Freitag, 15. Mai 2009

Zukunftsentscheidungen

Ein Paar Gedanken zum Thema Entscheidungen für die Zukunft treffen...

"Weißt du..", sagte sie und dabei fixierte sie mit ihrem Blick den weißen Milchschaum, der sich auf der heißen Schokolade türmte, um dann langsam in sich zusammen zu fallen. "Ich habe einfach Angst davor mich falsch zu entscheiden." Sie blickte weiter auf die Tasse vor sich. Ihr Gegenüber schwieg und sie ging davon aus, dass ein weiterer Satz von ihr erwartet wurde. Sie umspielte den Rand der Tasse mit ihrem Zeigefinger und etwas von dem Milchschaum blieb daran hängen. Als ihr dies bemerkte, strich die ihren Finger direkt an der Servierte ab.
"Dir stehen doch alle Türen offen! Mach doch das, was dir am meisten zusagt.", meinte ihr Gegenüber um das Gespräch am laufen zu halten und sie zu ermutigen.
Sie sah auf und ihrem Gegenüber ins Gesicht. Sie seuftze und erklärte dann:
"Ich finde, diese Entscheidung zu treffen ist ungefähr so, wie wenn du von einem Freund in ein schönes Restaurant eingeladen wirst. Du bekommst eine Speisekarte und der Freund fordert dich dazu auf, dir ein Essen deiner Wahl auszusuchen. Und dann musst du die Entscheidung treffen: Nimmst du das Gericht, was du immer nimmst? Oder probierst du mal etwas Neues? Isst du nur das, was du kennst oder lässt du dich auf eine Überraschung ein? Schaust du auf den Preis, um deinem Freund nicht zur Last zu fallen oder fühlst du dich vollkommen eingeladen? Und am Ende hat man immer zwei bis drei Favoirten: Das eine Gericht ist vielleicht etwas exotisch, ein anderes etwas günstiger und eines ist dein Standart Gericht.
Was nimmst du dann? Überlässt du die Entscheidung dem Zufall oder wartest du auf deine spontane Entscheidung, wenn die Bedienung dich nach deiner Bestellung fragt?
Dein Freund wird sagen: "Du musst dich selbst entscheiden, schließlich musst du es ja essen und gut schmecken wird wohl jedes auf seine Art."
Und wenn du die Entscheidung getroffen hast, wirst du dann nicht vielleicht traurig sein über deine Wahl? Weil du vielleicht das günstigere genommen hast, obwohl du vollkommen eingeladen warst, oder du dein Standartgericht vermisst oder du bereust, dass du dich nichts neues getraut hast.
Die Wahl einer Speise ist verschmerzbar. Die Wahl der Zukunft wohl eher nicht."
Und sie nahm den Teelöffel, um den Milchschaum in die heiße Schokolade unterzurühren. Ihr Gegenüber sah sie nachdenklich an und sagte dann: "Vielleicht denkst du einfach zuviel über diese ganze Sache nach."
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