Mittwoch, 26. März 2014

Betäubungsmittel.

Vielleicht ist es albern, dass ausgerechnet eine Folge der bekannten Dr. House Serie mich auf dieses Thema bringt. Und dass der Inhalt einer Folge dieser Serie mich dazu bewegt, etwas zu schreiben, widerspricht eigentlich meiner These, die ich nun aufstellen will. Und trotzdem kommt sie mir wahr vor.

Ich nehme keine Drogen. Ich bin sowieso kein Fan von Medikamenten, wenn es sich vermeiden lässt. Wenn du mir Kopfschmerztabletten anbietest, werde ich sie in den aller meisten Fällen ablehnen und mir stattdessen ein Glas Wasser und ein bisschen frische Luft suchen. Ich rauche nicht. Ich trinke wenig Alkohol und fast genauso wenig Kaffee.

Und trotzdem ertappe ich mich dabei, wie ich mich betäube. Meine Kreativität dämpfe. Meine Gedanken leise drehe. Mich selbst ausschalte. Und zwar in dem ich andere Dinge anschalte. Das Fernsehen. Serien. Computerspiele. Facebook. Mediale Ablenkung als legitimes Betäubungsmittel.

Ich will nicht hetzen und behaupten, all das wäre böse und verboten. Wie oben angedeutet, kann ich meine These selbst widerlegen, weil ich durch eine Dr. House Folge zu dieser Erkenntnis kam. Aber es kommt auf die Dosis an. Und wer sich regelmäßig eine Überdosis an medialer Ablenkung verpasst, sollte sich nicht wundern in einem anhaltenden betäubten Kreativzustand zu sein. Deswegen ist weniger manchmal mehr.


Dienstag, 25. März 2014

Wiederholung.

Du sagst die Worte, die ich selbst sage.

Aber wenn du sie sagst, klingen sie wahr.
Wenn du sie sagst, nehme ich sie ernst.
Wenn du sie sagst, fange ich an nach ihnen zu leben.
Wenn du sie sagst, werden sie real.

Schöne Tage.

An Weihnachten bekamen wir eine „Schöne-Tage-Box“ geschenkt. Also mein Mann und ich. Sie ist dafür da, sich an die schönen Tage zu erinnern. Eine Art immerwährender Kalender mit Platz für eigene Erlebnisse. Ein schönes Geschenk. Ich war selbst schon so manchmal virtuell drumherum geschlichen und hatte mir gedacht, dass das ein tolles Teil ist. Und man es so richtig gut nutzen kann, um sich auf die schönen Sachen zu erinnern. Auch langfristig.

Aufgestellt ist die Box ein schönes Dekoelement. Und mehr war sie auch nicht in den ersten zwei Monaten des Jahres. Ist unser Leben so trübsinnig? Nein. Aber ich habe lange auf DEN schönen Tag gewartet. Auf DAS Erlebnis, was es wert ist, schriftlich erinnert zu werden. Auf einen WIRKLICH schönen Tag. So einen, den man nicht vergisst. ---- Ah. Fehler. Wenn man ihn eh nicht vergisst, dann muss man sich nicht besonders daran erinnern. Geht es also um die kleinen, aber schönen Erlebnisse?

Es ist schön, wenn man Besuch von Herzmenschen bekommt. Es ist schön, wenn man etwas zum ersten Mal macht und alles funktioniert. Es ist schön, wenn sich Zukunftsperspektiven abzeichnen.
So etwas ist schön und ich habe mich dazu entschlossen, das jetzt festzuhalten.

Einmal angefangen, fällt der Blick gleich leichter auf die schönen Dinge. So viel, dass ich mir schon fast Sorgen machen, auch viele belanglose schöne Dinge aufschreibe. Verrückt, oder? Lieber zu viel schönes entdecken, als gar nichts. Und ein Tag soll seine Schönheit nicht verlieren, wenn nach einem ganzen Tag voller Freude und guten Dingen, eine schlechte Nachricht reinkommt. Oder weil schwere Abendgefühle lauter schreien als Glückseligkeit. Und selbst wenn nur eine Kleinigkeit schön war, sollte sie in der Erinnerung überwiegen.

Also Augen auf!

Donnerstag, 20. März 2014

Langer Tag.

Als ich heute morgen zur Arbeit fuhr, hatte ich eine großartige Textidee. Eine richtig, richtig gute Idee. Mir lagen die Sätze auf der Zunge und ich dachte zwar nicht daran, anzuhalten, um mir Notizen zu machen, aber daran, mir wenigstens auf der Arbeit kurz Zeit zu nehmen, damit diese tolle Idee nicht entschwindet.

Jetzt ist es Abend, schon nach zehn Uhr. Acht Stunden Arbeit liegen hinter mir, eine kleine Babyshowerparty und eine Wochenendplanung. Die Idee ist weg. Weggeblasen. Beleidigt abgezogen. Oder wie eine Seifenblase zerplatzt. Krame ich in meinen Erinnerungen, so kommen nur die Bilder der Straße hoch, die Kurve und das Ortseingangschild, die ich entlangfuhr, als ich mir die Idee kam. Aber der Inhalt ist weg (und nein, es hat nichts mit der Kurve oder dem Schild zutun gehabt..).

In solchen Momenten frage ich mich, was das zu bedeuten hat. Hätte ich wirklich anhalten sollen (ich war wirklich knapp dran) um die Idee festzuhalten? Aber anscheindend hatte ich sie auf der Arbeit schon vergessen, sonst hätte ich dort ja wenigstens Stichpunkte festhalten können. Oder war die Idee gar nicht so brilliant und es ist besser, dass ich sie vergessen habe? Nach dem alten Spruch "Wenns wichtig war, kommts wieder." Also war es wohl nicht wichtig. Oder habe ich dem ganzen einfach nicht genung Aufmerksamkeit geschenkt? Meine eigene Idee nicht für wichtig erachtet?

Letztendlich kann ich es nicht ändern. Und ich kenne meinen Kopf und meinen Tag und weiß, wieviele Informationen heute durchgerauscht sind und sich ihren Platz in meinem Gehirn gesucht haben. Für eine kleine Idee ist da nicht viel Platz gewesen. Vielleicht hat sie sich aber auch nur versteckt und wartet, bis es wieder etwas ruhriger wird und kommt dann irgendwo vorgekrochen.

Es gibt heute also keinen brillianten Text. Nur einen Einblick in das Leben eines Schreiberlings, der zu viel anderes zu tun hatte, um zu schreiben.

Auf baldigst!

Dienstag, 18. März 2014

Und dann hast du Krebs.

Du lebst.
Ein Leben, wie im Film.
Ausbildung. Hochzeit. Kinder.
Auf und Abs.
Freunde und Feinde.
Erfolg und Enttäuschung.
Ein Haus. Ein Hund.
Träume. Hoffnungen. Ziele.

Dann etwas Undefinierbares.
Schmerzen. Irritation. Vorahnung.
Fragen. Arztbesuch. Untersuchungen.

Und dann hast du Krebs.
Die Pest der Neuzeit.
Von heute auf morgen ist alles anders.
Du musst jetzt kämpfen.
Und stark sein.
Und kämpfen.

Und ich kann dir nicht helfen.
Dir den Schmerz nicht nehmen.
Nicht an deiner Stelle kämpfen.
Kann noch nicht mal alles verstehen.
Oder dir schlaue Ratschläge geben.

Aber ich kann dich lieben
und an deiner Seite bleiben.

Mittwoch, 12. März 2014

Lebenslust.

Ich sah dich heute. Du sahst so müde aus. Müde von allem um dich herum. Du sahst aus, als hätte dich jemand unsanft aus deinem Winterschlaf geschubst und dir ins Ohr geschrien: „GENIESS DEN FRÜHLING GEFÄLLIGST.“ Dabei hättest du doch viel lieber das ganze Jahr verschlafen. Wenn ich dich sehe, dann frage ich mich immer, was in deinem Kopf wohl los ist. Was du dir selbst sagst. Ich kenne dein Leben nur in Auszügen. Ich kann verstehen, dass du müde bist. Ich wäre es auch. Und trotzdem. Ich würde mich gerne in deinen Kopf setzen und dir sagen, wie hübsch du bist. Und dass das Leben schön ist. Und dass schlimme Zeiten irgendwann auch vorbei gehen. Und dass du leben darfst. Und wenn du willst, dann legen wir uns zusammen in die Sonne und schlafen ein bisschen in der Frühlingsluft. Lass uns Hoffnung tanken. Und immer wieder anfangen. Und immer weniger aufgeben. Weder dich. Noch mich. Noch das Leben. Denn ich sah dich heute, und wünschte mir, du könntest dich des Lebens freuen.

Montag, 10. März 2014

Herzenspause

Es gibt Tage, an denen kann ich auf alles verzichten.
Vor allem auf mich selbst.
Wenn alles nur laut ist
und scheinbar jeder Luftzug mein Innerstes zerstürmt.

Meine Seele voller Erinnerungen.
Schmerzhaft schön.
Meine Augen trocken.
Denn Tränen sind genug geweint.

Es gibt Tage, an denen wünschte ich,
ich könnte mein Herz in Kleinteile zerlegen
und nur das überlebenswichtige in mir lassen.

Den Rest vom Herzen einfach mal rausholen.
In die Hände nehmen. Schützend umhüllen.
Mit Trost streicheln und ihm einfach mal eine Pause gönnen.
Eine Pause von dem vielen Fühlen.
Und dem ganzen Schmerz, den es erträgt.

Es bleibt ein Wunsch.

Samstag, 8. März 2014

#frühlingundso

Frühling. Da bist du ja. Ich würde ja gerne sagen, ich habe dich vermisst, aber irgendwie ist dem Winter nichts anderes eingefallen, als dich nachzumachen. Tut mir leid, wenn ich deswegen nicht so euphorisch bin. Aber es ist trotzdem schön, dass du jetzt da bist und dass du auch ein bisschen Sonne mitgebracht hast. Damit war der Winter nämlich etwas geizig. Weißt du was, Frühling? Ich bin heute spazieren gegangen, weil du da bist. Und ich habe ein paar Blümchen gesehen und in meinem Kopf konnte ich mir auch noch mehr ausmalen, als schon wirklich sichtbar ist. Du bist schon so jemand, der immer ganz gut Hoffnung vermittelt. Wenn du kommst, dann kommt irgendwie wieder mehr Leben in die Bude. Und da kann der Winter dir auch nichts nachmachen, da fehlt ihm wohl einfach die Herzenswärme für. Fühlt sich das eigentlich gut für dich an, Frühling, dass du alle Lebewesen aus den Löchern rufst? Du hast da echt 'ne Gabe für. Aber was machst du mit den ganzen Menschen auf der Straße? Willst du eine Revolution anzetteln? Da hast du wohl die besten Möglichkeiten für. Immerhin verlassen für dich so manche ihre grellen Bildschirme oder das allzu bequeme Sofa. Klar, alle schleppen jetzt ihre Smartphones mit sich herum und beweisen, dass die Welt auch schön sein kann, sogar mit #nofilter. Falls du noch keine Idee hast, ich wäre für eine Hoffnungsrevolution. So als Motto oder Slogan oder sowas. Denn Hoffnung brauchen wir wohl alle in Zeiten wie diesen und in Zeiten wie in den letzten Jahren. Und trotzdem ist sie manchmal so wenig. Also kannst du da was reißen? Neben ein paar Blumensamen auch Hoffnung verstreuen? Es den Vögeln ins Ohr setzten, sodass sie es überall herumzwitschern? Meinetwegen auch den Wildschweinen. Weil, weißt du Frühling, ich habe irgendwie keine Lust mehr auf #nohope. Auch wenns noch so gruselig und anstrengend und schlimm ist manchmal, das Leben. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Also endet die Welt wohl in irgendeinem Winter. Denn mit dir, Frühling, kommt immer wieder Hoffnung. Ich wünsch mir das jetzt mal so frei von dir. Mehr Hoffnung. Und ja, ich weiß, Hoffnung ist da, wo Menschen die Hoffnung nicht aufgeben. Also bleib ich auch dran, versprochen. Aber selbst mit ein bisschen Sonne kannst du das unterstützen. Ich sag schon mal Danke und so. Du packst das. Und nochmal: Cool, dass du jetzt da bist. Bist schon 'n Guter.

Mittwoch, 5. März 2014

Verzicht

Heute ist Aschermittwoch und nach alter, kirchlicher Tradition beginnt heute die Fastenzeit. Ich habe lange überlegt, wie ich zu dieser Tradition stehe und ob ich irgendetwas fasten will. Und was das bringt oder nicht und ob ich das durchhalte oder auch nicht.


Letztendlich ist mir nur eine Sache eingefallen, die ich sehr mag und auf die ich gleichzeitig gerne verzichten möchte: Meine Faulheit. Und das vor allem bezüglich dieses Blogs. Wenn man mehr als drei Monate nichts blogwürdiges geschrieben hat oder wiederrum zu FAUL war, potenzielle Texte abzutippen oder von einem elektronischen Gerät zum anderen zu befördern, dann merkt man, dass die Faulheit schon so etwas wie Schokolade ist. Man denkt sich, man könnte es locker bleiben lassen und beißt dann doch genussvoll in 200g-Tafel und alle möglichen Neujahrs- und Montagsvorsätze schmilzen wie Schokolade in der Sonne oder Kinderhänden.


Da ich Gott nicht beweisen muss, wie gut ich verzichten kann, um noch ein paar Punkte im Himmel zu sammeln, und ich auch glaube, dass es ihm wichtiger ist, was aus meinem Mund rauskommt, als was hineingeht, werde ich versuchen, auf meine Faulheit zu verzichten.
Ob ich das durchhalte oder nicht, kann ich nicht sagen, aber ich weiß, was es bringt: Mein Blog kommt aus dem Winterschlaf und darf wieder ein bisschen Frühlingsluft schnuppern. Mal sehen, wie lebendig dieser Blog in den nächsten 40 Tagen wird....


Auf baldigst!
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