Montag, 26. November 2012

Ankündigung

Liebe Gedankenflugleser!

Der Blick auf den Kalender zeigt uns, dass wir das Blatt bald schon wieder umschlagen dürfen bzw. müssen und dann schon das Wort "DEZEMBER" auf dem neuen Kalenderblatt prangt.

Das bedeutet, eine besondere Zeit beginnt: Der Advent.

Wie in den vergangenen Jahren möchte ich auch dieses Jahr einen Adventskalenderblog schreiben. Es wird also (wenn alles klappt) jeden Tag vom 1. bis zum 24. Dezemberg hier einen neuen Eintrag geben und ich hoffe, dass es euch ein wenig Insperation und Vorbereitung auf das diesjähriges Weihnachtsfest sein wird!

Ich freue mich sehr, wenn ihr fleißig mitleset, was euch insperiert teilt und euch insperieren lasst!

Mit besten Grüßen!

Anna




Freitag, 23. November 2012

Nebelige Zeiten.

Ich weiß, nebeliges Wetter inspiriert mich nicht zum ersten Mal zu einem Post. Aber manchmal bzw. meistens findet man seine Insperation in dem, was vor Augen ist.
Als ich gestern Abend von der Arbeit heim fuhr, war es unheimlich nebelig. Ich glaube, solch einen Nebel habe ich noch nie erlebt. Meistens sind es eher nur die Nebelschwaden, die auf der Straße hängen und die über das Auto hinweghuschen. Gestern war der Nebel dicht. Er umhüllte einen, bzw. das Auto voll und ganz ein. Es ist ein bisschen unheimlich, ein bisschen aufregend und leider auch sehr anstrengend, denn man sieht nicht viel von der Fahrbahn. Zum Glück gibt es auf unseren Straßen weiße Außenlinien, die einem ein kleines Stück Orientierung geben, auch wenn man den Rest der (bekannten) Strecke nicht mehr wiedererkennt. Man ist angewiesen auf diese kleinen Zeichen und seine eigene Konzentration, denn auch wenn es stockdunkel ist, wäre es fatal das Fernlicht anzumachen... oder? Auf meinem Heimweg kam mir ein Auto entgegen das volle Kanne Fernlicht anhatte. Ich wusste gar nicht, wo ich hinschauen sollte. Denn anstatt, dass die Sicht besser wurde, wurde man von dem angeleuchteten weißen Nebel unglaublich geblendet. Anstatt mehr zu sehen, sah man eigentlich nichts mehr und auch die vorher so hilfrichen Linien wurden völlig ausgeblendet.

Als ich sicher zu Hause ankam, regte ich mich zunächst noch etwas über diese Autobegegnung auf und fing dann an, darüber nachzudenken...
Es gibt Zeiten im Leben, in denen wir wie vom Nebel eingehüllt sind. Obwohl wir unser Leben kennen, finden wir uns nicht wirklich zurecht, können nicht erahnen was vor und liegt, erkennen nicht, wer neben uns geht und haben nicht mal die Kraft zu erkennen, was wir bereit hinter uns alles bewältigt haben. Wir haben nicht viel, außer ein kleines Licht, eine kleine Hoffnung, die den unmittelbaren Weg vor uns erleuchtet und wir gerade noch so erkennen können, dass es dort Leitlinien gibt und uns jemand einen Weg zeichnet. Es kostet unsere ganze Kraft, all unsere Konzentration und eine Menge Vertrauen, diesen Weg weiterzugehen und auf der Spur zu bleiben. 
 
Und dann gibt es manchmal Momente, in denen wir denken oder andere Menschen uns sagen, wir sollten uns doch mal alles anschauen, was um uns herum ist. Das Problem, all unsere Gefühle, den ganzen Weg, ja vielleicht sogar unser ganzes Leben mal genau beleuchten, damit wir alles erfassen können und uns auch ja sicher sind, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und dann schalten wir das Fernlicht an. Und was sehen wir? Dass wir nichts sehen. Dass unser ganzes Leben gerade nur eine nebelige Masse ist, in der wir nicht weit sehen können. Und diese Erkenntis führt nicht dazu, dass wir mehr von unserem täglichen Weg erkennen, sondern schüchtert uns ein, blendet uns und führt dazu, dass wir die feinen wegweisenden Linien, die sich selbst in dunkeln und zähen Zeiten durch unser Leben ziehen, nicht mehr erkennen können. Wir verlieren mehr von der wenigen Sicherheit, als wir vorher hatten. Es werden Zeiten kommen, in denen sich alles aufklart und aufklärt und wir erkennen was vor uns hinter uns liegt und wer uns alles zur Seite stand in dieser Zeit. Aber bis dahin ist es vielleicht besser, sich an den dünnen weißen Linien zu orientieren die sich direkt vor unserem Auge im Alltag zeigen und Stück für Stück vorwärts zu gehen, anstatt zu versuchen das große Ganze zu verstehen, dass uns dann doch nicht weiterbringt.

Donnerstag, 22. November 2012

Wortlos.

Wie soll man in Worte fassen,
dass nun alles anders ist
und doch so vieles bleibt
wie gehabt?

Wie soll man in Worte fassen,
dass sich alles verändert
und unser Leben dennoch
weitergeht?

Wie soll man in Worte fassen,
dass du so unfassbar fehlst
und trotzdem so nah bist
in unseren Herzen?

Montag, 19. November 2012

Novembernacht.

Sie saßen nebeneinander auf den kalten Stufen vor dem Haus. Sie sahen sich nicht an, sondern starrten beide auf den aufgesprungenen Asphalt, der sich vor ihnen erstreckte. Es war so kahl und kalt geworden, dass noch nicht mal das Unkraut aus den Rissen hervorschaute. Sie saßen so nah beieinander, dass sich ihre Beine berührten und sie die Körperwärme des anderen in dieser kalten Novembernacht spüren konnten. Eine ganze Weile schon hatte niemand mehr ein Wort gesagt und jeder hing seinen Gedanken nach und keiner wusste, dass sie dasselbe dachten. Jeder dachte daran, wie es gewesen wäre, wenn sie sich damals für einen anderen Weg entschieden hätten. Ein anderes Wort, ein anderer Blick, ein anderer Ort. Alles hätte gemeinsam sein können. Sie hätten zusammen die Welt erobert und ihre Herzen. Sie hätten gelacht, geweint, verstanden, gestritten, gelebt. Zusammen. Jetzt waren Jahre vergangen, in denen jeder sein eigenes Leben versucht hatte zu leben. Mit anderen Menschen, an anderen Orten. Mit anderen Entscheidungen und anderen Sichtweisen. Keines dieser beiden Leben war leer oder unerfüllt. Es war nur anders. Anders als es hätte sein können. Keiner sagte, dass es funktioniert hätte, dass sie nun glücklicher wären, wenn sich ihre Wege nicht getrennt hätten. Aber jedem der beiden Herzen gab der Gedanke einen Stich.
Ohne sich anzuschauen streckte er seine Hand aus und sie legte die ihre hinein. Er umfasste sie, vorsichtig und dennoch sehnsüchtig und sagte dann in die Stille der Nacht: „In einer parallelen Wirklichkeit wäre ich jetzt bei dir. Für immer.“

Sonntag, 18. November 2012

Wie die Kinder?!

Manchmal braucht's nicht viel um zwei Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Ein Blick, ein Wort oder eine Geste und man ist gekränkt. Man geht sich aus dem Weg, senkt den Blick, damit man den anderen nicht grüßen muss. Man regt sich über jede Facebook-Bewegung auf und ist jedes Mal kurz davor, ihm die „Freundschaft“ zu kündigen. Wenn man nach seiner Meinung gefragt wird, bleibt man selbstverständlich ehrlich und lässt seinen ganzen Brass über diese eine Person mal raus. Man kann ja auch nicht immer alles schlucken. In einer stillen Stunden gedenkt man der Situation, das winzige Gefühl von Reue wird von Selbstgerechtigkeit zertrampelt. Man muss doch auch mal zeigen, dass es so nicht immer geht. Und wie der gestern schon wieder geguckt hat. Man will gar nicht wissen, was der alles schon über einen in die Welt gesetzt hat an Gerüchten. Und wieder fragt jemand außenstehendes, der es noch nicht mitbekommen hat, was denn da vorgefallen sei und man hat noch einmal die Gelegenheit, den Konflikt, das unsagbare Verhalten dieses Menschen, dessen Namen man eigentlich gar nicht mehr in den Mund nehmen will und der heute schon wieder so etwas unverschämtes auf Facebook gepostet hat, in voller Breite auszuführen. Es ist ja schließlich sein gutes Recht, dass man sein Meinung vertritt.

Wenn man so etwas beobachtet, selbst erlebt und sich so verhält, dann sagt manch einer: „Das ist doch der reinste Kindergarten!“. Leider nicht. Leider ist genau das kein Kindergarten. Im Kindergarten streitet man sich, man wirft wütend Bauklötze an die Wand und Puppen in die Ecke, man schreit „ICH SPIEL NIE WIEDER MIT DIR!!“. Und noch am selben Tag kommt einer von beiden an, murmelt ein „'Tschuldigung“ und man reicht sich zum Frieden das Patschehändchen und sitzt dann wieder gemeinsam irgendwo rum, hat seinen Kummer und Frust vergessen und vergeben und konzentriert sich wieder auf das, was beiden Spaß macht. Das ist Kindergarten.

Das, was wir machen, ist kein Kindergarten. Das ist Erwachsenengarten, wobei das positive Wort „Garten“ darin schon fehl am Platz klingt. Wir bringen den Kindern bei, dass man sich vertragen soll, dass man sich gegenseitig verzeiht und Frieden schließt. Und selbst scheint es oftmals unter unserer Würde. „Unüberbrückbare Differenzen“ stellen sich in den Weg und wir kommen zu der „Erkenntnis“, dass es wohl auch Dinge gibt, die man nicht verzeihen kann.
Und anstatt Frieden zu schließen und das zu tun, was uns gemeinsam Freude bereitet, sitzt jeder in seiner Ecke und schmollt, manchmal bis ans Lebensende. Schlimmer als jedes Kind es je könnte.
Manchmal wäre ich lieber im Kindergarten, als in diesem Erwachsenengarten, den wir uns erschaffen haben.

Mittwoch, 7. November 2012

Verstand.

Manchmal wollen wir verstanden werden und verstehen dabei nicht, dass die, die uns verstehen sollen, auch verstanden werden müssen.

Dienstag, 6. November 2012

Weil wir groß sind.

Weil wir die Großen sind,
beißen wir die Zähne zusammen.
Weil wir die Großen sind,
bleiben wir stark.

Weil wir die Großen sind,
reißen wir uns zusammen.
Weil wir die Großen sind,
halten wir durch.

Doch manchmal...

Wären wir gerne die Kleinen,
die ihren Frust zum Ausdruck bringen.
Wären wir gerne die Kleinen,
die sich schreiend auf den Boden werfen.

Wären wir gerne die Kleinen,
die Schutz bei den Großen suchen.
Wären wir gerne die Kleinen,
die schwach sein dürfen.

Gott sei Dank,
ist er der Große
und wir die Kleinen.
Auch wenn wir manchmal groß sind
und Kleine haben.


(Ein Gedicht, welches ich heute spontan für meine liebe Schwester geschrieben hab.)

Montag, 5. November 2012

Etwas fehlt.

Aufwachen. Augen öffenen. Der Blick aus dem Fenster: Grauer Himmel. Ein guter Start in den Tag. Der nächste Blick auf das Handy: viel zu lang geschlafen. Und trotzdem ist es grau draußen. Aufstehen. Ins Bad schlurfen. Der Blick in den Spiegel aus Gewohnheit. Unbegeistert. Ein Toast und ein Tee zum Frühstück. Computer an. Telefon suchen. Jemanden anrufen. Reden. Auflegen. Internet. Emails lesen. An den Brief denken, der noch abgeschickt werden muss. Tagesplan. Keine Motivation. Wieder ein Blick auf die Uhr. Zeit ist ungesehen vorbeigeflogen. Hat nichts gesagt. Ist einfach gegangen. Ich könnte ihr nachlaufen, sie versuchen einzuholen. Oder ich bleib einfach hier auf dem Sofa liegen. Der Gedanke an die letzte Nacht. Der Traum. Nicht weiter drüber nachdenken. Was sollte noch gemacht werden? In die Küche. Spülmaschine einräumen. Wäsche abnehmen. Handtücher waschen. Musik anmachen. Wieder an einem Spiegel vorbei kommen und hineinsehen. Mh. Mittag essen. Telefonieren. Email schreiben. Habe ich heute schon genug getrunken? Über die letzten Tage nachdenken. Nachdenken. Sehen. Verstehen. Auf die Uhr sehen. Gleich ein Termin. Ins Bad. Zurecht machen. Wieder der Blick in den Spiegel. Das Ergebnis ist akzeptabel. Aber es sieht nicht überzeugend aus. Etwas fehlt. Etwas fehlt hier gewaltig. Schlaf? Kraft? Motivation? Ein Mensch? Mehrere Menschen? Nein. Oder vielleicht auch. Aber nicht nur. Etwas elementares fehlt hier. Etwas, was mich fast mehr Kraft kostet als ein gutes Wort, ein neuer Gedanke, etwas Motivation oder Reflexion. Es fehlt und sein Fehlen macht alles anders. Das Lächeln.

Freitag, 2. November 2012

Lebenshoffnung.

Zeit ist Geld. So sagt man. Und Geld brauchen wir alle. Zum Leben. So wie Luft. So wie Wasser.
Zeit ist Wasser. Zeit ist Luft. Zeit ist Leben. Leben ist Zeit. Lebenszeit. Geht voran, eilt vorbei, geht vorbei. Lebenszeit ist begrenzt auf Jahre und Stunden, Minuten, Sekunden. Leben ist Zeit. Zeit ist Leben. Ohne Zeit, kein Leben. Keine Zeit zum Leben.

Doch was. Wenn wir arm sind. Kein Geld haben. Keine Zeit. Unser Leben nicht bezahlen können. Mit der einzigen Währung, die zählt. Die Zeit.

Gibt es was. Das wichtiger sein kann als die Zeit? Etwas, was bleibt, wenn Zeit verstreicht? Etwas, das gibt und nicht nimmt. Was Leben schenkt und nicht entreißt. Etwas, was bleibt, wenn das Leben entweicht?

Die Hoffnung. Sie bleibt. Lebt. Besteht. Blüht. Glüht. In Herzen und Seelen. In Menschen. Im Leben. Sie ist wichtiger. Als Zeit. Die Hoffnung, die Leben gibt.

Wichtiger als die Zeit, ist die Hoffnung. In unseren Herzen. Der Blick auf die Hoffnung schenkt Leben. Der Blick auf die Uhr nicht.


Donnerstag, 1. November 2012

Herbstmelancholie.

Mit nackten Füßen auf nassem Gras. Der kalte Novemberwind bläst ihr die Haare aus dem Gesicht. Ihr Blick wandert über die Landschaft. Wiese. Kahle Bäume. Braune Büsche. Laub. Überall Laub. Als es noch an den Bäumen hing und in allen Herbstfarben leuchtete, war es schön anzusehen. Jetzt aber liegt es in einem einheitlichen Braun auf dem Boden, durchnässt und matschig. Es anzuschauen macht keine Freude mehr, sondern stimmt sie unerklärlich traurig. Eine Krähe schreit und der Himmel ist grau und undurchsichtig. Für einen Moment hat sie das Bedürfnis, sich fallen zu lassen, alles loslassen, am Boden liegen, sich der grauen Herbststimmung hingeben. Nichts tun. Nur da liegen und alles aus sich rausfallen lassen. Alle Fragen, alle Traurigkeit, alles Unverständnis. Das braune Laub würde sie auffangen, sie umfangen, verschlingen. Eingedeckt in das nasse Zeichen der Vergänglichkeit. Sie schwankt. 
 
Und steht dann wieder fest. Atmet die Herbstluft ein, die ihrer Lunge erfrischen. Sie ist am Leben. Auch wenn es Herbst ist und alles sie daran erinnert, dass das Leben endlich ist. Heute, morgen, gestern, vor einer Woche und vor drei Monaten. Das Leben ist endlich. Aber sie ist am Leben. Sie liegt nicht wie das Laub am Boden. Sie steht mit beiden Beinen auf dem Boden und im Leben. Sie fühlt das nasse Gras, sie hört die Krähe, sie sieht den Himmel. Und sie atmet. Ein und aus und ein und dreht sich dann um und geht wieder in das warme Innere des Hauses. Denn zu leben ist ein Geschenk.
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