Montag, 29. Oktober 2012

Schlüsselfiguren

Menschen laufen durch unser Leben, kreuzen unseren Weg, begleiten uns eine Strecke lang, kommen und gehen. Wenn ich auf mein noch nicht allzu langes Leben zurückschaue, kann ich in Zahlen nicht festhalten, wie viele Menschen mir schon begegnet sind. Und damit meine ich nicht nur Menschen, die ich mal gesehen habe, sondern allein die, mit denen ich gesprochen habe, denen man sich mindestens mit Namen vorgestellt hat. Allein die Menschen aus meiner Studienzeit, also aus den letzten drei Jahren, könnte ich nicht aufzählen.

Nicht jeder Mensch, mit dem man mal gesprochen hat, bleibt einem im Gedächtnis. Selbst Menschen, mit denen man Jahre seines Lebens direkt oder indirekt verbracht hat, können einem aus der Erinnerung fallen. Andere Menschen spielen eine ganze Lebzeit eine besondere Rolle. Manche Personen sind für bestimmte Zeiten im Leben wertvolle Begleiter und Ratgeber, Freunde, Kontrahenten, Vorbilder, Schützlinge. Bei beinahe jeder Begegnung mit einem Menschen verteilen sich Rollen und diese Begegnungen haben einen Sinn, eine Bedeutung, einen Zusammenhang.

Und dann gibt es eine ganz besondere Art von Rolle, die Menschen einnehmen: Sie werden zu Schlüsselfiguren. Durch ihr Erscheinen, durch die Begegnung mit ihnen, schließt sich eine Tür auf, Wege verändern sich, Richtungen verändern sich. In einem Leben gibt es viele Schlüsselfiguren. Oftmals kann das der Partner sein, durch den man neue Lebenswege beschreitet und ohne dessen Auftreten man nun an einem anderen Ort, in einer anderen Situation, einem anderen Leben wäre. Aber da es halt mehrere Schlüsselfiguren gibt, kommen noch mehr Menschen in Fragen. Und nicht immer erkennt man sie in ihrer Rolle. Manchmal erkennt man erst im Rückblick, was die Begegnung mit dieser oder jeder Person ausgemacht hat und welche Kreise diese Begegnung gezogen hat und vielleicht nicht nur ein Leben, sondern gleich mehrere direkt und indirekt verändert hat.

In einer gewissen Weise kann jede Begegnung mit einem Menschen zu einer Schlüsselsituation werden, aber manche sind wirklich prägnant und verändern unser Leben langanhaltend und grundlegend. Ich finde interessant, dass man manche Menschen zwar als solche Schlüsselfiguren erkennt unter dem Motto „Wenn der und dies und jenes nicht gewesen wäre, dann...“ aber die Person das oft selbst nicht weiß und wir es vielleicht auch nicht auf anhieb zu schätzen wissen?
Natürlich ist nicht jede lebensverändernde Begegnung so, wie wir es uns erwünscht und erhofft haben. Wir wissen ja auch, dass die meisten Menschen Veränderungen grundsätzlich eher abgeneigt entgegenstehen.
Oder wir erkennen diese Rolle eben nicht. Fanden die Begegnung immer eher lästig und werden uns erst in besonderen Situationen bewusst, wie wichtig sie für unser Leben war.

Ich möchte nicht zu einem Schubladendenken aufrufen oder animieren. Aber ich glaube, manchmal tut es uns ganz gut, unsere Begegnungen zu reflektieren und nicht gleich alles von unseren Gefühlen oder dem anderen drum herum übertönen zu lassen. Vielleicht gibt es Menschen, die massiv dazu beigetragen haben, dass du heute dort sein kannst, wo du bist und der Mensch sein kannst, der du heute bist, und dir ist das noch nie bewusst geworden.
Und andersrum kann es gut sein, dass es Begegnungen in deinem Leben gab und noch zu Hauf geben wird, in denen DU eine Schlüsselfigur bist und das Leben anderer Menschen (hoffentlich zum positiven) verändern kannst.

Ein Grund mehr, die Begegnung mit anderen Menschen zu suchen und zu schätzen und für sie dankbar zu sein.

Freitag, 26. Oktober 2012

Reaktionszeit

Viele Dinge im Leben machen wir automatisch. Und meistens unheimlich schnell. Besonders beim Autofahren ist es faszinierend, wie sehr alle Handlungen in Fleisch und Blut übergehen und man sie macht, ohne lange darüber nachzudenken. Man schaltet, blinkt, bremst, lenkt, blickt und das oft zum Teil gleichzeitig und manchmal auch wirklich schnell.

Es gibt so vieles, was man im Alltag macht, über das man nicht mehr nachdenkt. Manchmal kann man sich gar nicht mehr daran erinnern und es fällt einem schwer sich zu vergegenwärtigen, ob man es wirklich getan hat oder nicht. Bei manchen Dingen ist es gut, denn dann ist es ein Zeichen dafür, dass man sich an die Regelmäßigkeit der Tätigkeit gewöhnt hat und man nicht mehr bewusst handeln muss.

Bei anderen Dingen merkt man gar nicht, dass man sie tut, weil man sie unbewusst und im Normalfall so nebenbei, dass es einem nicht auffällt. Ich bin beispielsweise jemand, der andere Menschen immer beobachtet. Ich höre sehr viel und meistens sehe ich noch mehr. Und dann denke ich auch noch darüber nach. (In dem Post „Augen, Herz und Hirn“ bekommt man einen kleinen Einblick in meinen Beobachtungsalltag..) Ich mache das nicht absichtlich oder verkrampft. Ich bin nicht bemüht, alles aufzunehmen, es kommt von alleine. Mir fällt es meistens erst im Nachhinein auf, was ich alles mitgenommen habe. Die Menschen, die ich beobachte, bekommen es vermutlich eher selten mit.

Außer in einer Ausnahme: Wenn ich gesundheitlich angeschlagen bin, verändert sich meine Reaktionszeit. Erheblich. Dann passiert vieles zeitversetzt. In Gesprächen sind meine Gedanken oft schneller, als mein Mund sprechen kann. Das Autofahren verlangt viel mehr Konzentration. Und auch das Beobachten ist nicht mehr so einfach. So passiert es mir, dass ich beispielsweise im Supermarkt stehe und Menschen an mir vorbeigehen, die ich automatisch registriere, sehe, was sie kaufen und meistens nehme ich noch kurz wahr, in welcher Stimmung sie sich bewegen. Im Normalfall sehe ich das mit einem Blick und sofort richtet sich meine Konzentration wieder auf meinen eigenen Einkauf. Wenn ich krank bin, passiert es, dass ich stehen bleibe, all das sehe und die Menschen weiter ansehe, auch wenn der Wahrnehmungsaugenblick schon längst vorüber ist. Und dabei fällt mir dann erst bewusst auf, dass ich die Menschen um mich herum so sehr beobachte. Ich erstarre quasi für ein paar Sekunden, bin abgelenkt von meinem eignen Vorhaben. Und die veränderte Reaktionszeit macht mir das erst bewusst.

Ich finde das sehr spannend (und in den Situationen immer etwas peinlich), dass man auch solche Dinge im Unterbewussten tut und man sie eigentlich gar nicht wirklich mitbekommt. Erst durch solche verzögerten Reaktionszeiten oder in der Reflektion nimmt man wahr, was man alles tut.

Wir leisten täglich eine ganze Menge mit unserem Denken, Fühlen und Handeln. Das darf man sich zwischendurch mal bewusst machen.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Kontaktlisten

Im Zeitalter der neuen Medien gibt es viele seltsame Phänomene. Eines davon ist mir in den letzten Tagen verstärkt aufgefallen. Es geht um Menschen. Und wie wir mit ihnen in Kontakt stehen. Bzw. geht es heute eher um die Sorte von Menschen, mit denen wir nicht (mehr) in Kontakt sind.

Es gibt diese Momente, wenn man beispielsweise ein neues Handy bekommt und die Kontaktdaten überträgt, in denen man feststellt, dass man Kontaktdaten von Menschen hat, mit denen man schon seit einiger Zeit, vielleicht ein paar Monate, vielleicht sogar Jahre, überhaupt keinen Kontakt hat. Das ist wohl nichts besonderes, Menschen verlieren sich gegenseitig aus den Augen, man hat viel um die Ohren und all sowas. Manche Kontakte hat man vielleicht auch nur für einen bestimmten Zweck, der bereits erfüllt wurde. Aber es gibt eben auch diese, mit denen man einmal viel geteilt hat: Freundschaft, Bekanntschaft, Hobbies, Lebenszeit. Und nun sitzt man vor dem neuen Medium und fragt sich: Brauche ich diesen Kontakt noch?

Nach Aussagen von Menschen, die gerne Ordnung halten, sollte man alles, was man länger als eine gewisse Monatsanzahl nicht gebraucht hat, einfach wegtun. Zählen Menschen und die Kontaktwege zu ihnen auch dazu? Ja, man hat vielleicht schon über eine lange Zeit keinen Kontakt mehr – aber verbindet einen nicht noch irgendwas? Was wäre, wenn man nun wieder Kontakt aufnehmen würde – würde man dann nicht mit einer hohen Wahrscheinlichkeit feststellen, dass einen immer noch manches verbindet wie ähnliche Vorlieben, Weltansichten und Sympathie?

Manchmal habe ich das Gefühl, man schafft es nur mit einer gewissen Anzahl von Menschen Kontakt zu halten und alles, was darüber hinausgeht, fällt irgendwo runter. Auch wenn einen doch so manches einen könnte. Bestimmt gibt es Situationen, in denen Wege sich teilen und man nicht mehr zueinander findet. Aber was ist mit all den Wegen, die parallel laufen, auf ähnlicher Strecke, mit ähnlichen Höhen und Tiefen? Und man ist nicht mal mehr in der Lage, sich hin und wieder zu winken und sich mitzuteilen: Hey, es gibt mich noch und wir sind immer noch miteinander verbunden. Mindestens im Herzen. Oder gehört es im Leben einfach dazu, dass man sich ohne größere Gründe trennt und nie wieder sieht? Oder verbindet einen mit den Menschen, mit denen man den Kontakt hält, doch mehr als mit den anderen wo der Kontakt brachliegt? Wie groß ist unsere Welt, die wir uns erschaffen? Um es mit den Worten einer lieben Freundin zu sagen: „Manchmal sind wir auch nur ganz klein.“ Und unsere Welt, unser Tun und alles ebenso. Es macht mich traurig, dass so vieles so kurzlebig ist. Episodenartiges Leben mit immer neuen Besetzungen. Jede Besetzung hat ihre eignen Vorteile. Und doch fragt man sich, was mit den anderen geschieht, die nicht mehr aktuell zu sehen sind...

Viele Fragen. Kaum Antwort. Denn manchmal lässt sich das Leben nicht erklären.

Montag, 22. Oktober 2012

Crazy.

Ich bin ein großer Wortfreund. Das ist für die meistens nichts Neues. Manchmal kann ich stundenlang über ein Wort nachdenken und überlegen, welche Bedeutung es hat für die Welt und für mich, wie es klingt, was es noch bedeuten könnte und all sowas.
Als ich in einem Seminar saß, sagte jemand den Satz: „Das ist doch total verrückt.“ Eine Aussage, die eigentlich nicht viel Besonderes beinhaltet. Aber in meinem Kopf hallte ein Wort nach:
VERRÜCKT. Verrückt. Verrückt. Verrückt. Verrückt. Verrückt. Verrückt. Verrückt. Verrückt....

Wenn man das Wort „Verrückt“ in dem Zusammenhang hört, wie in dem Beispielsatz scheint daran eigentlich nichts seltsam. Etwas ist total abgedreht, erstaunlich, unglaublich. Aber während das Wort im Hirn herumgeisterte fiel mir etwas auf:

Etwas ist verrückt, weil es von dem eigentlich Platz weggeschoben wurde. Ein Möbelstück zum Beispiel kann verrückt sein. Das heißt, wenn wir verrückt sind, befinden wir uns nicht mehr an dem für uns vorgesehen Platz. Oder wir bringen nicht das Verhalten an den Tag, dass von uns erwartet wird, das, was eigentlich dahin gehört.

Wenn wir verrückt sind, sind wir verschoben worden. Oder wir haben uns selbst an einen neuen Platz gebracht. Manchmal ist es gut, ein bisschen verrückt zu sein. Ein bisschen aus der Norm zu fallen. Seinen alten Platz zu verlassen.
Wenn man etwas verrückt, ist der Anblick danach immer erstmal gewöhnungsbedürftig. Wir sind etwas anderes gewohnt. Und dennoch gewöhnt man sich auch an das verrückte.

Seinen Platz zu wechseln, die Perspektive zu verändern, das Gesamtbild mal aufzulockern, sich ein bisschen verrücken und verrückt sein. Das schadet selten.

Montag, 15. Oktober 2012

Die Sache mit den Erkenntnissen.

Jeder Mensch hat Erkenntnisse. Beinahe täglich. Wir erkennen, dass es sinnvoll ist, im Herbst immer einen Regenschirm in Griffweite zu haben oder dass man sich doch lieber eine Kleidungsschicht mehr anlegen sollte. Wir erkennen, dass es doch sehr nervenaufreibend sein kann, einem Typen dabei zuzusehen, wie er die Schallmauer mit einem Sprung aus der Stratosphäre durchbricht oder das der Salat im Kühlschrank schlecht geworden ist und wir dringend neue Milch brauchen. Wir erkennen Dinge und ziehen einen Schluss daraus. Wir lernen etwas dazu. Wir wachsen. Wir gehen voran. Wir lassen vielleicht sogar Dinge hinter uns, wenn wir erkennen, dass diese Verhaltensweise uns nicht gut tut und wir sie unterlassen sollten oder dass jene Beziehung an ein Ende gelangt ist.

Die Schlussfolgerungen, die wir aus diesen Erkenntnissen ziehen, sind wichtig für uns, teilweise sogar überlebenswichtig. Und eine (überlebens-)wichtige Information werden wir nicht für uns behalten. So wie Eltern ihren Kindern Grundlagenwissen mitgeben, damit sie überleben können in unserer Welt, gibt jeder Mensch seine Erkenntnisse weiter, denn er will seine Mitmenschen am Leben erhalten.

Aber manchmal passiert es, dass wir Erkenntnisse haben, die für unsere Mitmenschen in ihren Lebenssituationen eigentlich nicht relevant sind. Stellen wir uns folgendes vor:

Ein Mensch will sich im Tauchen üben und springt in einen See und taucht und taucht und taucht. Früher oder später wird er feststellen, dass er nicht genügend Sauerstoff in sich hat, um eine lange Tauchstrecke unbeschadet zu überstehen. Diese Erkenntnis ist für ihn überlebenswichtig und von großer Bedeutung. Beim nächsten Tauchgang rüstet er sich also mit einem Sauerstoffgerät aus und kann so sein Vorhaben vollkommen machen. Nachdem er wieder auftaucht, sieht er einen anderen Menschen am Ufer sitzen und klettert an Land und fragt: „Hast du ein Sauerstoffgerät?“ Der am Ufer Sitzende verneint. „Nicht? Mensch, ich sag dir, ein Sauerstoffgerät ist so wichtig! Du solltest dir unbedingt eins anschaffen! Du wirst es brauchen, wenn du in dem See tauchst! Mir hat es vollkommen neue Möglichkeiten eröffnet und indirekt sogar das Leben gerettet! Ich wollte es erst so versuchen, aber erst mit dem Gerät hier, konnte ich beinahe bis zum Grund tauchen!“ Der andere nickt und lächelt. „Wirklich! Dieses Sauerstoffgerät ist so wichtig! Hol dir eins! Du wirst es nicht bereuen!“ Was soll der andere da sagen? Vielleicht will er niemals so tief tauchen. Und so lange er am Ufer sitzt und den Sauerstoff atmet, der ihn umgibt, wird er nicht auf ein Sauerstoffgerät angewiesen sein. Und trotzdem hat der Taucher recht: Im Falle des tiefen Tauchens ist ein Sauerstoffgerät unablässig und überlebenswichtig.

Was ich damit sagen möchte: Manchmal haben wir Erkenntnisse, die für uns von großer Bedeutung sind, aber für andere Menschen eigentlich gerade überhaupt nicht relevant. Und genauso kann es passieren, dass Menschen uns von ihren Erkenntnis berichten und vielleicht sogar versuchen uns davon zu überzeugen, dass es gerade das einzige Thema ist, was irgendeine Bedeutung hat. Aber nicht immer hat das, was für uns überlebenswichtig ist, die gleiche Wichtigkeit für die Menschen um uns herum in ihrer Situation. Und trotzdem kann es wichtig sein, ihnen die Erkenntnis weiterzugeben, im Fall dessen, das sie in deine Situation kommen. Ebenso kann es wertvoll sein, auf die Erkenntnisse der anderen zu hören, auch wenn sie einem selbst in dem Moment völlig überflüssig und unwichtig erscheinen. Sie können für uns in einer anderen Situation ebenso überlebenswichtig sein. Und manchmal ist es gut, von den Erkenntnissen anderer Menschen zu lernen.

Danke fürs Lesen. 

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Nichts Neues. Oder?

„Erzähl mir doch mal, was gibt es Neues bei dir?“ Immer diese Frage, die man fragt und gefragt wird und die man so selten zu beantworten weiß. Es gibt nicht viel Neues, denn im Leben treiben wir vor uns hin. Der Alltag lässt uns schnell alles gleich erscheinen. Was gibt es also Neues? Ich bin heute Morgen aufgestanden, so wie jeden Tag in meinem Leben, dass ist also mehr als Routine und überhaupt nichts Neues. Genauso wie der Rest des Tages. Unterschiedliche Mahlzeiten mit unterschiedlich viel Liebe und Enthusiasmus zubereitet. Ein bisschen was geschrieben, telefoniert, gearbeitet. Aber das alles ist nichts Neues. Was gibt es Neues im Leben? Scheinbar nichts.

Und das ist sehr scheinbar. Denn im Leben der meisten Menschen passiert eine ganze Menge. Viele Prozesse, vieles was sich verändert ist nicht immer auf den ersten Blick sichtbar. Manches wächst im Inneren, anderes verdeckt und versteckt. Und bei allem gilt:

Im Blick zurück entstehen die Dinge.
(In Höchsten Höhen – Tocotronic)

Ich habe an eine Freundin einen Brief geschrieben, in dem ich ihr von den wichtigsten Dinge meines Lebens der letzten vier Monate erzählt habe. Es wurde ein langer Brief. Und ja, mein Jahr 2012 ist sehr turbulent und deswegen gibt es eigentlich viel Neues. Aber manchmal vergisst man das, kann das Leben nicht als ein sich immer wieder erneuerndes Etwas wahrnehmen. Vielleicht weil wir nicht erwarten, dass es sich erneuert. Vielleicht, weil die gelegentliche Eintönigkeit des Alltags viel mehr schluckt, als einem lieb ist. Vielleicht, weil wir das Leben nicht tief genug ausschöpfen. Vielleicht, weil wir uns nur auf offensichtliches stürzen und vergessen, auf die Neuerungen zu achten, die unsere Seele, unser Herz, unsere Erkenntnis betreffen.
Stell dir vor, jemand fragt dich: „Was gibt es Neues bei dir?“ und du antwortest ihm: „Ich habe erkannt, dass ich meine Zeit falsch nutze und versuche jetzt mein Denken und meinen Tagesablauf so zu verändern, dass ich mehr Zeit habe, für die Dinge, die mir wichtig sind.“ oder „Ich habe festgestellt, dass sich ein Tag viel besser überstehen lässt, wenn man sich nicht von seinen negativen Gefühlen runterziehen lässt.“ Es wären zumindestens mal interessantere Antworten als „Nicht viel.“ oder „Nichts besonderes.“

Manchmal erkennen wir erst in der Reflexion, was sich in unserem Leben alles verändert. Und manchmal verschluckt unser Alltag viel von den Dingen, die sich verändern und die uns vielleicht sogar Freude bereiten könnten. Es wäre ein und mehrere Versuche wert, mehr auf die Neuerungen als auf den Alltagstrott zu achten. Sich an dem orientieren, was sich verändert und nicht in der grauen Masse versinken. Auch wenn man nicht immer auf alle Veränderungen steht – früher oder später sind sie meistens besser, als der Stillstand. Und dann sollte man die Zukunft nicht aus den Augen lassen. Denn:

Im Blick nach vorn entsteht das Glück.
(In Höchsten Höhen – Tocotronic)

Danke fürs Lesen.

Freitag, 5. Oktober 2012

Motivationsfrage.

Der Mensch kann alles erreichen. So ziemlich nichts ist unmöglich. Wir können alle Wege gehen, die uns zur Verfügung stehen und jede Entscheidung in dem Stil treffen, wie wir es uns vorstellen. Wir können reich und erfolgreich werden, intelligent, belesen, einfühlsam, verständig, reflektierend, selbstbewusst und sogar glücklich. Selten lassen sich diese Zustände von heute auf morgen erreichen und in uns anschalten wie einen Lichtschalter. Wir müssen sie uns antrainieren, unsere Denkweise umstellen, hart dafür arbeiten, jeden Tag neu in diese Richtung gehen um an ein Ziel zu kommen.

Und um dieses Ziel zu erreichen brauchen wir nur eines: Motivation. Und Motivation bekommen wir meistens nur dann, wenn wir einen Grund haben, warum das, was wir tun oder wohin wir kommen wollen, sinnvoll ist. Wenn wir das Ziel vor Augen haben und wissen, wir wollen es auch wirklich erreichen.
Denn wenn wir kein Ziel haben, keinen sinnvollen Grund erkennen können, dann macht sich die Motivation rar. Und ohne sie kommen wir nicht weit.

Ich bin inzwischen zu der Überzeugung gelangt, dass ein Mensch wirklich alles erreichen kann, wenn er nur motiviert ist. Aber in den allermeisten (Alltags-)Fällen, haben wir keine oder sie ist uns abhanden gekommen. Egal ob in der Ausbildung, im Job, vielleicht sogar in der Familie und in unserer eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Deswegen ist es so unheimlich wichtig, sich immer wieder die Frage zu stellen: Was ist meine Motivation? Was ist mein Ziel? Für wen oder was mache ich das, was ich tue?

Es gibt Zeiten im Leben, in denen man sich das jeden Tag neu fragen sollte. Oder man schreibt es sich auf und hängt es sich über den Schreibtisch oder ähnliches. Es ist garantiert keine neue Weisheit, aber es hilft den Alltag zu bewältigen und es kann dazu helfen, dass wir das, was wir tun, mit Freude machen. Oder wir erkennen, dass wir uns neu ausrichten und an unserer Lebenssituation und uns selbst arbeiten müssen.

Denn am Ende gilt, was die Band „Wir sind Helden“ in einem ihrer Lieder singt:

Wir können alles schaffen
genau wie die tollen
dressierten Affen -
wir müssen nur wollen!

Also: Was ist deine Motivation für den heutigen Tag?


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