Dienstag, 18. August 2015

Mangelhaft?

Ich bin ein Schisser. Wirklich. Vor allem wenn es um die Probleme anderer Menschen geht. Dabei höre ich gerne zu, bin dankbar für Vertrauen, dass andere mir entgegenbringen, wenn sie mir von ihren Herausforderungen erzählen. Manchmal hilft es ja auch schon, wenn sie einfach mal ihren Frust losgeworden sind, ihre Probleme verbalisiert haben, die großen Emotionen freien Lauf haben. Aber nicht immer. Genau genommen eigentlich nie. Denn ja, es hilft in dem Moment, es fühlt sich befreiend an, alles loszuwerden. Aber in den allermeisten Fällen, packt man das Problem danach einfach wieder in seine Tasche und geht wieder seines Weges. Und der Zuhörer (ich in dem Falle) nehme auch gleich noch ein Stück davon mit. Trage die Herausforderung des anderen in meinem Herzen, mache mir Gedanken und Sorgen, stelle Fragen und suche nach Antworten. Und das macht mir Angst. Denn ich weiß: Damit ist nicht geholfen. Und zu oft sind es Dinge, die sich nicht mit einem Lächeln, einer Umarmung, einem lieben Wort wieder gut machen lassen. Das macht mir noch mehr Angst. Macht mich hilflos und wütend. Warum kann eine Umarmung ein gebrochenes Herz nicht heilen? Warum kann ein Lächeln nicht Frieden stiften? Warum kann ein liebes Wort nicht Krankheit verscheuchen?
Besonders oft geht mir dabei die psychische Verfassung der Personen in ihren Herausforderungen nahe. Wenn Hoffnung, Glaube, Liebe, Zuversicht, Mut und Kraft nur noch Worthülsen sind, die man versucht mit Inhalt zu stopfen, den man nicht zu fassen bekommt. Ich will keine Worthülsen. Ich will keine Oberflächlichkeit. Ich will nicht fliehen. Auch wenn ich in den Abgrund der Aussichtslosigkeit starre und verstehe, warum die Person nicht mehr so tun kann, als wäre da nichts.
Ich will kämpfen. Ich will eintreten. Ich will ausfüllen. In das was fehlt. Ich will das tun, was die andere Person nicht mehr kann.

Ich will dich tragen, wenn dir die Kraft fehlt.
Ich will dich aufrichten, wenn du keinen Elan mehr hast.
Ich will hoffen, wenn du die Hoffnung verlierst.
Ich will dich und dein Leben lieben, wenn du nicht mehr lieben kannst.
Ich will für dich mit glauben, wenn du nicht glaubst.
Und wenn du keine Zuversicht hast, werde ich sie haben für uns beide.

Das alles will ich. Nicht weil ich für mich so besonders halt oder glaube, dass ich mehr aushalte als mein Gegenüber. Keines falls. Das alles will ich, weil ich mich mit dem Mangel nicht zufrieden geben will und weil ich geben will, was ich geben kann. Und wenn es das ist, dann will ich da sein.

Mittwoch, 5. August 2015

Das wünsche ich dir.

Ich wünsche dir, dass du glücklich bist.
Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe.
Ich weiß nicht, ob du glücklich bist.
Vielleicht bist du es, ohne dass ich es weiß.

Ich wünsche dir, dass du bist wer du bist.
Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe.
Keine Kopie. Keine Fassade. Keine Show.
Nur du selbst. Weil du so schön bist.

Ich wünsche dir, dass dich dein Tun erfüllt.
Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe.
Kein Lückenbüßer. Kein Nichtsnutz.
Du kannst so vieles. Das weiß ich.

Ich wünsche dir, dass du liebst.
Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe.
Die Menschen, in deinem Herzen.
Und dich selbst. Weil du liebenswert bist.

Ich wünsche dir, dass du ankommst.
Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe.
In deinem eigenen Leben. So wie du es dir erträumst.
Und bei dir selbst. Und bei Gott.

Ich wünsche dir, dass du glücklich bist.
Das wünsche ich mir. Für dich.
Es ist ein Fehler bei diesem Gadget aufgetreten.