? Nein. Es war schon nach Mitternacht. Und wer kommt schon, um sich ein umgestelltes Bücherregal anzuschauen? Also ging sie ins Bett. Und fand nach wenigen Minuten einen Grund nochmal auf zustehen und beinahe zufällig einen weiteren Blick auf die Umstellung zu werfen. So tausendmillionen Mal besser sah es nun aus. Und was hatte sie dorthin gebracht? Das Nachdenken, Skizzieren und Meinung einholen? Nein. Oder nur ein bisschen. Ausschlaggebend war ein lautes „Ich mach das jetzt einfach.“ und ein bisschen Durchhaltevermögen. Wenn im Leben doch alles nur so einfach wäre.. Moment, ist es das nicht?

Dienstag, 16. April 2013

Frühlingssehnsucht.

Den ganzen Winter sehnte ich mich nach Sonnenschein, Wärme und der Möglichkeit im Garten zu sitzen und zu schreiben. Oh, wenn endlich der Frühling kommen würde, hätte ich endlich alle Möglichkeiten in der Natur zu schreiben und dann würde sich mein Gehirn überschlagen an Ideenreichtum. Dann endlich könnte ich all die Projekte angehen, die mir schon lange vorschweben und zu deren Umsetzung ich mich im Winter nicht überwinden konnte.
Jetzt endlich ist der sommerliche Frühling da, ich habe mich dazu überredet, mit meinen Schreibsachen nach draußen in den Garten zu gehen, wie schon so lange erträumt. Doch irgendwie bleibt mein Gehirn leer. Sonnenstrahlen, saftig grünes Gras und Gänseblümchen bringen nicht den erwünschten Effekt. Schreiben bleibt weiterhin eine Überwindung und alle Ideen zu Papier zu bringen immer noch eine Herausforderung angesichts des inne liegenden Perfektionismus. Da bringt selbst das fröhliche Vogelgezwitscher nichts.

So ist es so oft im Leben. Wir fiebern auf etwas zu, träumen und stellen uns vor, wie perfekt dann alles sein wird, wenn sich dieses ändert oder wir jenes haben. In der neuen Wohnung werden wir auf jeden Fall ordentlicher und wenn wir das neue Smartphone haben, können wir unsere Termine auf jeden Fall besser organisieren. Oder wenn wir endlich dieses Buch gelesen, jenen Film geschaut und diese Bibelstelle verstanden haben, dann wird sich so vieles ändern! Dann werden wir selbstsicher, verständnisvoller und weiser werden.

Und dann kommt der Frühling so plötzlich und wir beginnen zu realisieren: Auch wenn sich um uns etwas verändert hat, sind wir noch immer die gleichen wie zuvor.
Erst wenn wir anfangen uns innerlich zu verändern, werden wir auch im Leben erkennen, das Veränderungen wirkliche Auswirkungen haben können.

Donnerstag, 11. April 2013

3 Möglichkeiten

Andere Menschen werden nie aufhören, über deine persönlichen Belange zu reden. Besonders nicht über die, die unter die angriffslustige Kategorie "wunder Punkt" fallen.
Du hast also nur drei Möglichkeiten:
1. Weiter das Gerede ertragen und die wunden Punkte von anderen erforschen zu lassen.
2. Die wunden Punkte überwinden, um die Angriffsfläche zu verkleinern.
3. Endlich einen Dreck darauf geben, was andere Menschen in dein Leben kommentieren.

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