Ich und mein Gaul.

Ich soll was schreiben. Mit Vorgaben zum Thema und Deadline. Also schon irgendwie ernsthaft. An Ideen mangelt es nicht, es ist eigentlich schon alles in meinem Kopf. Auch die Zeit ist da, die Ruhe, selbst der Zeitdruck ist nicht zu hoch sondern motivierend. Und trotzdem ist jedes Wort ein Kampf, jeder Abschnitt ein Grund zur Ablenkung. Warum? Weil ich Angst habe. Angst, den Erwartungen nicht zu entsprechen. Angst, nicht verstanden zu werden. Angst, nicht gut genug zu sein. Immer und immer und immer wieder das gleiche Thema. Es fehlt das Selbstbewusstsein, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Inspiration aus der Höhe. Ich will das doch eigentlich. Und ich will es selbstbewusst. Aber die ausgesprochenen und unausgesprochenen Erwartungen, die Angst davor, dass mein Text, meine Ideen, mein Autorenherz in der Luft zerrissen werden, sind lähmend.

Es ist so viel leichter für sich in seinem Kopf zu bleiben. Wörter und Geschichten zu denken, anstatt zu schreiben. Vom Veröffentlichen zu träumen, anstatt es Realität werden zu lassen. Meinen Namen imaginär irgendwo stehen zu sehen, anstatt ihn wirklich in die Tasten zu tippen. Ich traue mir selbst nicht. Und habe Angst, dass irgendjemand das merkt. Auf dem Pferd des Erfolgs, falle ich auf heute auf der Seite der Minderwertigkeitsgefühle hinunter und liege im Staub und ärgere mich, weil ich eigentlich weiß, wie ich den Gaul in Bewegung setzten könnte mit mir auf seinem Rücken, aber es wieder mal nicht geschafft habe, einfach mal ruhig drauf sitzen zu bleiben.

Was bleibt: Aufstehen, Krone richten und wieder aufsteigen und weiter reiten.


Kommentare

Unknown hat gesagt…
Dazu las ich neulich bei Rick Joyner: "Stolz und Minderwertigkeit sind beides Formen der Ichbezogenheit" Aua! Das tut weh!
Wieder mal muss ich lernen, was es heist, dass, wenn ich mein Leben Gott gegeben habe, sich alles nur um Ihn dreht. Da habe ich mich nicht mehr wichtig zu nehmen. Ich gehöre ja Ihm und gehe mich gar nichts mehr an.

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