Crazy.

Ich bin ein großer Wortfreund. Das ist für die meistens nichts Neues. Manchmal kann ich stundenlang über ein Wort nachdenken und überlegen, welche Bedeutung es hat für die Welt und für mich, wie es klingt, was es noch bedeuten könnte und all sowas.
Als ich in einem Seminar saß, sagte jemand den Satz: „Das ist doch total verrückt.“ Eine Aussage, die eigentlich nicht viel Besonderes beinhaltet. Aber in meinem Kopf hallte ein Wort nach:
VERRÜCKT. Verrückt. Verrückt. Verrückt. Verrückt. Verrückt. Verrückt. Verrückt. Verrückt....

Wenn man das Wort „Verrückt“ in dem Zusammenhang hört, wie in dem Beispielsatz scheint daran eigentlich nichts seltsam. Etwas ist total abgedreht, erstaunlich, unglaublich. Aber während das Wort im Hirn herumgeisterte fiel mir etwas auf:

Etwas ist verrückt, weil es von dem eigentlich Platz weggeschoben wurde. Ein Möbelstück zum Beispiel kann verrückt sein. Das heißt, wenn wir verrückt sind, befinden wir uns nicht mehr an dem für uns vorgesehen Platz. Oder wir bringen nicht das Verhalten an den Tag, dass von uns erwartet wird, das, was eigentlich dahin gehört.

Wenn wir verrückt sind, sind wir verschoben worden. Oder wir haben uns selbst an einen neuen Platz gebracht. Manchmal ist es gut, ein bisschen verrückt zu sein. Ein bisschen aus der Norm zu fallen. Seinen alten Platz zu verlassen.
Wenn man etwas verrückt, ist der Anblick danach immer erstmal gewöhnungsbedürftig. Wir sind etwas anderes gewohnt. Und dennoch gewöhnt man sich auch an das verrückte.

Seinen Platz zu wechseln, die Perspektive zu verändern, das Gesamtbild mal aufzulockern, sich ein bisschen verrücken und verrückt sein. Das schadet selten.

Kommentare

Andy Bodenschatz hat gesagt…
Ich finds manchmal ein Kompliment "verrückt" genannt zu werden... Besonders dann, wenn die vor einer langen unbestimmten Zeit, vor Urzeiten an die sich keiner mehr erinnert, verschobene Welt von ihrem Bestimmungsort weggeschoben wurde und alle heute dies als Normalzustand auffassen. Wenn man sich dann an diesen Ort zurückversetzt wird man als verrüclt betrachtet: juhu!

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