Montag, 22. Juli 2013

Sommernacht # Mittelmäßigkeit

Bleibt dieses Leben
bleibt deine Zeit
in diesem Streben
nach Mittelmäßigkeit?

Bist nicht schlecht
und bist nicht gut
ewige Grauzone
der alte Hut.

Schaust immer auf alle
nur seltenst auf dich
Und wenn dich jemand lobt
fragst du: meinst du mich?

Das Leben wird nicht leichter
wenn du dir nicht vertraust
und anstatt nach vorn
immer nur nach hinten schaust.

Mittelmäßigkeit sei nicht dein Ziel
Denn die Zeit deines Lebens
ist begrenzt und kostbar
also lebe sie nicht vergebens.

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Die Sommernacht # - Serie beinhaltet Texte, die überwiegend in den späten Abendstunden in diesem Sommer entstanden sind. Sie sind vielleicht melancholischer und theatralischer als hier in letzter Zeit so üblich, aber meines Erachtens dadurch auch sehr besonders. Über Feedback jeglicher Art freue ich mich - wie immer.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Sommernacht # Dein Herz

Manchmal schlägt dein Herz so laut, als wüsste es, dass es für meines mitschlägt. Wenn mein Herz zwischen zerreißen und zerbrechen steht und ständig aus der Reihe tanzt, dann schlägt deines regelmäßig. Und wenn meines so schwach und müde ist, dann schlägt dein Herz so laut und erinnert mich ans Leben. Und auch wenn ich mir manchmal heimlich wünsche, dass auch dein Herz mal ein bisschen aus der Reihe tanzt, kann doch das meine von deinem noch so viel lernen. Regelmäßig und laut zu schlagen. Und einfach zu leben.

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Die Sommernacht # - Serie beinhaltet Texte, die überwiegend in den späten Abendstunden in diesem Sommer entstanden sind. Sie sind vielleicht melancholischer und theatralischer als hier in letzter Zeit so üblich, aber meines Erachtens dadurch auch sehr besonders. Über Feedback jeglicher Art freue ich mich - wie immer.

Sonntag, 14. Juli 2013

Sommernacht # Kennen

Ich weiß so viel von dir. Ich weiß, wie du lachst, wie du gehst, wie du dich setzt. Ich kenne deine Gesten, weiß, wie du dein Glas hältst und wie du dir mit deinen Fingern über den Mund fährst, wenn du nicht weißt, was du sagen sollst. Ich erkenne an deinem Blick, ob du in Gedanken woanders bist und an deinen Mundwinkeln, ob dein Lächeln von Herzen kommt. Ich kenne deine Stimme so gut, dass ich sie manchmal nicht aus dem Kopf bekomme. Und ich verstehe ohne Worte, wenn du deine Ruhe brauchst.
Aber wenn du mich jetzt fragst, ob ich dich kenne, so muss ich verneinen. Ich kenne dein Wesen und dein Verhalten, aber nicht dein Herz. Ich werde nie verstehen, warum du dich wie entscheidest und niemals an dir ablesen können, was dein Herz wirklich bewegt.
Denn obwohl ich dich kenne, kenne ich dich nicht. Und auch wenn ich dich verstehe, verstehe ich dich niemals ganz. Denn jeder Mensch ist in seinem Innern jemand anderes als nach außen. Keiner kann das Tiefste nach außen tragen. Kein Mensch kann einen anderen vollkommen begreifen.
Und so nah wir uns auch sind, wir werden uns immer ein Stück fremd bleiben.

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Die Sommernacht # - Serie ist eine Juliaktion. Es sind Texte, die überwiegend in den späten Abendstunden in diesem Sommer entstanden sind. Sie sind vielleicht melancholischer und theatralischer als hier in letzter Zeit so üblich, aber meines Erachtens dadurch auch sehr besonders. Über Feedback jeglicher Art freue ich mich - wie immer.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Sommernacht # Erinnerung

Die kühle Abendluft auf meiner Haut. Es hatte geregnet. Mit dem Weinglas in der Hand schaute ich in den Himmel. Er war nicht klar aber dennoch wunderschön. Ich hatte heute ein Bild von dir in den Händen. Wir standen nebeneinander auf irgendeinem Fest. Du lachtest und ich sah dich an. Oh, wie gerne sah ich dich an, wenn du lachtest. Ich weiß nicht, ob ich dir dieses Bild je gezeigt habe. Vielleicht hättest du nichts daran gefunden, dabei zeigt es für mich ein Stück Glück auf Erden.
Wenn ich dich noch einmal so lachen sehen könnte. Wenn ich noch einmal so nah an deiner Seite stehen dürfte. Dieses Gefühl von Vertrautheit und Bewunderung, es ist so einzigartig. Diese Mischung ist mir nicht noch einmal begegnet.
Aber wenn du heute hier neben mir säßest, in dieser kühlen Sommernacht und ich noch einmal dein Lachen hören könnte – es wäre nie mehr dasselbe. Denn dieses Gefühl ist nur noch eine Erinnerung. Und so lebhaft sie auch mein Herz umschließt, sie bleibt eine Erinnerung an Tage, die anders waren.

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Die Sommernacht # - Serie ist eine Juliaktion. Es sind Texte, die überwiegend in den späten Abendstunden in diesem Sommer entstanden sind. Sie sind vielleicht melancholischer und theatralischer als hier in letzter Zeit so üblich, aber meines Erachtens dadurch auch sehr besonders. Über Feedback jeglicher Art freue ich mich - wie immer.

Samstag, 6. Juli 2013

Sommernacht # Abendluft

Als ich zur Tür hinaustrat, zog ich mir deine Jacke über die Schultern. Es war genauso kühl, wie ich es erwartet hatte an einem bewölkten Sommertag. Deine Jacke gab mit ein bisschen Wärme und auch wenn sie viel zu grob und zu groß für mich war, ich hätte sie mit keinem Stück tauschen wollen, denn sie roch nach dir.
Ich setzte mich auf die Verandertreppe, schloss die Augen. Der Wind blies sachte in mein Gesicht und deine Jacke um meine Schultern fühlte sich an wie eine Umarmung von dir – so als ob du hinter mir säßest und deine Arme mich umfingen. Als würden wir hier gemeinsam sitzen und die kühle Abendluft genießen und diesen langen Tag hinter uns lassen. Es wäre für mich das Schönste hier mit dir zu sitzen. Wir sprächen kein Wort, denn unsere Nähe würde alles sagen.

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Dienstag, 2. Juli 2013

Sommernacht # Einsamkeit

 
„Gibt es Tage, an denen du einsam bist?“
„Ohja. Die gibt es. Es sind meistens nicht die Tage, an denen ich wirklich allein bin oder an denen ich niemanden zum reden habe.“
„Aber das ist doch Einsamkeit!“
„Schon, aber diese Einsamkeit kann man ertragen. Die kommt immer mal vor und meistens muss man sich dann nur aufraffen und mal jemanden anrufen oder besuchen. Dann geht diese Art von Einsamkeit weg. Aber an Tagen, an denen ich mich wirklich einsam fühl, ist es eine andere Einsamkeit.“
„Und was für eine Einsamkeit ist es dann?“
„Es ist diese Art von Einsamkeit, bei der es nicht darauf ankommt, wieviele Leute um dich herum sind oder mit wievielen du sprichst. Das sind Tage, an denen dich niemand, ja wirklich niemand, versteht. Auch wenn du versuchst allen zu erklären, was mit dir los ist – niemand wird es so begreifen, wie du es in dir fühlst. Ja, du kannst es dir noch nicht einmal selbst richtig erklären, was du alles denkst du fühlst, wie sollst du es dann irgendjemanden außerhalb deines Körpers verständlich machen können?“
„Und das ist die Einsamkeit?“
„Ja. Wenn du weißt, dass niemand dich wirklich versteht, dann kannst du dich schrecklich einsam fühlen, selbst wenn Menschen da sind, auch die, die es gut mit dir meinen. Einsamkeit findet meistens im Herzen statt und manchmal ist es verdammt schwierig, jemanden in sein Herz zu lassen.“
„Aber kann man denn gar nichts tun, wenn man sich auf diese Weise einsam fühlt?“
„Doch, sicherlich. Aber es gibt kein allgemeines Rezept.“
„Und was machst du, wenn du dich so einsam fühlst?“
„Manchmal lass ich mich einfach gehen, vor allem wenn ich mich selbst gar nicht mehr verstehe. Aber meistens versuche ich genau da: Ersteinmal mich selbst versuchen zu verstehen. Sagen, schreiben, schreien, malen was mein Herz bewegt. Denn wenn schon mal ich mein Herz verstehe, dann ist es gleich ein bisschen weniger einsam. Mit ein bisschen Glück findet sich doch noch jemand, der es wirklich versteht.
Und wenn alles nichts bringt, hilft es manchmal einfach ins Bett zu gehen und zu schlafen. Denn im Schlaf ist das Herz selten einsam. Und an einem neuen Morgen sieht die Welt oft ganz anders aus.“

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Die Sommernacht # - Serie ist eine Juliaktion. Es sind Texte, die überwiegend in den späten Abendstunden in diesem Sommer entstanden sind. Sie sind vielleicht melancholischer und theatralischer als hier in letzter Zeit so üblich, aber meines Erachtens dadurch auch sehr besonders. Über Feedback jeglicher Art freue ich mich - wie immer.
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