Montag, 26. August 2013

Abschalten.

Mein Smartphone hängt an der Ladestation. Drei Anrufe in Abwesenheit. Und eine Nachricht: Habe versucht dich zu erreichen, müssen reden. Jetzt ist es schon nach zehn Uhr. Die Anrufe in Abwesenheit sind 1 ½ Stunden her. Die Person sicherlich jetzt anderweitig beschäftigt. Soll ich jetzt einfach zurückrufen? Lieber der Schriftweg. Schnelles Getippe: Ruf mich an, wenn du noch Zeit hast. Die Frage ist eigentlich: Habe ich noch Zeit? Eigentlich würde ich ja gerne zurück aufs Sofa und den Abend ausklingen lassen. Und es ist ja immerhin schon nach 10. Aber wenn wir es heute noch klären können, muss ich morgen nicht als erstes daran denken, wenn ich aufwache. Denn das hat sich eingeschlichen: Der Blick aufs Smartphone kurz nach dem Aufwachen. Schließlich dient das Multifunktionsgerät ja auch als Wecker und wenn man es eh schon in der Hand hat...

Seit ungefähr einem Jahr bin ich nun Besitzerin eines Smartphones. Nachdem ich erst immer vehement dagegen gewehrt habe. Mit der Argumentation: Ich will ja auch gar nicht immer und überall erreichbar sein und so viele Menschen versuchen mich eh nicht über das Handy zu erreichen. Eigentlich nur mein Mann. Und mal jemand aus der Familie.
Aber irgendwann hat mich der Reiz dann doch gepackt. Das Getippe und Gewusel, all die schönen Apps und alles schön auf ein Gerät komprimiert. Und alle sahen mit ihren Smartphones plötzlich so geschäftigt und begehrt aus. Da will man doch irgendwie mit. Und dann ergaben sich die Umstände, dass es „doch wirklich ganz praktisch wäre seine Emails unterwegs zu checken. Und der Kalender lässt sich doch auch über Google synchronisieren. Das ist so unglaublich praktisch.“ Ganz zu schweigen von den schönen Spielchen, der Kamera und WhatsApp.

Und jetzt würde ich es gerne manchmal einfach abschalten. Für länger.
Ja, natürlich mag ich noch viele von den Dingen, die das Gerät kann. Es gibt lustige Spielereien. Und jede Menge Schnickschnack. Ich bin damit vielleicht sogar beschäftigter, ja vielleicht sogar „begehrter“, weil auf allen Ebenen und zu (fast) jeder Zeit erreichbar. Aber bin ich glücklicher?
Es ist so schwierig, etwas auszuschalten, was man spätestens zum Wecken wieder braucht. Und woran man sonst Freude hat. Aber wenn dein Wecker gleichzeitg dafür sorgt, dass du nachts mit Nachrichten versorgt wirst und dich theoretisch jeder anrufen kann, ist das schwierig. Natürlich stell ich den Ton nachts aus. Aber das Dilemma der entgangenen Anrufe – siehe oben.

Wie wichtig ist wichtig und wenn es wirklich richtig wichtig ist, findet man doch auch andere Wege. Wo ist die Grenze und wann gibt es Feierabend? Gibt es einen Feierabend überhaupt noch?
Klingt vielleicht alles theatralisch.
Aber ich glaube, wir dürfen eins nicht verlernen: Abzuschalten.

Sonntag, 25. August 2013

Was wir brauchen

Was wir brauchen
ist nicht Zeit.
Denn die Zeit
ist beständig.

Was wir brauchen
ist Mut.
Denn der Mut
ist flüchtig.

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