Samstag, 9. Februar 2008

Die Fragen

"Die Frage der Fragen ist, welche Frage das Leben fragt. Fragt es überhaupt irgendwas? Kann es überhaupt sprechen, sich uns mitteilen?
Wenn man nur mal ein paar Sekunden in dieser hektischen Welt stillhält, kann man sie sehen, die Fragen. Sie spiegeln sich im Leben eines jeden Menschen wider..."

Diese Sätze stehen schon seit ca. drei Jahren auf einer kleinen weißen Karte die immer in der Nähe meines Schreibtisches hängt. Heute hab ich sie seit längerem mal wieder bewusst war genommen und mir ist aufgefallen, wie voll das Leben ist mit Fragen. Mein eigenes und auch die der Menschen um mich herum.
Da gibt es unheimlich viele Fragen die die nahe und ferne Zukunft betreffen, deren Antworten wohl mit am schwierigsten sind.
Es gibt auch relativ belanglose Fragen, die zum Beispiel meine Haarfarbe betreffen oder meine Planungen für morgen.
Und trotzdem: Es sind alles Fragen die beantwortet werden wollen.
Ich neige dazu, Fragen lange Zeit mit mir herumzuschleppen bis sie sich selbst beantworten oder verfallen und manchmal finde ich auch einen Menschen, der sich meine Fragen anhört. Und vielleicht sogar eine Antwort hat.
Und in der letzten Woche habe ich festgestellt, dass Menschen, die mir nahe stehen, Fragen mit sich herumschleppen, die zu erdrücken scheinen. Überlebenswichtige Fragen. Fragen zur Bewältigung der Vergangenheit, deren Antworten ungefähr genauso schwierig sein können zu finden, wie die der Zukunft.
Es ist möglich, Fragen zu teilen. Sie auszusprechen und vielleicht auf jemand erfahrenderes zu treffen. So wie die Band Crushhead singt:
"why don`t you scream and shout when you`re face-down?
why don`t you talk to people who find a way out?"
Und manchmal trifft man auch auf jemanden, der zwar genauso wenig Erfahrung hat, aber der sich anfängt mit deiner Frage auseinanderzusetzen und beim Antwort suchen hilft - oder einfach nur da ist und dir zur Seite steht.
Auch wenn das Leben alle Fragen widerspiegelt, sollten wir nicht bei den Fragen stehen bleiben, sondern anfangen nach Antworten zu suchen.

Denn wer bittet, der bekommt. Wer sucht, der findet. Und wer anklopft, dem wird geöffnet.
(Mt 7,8)

Danke fürs lesen.
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Dieses Lied hab ich heute für eine Freundin geschrieben.. einfach um da zu sein:

Can you hear me?
(Refrain)
Hey.. Can you hear me?
I'm sitting here - next to you.
Hey.. Can't you hear me?
I'm next to you - seeing your tears.

I'm here to say that you are pretty.
I'm here to say that I love you so much.
I'm here to say that you are never alone.
I'm here to say: You are my girl.

Hey.. Can you hear me?
I'm sitting here - next to you.
Hey.. Can't you hear me?
I'm next to you - seeing your tears.

I just want you to stop crying.
I just want you to remember the good days.
I just want you to smile for me.
i just want you to be happy.

Hey.. Can you hear me?
I'm sitting here - next to you.
Hey.. Can't you hear me?
I'm next to you - seeing your tears.

I talk to you but you can't hear my voice.
And you can't feel my fingers touching your face.
I wish you could see me sitting next next to you.
But you can't, 'cause I'm an angel

Hey.. Can you hear me?
I'm sitting here - next to you.
Hey.. Can't you hear me?
I'm next to you..

Freitag, 1. Februar 2008

Schatzsuche

Es kann seltsam sein, wenn man Menschen begegnet, die man einst gut gekannt hat, oder zumindest meinte dies zu tun. Solche Begegnungen können schmerzen, wenn man merkt, dass man diesen Menschen nicht mehr kennt und wenn sie die Frage aufwerfen, ob das damals überhaupt so gewesen war.
Manchmal hab ich das Bedürfnis zu Menschen Kontakt aufzunehmen, die nicht mehr aktiv ein Teil meines Lebens sind, aber dies mal waren. Jedesmal keimt die Hoffnung auf, dass da noch die Reste einer Verbindung verbrogen sind, in einem selbst und natürlich auch in dem anderen.
Es ist wie wenn man in einem versunkenen Schiffswrack nach einer winzigen Kiste suchen muss, in der sich das kostbare Gold befindet. Doch die Sauerstoffkapazität bei einem solchen Tauchgang ist begrenzt. Man muss strategisch, mit Ausdauer, Kraft und Geduld an solch ein Vorhaben herangehen. Bei einem nicht ernsthaften, spontanen Abtauchen geht man wohl früher oder später einfach drauf und trifft in der Tiefe nur auf gähnende, schwarze Leere.
Meine Tauchaktionen sind meistens recht spontaner Art, ich trainiere es nicht. Ich hole tief Luft und springe ins kalte Wasser. Ich komme eh nie tief genung um irgendwas zu erreichen. Nur die Dunkelkeit macht mir Angst und ich suche verzweifelt nach dem Wrack, indem vielleicht noch was zu finden sein könnte.
Sowas frustriert ungemein. Kälte, Dunkelheit und kein Erfolg.
Vielleicht wäre es einfacher, wenn ich eine sinvolle Strategie entwickel und mindestens den Anfänger-Taucherkurs belege um meine Erfolgschancen zu erhöhen.
Oder ich sollte dafür sorgen, dass nicht so viele Schiffe sinken.
Doch manchmal lässt sich das nicht vermeiden. Menschen gehen auseinander, Verbindungen werden getrennt und Freundschaften verbleichen.
Es liegt im Lauf der Zeit. Und dann lässt sich auch kein Gold mehr in den Tiefen finden. Manchmal sind Dinge einfach vorbei.

Da wäre es vielleicht manchmal sinnvoller sich an den Strand zu setzten bei einem Glas Wein und über das Meer zu sehen und um die versunkenen Schiffe zu wissen die am Meeresgrund schlummern und sich zurück erinnern an schöne und auch traurige Zeiten, aber dennoch das Meer Meer sein lassen und
das Gold Gold und man muss sich auch nicht alle Nase lang in die Fluten der Vergangenheit werfen um darin zu ertinken.

Man sollte sich an dem erfreuen, was jetzt da ist.


Danke fürs lesen.
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