Dienstag, 24. Februar 2015

Kreisel

Die letzten Wochen vergingen wie im Flug. Die ersten zwei Monate (!) des Jahres 2015 voller kleiner, fast unbedeutender Termine und Ereignisse, die sich kaum zählen lassen und dem möchtegern frischem Jahr ein gewisses Völlegefühl verleihen. Ich kann kaum rekonstruieren, was alles passiert ist und weiß zugleich, dass ich jetzt schon einiges nicht erreicht habe, was ich mir vorgenommen hatte. Nah gedachte Ziele rücken wieder in weite Ferne und zwischendurch fühlt es sich so an, als ginge es, trotz der schnell verfliegenden Zeit, nicht voran.

Da fühlt sich das Leben an wie ein Kreisel. Ein Kreisel dreht sich, einmal angestoßen, mit viel Schwung um sich selbst. Diese andauernde Bewegung hält ihn aufrecht. Ein immer wieder faszinierender Anblick. Und gleichzeitig bewegt er sich kaum vom Fleck, kommt nicht voran, dreht sich einfach nur um sich selbst.

Und das ist wohl auch der Knackpunkt: Bei aller Geschäftigkeit und alltäglichen Beschleunigung kommt man nicht vorwärts, wenn man sich nur um sich selbst dreht. Wenn das Ziel nicht ist, vor lauter Umdrehung ein Loch zu bohren und für immer festzustecken oder das Gleichgewicht zu verlieren, sollte man sich überlegen, ob man sein Leben wirklich im Stil eines Kreisels verbringen möchte.
Was das im Alltag bedeutet? Ein bisschen weniger Selbstmitleid und ein bisschen mehr Hoffnung. Größer träumen, denken und handeln und sich nicht im Erbsen zählen verlieren.

Auf baldigst!


Donnerstag, 12. Februar 2015

Eine Ecke weiter denken.

Es gibt Menschen, die halten nicht viel von „was-wäre-wenn“-Gedanken. Sie halten das für verschwendete Zeit. Im Blick auf die Vergangenheit mögen sie Recht haben. Man kann nicht ändern, was schon passiert ist. Und auch wenn es interessante Gedankenkonstrukte sind, sich vorzustellen was wäre wenn dieses oder jenes anders gelaufen oder entschieden worden wäre, bringen sie doch keine Veränderung und sind somit wirklich ungenutzte Zeit.

Aber was ist mit den Zukunftsfragen und den dazugehörigen „was-wäre-wenn“-Gedanken? Nicht in Sorge und Panik und der Befürchtung, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt. Sondern im Möglichkeitsdenken. Was alles möglich wäre und ist. Welche Wege vor uns liegen und welche Veränderungen damit einhergehen können und müssen. Und die Zukunft ist gestaltbar durch das, was man heute, ganz in der Gegenwart für sich und sein Leben entscheidet. Unabhängig davon, was in der Vergangenheit passiert ist und worauf man sich dort festgelegt hat:

Im Heute können wir die Entscheidungen treffen, die Veränderungen für unsere Zukunft bewirken.

Ich sehe das sehr vom positiven Standpunkt aus. Ich habe heute die Zukunft in der Hand. Nicht durch Sorgen und ferne Träumereien, sondern durch meine aktiven, aber auch ganz alltäglichen Entscheidungen, die ich heute treffen darf.
Und ich finde es besser zu wissen, dass ich aktiv was verändern kann, als frustriert darüber zu sein, dass alles so ist, wie schon immer oder nichts besser wird oder alles schlimmer. Keine Veränderung kommt von jetzt auf gleich, es heißt durchhalten und dranbleiben. Aber wer nicht anfängt, hat schon aufgegeben. Und das habe ich nicht. Und wer weiß, vielleicht liegen die ersten sichtbaren Veränderungen hinter der nächsten Ecke.. 


Donnerstag, 5. Februar 2015

Ich und mein Gaul.

Ich soll was schreiben. Mit Vorgaben zum Thema und Deadline. Also schon irgendwie ernsthaft. An Ideen mangelt es nicht, es ist eigentlich schon alles in meinem Kopf. Auch die Zeit ist da, die Ruhe, selbst der Zeitdruck ist nicht zu hoch sondern motivierend. Und trotzdem ist jedes Wort ein Kampf, jeder Abschnitt ein Grund zur Ablenkung. Warum? Weil ich Angst habe. Angst, den Erwartungen nicht zu entsprechen. Angst, nicht verstanden zu werden. Angst, nicht gut genug zu sein. Immer und immer und immer wieder das gleiche Thema. Es fehlt das Selbstbewusstsein, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Inspiration aus der Höhe. Ich will das doch eigentlich. Und ich will es selbstbewusst. Aber die ausgesprochenen und unausgesprochenen Erwartungen, die Angst davor, dass mein Text, meine Ideen, mein Autorenherz in der Luft zerrissen werden, sind lähmend.

Es ist so viel leichter für sich in seinem Kopf zu bleiben. Wörter und Geschichten zu denken, anstatt zu schreiben. Vom Veröffentlichen zu träumen, anstatt es Realität werden zu lassen. Meinen Namen imaginär irgendwo stehen zu sehen, anstatt ihn wirklich in die Tasten zu tippen. Ich traue mir selbst nicht. Und habe Angst, dass irgendjemand das merkt. Auf dem Pferd des Erfolgs, falle ich auf heute auf der Seite der Minderwertigkeitsgefühle hinunter und liege im Staub und ärgere mich, weil ich eigentlich weiß, wie ich den Gaul in Bewegung setzten könnte mit mir auf seinem Rücken, aber es wieder mal nicht geschafft habe, einfach mal ruhig drauf sitzen zu bleiben.

Was bleibt: Aufstehen, Krone richten und wieder aufsteigen und weiter reiten.


Dienstag, 3. Februar 2015

Artgenossen unter sich.

Wir sind alle Menschen. Und Menschen stecken sich selbst und andere gerne in Kategorien, Boxen und Schubladen. Weil das Denken dann manchmal einfacher wird. Weil man seine Welt dann besser sortieren kann, wenn man sich und andere zu etwas zugeordnet hat. Ich weiß nicht, ob Menschen jemals aufhören werden in Kategorien zu denken und ich weiß auch nicht, ob das sein muss. Die Vielfalt steigt und damit auch die Namen der Zuordnungen. Aber letztendlich wird es immer irgendeine Kategorie, irgendeinen Namen geben, mit dem man sich bezeichnet und erklärt und sei es nur eine Oberkategorie wie „Mensch“. Es ist notwendig um sich abzugrenzen, weil Unterschiede einfach vorhanden sind, sichtbar, unsichtbar, bewusst und unbewusst.

Ich stecke mich auch in Kategorien, bezeichne mich mit Attributen, die mich zu etwas zugehörig machen. Vermutlich ist es weniger „schlimm“, wenn man sich selbst irgendwo reinsteckt, als wenn andere einem etwas zuschreiben oder „falsch einsortieren“. Nicht jede Zuordnung ist gleichermaßen angenehm, manchmal muss man sich wieder abgrenzen, manchmal ist man stolz darauf in einer bestimmten Box zu sitzen.

In den vergangen Tagen hatte ich eine Begegnung mit einem Menschen. Wir lernten uns quasi neu kennen und stellten ziemlich schnell fest, dass wir nicht nur in den allgemeinen Boxen wie „Frau“, „Akademiker“ oder „Christ“ zusammen saßen. Es gab mehr was uns verband, mehrere kleine Boxen, in denen wir uns auch gemeinsam wiederfanden. Und es war schön. Ich habe es genossen, dass es für manche Eigenschaften, die einen Menschen ausmachen, Kategorien und Namen gibt, sodass man sich finden kann. Es sind nur Namen, es sind kein Gesetze, es ist kein Zwang zur Gleichheit. Es sind nur Begriffe, die es einem erleichtern, sich zu finden. Und sich auszutauschen, festzustellen, dass man nicht alleine auf der Welt ist mit jenem oder diesem Gedanken, Gefühl, Einstellung.

Vielleicht ist es banal und total offensichtlich. Aber ich finde es gut, wenn man Artgenossen findet. Nicht, um nur in dieser einen Box zu verdümpeln und einseitig zu denken, aber um Rückhalt zu finden und sich in anderen Boxen umzusehen und mit anderen Menschen, die vielleicht ganz anders ticken, besser zurecht zu kommen. Weil man weiß, dass man nicht alleine ist. Weil man merkt, es gibt noch mehr Menschen, die meinem Wesen ähnlich sind.

Das ist wohl das Geschenk der Gemeinschaft mit Menschen. 

http://instagram.com/fraulinkenberg/

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