Donnerstag, 21. Mai 2015

Mein Nudelfrust.



Jetzt schreibt sie also doch übers Essen. Aber wer mich kennt und diesen Blog liest, weiß, dass ich auch aus Bananenschalen Lebensweisheiten ziehen kann….

Ich esse gerne Nudeln. Mein Mann noch lieber als ich. Nudeln sind toll, schnell zubereitet, günstig, mit einigen Rezeptvariationen sehr vielfältig und sie geben einem ein gutes Gefühl im Magen. Deswegen verzichte ich auch ungern auf sie. Wer sich auskennt, weiß aber auch, dass Nudeln nicht besonders arm sind. Nein, sie sind stinkreich an Kohlenhydraten. Was ja auch nicht schlimm ist, ich gönn ihnen das! Und mir gönne ich diese Nährstoffe auch. Letztens sogar in Form einer riesigen Portion Spaghetti Aglio oilio (in meiner Familie heißen sie liebevoll „Spaghetti Armer Vampir“). Einen riesen Teller voll. Es war so lecker! Und ich fühlte mich danach voll und glücklich und richtig „pastasatt“ und dachte: Ich brauche heute nix mehr zu Essen.

1 ½ Stunden später meldete mein Magen ans Gehirn: HUNGER! HUNGER! MEHR NUDELN! MEHR IRGENDWAS! WIR BRAUCHEN MEHR ESSEN! MEHR ESSEN!

Ich dachte, ich höre nicht richtig. Wie konnte das sein? Ich hatte doch eben erst so viel gegessen. Und es war nicht diese Art von Hunger „Achja, so ein kleines Stück Schokolade wäre jetzt auch nicht schlecht.“, sondern die Art von: Wenn ich jetzt nicht sofort was esse, geht ein bisschen die Welt unter und vor allem meine Laune in unbeschreibliche Abgründe! Ich war unglaublich frustriert.  Jetzt hatte ich mir schon so eine große Portion gegönnt und mein Körper dankt es mir in Form von Hunger. Hatte ich mich eben nicht noch so satt und glücklich gefühlt? Wie kann etwas so schnell verpuffen?

So einen Frust gibt es oft im Leben: Dinge, Gefühle, Situationen, Entscheidungen, Begegnungen, die sich für den Moment an richtig gut und zufriedenstellend anfühlen, aber deren Wirkung so schnell verpufft, dass man gar nicht so schnell gucken kann. Das bedeutet nicht, dass sie keine Berechtigung in unserem haben oder dass sie total falsch und böse sind. Es bedeutet nur, dass wir ihnen vielleicht weniger Gewicht geben sollten. Eine gute Begegnung mit einer Person, mit der wir sonst Schwierigkeiten haben, ist schön, aber sie bedeutet nicht, dass jetzt für immer alles in Ordnung ist. Ein gutes Gefühl ist schön und wohltuend, aber es bedeutet nicht, dass das Leben nicht weitere Herausforderungen mit sich bringt. Eine riesen Portion Nudeln ist wie die Höhen in unserem Leben, die uns glauben lassen, nichts könnte jemals wieder schlimm werden. Höhen gehören zum Leben, genauso wie Tiefen. Aber es ist unsere Entscheidung, wie tief wir fallen. Wenn wir darauf achten, ausgeglichen zu sein und wir die Höhen schätzen ohne sie überzubewerten, wird der Fall nicht so hart, wenn es mal wieder mehr in die Tiefe geht.  Klingt das jetzt sehr pessimistisch? Ich finde nicht. Das Leben wird niemals nur hoch und nur tief sein und auch nie immer nur irgendwo dazwischen. Aber der Frust wird geringer, wenn man sich genau das klar macht. Leben ist unterschiedlich. Mal schön, mal anstrengend, mal fröhlich, mal traurig, mal erfrischend, mal ermüdend. Die Kunst ist, darin eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln. Denn:

Gelassenheit ist die Kraft derer, die Frieden stiften. 
(Jörg Zink)

Ist die Konsequenz aus meinem Nudelfrust jetzt, dass ich nie wieder Nudeln esse? Nein, auf keinen Fall. Aber ich werde nicht mehr erwarten, dass sie mich langristig satt machen und darauf achten, dass ich mehr Eiweiß zu mir nehme, das ist nämlich unspektakulärer, aber sättigender.

Auf baldigst!

Dienstag, 19. Mai 2015

Trippelschrittchen.

Es kann eigentlich nie schnell genug gehen. Wer ein Ziel vor Augen hat, will ankommen, vorankommen, das Ziel erreichen, besser vorgestern als übermorgen. Und es ist doch eigentlich so einfach: Hier bin ich → da ist mein Ziel. Scotty beam me up! Sofort, weil ich weiß ja, wo ich hin will. Ich weiß, was mich dort erwartet, ich weiß, dass es am Ziel viel besser sein wird, als an dem Standort, an dem ich jetzt bin. Also. Ziel. Sofort. Jetzt!

Der Kenner weiß: Zwischen Standort und Ziel liegt ein alter Feind – der Weg. Wir sind noch nicht im Zeitalter des Beamens angekommen, wo man sich in dem einen Moment auflöst und in dem anderen Moment an einem anderen Ort wieder zusammensetzt. Nein, wir müssen Strecken hinter uns legen, um an ein Ziel zu kommen. Zugegeben, unsere Fortbewegungsmittel sind schneller geworden, aber es ändert nichts an dem Weg, den wir trotzdem vor uns haben.

Manchmal ist der Weg nur Zeit, die verstreichen muss, und die uns lästig und langweilig vorkommt. Manchmal besteht der Weg aus Aufgaben, die wir tun müssen, um ans Ziel zu kommen. Manchmal ist der Weg eine tägliche bewusste Entscheidung für oder gegen etwas, was wir ändern wollen.

Aber eines haben alle Wege gemeinsam: Du musst dich in Bewegung setzen. Du musst nicht immer sprinten, nicht immer motiviert sein, nicht immer jubeln, nicht immer nur an das eigentliche Ziel denken. Aber du musst auf deinem Weg in Bewegung bleiben und seien es nur zwei Trippelschrittchen am Tag – du kommst deinem Ziel (wenn auch langsam) näher! Manchmal schafft, kann und will man nicht mehr als diese zwei kleinen Schritte. Aber sie sind mehr wert als wenn du dich mitten auf dem Weg hinsetzt und jaulst, dass das Ziel so weit weg ist. Davon kommt es nämlich im Vertrauen gesagt auch nicht näher.

Und wenn der Weg vom Feind zum Freund wird, entdeckt man so manche schöne Blume am Wegesrand, trifft manchen Wegbegleiter und findet vielleicht auch neue (Welt-)Ansichten, die man sich nie vorstellen konnte. All das ginge uns durch die Lappen, wenn wir immer direkt am Ziel wären und keinen Weg zu gehen hätten.

Nein, der Weg ist nicht das Ziel. Der Weg ist der Weg und das Ziel ist das Ziel. Aber dadurch werden Weg und Ziel nicht weniger bedeutsam, denn beide haben ihre Berechtigung und ihren Wert. Lerne sie zu erkennen und zu schätzen!

Auf baldigst.

Montag, 18. Mai 2015

Weltsichtveränderungen.

Menschen, die Joggen gehen und Kalorien zählen haben nur eines verdient: Ein müdes Lächeln.

Kalorien zu zählen, egal ob in normaler Form oder in Punkten, ist lästig und was nervt mehr, als (meistens) Frauen, die den Schokomuffin anschmachten, den du dir gerade genehmigst, und dir vorrechnen, wie viele Punkte der jetzt hat und dir wenig überzeugend erzählen, das die pappige Reiswaffel doch auch soo ein hervorragender Snack ist. Du siehst ihnen an, dass sie deinen Muffin wollen und beißt genüsslich rein, schließlich kannst du darüber nur müde lächeln.

Für die Jogger, die sich am Feiertag morgens im Regen an der Straße entlang quälen bekommt man vielleicht sogar ein hämisches Lächeln auf die Lippen. Wie doof sind die eigentlich? Könnten schlafen oder Auto-, mindestens Fahrradfahren! Aber stattdessen laufen sie, in enger Sportkleidung schwitzend durch die Weltgeschichte. Und WEHE sie laufen am Straßenrand, weil es keinen Fußgängerweg mehr gibt. Dann wird die Häme zu Zorn und der Jogger als nicht zurechnungsfähiges Lebewesen in ein anderes Universum verwünscht.

Ach so: Ich jogge übrigens und zähle Punkte.
Bevor ich das gemacht habe, war meine Weltsicht die oben beschriebene und ich war schon fast stolz darauf, NICHT zu zählen und zu laufen und mir an einem faulen Tag auf dem Sofa Schokomuffins zu genehmigen. Stolz, nicht so verbissen und nicht so eingeschränkt zu sein, wie all die anderen.
Erkenntnisse in Bildern und Hashtags
Aber eingeschränkt war ich trotzdem: Eingeschränkt in der Zufriedenheit über mich selbst, über meinen Körper, mein Erscheinungsbild, eingeschränkt in meiner Selbstdiziplin. Die Freiheit, die in Maßlosigkeit mündet und uns zu viel des Guten beschert.

Ich will hier gar nicht wirklich über das für und wieder vom Punktezählen schreiben. Und auch nicht über Sport ansich. Es gibt Menschen mit viel mehr Ahnung, die einem den Sinn und Unsinn erklären, wenn man es hören will. Aber ich will über mich schreiben. Über das was ich lerne über mich, meinen Körper, diese Welt, die Zwischenmenschlichkeit, eingefleischte (Un-)Wahrheiten. Denn es vergeht kaum ein Tag ohne neue Erkenntnis. Und die gilt es festzuhalten. Finde ich.

Viel Spaß beim Lesen!


Freitag, 15. Mai 2015

Ruhe im Regen.

Als ich aufstand und die Vorhänge zurück zog, erstreckte sich vor mir ein Anblick aus grauer Nässe. Es hatte wohl die ganze Nacht geregnet und es sah nicht so aus, als würde es bald anders werden. Zufrieden öffnete ich das Fenster, um etwas von der kühlen Luft hinein zu lassen. Es regnete. Endlich. Nach all den Tagen der frühsommerlichen Wärme, die mich zu einem natürlichen Aktivismus führte, konnte ich nun endlich durchatmen und unbeschwert meinen Gedanken hinter her hängen, ohne das Gefühl zu haben, den Tag nicht richtig genutzt zu haben. Der Regen gab mir meine innere Ruhe zurück, auch wenn er draußen Unruhe verbreitete. Doch immer wenn die Sonne schien, war das für mich eine stumme Aufforderung irgendetwas zu tun, nicht still zu sitzen, wenigstens die Sonnenstrahlen zu genießen. Das mag nicht anstrengend sein, aber es ist nicht unbedingt befriedigend. Denn auch wenn die Welt im Sonnenschein vielleicht ruhiger erscheint, so ist es meine Seele nicht. Meine Seele ist ruhig wenn ich stille bin und das bin ich so oft erst, wenn nichts anderes mehr drängt. So musste ich lächeln, als ich den Regen sah und setzte mich still und zufrieden ans Fenster, um meine Gedanken fliegen zu lassen. Ganz entspannt.

Dienstag, 5. Mai 2015

Anders.

Du bist nicht wie ich.
Du bist anders.
So wie jeder Mensch anders ist.
Trotz aller Nähe,
Aller Sympathie,
aller Ähnlichkeit,
sind wir unterschiedlich.
Ich bin nicht wie du.
Ich bin anders.
So wie jeder Mensch anders ist.
Trotz aller Unterschiede
dürfen wir uns immer wieder
suchen und finden
und neu kennenlernen.
Denn dass wir anders sind,
so wie jeder Mensch anders ist,
trennt uns nicht.
Es verbindet uns.
Das dürfen wir nicht vergessen.
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