Mittwoch, 30. Juli 2014

Verschwendung.

Ich bin ein Horti. Ich horte gerne Sachen. Jetzt nicht so messimäßig. Aber ich hebe Sachen auf und überlege mir, für welche gute Gelegenheit man sie gebrauchen könnte. Schächtelchen, Geschenkpapier, Postkarten, Kleinigkeiten und manchmal (vermutlich auch zu oft) Gedanken. Alles ist da, aber nichts wird benutzt. Schließlich ist gerade nicht der passende Moment, diese eine Postkarte (von der ich auch wirklich nur dieses eine Exemplar habe) zu verschicken. Und will ich wirklich dieses Geschenkpapier verwenden oder nehme ich nicht doch die Standartversion?

Schon als Kind war ich ein Fan von Stickeralben, in denen man die Sticker einklebt und sie theoretisch jederzeit verwenden könnte. Um sich nicht festzulegen, sie genau an diesen einen Ort festzukleben und dann nicht mehr anderweitig verarbeiten zu können. Mein Stickeralbum ist heute noch voll. Und jetzt beobachte ich mich wieder dabei, wie ich Dinge habe, die man wunderbar verwenden kann - und es fällt mir so schwer zu sagen: Ja, ich geb das jetzt für diesen Augenblick her, auch wenn ich es danach nicht mehr habe. Aber ich versuche genau das zu lernen.

Denn ich glaube, ich darf verschwenderisch sein. Mit Dingen, die das Leben schön machen und sowieso da sind. Ich darf andere erfreuen und muss nicht auf die ewig nicht kommende Gelegenheit warten, in der ich in meine Zauberkiste greife und irgendwas hervorzauber, worüber die Person sich schon vor zwei Jahren gefreut hätte. Martin Luther sagte wohl: "Wer gutes tun will, muss es verschwenderisch tun." und Albert Schweitzer sagte: "Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt."

Deswegen will ich aufhören zu horten und anfangen mit vollen Händen aus dem Leben zu schöpfen,
damit das Leben schöner wird. Ja, ich möchte mit der Liebe und mit dem, was ich kann, verschwenderisch umgehen, in der Gewissheit, dass es dadurch nicht weniger wird. Ich will nicht auf Gelegenheiten warten, die in meinem Kopf vielleicht perfekt sein könnten, sondern glauben, dass alles Gute etwas Gutes bewirkt - egal zu welchem Zeitpunkt.


Dienstag, 29. Juli 2014

An dich.

Ein tiefer Donner grollt irgendwo herum. Das Tageslicht ist so dunkel, als hätte wer vergessen das Licht auszumachen. Und du sitzt auf dem Sofa, in deiner Jogginghose und dem alten Tshirt. Dienstagnachmittag, halb vier. Was hast du heute schon geschafft? Den Weg aus dem Bett hast du gefunden, irgendwann nach elf. Dabei wolltest du doch heute so unglaublich kreativ und produktiv sein. Immerhin hat es zu einem Instagrambild von deinem Frühstücksbrot gereicht. Brie auf Körnerbrot mit einer Preiselbeere obendrauf. Superkreativ. Lustlos runtergeschluckt. Wolltest du heute nicht die Welt retten? Ach nein. Es regnet. Und es gibt ja genug andere Menschen, die das für dich tun. Also natürlich nicht für dich. Denn jeder kämpft allein. Aber es gibt genug andere, die diesen Job machen, das mit dem Welt retten. Im Fernsehen kannst du sie sehen. Aber du guckst ja kein Fernsehen mehr. Weil da nur hirnloser Schmalz läuft. Du guckst Internet. WEB.DE-Kurzvideos. Oder Youtube. Ist ja auch viel kreativer und individueller. Und die retten auch irgendwie die Welt. Auch wenn sie nur dafür sorgen, dass du den ganzen Tag vor deinem Laptop hängst und nicht rausgehst um irgendwas zu tun. Zum Beispiel die Welt zu retten. Vielleicht retten sie dich damit, es nicht zu tun. Schließlich regnet es und deinen Schirm hast du letztens auf einer Party liegen lassen. Und außerdem ist die Welt eh schlecht. Da gibt’s nicht mehr viel zu retten, wenn alles verloren ist. Dann guck dir lieber noch ein Katzenvideo an. Und während du da sitzt und dein fünften Cappuccino an diesem Tag trinkst und immer noch nicht merkst, dass es nicht dazu führt, dich zu irgendetwas zu bewegen, fällt dir ein, dass du doch eigentlich schon Ewigkeiten XY eine Mail schreiben wolltest, oder sogar anrufen. So ein Mist aber auch, dass XY kein WhatsApp hat. Das wäre wesentlich bequemer und wesentlich kürzer von der Meldezeit. Ein bisschen mehr Spielraum als eine SMS, aber tiefgründige Gespräche führt man über WhatsApp doch nicht wirklich. Also XY hat kein WhatsApp. Und eine Email ist zu anstrengend. Von einem Anruf ganz zu schweigen. Was willst du XY auch sagen: „Hey, ich sitze seit heute morgen um elf auf dem Sofa, ertränke mich in Cappuccino und Selbstmitleid und gucke Katzenvideos. Jetzt dachte ich, ich ruf dich mal an und erzähle dir davon, dass ich nichts auf die Reihe bekomme. Und wie geht’s dir so?“ Das willst du nicht sagen. Auch wenn du weißt, dass es eigentlich so ist. Aber es auszusprechen klingt dann doch zu armselig. Also kein Anruf. Und was machst du stattdessen? Schließlich hast du jetzt drüber nachgedacht, was eigentlich los ist und jetzt lässt es sich nicht mehr unbekümmert rumhängen. Jetzt setzt das Gefühl von Nutzlosigkeit ein und die ewige Frage: Was macht du hier eigentlich?
Sind deine Pläne nicht eigentlich ganz andere? Hast du dir nicht andere Sachen vorgenommen, voller Vorfreude auf das Ergebnis, von dem du in deinem Köpfchen träumst? Aber wenn du weiter auf deinem Sofa sitzen bleibst und Katzenvideos guckst, wirst du nicht das erreichen, wovon du träumst. Ich sag dir das jetzt einfach mal so. Weil es sich scheinbar sonst keiner traut dir zu sagen. Kriegt deinen Arsch hoch. Hör auf so zu tun, als hättest du alles das erreicht, was du schon immer haben wolltest. Fang an deinen Träumen hinterher zu jagen anstatt ihnen hinterher zu trauern. Niemand, ja wirklich niemand, wird deine Welt für dich retten. Das musst du selbst tun. Du musst das machen, was du willst und nicht nur darauf hoffen, dass alle gut finden, was du mal überlegt hast zu tun. Das reicht nämlich nicht. Du musst nichts tun, nur weil es andere glücklich macht. Aber du solltest alles tun, damit du glücklich bist. Und du kannst mir nicht erzählen, dass du in diesem Zustand dienstags um halb vier glücklich bist. Sei ehrlich zu dir. Sonst bin ich es für dich.

Dein Ich.

Montag, 14. Juli 2014

Erinnerungsstücke.

Es gibt Tage, an denen vermisse ich dich sehr.
Tage, an denen ich gerne deine Stimme hören würde,
deinen Rat einholen möchte oder dir Dinge zeigen
und erzählen will, die mir wichtig sind.

Aber das geht nicht.
Und trotzdem sind diese Tage so besonders,
weil mich dann so vieles an dich erinnert.
Besonders die Dinge, die du mir geschenkt hast,
werden plötzlich lebendig und zeigen mir,
wie wertvoll die Zeit mit dir war.

Ich sehe und spüre,
welche Gedanken du dir gemacht hast,
als du diese Geschenke, auch die tausend Kleinigkeiten,
ausgesucht hast - wieviel Liebe darin steckt.

Ein schnödes "Dankeschön" drückt niemals das aus,
was diese vielen schönen kleinen Erinnerungen wert sind.
Deine Liebe steckt in so vielen Details.
Darin bist du deinem König viel ähnlicher, als du es vermutlich je dachtest.

// Zehntausend Jahre und in Ewigkeit - Ich denke an dich. 

Mittwoch, 9. Juli 2014

Auf der Spur.

Ich fahre gerade aus.
Schon seit langer Zeit in die gleiche Richtung.
Ich rase nicht und ich schleiche nicht.
Ich bewege mich vorwärts,
ohne genau zu wissen, wohin.

Keine Abfahrt und kein Rastplatz
scheint richtig zu sein.
Das Benzin reicht noch ein Weile,
glaube ich zumindest.

Egal, wie das Wetter wird,
egal, wer mich überholt,
egal, we abfährt,
ich bleibe auf dieser Strecke.

Denn ich weiß,
du sagst mir Bescheid,
wenn die richtige Abfahrt kommt
und du wirst mich nicht
in irgendwelche Abgründe leiten,
sondern hast ein Ziel vor Augen,
zu dem du mich hinführen willst.

Und bis dahin bleibe ich auf der Spur.


Mittwoch, 2. Juli 2014

Du weißt es nicht.

Du weißt nicht was kommt. Du weißt es nie. Egal wie die Prognosen stehen und egal, welche Pläne du geschmiedet hast. Egal wie vorbereitet du bist oder wie panisch die Sorgen in dir sind. Du weißt nicht was kommt. Und das ist meistens auch besser so. Denn wenn wir wirklich wüssten, was kommt, wäre das Leben ziemlich sinnlos und du mit deinem Kopf und deinen Gefühlen und deinen Entscheidungen ziemlich überflüssig.

Das Problem ist: Auch wenn man nie weiß, was kommt, tut man gerne so, als wüsste man es. Und macht sich Sorgen und Pläne und B-Pläne. Und manchmal hat man Angst vor dem was kommt, obwohl man gar nicht weiß WAS kommt.

Sicher ist es nicht sinnvoll, völlig planlos in die Zukunft zu gehen. Es ist gut, sich seiner Ziele und Motivationen bewusst zu sein. Aber wenn das ganze in ein Zersorgen umschlägt, in eine Zukunftangst, die einen meistens mehr lähmt, als zu irgendetwas zu bringen, ist es Zeit, sich klar zu machen, dass man es eh nicht weiß. Und Angst einen nie weiterbringt. Und selbst wenn Dinge kommen, vor denen man sich fürchtet, werden sie doch immer ganz anders sein, als man es sich je vorstellen konnte. Falls sie denn überhaupt eintreffen.

Also sollte man wohl doch nach dem alten Satz leben: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Und das in aller Gelassenheit. Ist nur noch die Frage, wo man die her bekommt...

Auf baldigst!

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