Mittwoch, 28. Oktober 2009

What is life all about?

Worum geht es im Leben? Eine Frage, die mich sehr intensiv in den letzten Tag beschäftigt.
Und das nicht unbedingt aus der geistlichen oder philosophischen Perspektive. Ich frage mich viel mehr, wie man sein Leben gestalten soll, was ganz konkrete Lebenschritte sind wie Studium, Karriere, Hochzeit, Ehe, Kinder, Leben – alles irgendwie. Was tut man und was lässt man? An wem oder was orientiert man sich? Wer setzt die Maßstäbe? Wer kann wissen, was mich glücklich macht? Wieviele Wege gibt es? Und welchen soll ich gehen?

Ich höre so viele Stimmen, die mir sagen, dass ich alles selbst entscheiden muss, dass alles an mir liegt und ich freie Wahl habe. Ich höre Stimmen die sagen, dass ich mich an niemanden orientieren muss oder darf. Und ich höre viele Stimmen, die mir sagen, dass ich mit dieser oder jener Entscheidung nicht glücklich werden kann.

Wenn ich über all das nachdenke, kommt mir das Leben unheimlich anstrengend vor. Das liegt sicherlich daran, dass ich darauf versessen bin es immer allen Menschen Recht zu machen und ich mich dazu verpflichtet fühle, auf die Stimmen zu hören – selbst wenn sie sich widersprechen.
Doch bei all dem höre ich nicht mehr, was meine eigenen Träume und Vorstellungen vom Leben sind. Und ich werfe mir selbst vor, niemals solche Vorstellungen gehabt zu haben, weil ich mich schon viel zu lange an irgendwelchen Stimmen orientiere.
Woher weiß ich, was ich will? Wer sagt mir, dass es nicht die Vorstellungen anderer Menschen sind, die ich versuche um zu setzten?
Wenn mir jemand sagt, dass ich mit dieser oder jener Entscheidung nicht glücklich werden kann, dann habe ich Angst diese Entscheidung zu treffen und gleichzeitig habe ich Angst davor, dass genau diese Entscheidung vielleicht ein Wunsch meines Herzens war.

Solang ich mich erinnern kann, habe ich meine Entscheidungen von anderen Menschen abhängig gemacht. Und vermutlich ist dies auch natürlich, denn zu den meisten Entscheidungen in meinem Leben habe ich immer zwei Meinungen gehört, eine die dafür und eine die dagegen sprach. Und egal für welche ich mich entschieden hab, bin ich einer „vorgegeben“ Meinung gefolgt.
Ist das im Leben immer so? Ich hoffe es irgendwie, weil ich ansonsten irgendetwas gewaltig falsch mache.
Es ist schwer wenn man plötzlich noch mehr Meinungen hört, hinterfragt wird und sich überlegen muss, welcher Meinung man folgt. Ich finde es anstrengend. Eine Garantie gibt es halt einfach nicht.
Deswegen möchte ich diese Gedanken mit folgendem Zitat abschließen:

„So oder so muss man sich darauf verlassen, dass das was passieren soll auch passiert.“

Sonntag, 18. Oktober 2009

Stempellos

Man sagt ja „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“. Auf den Sinn und Unsinn dieses Satzes will ich nicht weiter eingehen, aber ich frage mich, ob man ihn nicht auch übertragen kann auf „Eine neue Peer-Group ist wie ein neues Leben.“?

Wie ich darauf komme:
Ich glaube, wenn man mit einigen Menschen eine längere Zeit verbringt und sie vielleicht nicht direkt persönlich kennen lernt, verfestigt sich ein ganz bestimmtes Bild von der Person in deinem Kopf. Und auch wenn du die Person kennen lernst, bleibt immer noch irgendwo etwas von diesem ersten Bild in deinem Hinterkopf.
So habe ich es zumindest in der Schule erlebt. Wenn du einmal irgendwas machst, was einen Eindruck bei den Menschen hinterlässt, dann bleibt der. Egal ob positiv oder negativ. Du musst den Menschen nur auffallen. Ich bin in der Schule wohl am meisten damit aufgefallen, dass ich zwei Jahre lang grün gefärbte Haare hatte und auch mein sonstiges Erscheinungsbild nicht unauffällig war. Damit muss ich doch einen gewissen Eindruck hinterlassen haben. Denn besonders in der Stufe 13 habe ich öfters zu hören bekommen „Ach Anna, damals, als du noch grüne Haare hattest..“ Das war eine besondere Zeit, die mich selbst auch sehr geprägt hat. Aber am Ende meiner Schulzeit hätte ich mir an manchen Stellen gewünscht, dass nicht immer alle die grünen Haare an mir gesehen hätten, sondern eher die Person, die ich heute bin – die sich, meines Erachtens nach, schon teilweise von der grünhaarigen Anna unterscheidet. Wobei das gar kein Vorwurf sein soll, denn ich sehe auch in Menschen, die ich schon länger kenne, teilweise noch das Bild von dem ersten Augenblick, als sie mir aufgefallen sind. Aber trotzdem habe ich mir immer mal wieder gewünscht, dass man das alte Bild einfach mal ausschalten könnte.

Und jetzt?
Jetzt lerne ich eine ganze, ganze Menge neuer Leute kennen und das ist sehr spannend. Denn man lernt sie JETZT kennen, wie sie HEUTE sind. Und nicht, wie sie in ihrer rebelligen, chicsigen, depressiven, durchgeknallten „Jugendzeit“ waren. Ich will nicht sagen, dass solche Zeiten einen nicht bis ins Heute prägen. Keine Ahnung, wo ich heute wäre, wenn ich nicht all die Phasen durchgemacht hätte, die ich durchgemacht habe. Aber dennoch steht auf meiner Stirn nicht mehr: Anna mit den grünen Haaren.
Allerdings mache ich kein Geheimnis daraus, dass ich mal grüne Haare hatte – die Reaktionen sind amüsierend unterschiedlich von „Das glaub ich dir nicht.“ bis hin zu „Hatte ich auch.“ Aber auch wenn es MICH geprägt hat, es prägt nicht mehr das Bild der Menschen, die mich jetzt kennen lernen. Diese Erkenntnis hat mich irgendwie tief berührt. Und seit ich das weiß, genieße ich mein neues Leben noch mehr. Ich hab das Gefühl, ganz anders auf Menschen zugehen zu können, weil ich weiß, dass sie nur das Bild in erster Linie speichern, dass sie JETZT sehen. Denn alles was wir im Nachhinein über die Person erfahren, was die Person früher mal war oder gemacht hat, prägt das Bild nicht so sehr – so denke ich.

Mich hat diese Erkenntnis glücklich gemacht.

Aber ich habe noch einmal das Bedürfnis zu sagen, dass mir all die Menschen, die mir meine grünen Haare heute immer noch anrechnen, auch sehr wichtig sind. Man kann ja auch nichts dafür, wann man eine Person kennen lernt. Und vielleicht lern ich in zehn Jahren neue Menschen kennen und denke mir: Angenehm, dass sie mich jetzt kennen lernen und nicht die verwirrte Studentin in mir sehen.. :D

Hach, ich hoffe meine Gedanken waren nicht zu konfus.
Danke fürs Lesen.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Kreativität

Heute Abend habe ich mal wieder meine kreative Ader schlagen lassen und es ist ein Lied dabei heraus gekommen, was mir irgendwie sehr sympathisch ist. Vielleicht mag es ja auch jemand von euch unbekannten Lesern ;)


Life goes on

Und plötzlich ist es weg
Alles was du dir erträumt hast.
Was bleibt, ist der Dreck
und du denkst, du hast die Zeit verprasst.

Doch das Leben
geht weiter.
Bleib nict stehen -
geh mit ihm.

Und da sind die ganzen Gedanken
an Freundschaft, Liebe, Spaß und Lachen
die in deinem Herz versanken
und du denkst, du kannst nicht von ihnen lassen.

Doch das Leben
geht weiter.
Bleib nicht stehen -
geh mit ihm.

Du musst nicht alles vergessen.
Doch richte deinen Blick nach vorn.
Höre auf deine Kopf so zu stressen.
Dein Leben wird es dir danken.

Und das Leben
geht weiter.
Bleib nicht stehen -
geh mit ihm!


Donnerstag, 1. Oktober 2009

Die ersten Schritte..

..in die große, weite Welt hab ich jetzt wohl überstanden. Seit genau einem Monat wohne, lebe, studiere und chill ich nun in Mannheim. In manchen Augenblicken kann ich das immer noch nicht so ganz glauben. Sowohl das ich nun „Mein eigenes Leben“ führe, als auch, dass dieses in Mannheim stattfindet. Diese Stadt ist erst vor zwei Jahren in meine Kopflandkarte eingetragen worden, weil ich hier immer umsteigen musste, wenn ich zu Michy gefahren bin. Und meine ersten Begegnungen mit der Stadt oder besser gesagt mit dem städtischen Bahnhof beruhten nicht auf gegenseitigem Interesse. Der Bahnhof ist nämlich nicht sonderlich hübsch, unpraktisch gebaut (so dass mir dort viel Kälte, Regen und Schnee begegnet sind) und was ich sonst vom vorbeifahren gesehen hatte, war auch nicht einladend.

Und dann kam der denkwürdige Tag, an dem ich das Barockschloss – das größte Deutschlands – entdeckte, welches mitten in der Stadt steht, oder die Stadt steht um das Schloss herum. Es ist wundervoll. Und am wundervollsten ist, dass die Universität in diesem wunderschönen Schloss untergebracht ist. Das war Liebe auf den ersten Blick!
Nun lebe ich in der Stadt der Quadrate (es lohnt sich mal ein Blick auf den Mannheimer Stadtplan zu werfen) und studiere in einem Schloss.

Das eigene Leben erweist sich als ein sehr spannendes Unterfangen. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so viel Spaß macht. Ich lebe alleine (also weder WG noch Studentenwohnheim) und bin äußerst zufrieden damit, vor allem, weil es sehr zentral ist. Außerdem bin ich mir selbst ein zufrieden stellender Mitbewohner und sonst hab ich ja auch noch meine Festnetz-Flat – zum Glück! Mein Lebensmotto lautet im Moment: Übung macht den Meister! Später dazu mehr.

Das Studium macht mir Spaß. Wirklich. Es entspricht sehr meinen Vorstellungen. Ich studieren im System „Bachelor of Arts“ und zwar die Fächer Germanistik (Kernfach) und Soziologie (Beifach). Mein persönlicher Stundenplan ist nicht sonderlich voll, dafür steht viel eigenes Arbeiten und vor allem – wer hätte das gedacht – seitenweise Lesen auf dem Plan. Hier hat die Vorlesungszeit übrigens schon im September begonnen, weshalb ich schon sehr fleißig sein darf und in drei Wochen schon meine erste Teilklausur schreibe.. Ich hoffe, ich erreiche meine Ansprüche und falls nicht, dass ich damit auch leben kann.

In meiner freien Zeit beschäftige ich mich zur Zeit vor allem mit meinem kleinen Haushalt und telefoniere mit meiner Familie und meinem Liebsten. Aber auch ein nettes Treffen im Cafe mit Komolitonen ist nicht außer Acht zu lassen. Zudem hab ich mich der SMD angeschlossen und hab somit wieder alle zwei Wochen Hauskreis – was mir gut tut und mich herausfordert. Ich bin sehr gespannt, wie sich das alles in nächster Zeit entwickelt.

Das Leben bleibt spannend.

Zum Abschluss noch ein paar „Lebensweisheiten“ und Erfahrungen aus meinen ersten vier Wochen:

• Es ist spaßig mit einem Wäscheständer Straßenbahn zu fahren.
• Die Bahn kommt regelmäßig zu früh.
• Kartoffelbrei kann über Nacht schlecht werden.
• Knoblauch hinterlässt nach Verwendung beim Kochen einen intensiven Geruch in der ganzen Wohnung.
• Gepriesen sei der Erfinder des Duschvorhangs.
• Ich verpasse regelmäßig die Bahn.
• Umwege erhöhen die Ortskenntnis.
• Quadratstädte dienen zur Übersichtlichkeit.
• Alice-Vertreter sehen aus wie Bruce.
• Wäsche waschen tut nicht weh, sondern macht glücklich.
• Autofahren macht sehr viel Spaß.
• Man sollte keine Petersilie in heißes Öl werfen.
• Wenn man früher aufsteht, hat man mehr Zeit zum Früh-Chillen
• Im Kühlschrank sollte man keine Eier stapeln.
• Zu Fuß laufen, weil man die Bahn verpasst hat, hält fit.

Danke fürs lesen ;-)
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