Sonntag, 29. Juni 2014

Mach was.

Vielen Menschen möchte man in diesen Zeiten manchmal zurufen: Tu doch mal was für dich! Nicht, weil sie äußerlich abgewrackt wären, sondern weil sie scheinbar nicht gelernt haben, in stressigen Zeiten auch mal durchzuatmen und auf sich selbst zu achten.

Doch selbst wenn man Menschen soetwas sagt, können sie es pft nicht annehmen. Denn unter "Nimm dir Zeit für dich" oder "Tu dir selbst etwas Gutes" verstehen sie meistens, dass sie NICHTS tun sollen. Und vielen Menschen graut es (aus unterschiedlichsten Gründen) vor dem "Nichts-tun".

Dabei ist "tun" ein ein TU-Wort, ein aktives Wort, ein Verb. Etwas für sich zu tun, bedeutet alsi nicht gezwungendermaßen, alles sein zu lassen. Es bedeutet, etwas bewusst für sich selbst zu tun. Sich zu fragen: Was tut mir jetzt gut? Manchmal tut es gut, einen Tee zu trinken, oder ein Bad zu nehmen oder zu schreiben oder eindach nur still dazusitzen und durchzuatmen. Es tut aber auch gut, Bewegung zu haben oder mit ein paar Handgriffen das Wohnzimmer aufzuräumen, um sich wieder wohlzufühlen.

Oft meint man, es ist entspannend, wenn man einfach nur passiv konsumiert. Aber meistens ist es "gesünder" (für Leib und Seele), sich aktiv und bewusst etwas Gutes zu TUN. Nicht wuseln. Aber auch nicht in Trägheit versinken. Also MACH was für dich!

Montag, 23. Juni 2014

Taubheit.

Es gibt Tage, an denen höre ich mich selbst nicht.
Ich bin nicht taub, höchstens stur.
Egal was mein Innenleben mir versucht mitzuteilen,
ich ignoriere es und versinke in Wuseligkeit.

Wenn ich mich selbst nicht höre,
kann ich auch andere nicht mehr hören.
Als ob meine Empathie sich die Finger in die Ohren steckt
und sagt: „Lalalalaaaa.. Ich kann euch gar nicht hören,
solange ich mir selbst nicht zuhöre.“

Warum ich mir selbst nicht zuhöre?
Weil ich ahne, was ich mir selbst zu sagen habe.
Und weil es manchmal scheinbar leichter ist, zu wuseln,
als sich selbst wahrzunehmen.

Und manchmal ist Ruhe ein Luxus,
den man sich selbst nicht gönnt,
weil man glaubt, es nicht verdient zu haben,
nicht genug gewuselt zu haben, um Pause machen zu dürfen.

Dabei wäre man vermutlich produktiver
und sicherlich ausgeglichener
und bestimmt empathischer und gelassener,
wenn man Ruhe nicht als Luxus sondern als Notwendigkeit akzeptiert.

Und wenn man mehr Geduld mit sich selbst hat.

Samstag, 21. Juni 2014

trust fall.

„trust fall“ war gestern mein Lieblingswort. Ich habe es in unterschiedlichen Zusammenhängen gesagt und mich über mich selbst gewundert, dass mein Gehirn damit um die Ecke kam. Mit Einem „trust fall“ bezeichnet man die Übung, bei der sich jemand rückwärts von etwas runterfallen lässt und andere ihn auffangen – eine Frage des Vertrauen.

Ich bin kein Fan davon. Weiß auch gar nicht, ob ich es jemals so bewusst gemacht habe. Es ist eine Gruppenübung, damit man lernt, anderen Menschen zu vertrauen, dass sie einen auffangen wenn man fällt. Denn im Leben fällt man oft. Vielleicht mehr sinnbildlich als körperlich, aber es ist meistens gleichermaßen angsteinflößend, wenn man den Boden unter den Füßen verliert und im freien Fall keine Sicherheit mehr hat.

Das Gefühl im Leben zu fallen, nicht mehr auf der sicheren Seite zu sein, keinen Halt mehr zu haben und mindestens innerlich panisch kreischend mit den Armen zu rudern, kennt vermutlich jeder. Und wie oft glaubt man, am Ende zerknirscht auf dem Boden als Haufen Elend zu enden? Besonders im freien Fall, wenn das Leben quasi an dir vorbeizieht und du dich fragst „Warum habe ich mich nicht doch festgehalten?“ oder „Warum habe ich mich nicht besser vorbereitet?“ oder „Warum bin ich nicht gleich den anderen Weg gegangen?“ ist die Aussicht, donnernd auf dem harten Boden der Realität aufzuprallen, nicht sehr motivierend.

Meistens vergessen wir im freien Fall, dass es Menschen gibt, die uns auffangen – egal wie spontan wir abstürzen oder wie lange wir an einer Klippe stehen und das Loslassen üben oder wie lange wir schon fallend unterwegs sind. Im Leben zu fallen, sprich entweder zu „versagen“ oder sich vertrauensvoll ins Ungewisse zu werfen, bedeutet meistens nur, dass wir die Ebene verlassen, auf der wir vorher waren. Manchmal ist es ein Abstieg, der nicht sein müsste, weil unser Weg nach oben geht. Manchmal ist es aber auch ein Absprung in ein tiefes Vertrauen. In ein Vertrauen, dass wir nicht tiefer fallen können als in Gottes Hände und in ein Vertrauen, dass nicht alle Menschen wegrennen, wenn man etwas Neues wagt.

Das Gefühl beim Fallen ist ätzend. Aber Vertrauen gibt Hoffnung. 


Mittwoch, 4. Juni 2014

Spiegelbild.

Unser äußeres Erscheinungsbild spiegelt sich in vielen Dingen. Am klarsten natürlich in einem dafür vorgesehenen Spiegel. Aber auch in vielen anderen Gegenständen wie Schaufenstern, glatten Oberflächen oder stillen Wassern. Nicht jedes dieser Spiegelbilder zeigt uns ganz so exakt und eindeutig, wie wir sind, aber alle spiegeln etwas von uns wieder. Und wenn es nur unsere Silhouette ist.

Als ich in den vergangenen Tagen beim Optiker war, fragte man mich, wie viel Stress ich in letzter Zeit hätte oder ob irgendwelche besonderen Vorkommnisse gewesen wären. Ich stutze etwas und man beteuerte mir, es ginge nicht um unangebrachte Neugier, sondern um mein Wohlbefinden und die daraus eventuell folgenden Veränderungen meiner Sicht. Das alte Sprichwort wurde zitiert: „Die Augen sind der Spiegel der Seele.“ Natürlich kann bestimmt jeder Optiker dieses Zitat auswendig.

Und trotzdem brachte es mich zum nachdenken: Worin spiegelt sich meine Seele wieder? Ich glaube, es beschränkt sich nicht nur auf die Augen. Vielleicht sind sie das offensichtlichste Spiegelbild. Aber ich glaube, es gibt auch eine Menge anderer „Oberflächen“ auf die sich unsere Seele und unser Seelenbefinden projiziert. Sprache und Gestik gehören bestimmt dazu. Aber ich denke auch unser ganzes äußeres Erscheinungsbild, das sich im Spiegel zeigt, ist Ausdruck unseres Seelenbefindens. Was in unserem Innern ist, was stimmig ist oder nicht, drückt sich vermutlich in allem aus, was wir tun und wie wir es tun.

Man muss nur die Augen aufhalten, nach außen und nach innen und kann dabei eine Menge entdecken. Dabei muss es nicht gleich um eine Wertung gehen, ob uns gefällt, was wir sehen. Es geht viel mehr erstmal um eine Wahrnehmung dessen, was wir sind und was unser Innerstes bewegt.

Schau doch mal (bei dir selbst) vorbei.
Auf baldigst!

Dienstag, 3. Juni 2014

Groß denken.

Ich kenne nur wenige Menschen, die groß von sich denken. Groß meint, dass man sich Dinge zutraut, dass man sich an Neues herantraut ohne Ewigkeiten zu zweifeln. Von sich selbst groß denken beinhaltet wohl generell wenig Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühle. Natürlich hat jeder Mensch mal solche Momente, aber eigentlich, EIGENTLICH, dürfte man groß von sich denken. Ein leichtes „Tschaka, das schaff ich!“. Aber oftmals reicht es dafür nicht in dem kleinen eigenen Ich.

Deswegen ist es gut, wenn es Menschen gibt, die groß von einem denken. Die einem Dinge zutrauen und motivieren. Manchmal reicht da ein „Du kannst das!“ und manchmal muss es mehr sein. Beeindruckend finde ich es, wenn Menschen groß von einem denken ohne den kleinsten Zweifel. Wenn sie mit einer absoluten Selbstverständlichkeit nicht nur groß von dir denken, sondern dich groß SEHEN.

Wenn einem solche Leute begegnen, gibt es oft einen kleinen Moment der Erschütterung darüber, wie wenig groß man von sich selbst denkt. Aber wenn man daran nicht hängen bleibt, sondern die großen Gedanken über einen selbst mal zu lässt, kann das ein Anfang von neuen Wegen sein.

Denk groß von dir selbst.
Und denke groß von anderen, denn sie tun es selbst meistens nicht von sich.

 Auf baldigst!

Montag, 2. Juni 2014

Weil jetzt Sommer ist.


Es gibt dieses Sommerlied von I. Pohlmann, dass man eigentlich nur singt, wenn kein Sommer ist. Es beschreibt all die tollen Dinge, die man tun kann, wenn endlich Sommer ist. Also eigentlich beschreibt er nur, dass er ans Meer fahren würde. Und wie toll es wäre, wenn jetzt Sommer wäre.

Und dann gucke ich aus dem Fenster und auf meinen Kalender und sehe: Es ist Sommer. Der Juni ist da, auch wenn ich mal wieder nicht ganz begreifen kann, wo die anderen Monate geblieben sind. Die Sonne scheint, es gibt überall Erdbeeren, Menschen tragen Flipflops und Sonnenbrillen zu tragen ist inzwischen wirklich sinnvoll. Achja und ich habe meinen ersten Sonnenbrand. Wenn das kein eindeutiger Hinweis für Sommer ist.

Und dann denke ich mir: Was will ich denn nun machen, wo nun endlich Sommer ist? Auch wenn er viel schneller gekommen ist, als ich gedacht hätte. Was will ich tun mit der Begründung „weil jetzt Sommer ist!“?
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Meine persönliche Wahl trifft jetzt noch nicht einmal so sommerspezifische Dinge. Vielmehr habe ich Lust zu schreiben, weil jetzt Sommer ist und Sommer schön ist und ich dafür gerade Zeit habe. Und ich habe Lust, ein paar Dinge anzugehen, weil jetzt Sommer ist, und sie zu lange nicht gemacht wurden. Und ich möchte mich freuen, weil jetzt Sommer ist und ich das einfach genießen will!

Weniger warten, mehr machen.

Sommergrüße & auf baldigst!


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