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Vergiss doch die Liebesgeschichten aus Hollywood, Baby.

Vergiss doch die Liebesgeschichten aus Hollywood, Baby. Und auch die, aus den dicken Romanen, die du im Urlaub liest. Ein Autor hat keine Zeit. Muss auf den Punkt kommen. Erzählt nur Bruchstücke. Den Anfang oder das Ende und manchmal einen Neuanfang. Aber selten das Mittendrin. Weil das Mittendrin meistens keine spannenden Wendungen hat. Gott sei Dank. Langfristige Liebe ist kein Highlighthopping. Und ein „Für Immer“ muss nicht immer im Todeshauch gesprochen werden. Liebe darf alltäglich sein und muss alltagstauglich sein. Eine Liebesgeschichte, die andauert, ist mühselig zu erzählen. Und doch – so denke ich mir – müssen wir viel mehr von ihnen erzählen. Von den Liebenden, die dranbleiben. Die Liebende bleiben. Die gemeinsam durch die Höhen und Tiefen gehen, den anderen höher als sich selbst sehen. Der ursprüngliche Autor der Liebe, der hat Zeit bis in die Ewigkeit. Für Liebe. Die länger als eine Lebensphase bleibt.

Aus tiefstem Herzen

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„ Ich sage, was ich denke, damit ich weiß, was ich denke.“ Im Gespräch mit anderen Menschen habe ich manchmal das Gefühl, dass dieser Satz ganz treffend ist. In guten Gesprächssituationen kann es passieren, dass man plötzlich Worte für etwas findet, was man vielleicht noch nie richtig in Gedanken formuliert bekommen hat. Manchmal geben sich Menschen aber auch nicht so viel Mühe, ihre Gedanken in ihrem eignen Köpfchen zu verarbeiten, sondern hauen einfach alles raus, was ihnen durch den Hirnkanal rennt. In meinem Kopf sind eigentlich immer mehr Gedanken als ich jemals aussprechen könnte (außer ich würde 24 Stunden am Stück reden und selbst dann bin ich mir nicht sicher, ob alles gesagt werden könnte). Ich weiß, dass es gar nicht notwendig ist, alle meine Gedanken zu teilen. Manches ist völlig unwichtig, manches nur für mich wichtig. Anderes ist „nicht geeignet für die Öffentlichkeit“ und wieder anderes traue ich mich nicht, auszusprechen. Vieles mache ich mit mir in meinem Kopf aus...

Mangelhaft?

Ich bin ein Schisser. Wirklich. Vor allem wenn es um die Probleme anderer Menschen geht. Dabei höre ich gerne zu, bin dankbar für Vertrauen, dass andere mir entgegenbringen, wenn sie mir von ihren Herausforderungen erzählen. Manchmal hilft es ja auch schon, wenn sie einfach mal ihren Frust losgeworden sind, ihre Probleme verbalisiert haben, die großen Emotionen freien Lauf haben. Aber nicht immer. Genau genommen eigentlich nie. Denn ja, es hilft in dem Moment, es fühlt sich befreiend an, alles loszuwerden. Aber in den allermeisten Fällen, packt man das Problem danach einfach wieder in seine Tasche und geht wieder seines Weges. Und der Zuhörer (ich in dem Falle) nehme auch gleich noch ein Stück davon mit. Trage die Herausforderung des anderen in meinem Herzen, mache mir Gedanken und Sorgen, stelle Fragen und suche nach Antworten. Und das macht mir Angst. Denn ich weiß: Damit ist nicht geholfen. Und zu oft sind es Dinge, die sich nicht mit einem Lächeln, einer Umarmung, einem lieben Wo...

Liebe oder Angst.

Heute morgen hörte ich eine Aussage, die mich den ganzen Tag begleitet und zum nachdenken bringt. Jede unserer Reaktionen entspringt immer einer von zwei Quellen. Entweder Liebe oder Angst. Das heißt also, egal worauf ich reagiere, entweder ich reagiere aus Angst oder aus Liebe. Ich habe mir vorgenommen, mich und andere Menschen heute daraufhin zu beobachten und bin zu der Erkenntnis gekommen: In den meisten Fällen reagiere ich aus Angst und nicht aus Liebe. Das heißt nicht, dass ich die ganze Zeit wie ein verschrecktes Kaninchen durch die Welt hoppel und vor alles und jedem Angst habe. Ich lebe mein Leben ganz normal. Aber in meiner Gewohnheit ständig darüber nachzudenken, was andere Menschen tun und denken, versuche ich immer um Menschen „herum zu reagieren“. Man könnte es Nachsicht nennen. Aber genauer betrachtet ist es wohl eher die Angst, unangenehm aufzufallen oder die Angst, im Weg zu stehen. Die Angst davor, blöd angemacht zu werden. Die Angst, vor den sc...

Dasein

Mein Dasein soll ein da sein sein. Anwesend. Erreichbar. Verfügbar. Das ist eine Kunst. Denn die meiste Zeit sind wir: Abwesend. Unerreichbar. Nicht Verfügbar. Zu beschäftigt mit dem eigenen Dasein um da zu sein. Zeit zu investieren. Zuhören. Einfühlen. Nachfragen. Mein eigenes Dasein erweitern. Nich nur Dasein sein, sondern für andere da sein. Ohne mein Sein zu verlieren.

Verschwendung.

Ich bin ein Horti. Ich horte gerne Sachen. Jetzt nicht so messimäßig. Aber ich hebe Sachen auf und überlege mir, für welche gute Gelegenheit man sie gebrauchen könnte. Schächtelchen, Geschenkpapier, Postkarten, Kleinigkeiten und manchmal (vermutlich auch zu oft) Gedanken. Alles ist da, aber nichts wird benutzt. Schließlich ist gerade nicht der passende Moment, diese eine Postkarte (von der ich auch wirklich nur dieses eine Exemplar habe) zu verschicken. Und will ich wirklich dieses Geschenkpapier verwenden oder nehme ich nicht doch die Standartversion? Schon als Kind war ich ein Fan von Stickeralben, in denen man die Sticker einklebt und sie theoretisch jederzeit verwenden könnte. Um sich nicht festzulegen, sie genau an diesen einen Ort festzukleben und dann nicht mehr anderweitig verarbeiten zu können. Mein Stickeralbum ist heute noch voll. Und jetzt beobachte ich mich wieder dabei, wie ich Dinge habe, die man wunderbar verwenden kann - und es fällt mir so schwer zu sagen: Ja, ich g...

Erinnerungsstücke.

Es gibt Tage, an denen vermisse ich dich sehr. Tage, an denen ich gerne deine Stimme hören würde, deinen Rat einholen möchte oder dir Dinge zeigen und erzählen will, die mir wichtig sind. Aber das geht nicht. Und trotzdem sind diese Tage so besonders, weil mich dann so vieles an dich erinnert. Besonders die Dinge, die du mir geschenkt hast, werden plötzlich lebendig und zeigen mir, wie wertvoll die Zeit mit dir war. Ich sehe und spüre, welche Gedanken du dir gemacht hast, als du diese Geschenke, auch die tausend Kleinigkeiten, ausgesucht hast - wieviel Liebe darin steckt. Ein schnödes "Dankeschön" drückt niemals das aus, was diese vielen schönen kleinen Erinnerungen wert sind. Deine Liebe steckt in so vielen Details. Darin bist du deinem König viel ähnlicher, als du es vermutlich je dachtest. // Zehntausend Jahre und in Ewigkeit - Ich denke an dich. 

Ein Ende.

„Aber hast du nicht immer gesagt, du wärst so zufrieden mit allem?“ Das Entsetzten, das ihr ins Gesicht geschrieben stand, schmerzte ihn mehr, als er gedacht hätte. Sichtbar erschüttert, klammerte sie sich an die Armlehnen des alten Stuhls, den er von seinem Großvater geerbt hatte. „Ich weiß, dass das alles jetzt sehr überraschend kommt..“ Seine Stimme hörte sich seltsam an. „Ja, das kannst du aber glauben, dass das alles sehr überraschend kommt!“ Ihr Echo half ihm nicht weiter. „Ich muss es jetzt tun. Ich muss einfach.“ In dem Entsetzten in ihren Augen stieg Missbilligung auf. „Und es ist dir nicht in den Sinn gekommen, all das vor sagen wir einem halben Jahr sagen zu können? Einfach mal ehrlich zu sein und zu sagen: Du, das Leben, dass ich lebe, gefällt mir nicht, ich glaube, ich brauche eine radikale Veränderung! ?“ Er sah sie an und wusste, sie würde ihm nicht glauben, aber er musste es sagen: „Vor einem halben Jahr habe ich das noch nicht gewusst.“ Sie lachte laut und unpasssen...

What you love.

Anfang des Jahres habe ich mir ein kleines Büchlein gekauft auf dem eingeprägt steht: „Do what you love and love what you do.“ Ein Satz, der mir aus der Seele sprach. Ja, man sollte das tun, was man liebt und man sollte lieben, was man tut. Eigentlich ein sehr einfaches Lebensprinzip. Doch wenn man so leichte Sätze im Leben findet und versucht sich, an ihnen auszurichten, merkt man, wie schwer ein leichter Satz werden kann. Grundsätzlich muss man sich bei diesem Satz nämlich mit einer Frage auseinandersetzen: Was mache ich eigentlich? Ja, wie leben unser Leben, irgendwie. Aber womit füllt sich unser Alltag und wie viel hat davon mit irgendwelcher Liebe zu tun? Wenn man allein die erste Hälfte versucht zu leben und das macht, was man liebt, muss man feststellen: Man kann nicht NUR das machen, was man liebt. Im Alltagsleben gibt es so manche tägliche Hürde, die gesprungen werden muss und die nichts mit unserer Leidenschaft, unseren Zielen, unserer Liebe zu tun hat. Müll rausbri...

Zeitreise

Hätten wir gewusst, wer wir heute sind. Hätten wir geahnt, was wir alles nicht sind und vielleicht auch niemals sein werden. Hätten wir erwartet, wen wir alles verlieren in dieser Zeit. Hätten wir gewusst, dass vieles nicht mehr so ist, wie es einmal war. Hätten wir gedacht, dass vieles nicht so werden würden wie wir glaubten. Hätten wir uns dann anders verhalten? Hätten wir anders gedacht, gelacht, geliebt, gehasst? Nein. Denn wir lebten unser Leben so gut wir es konnten und planten die Welt, so wie wir sie verstanden. Und heute sind wir hier und machen es genauso. Wer weiß, wo wir sein werden in ach so vielen Jahren. Wichtig ist nur, dass wir (wir) sind.

So schwer.

Mein Kopf so schwer wie ein Planet. Bin nicht mehr in der Lage, ihn selbst zu halten. Versuche ich es, rollt er zur Seite oder fällt nach vorn. Ich bin so erschöpft von allem um mich herum und allem in mir drin. Ich kann es selbst nicht halten. Dann kommst du an meine Seite, bietest mir deine Schulter an, auf der mein schwerer Kopf ausruhen kann. Ein Ort, wo ich nicht mehr selbst stark sein muss, sondern loslassen kann, ohne Angst zu haben, den Kopf zu verlieren. „Lehn dich an“, flüsterst du in mein Ohr und ich tue nichts lieber als das. Bei dir zur Ruhe zu kommen, ist mein Glück.

Neujahrsspaziergang.

Sie liefen zwischen zwei Feldern entlang. Er hatte einen großen weißen Regenschirm mitgebracht, der sie vor dem penetranten Regenfäden schütze. Der Weg war matschig und sie mussten so manche Pfütze umrunden. Das neue Jahr hatte kein besseres Wetter gebracht, schon seit Mitte Dezember war es so warm geworden, dass mit weißer Weihnacht oder einem verschneiten Neujahr niemand mehr gerechnet hätte. Doch dieses ungemütliche Wetter verhinderte nicht, dass eine seltsam aufgeregte, zum zerreißen angespannte Stimmung zwischen den beiden Spaziergängern knisterte. Er hatte sie doch tatsächlich angerufen. Am Silvesterabend. Nicht, dass sie nicht damit gerechnet hätte, dass er ihr einen guten Rutsch oder nach Mitternacht ein frohes neues Jahr hätte wünschen wollen. Aber das er sich wirklich an sein Versprechen erinnern würde und dass er diese Aussage, die er gemacht hatte, überhaupt so ernst genommen hatte, damit hätte sie nicht gerechnet. Vor einem halben Jahr war er zu viele Kilometer zum S...

07 – Familienfest

Frohes Familienfest, fir feiern feierlich! So oder so ähnlich könnte heute der Blog aussehen – unter dem Buchstaben F fallen vielen Menschen Begriffe ein, die irgendwie zur Advents- und Weihnachtszeit passen. Für viele Menschen gehört die Familie zum festen Bestandteil der Weihnachtsfeierei – für mich auch, ich bin ein absoluter Familienmensch! So wie die letzten Jahre werde ich auch dieses Jahr die Feiertage in meinen beiden Familien verbringen, sowohl in der Heimat, als auch in Schwiegerheimat, denn: Home is where your heart is. Und genau das ist es, worüber ich heute nachdenke: Weihnachten ist ein Familienfest. Familie ist erstmal Grundsätzlich alle Blutsverwandschaft und Anhänge. Aber Familie ist irgendwie auch mehr. Genauso, wie mein Herz nicht nur an einem Ort zu Hause ist, sondern im Prinzip an ganz vielen „Orten“. Familie ist sowohl der kleinste Kreis, als auch der Große.. Und es gibt auch so eine „Herzensfamilie“ - Menschen, denen man so nahe ist, die einem so wi...

Novembernacht.

Sie saßen nebeneinander auf den kalten Stufen vor dem Haus. Sie sahen sich nicht an, sondern starrten beide auf den aufgesprungenen Asphalt, der sich vor ihnen erstreckte. Es war so kahl und kalt geworden, dass noch nicht mal das Unkraut aus den Rissen hervorschaute. Sie saßen so nah beieinander, dass sich ihre Beine berührten und sie die Körperwärme des anderen in dieser kalten Novembernacht spüren konnten. Eine ganze Weile schon hatte niemand mehr ein Wort gesagt und jeder hing seinen Gedanken nach und keiner wusste, dass sie dasselbe dachten. Jeder dachte daran, wie es gewesen wäre, wenn sie sich damals für einen anderen Weg entschieden hätten. Ein anderes Wort, ein anderer Blick, ein anderer Ort. Alles hätte gemeinsam sein können. Sie hätten zusammen die Welt erobert und ihre Herzen. Sie hätten gelacht, geweint, verstanden, gestritten, gelebt. Zusammen. Jetzt waren Jahre vergangen, in denen jeder sein eigenes Leben versucht hatte zu leben. Mit anderen Menschen, an anderen Orten. M...

Schlüsselfiguren

Menschen laufen durch unser Leben, kreuzen unseren Weg, begleiten uns eine Strecke lang, kommen und gehen. Wenn ich auf mein noch nicht allzu langes Leben zurückschaue, kann ich in Zahlen nicht festhalten, wie viele Menschen mir schon begegnet sind. Und damit meine ich nicht nur Menschen, die ich mal gesehen habe, sondern allein die, mit denen ich gesprochen habe, denen man sich mindestens mit Namen vorgestellt hat. Allein die Menschen aus meiner Studienzeit, also aus den letzten drei Jahren, könnte ich nicht aufzählen. Nicht jeder Mensch, mit dem man mal gesprochen hat, bleibt einem im Gedächtnis. Selbst Menschen, mit denen man Jahre seines Lebens direkt oder indirekt verbracht hat, können einem aus der Erinnerung fallen. Andere Menschen spielen eine ganze Lebzeit eine besondere Rolle. Manche Personen sind für bestimmte Zeiten im Leben wertvolle Begleiter und Ratgeber, Freunde, Kontrahenten, Vorbilder, Schützlinge. Bei beinahe jeder Begegnung mit einem Menschen verteilen sich R...

Träume.

Wenn du träumst, wovon träumst du dann? Nicht in der Nacht, wenn du kaum Einfluss auf dein Denken hast, sondern am helligsten Tage. Träumst du dann? Und wenn du träumst, sag mir, wovon träumst du dann? Von der großen Liebe, vergangen und vergessen oder doch von einem neuen Haustier? Träumst du von Chancen, die du verpasst hast, Menschen, die du hast gehen lassen? Träumst du von Regen oder von der Sonne? Wenn du träumst, wird dir dann warm ums Herz? Sag mir, wovon träumst du? Willst du so sein wie jeder andere auch oder mehr wie du selbst? Träumst du von einem großen Becher Eis oder der sinkenden Zahl auf der Waage? Was ist es, was dein Herz bewegt? Was ist es, was dein Hirn die Realität verdrängen lässt? Sag mir, wovon träumst du? Dass dich endlich jemand versteht? Und den Weg mit dir gemeinsam geht? Träumst du von der großen Bühne, der Anerkennung oder der ewigen Ruhe, nach der dein Herz sich sehnt? Sag mir, wovon träumst du? Und sag, w...

Einmal jährlich.

Gestern war es mal wieder soweit. Männliche Wesen eilten mit Blumen und weibliche mit roten Wangen durch die Straßen der Welt. Wenn er seine Angebete und besonders sie ihren Prinzen an diesem besonderen Tag nicht zu Gesicht bekam, wurde Leid geklagt. Überraschungen, allgemeine Liebesbekundungen und viele rot- und rosafarbene Sonderangebote dominierten. Alle anderen, welche nicht vom Überschwung der Tagesverliebtheit berauscht waren oder enttäuscht von der Liebe und den Menschen, gingen ihrem normalen Tagesgeschäft nach oder kuschelten mit der Heizung. Es gibt vermutlich nur zwei Fraktionen. Die einen, die den Valentinstag lieben und die anderen die sagen: „Gestern war Valentinstag? Schön für den Valentinstag.“ Zur letzteren zähle ich. Noch nie war dieser Tag etwas Besonderes für mich und noch nie habe ich etwas Besonderes daraus gemacht. So könnte man mir vorwerfen, ich sei nur neidisch auf diejenigen, deren Helden ihnen an diesem Tag Rosen, Schokolade und Schmuck und andere Aufmerksa...