Donnerstag, 25. Dezember 2014

Das Weihnachtswunder

Ich bin in den letzten Tagen in Genuss dieses Textes einer Freundin (Janine H.) gekommen, den ich so schön fand, dass ich mir die Erlaubnis geholt habe, ihn hier zu posten. Eine kleine Weihnachtsgeschichte für die Feiertage aus einer fremden Feder sozusagen.. Viel Freude beim Lesen!

Das Weihnachtswunder

Der Dezember ist nun angebrochen und die ersten Gedanken an das Fest, das naht, werden gesponnen.
Wir erinnern uns an letztes Jahr und an die schönen Lieder. 
Meine Gedanken wandern schon zum „Winter Wonderland“, auf Schnee bedeckten Wegen lässt sich erkennen, wie sich die Rehe in der Ferne regen. Große Flocken, die vom Himmel fallen - untermalt mit leichtem Glockenklang. Auf dem nahen See zwischen weißen Zweigen sieht man ein Paar übers Eis gleiten und Hand in Hand Kreise fahren. Wir kommen in das Dorf, das glitzert und glänzt wie nie zuvor, mit Kerzen und Lichtern aller Art geschmückt. Die Atmosphäre unterstrichen von Glühweinduft und Lebkuchenzauber, links ein Kinderchor der „Oh du fröhliche“ singt und rechts die alte Dame mit ihren selbstgestrickten Winterkleidern. Man schaukelt und schwingt fröhlich durch den schönen Platz. Jeder lacht, jeder freut sich, Eltern mit Päckchen für das Kind und Tee für die Großeltern. Aufgeregte Kinderaugen überall.
Freude, Liebe und Familie überall zu spüren. Weihnachten erreicht alle.
So wandern meine Gedanken, wenn ich am fünften Dezember den ersten Schnee fallen sehe und mich frage, ob er wohl liegen bleibt.
Die Tage schreiten weiter und der Schnee liegt natürlich nicht mehr.
Bis zum 20. Dezember wird noch hart gearbeitet. Wir schleppen uns am frühen dunklen Morgen durch Schneematsch, Wind und kalten Nieselregen. Tag für Tag kaum Ruhe zum Atmen und immer was Neues zu tun. Wenn man denn nun endlich den 20. erreicht hat und der Urlaub beginnt, bleibt jedoch auch nicht mehr Zeit, das Haus wird geputzt und geschmückt, der Tannenbaum aufgestellt, Plätzchen gebacken, Geschenke gekauft und verpackt, der große Feiertagseinkauf und Post muss erledigt werden. Die Familie zum Essen einladen und den Nachbarn ein paar Kekse bringen.
So kennen wir das die Vorbereitungen nur allzu gut.
Was würde passieren, wenn wir Zeit zum Atmen hätten? Zum Nachdenken? Zum Verstehen?
Würden wir den Sinn in dem ganzen Tumult finden? Wenn wir nicht mehr wie auf Schienen den Weihnachtsstress ertragen?
Warum schenke wir überhaupt?
Ich habe es dann auch mal geschafft in ein paar freien Stunden durch die Stadt zu streifen und die vollgestopften blinkenden und flackernden Schaufenster zu mustern. Ich bin mir noch unsicher, ob ich überhaupt etwas verschenken soll. Für große Besonderheiten fehlt mir das nötige Kleingeld und den fünften Schoko-Nikolaus und das dritte Parfüm wollte ich dann auch nicht schenken.
Wenn man sich so fragt, was man schenken könnte, ist man schnell bei dem Gedanken
Was braucht er denn?“. Allein der Gedanke ist schön lächerlich.
Als würde man hier in der westlichen Moderne warten bis Weihnachten ist wenn man irgendetwas braucht, sei es eine Winterjacke, Stiefel, ein neues Gerät oder Parfüm. Lächerlich.
Was schenkt man jemandem, der alles hat?
In diesem Moment, als mir dieser Gedanke in den Sinn kam, fand ich die Antwort. Ich weiß es jetzt.
So oft habe ich dieses Fest gefeiert und sah nie einen Sinn darin außer Lebkuchen zu essen und Geschenke auszupacken und mich zu bedanken, auch wenn mir die Hälfte nicht mal gefällt, ich sage nur Socken!
Und der Streit, der unter den Teppich gekehrt wird, weil es Heiligabend ist. Das war alles.
Nie wäre ich auf die Idee gekommen, das Weihnachten mehr ist als Kommerz, Stress und Schulfrei.
Hier steh ich vor einen Handygeschäft, das neuste Telefon auf einen Podest umrandet mit bunten Lichtern und künstlichem Schnee. Darüber ein Schild mit großen Buchstaben und der Aufschrift:
Schenken Sie, was jeder braucht!“.
Ich bin wie gefesselt vor dem Schaufenster. Eine Mutter mit Kind läuft vorbei, das Kind schreit „Mama, aber ich will die neue Playstation, die ist so cool, die hat schon jeder in meiner Klasse, ich brauch sie unbedingt, sonst kann ich nie mehr in die Schule, Biiiiiitttteeee, Mama bitte, MAMA“. Die Mutter entgegnet nur trocken, er solle seinen Vater damit nerven, falls er an Heiligabend da ist, er wüsste sicher eine Lösung.
Die kleine Nervensäge kann mich kaum von meinem Gedanken abbringen. Ich bin fasziniert. Ich weiß nicht ob ich lachen soll oder weinen, lachen weil ich die Antwort habe und weiß, was der Grund ist oder weinen weil ich es jetzt erst verstanden habe, und immer noch kein Geschenk hab und mich der Verkäufer sehr seltsam anschaut, weil sich plötzlich eine komische Mischung aus beidem in meinem Gesicht zeigt.
Was braucht denn jeder Mensch? Ich laufe zurück, einen anderen Weg als zuvor. Auf dem Marktplatz ist Weihnachtsmarkt.
Ich schaue mich um, es ist Nachmittag aber schon dunkel, wie üblich um die Weihnachtszeit. Die Dunkelheit ist bedrückend, die Kälte ätzend. Ich komme Zuhause an, mache mir einen Tee und lese den Brief einer guten Freundin. Nachdem ich meine Gedanken nach dem ereignisreichen Tag sortiere, komme ich zu einem Schluss.
Ich weiß nun, was jeder Mensch braucht und was man ihm zu Weihnachten schenken sollte.
Das eindeutigste ist Licht. Warum feiert man in der Dunkelsten Zeit im Jahr ein Fest? Wir zünden Kerzen an und wollen gemeinsam die Feiertage genießen. Der Mensch braucht Licht. Er braucht Wärme in der kalten Zeit.
Als das Kind heute in der Stadt die Antwort der Mutter vernahm, war es still. Ich sah es nicht, aber ich könnte schwören, es hatte ein Träne im Auge. Sein Vater würde an dem Tag nicht da sein, vielleicht war er das auch noch nie. Vermutlich werden die beiden am Heiligabend, nach dem üblichen Programm, jeder in seinem Zimmer sein und sich mit Tränen in den Augen fragen, warum es dieses Fest überhaupt gibt. Jedes Jahr kommt der selbe Schmerz der Einsamkeit. Da hilft die schöne Coca Cola Werbung, die uns den Zauber der Weihnacht zeigt auch nicht mehr.
Man braucht Liebe und Gesellschaft von anderen.
Manch einer wünscht sich ein Weihnachtswunder doch hat den Glauben daran verloren.
Das brauchen wir auch, Wunder. Wir sollten Wunder schenken.
Ich glaube der Junge hätte die 500€ teure Konsole direkt in die Ecke geworfen, wenn sein Vater in der Tür stünde.
Es wäre ihm ega,l wenn er seinen Papa vielleicht nur ein mal umarmen könnte.
Liebe, Annahme, Vergebung, Herzlichkeit.
Wo kann ich das kaufen und verpacken in Papier mit vielen Sternen drauf. Nirgendwo.
Es fängt an zu schneien. Ich denke noch Tage lang darüber nach.
Ich hab immer noch keine Geschenke.
Es ist Heiligabend aber noch morgens, ich konnte kaum schlafen diese Nacht.
Warum man Morgens um Neun Uhr schon Abend zu einem Tag sagt versteh ich bis heute nicht.
Klingt so als hätte man die Hoffnung schon aufgegeben.
Ich möchte nicht aufstehen, ich hab keine Lust auf die „Alle Jahre wieder“-Parade. Ich stecke immer noch in dem Problem fest, dass ich zwar weiß, was der Mensch braucht, aber keine Ahnung hab, wo ich das herbekomme.
Auf Amazon kann man Milch bestellen aber keine Liebe.
Der Sinn von Weihnachten, Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gemeinschaft, Herzlichkeit und Wärme für alle Menschen.
Ich alleine kann es nicht.
JA, das ist es. ICH alleine kann es nicht. Aber wir alle können es.
Wenn jeder verstehen würde, warum wir Weihnachten feiern. Wenn wir das Licht zu jedem tragen würden.
Zusammen können wir es schaffen, das Weihnachtswunder war werden.
Ich werde es jedem erzählen: „Heute scheint ein Licht für dich“!
Ich möchte ein lächeln, auf dein Gesicht zaubern, eine Freundenträne in deine Auge, Wärme in dein Herz und Hoffnung in deine Gedanken.
Vielleicht habe ich kein Geld und kann nicht backen oder basteln, aber ich kann dir sagen, dass heute ein Licht für dich scheint, dass ich an dich denke und dass keine Tat, die wir aus Liebe tut, vergebens ist.
Geh raus und scheine.

An diesem Nachmittag klingelt es an meiner Tür.
Ich habe meine Erkenntnis zu Weihnachten gerade in einen Text verfasst und in einen Umschlag gesteckt. Er sollte gerade in die Kiste mit Briefen, die an dich adressiert sind, die du leider nie lesen wirst. Ich sehe beim falten das dass „PS.: Ich vermisse dich sehr“ noch nicht trocken ist und beschließe, den Brief noch einen Moment liegen zu lassen und erst zur Tür zugehen.
Ich wische mir schnell die Tränen aus dem Gesicht und öffne mit einem freundlichen Lächeln die Tür.
Ich war zuerst etwas verdutzt aber nicht erschrocken. Da stand er.
Wunderschöne weihnachtliche Klänge erfüllen meinen Flur.
Eine Gruppe von Kindern steht vor meiner Tür und singt mit Flöten und Akkordion die schönsten Weihnachtsstrophen, die man auf dieser Welt gedichtet hat. Es ist zwar kein Glockenklang, aber die stahlenden Kinderaugen erfüllen meine Erwartungen an weihnachtlicher Atmosphäre in dieses Jahr schon vollkommen. Du müsstest dabei sein.
Da steht er direkt vor meiner Nase unter den ganzen Kindern. Der Junge aus der Stadt. Er singt, es scheint ihm Spaß zu machen, er sieht zufrieden aus.
Sie sind fertig mit singen und möchten nun eine kleine Anerkennung dafür. Einer, der etwas älter ist als alle anderen, versucht mir zu erklären, für was sie das machen und so. Ich höre nicht zu. Ich sehe wohl gerade genauso aus wie letztens vor dem Handygeschäft, das erklärt vielleicht der verwirrte Blick und das leicht nervöse Stottern des erklärenden Jugendlichen links neben dem Jungen aus der Stadt .
Er schaut mit leicht gesenktem Blick auf meine Schuhe neben der Tür. Seine Augen, so traurig , jetzt wo er nicht mehr singt.
Ich drehe mich um und gehe in die Küche um Süßigkeiten und ein bisschen Geld für was weiß ich was zu geben. Ich weiß nicht mal, ob der Jugendliche ausgesprochen hat.
Ich stehe in der Küche, meine selbst zusammengestellte Weihnachtsmusik CD spielt gerade das fünfte Lied an.
Mir stockt der Atem. Das ist doch.. ja ich erkenne es, die Melodie, eindeutig. Es läuft „This little light of mine“.
Ich erinnere mich an meine Erkenntnis zum Fest und vor meinen Augen stehe ich wieder vor dem Handyladen, wo mich der Verkäufer seltsam ansieht und der Junge vorbei läuft.
Ich erinnere mich an das Licht.
Ich nehme einen Notizzettel schreibe „Schöne Stimme, deine Eltern müssen sehr stolz sein, auch dein Papa“ dazu noch etwas kleiner in der Ecke „Sei ein Licht“.
Zurück an der Tür drückte ich dem Jungen den Zettel mit einem Teelicht in die Hand so das man den Zettel nicht direkt sehen konnte. Nebenbei warf ich dem jugendlichen Sprecher der Truppe ein Beutel Süßigkeiten und etwas Geld zu.
Der Junge sah den Zettel erst, als er schon auf der Treppe stand. Schlagartig waren seine Augen mit Tränen gefüllt. Er drehte sich um schaute fast so verwirrt wie der Verkäufer im Handygeschäft, aber hatte dann ein Lächeln in den Augen, das sich zum Mund durch kämpfte. Der Jugendliche ruft ihn, er soll endlich kommen. Er winkt und verschwindet mit der Gruppe im dunklen Nachmittag.

Das war mein Weihnachtswunder. 

Text von: Janine Haßdenteufel 

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Frohe Nachricht

TO: elisa_beth@mountainhigh.com; zach.priest@templeservant.org
FROM: jo_sepp@naza-net.com

Betreff: :) :) :)


Es ist passiert: Meine wundervolle Maria hat das Kind zur Welt gebracht!
JESUS ist sein Name. Alles ist ganz anders, als wir es geplant haben. Und Jesus ist ganz anders. Er strahlt so viel Liebe und Frieden aus, obwohl er in so einem Stress und seltsamen Umständen geboren wurde. Allen geht es gut.
Wir sind Gott so dankbar. Und ich kann es nur nochmal sagen:
JESUS IST GEBOREN. Heute ist sein Geburtstag! Er ist der Sohn Gottes.

Freut euch mit uns!


Überwältigt,
Joseph.

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Adventsblog 2014: Was passierte wohl vor Jesu Geburt? Eine freie Darstellung der Texte aus der Bibel (Matthäus 1,18-24; Lukas 1+2) von Anna-Geraldine Link

Montag, 22. Dezember 2014

Kein Platz




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Samstag, 20. Dezember 2014

Namenssuche



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Donnerstag, 18. Dezember 2014

In die Ferne...

TO: zach.priest@templeservant.org
FROM: jo_sepp@naza-net.com

Betreff: Volkszählung



Lieber Zach,
ich gratuliere dir von Herzen zu der Geburt deines Sohnes. Möge Gott ihn reichlich segnen und ihn zu einem Mann nach seinem Herzen formen!


Du hast sicherlich von der Volkszählung gehört, die Kaisers Augustus angeordnet hat. Weil ich ja ein Nachkomme Davids bin, werde ich nach Bethlehem in Judäa reisen müssen und Maria mitnehmen – und das in ihrem Zustand.... Je nachdem, wie gut wir durchkommen und wie lange die Behördengänge dort brauchen (ich befürchte, es wird unglaublich überfüllt sein...) kann es gut sein, dass Maria das Kind in Bethlehem entbinden muss. Das ist natürlich nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Es wäre für uns alle wesentlich entspannter, wenn das Kind hier geboren werden könnte, auch weil Maria sich in ihrer gewohnten Umgebung natürlich sicherer fühlt. Aber uns bleibt nichts anderes übrig. Leider haben wir keinerlei Möglichkeiten, etwas für unsere Ankunft dort zu organisieren – auch weil ich gerade gar nicht abschätzen kann, wie unsere Reise verläuft, Maria ist ja inzwischen wirklich hochschwanger!

Ich wäre dankbar, wenn ihr im Gebet an uns denken könntet. Ich weiß, dass Gott alles zum Guten wendet und er weiß, was wir brauchen.
Wir halten euch auf dem Laufenden!
Mit besten Grüßen
Joseph.

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Dienstag, 16. Dezember 2014

Er ist da!

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Sonntag, 14. Dezember 2014

Glücklich


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Freitag, 12. Dezember 2014

Kicking Baby



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Donnerstag, 11. Dezember 2014

Adventsstimmung?

Advent ist ja so ne Sache. Eigentlich denkt man schon langsam in „besinnlicher Stimmung“ zu sein. Aber irgendwie dann doch nicht, weil drumherum alles nur nass und grau (selten weiß), kalt und Alltag ist. Weil man noch arbeiten gehen muss und tausend normale Sachen zu tun hat, die eigentlich so gar nichts mit Advent zu tun haben. Und dann kommen noch die tausend Sachen, die man für Weihnachten machen will oder muss, aber der Kopf und vielleicht auch das Herz haben keinen Nerv dafür.

In einem englischen Weihnachtslied heißt es: Everybody knows a turkey and some mistletoe, help to make the season bright.  Frei gesagt: Jeder weiß, ein Truthahn und ein Mistelzweig helfen dabei, dass die Jahreszeit glänzt. Beides hat in der deutschen Tradition nicht so viel zu sagen. Und ich will auch nicht nochmal einen Artikel über den Sinn und Zweck von ein bisschen Kerzenschein schreiben. (Das kannst du hier nachlesen.)

Aber heute morgen kam mir ein anderer Gedanke zu diesem Thema:
Im Bezug auf Weihnachten, die Menschwerdung Gottes, sagt man auch „Gott kommt, um bei den Menschen zu wohnen.“ Da kam in mir die Frage auf: Fühlt sich Gott wohl bei mir wohl? Sowohl in meiner Wohnung, die noch so manchen Feinschliff mindestens vor den Feiertagen, aber auch grundsätzlich, braucht? Als auch – und das noch viel wichtiger: In meinem Herzen?

Wenn ich aufräume, geschieht das immer äußerlich und innerlich. Es geht mir besser in der Ordnung, und innere Ordnung und Ruhe sind sowieso ein Segen. Wieviel Wert lege ich darauf, dass Gott sich wohlfühlt? Ganz besonders in dieser Zeit, in der ich mich daran erinnern darf, dass er doch gekommen ist, um bei uns zu wohnen?

In Jesaja 11,10 steht der Satz: „Die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein.“ Ich möchte dafür sorgen, dass meine Stätte im Realen und in meinem Herzen, herrlich für ihn ist – so gut ich kann. Auch wenn das bedeutet, gegen die Kälte und den Alltagsstress anzustehen.

So mal als Gedanken zwischendurch....

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Ein Traum später



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Montag, 8. Dezember 2014

Abstand gewinnen



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Samstag, 6. Dezember 2014

Und dann kam Gabriel


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Donnerstag, 4. Dezember 2014

Grüße aus der Kur



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Dienstag, 2. Dezember 2014

Neuigkeiten


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Montag, 1. Dezember 2014

Adventsblog 2014

Wer diesen Blog schon ein paar Jahre verfolgt, weiß, dass ich schon ein paar mal einen „Adventskalenderblog“ geschrieben habe – es gab also im Advent jeden Tag einen (adventlichen) Eintrag. Dieses Jahr wollte ich wieder einen schreiben, aber bitte mit mehr Motivation und Durchhaltevermögen.... Also habe ich mich hingesetzt und es ist eine ganz neue Art des Adventsblogs entstanden.

Das erwartet dich dieses Jahr im Advent auf diesem Blog:
Jeden zweiten Tag (ab dem 2. Dezember, also immer an den geraden Tagen) kannst du hier einen wirklich adventlichen Text lesen, denn ich habe die Vorweihnachtsgeschichte, wie sie in der Bibel genannt wird, frei aufgearbeitet und in einer Email-Variante dargestellt. Du wolltest schon immer mal wissen, was vor Jesu Geburt passiert ist? Hier kannst du es die nächsten Tage lesen!
Zur Einführung folgt jetzt die Vorstellung der vier auftretenden Charaktere:
  1. Maria // Email: marywithy@naza-net.com
    Mutter von Jesus, Verlobte von Joseph, sehr jung, verwandt mit Elisabeth, wohnhaft in Nazareth
  2. Joseph // Email: jo_sepp33@naza-net.com
    Verlobter von Maria, Tischler, Nachkomme von König David, wohnhaft in Nazareth
  3. Elisabeth // Email: elisa_beth@mountainhigh.com
    Frau von Zacharias, wohnhaft im Bergland von Judäa, Verwandte von Maria, schon etwas älter, unfruchtbar
  4. Zacharias // Email: zach.priest@templeservant.org
    Mann von Elisabeth, jüdischer Priester im Tempel, wohnhaft im Bergland von Judäa, schon etwas älter
Ich freue mich über jedes Feedback zu diesem Projekt, ich freue mich, wenn du es liest und vielleicht auch anderen Menschen weiterschickst. Ich habe sehr viel Freude beim Verfassen gehabt.

Und ich wünsche euch allen eine gesegnete Adventszeit!
Anna.

Samstag, 29. November 2014

Das Auge denkt mit.

Morgen ist der erste Advent. Juhu und oha. Juhu, weil wieder Advent und oha, weil schon Advent!
Ich bin ja ein Freund von Weihnachten und der Vorweihnachtszeit, aber wie auch schon in den letzten Jahren, mache ich mir auch in diesem wieder Gedanken darum, wie denn "mein Weihnachten" und "mein Advent" aussehen soll. Und nach einigen Gesprächen in den letzten Wochen, habe ich für mich beschlossen: Die Atmosphäre muss stimmen.

Wenn nichts nach Advent aussieht, dann denkt man nicht dran. Das ist eigentlich bei jeder Feierlichkeit so. Und damit man weiß, worum es geht, bemüht man sich um ein äußeres Erscheinungsbild. Man muss dafür nicht am ersten Advent den Weihnachtsbaum in Vollschmuck aufstellen. Es reicht vielleicht eine Kerze oder Adventskranz. Denn was macht denn die Vorweihnachtszeit so besonders? Für mich, dass es heimelig wird. Dass ich auf Autofahrten in der Dunkelheit (die ja bekanntlich schon am Nachmittag einbricht) Lichter in den Fenstern stehen sehe. Dass eine kleine Vorfreude in mir ausbricht über die kommenden Feiertage.

Geht es mir also nur um banale Äußerlichkeiten? Schließlich feiern wir nicht das Fest der dicken roten Kerze, die zu ihrer ersten Erleuchtung gekommen ist und sich bei Tannenzweigenduft auf Geschenke freut. Das ist mir schon klar und es ist mir absolut wichtig, dass der Inhalt (nämlich dass Gott Mensch wurde) nicht untergeht bei allem Schnickschnack, den man veranstalten kann.

Aber es ist doch so wie mit einem guten Kuchen: Selbst wenn die Zutaten stimmen und das Endprodukt super schmeckt, es macht mehr Freude, zu essen, wenn auch das Äußere schön ist und mit Liebe verziert und hergerichtet ist. Das brauchts nicht des Geschmackes sondern des Auges wegen. Es ist einfach schöner. Und so bin ich davon überzeugt, dass Äußerliches auch Einfluss auf die innere Einstellung haben kann.

Und deswegen lege ich dieses Jahr Wert auf die Atmosphäre. In mir drin und um mich herum.
Eine schönen ersten Advent!


Donnerstag, 27. November 2014

Sehen und säen wie ein Sämann.

Ich habe ja nicht so die große Ahnung vom Getreideanbau. Aber gerade das in der Bibel sehr beliebte (und in vielen Predigten auseinandergepflückte) Bild des Sämanns und des Prinzips von säen und ernten lässt einem doch ein bisschen Einblick bekommen. Und ohne jetzt groß in die Agrarwissenschaften abzudriften, will ich auf das eingehen, was mir heute aufgefallen ist:

Ich glaube, ich wäre ein schlechter Sämann. Denn ich bin nicht großzügig im säen und schmeiße einfach alle Saatkörner, die mir in die Hände gelegt werden, aus. Nein, ich betrachte jedes einzelne und denke erstmal darüber nach, was es denn für Frucht bringen könnte und was ich dann mit den Früchten machen könnte. Oder ich zweifel an der Fruchtbarkeit dieses Korns und kalkuliere die Verschwendung an Zeit und Platz, die dieses (winzig kleine) Körnchen in meinem Lebensacker beinhaltet, wenn es doch eventuell KEINE Frucht bringt. So wäre ich ein Sämann (oder natürlich eine Säfrau....) der am Rande seines Feldes sitzt und über die potenziellen Ergebnisse seines nicht ausgesäeten Saatguts nachdenkt.

Dabei heißt es, wer viel sät, wird auch viel ernten. Und ich glaube, ein guter Sämann macht sich nicht Gedanken über das einzelne Saatkorn sondern vertraut darauf, dass seine Saat gut ist und dass das aufgehen wird, was aufgehen soll. Das Säen ist eine Geste fer Großzügigkeit, ja fast des Verschwenderischen. Einfach mal raushauen. Will ich also weniger nachdenken? Nicht zwingend. Aber ich will vertrauen, dass gutes in meine Hände gelegt ist und ich austeilen darf ohne über den direkten Ernteerfolg nachzudenken.

Deswegen haue ich diese Zeilen jetzt auch einfach in diesen Blog. Einfach um es rauszuhauen, was eh da ist.

Auf baldigst.

Dienstag, 25. November 2014

Generation Maybe?

Wir leben in einem Zeitalter der unbegrenzten Möglichkeiten. Das, was früher nur den kühnen Amerikanern zugeschrieben wurde, schwabbte in den Rest der westlichen Welt, und ist nun für viele Menschen zugänglich. Das Gefühl, das vermittelt wird, ist: Du kannst alles erreichen. Was du willst, wird dir möglich sein.
Ob dem nun so ist, lässt sich sicherlich kritisch hinterfragen. Viel problematischer finde ich aber, dass das tausend Möglichkeiten und tausend Wege und keine Entscheidungsfähigkeit hervorbringt. In der Generation, zu der ich wohl auch dazu gehöre, legt man sich nicht fest, weil man alles mitnehmen will. Und selbst wenn man es nicht will, muss man sich doch mindestens ein Hintertürchen aufhalten. Man soll sich doch nicht festlegen, erstmal ausprobieren, sich selbst finden und für alles eine Alternative haben. Generation Maybe – vielleicht, oder vielleicht lieber nicht...

Ich will mich nicht beschweren, über die Vielfalt, die uns zur Verfügung steht. Vieles wurde bitterlich erkämpft und freigeschaufelt. Dafür will ich dankbar sein und zu schätzen wissen, dass ich die Möglichkeit habe, meinen Lebensweg zu wählen.

Aber eines will ich nicht: Mein ganzes Leben in einem „Maybe“-Zustand zu verharren. Sicherlich kann man in vielen Dingen, wie Lebensort oder Beruf, immer eine Veränderung erwarten und auch neue Wege einschlagen. Aber wenn man etwas für sich entdeckt hat, und damit glücklich ist, dann will ich von einem „maybe“ zu einem „for sure“ kommen. Zu deutsch: Von einem „vielleicht“ zu einem „mit Sicherheit“. Natürlich weiß ich nicht, was das Leben bringt, weiß nicht, was sich alles verändert und ich mich dazu. Aber ich will kein Leben im Schwebezustand führen, sondern mich festlegen und den Weg gehen, den ich für richtig halte, auch wenn es tausend andere Wege gibt. Das ist etwas, was sich in mir immer mehr verfestigt. Was bringt es mir, über die tausend Alternativen nachzudenken, wenn ich doch eigentlich weiß, was ich mir von Herzen wünsche – und dann noch die Möglichkeit habe, es zu tun!

Ich wäre stolzer, zu einer „Generation for sure“ zu gehören, als zu einer „Generation maybe“...

Auf baldigst!


Sonntag, 16. November 2014

Nimm mich mit.

Manchmal vergisst man, dass man sich, egal wo man hingeht, mitnimmt. Man hofft auf einen unglaublich entspannten Urlaub, fernab von all dem Stress und merkt erst vor Ort, dass der Stress mitgekommen ist, weil er in einem wohnt. In den seltensten Fällen kann man vor Herausforderungen und Problemen weglaufen, weil sie irgendwie mit einem selbst verbunden sind und man an einem neuen Ort wieder mit ähnlichen Dingen konfrontiert ist, weil man sich selbst mitgebracht hat.

So wie ich jahrelang gehofft habe, mit dem Älterwerden ein anderer Mensch zu werden und feststellen musste und durfte: Ich bleibe ich. Ich wachse und verändere mich, aber am Ende bin ich nur ich selbst. Und ich nehme mich überall mit hin.

Und genauso, wie man vergisst, dass man sich mitnimmt, im eher negativen Sinn, so kann man das auch im anderen Fall beobachten: Man nimmt sich mit, wenn man in das Unbekannte, die nicht fassbare Zukunft aufbricht, in der man nicht weiß, was alles kommt. Es wird nicht alles unglaublich total anders – denn du nimmst ja dich selbst mit. Vielleicht (oder eher wahrscheinlich) wird die Zukunft auch dich und dein Leben verändern, aber am Ende bist es doch DU, der in der Zukunft sein wird, wo auch immer sie stattfindet. Das macht das ganze ein bisschen weniger angsteinflößend, denn man nimmt sich mit. Das finde ich gut zu wissen. 

Auf baldigst!

Dienstag, 28. Oktober 2014

Mit Brille wäre das nicht passiert.

Ich bin seit fünf Jahren Brillenträger. Als ich meinen Führerschein machte, fiel auf, dass ich wesentlich klarer durch die Weltgeschichte komme, wenn meine Augen eine Unterstützung haben. Ich bin kurzsichtig und sehe damit das, was mir direkt vor Augen liegt ohne Schwierigkeiten. Doch die Ferne wird ohne Brille verschwommen und unklar und vieles erkenne ich nicht, auch nicht, wenn ich meine Augen zusammenkneife, um es besser fokussieren zu können. Ich trage meine Brille eigentlich gerne und weiß, dass sie mir eine große Hilfe ist, vor allem wenn ich aus dem Haus gehe.

Aber manchmal bin ich faul oder denke nicht sehr weit. Gestern bin ich mit meinem Mann einkaufen gefahren. Er fährt – also brauche ich meine Brille ja nicht suchen und aufsetzen. Ich sehe ja alles! Kaum war ich im Laden wusste ich wieder, dass das zu kurz gedacht ist. Denn wenn man so durch die Regale streift, will man vielleicht gerne schon von weitem sehen, ob das gesuchte Objekt sich am Ende dieser Regalreihe befindet oder nicht – und nicht erst hinlaufen müssen. Ich gebe mich selbstsicher und tue so, als ob ich alles sehe (und versuche beim „fokussieren“ nicht ganz so böse zu gucken). Letztendlich bin ich gestern auf der Suche nach einer bestimmen Sache dreimal an dem betreffenden Regal vorbeigerannt, bis ich es endlich wahrgenommen habe. Mein Mann belächelt mich und ich ärgere mich – mit Brille wäre das nicht passiert!

So geht es uns manchmal im Leben: Wir wissen, welche Hilfe wir benötigen, haben sie eigentlich sogar zur Hand und lassen sie doch links liegen, weil wir zu faul, zu stolz, zu selbstsicher, zu eitel oder einfach vergesslich sind. Ich glaube deswegen müssen wir durch so manchen Prozess in unserem Leben doppelt und dreifach laufen, weil wir ohne Hilfe nicht sehen, was wir aus dieser Sache lernen sollen. Und hat man dann die Hilfe zur Hand, schämt man sich fast, wie blind man doch war.

Es ist keine Schande, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es geht uns damit in den aller meisten Fällen viel besser, wir haben mehr Weitsicht und können besser erkennen, was zu tun ist (und wo die Dinge im Regal stehen).

Auf baldigst.

Freitag, 24. Oktober 2014

Ein Vierteljahrhundert.

Ich habe gerne Geburtstag. Und in diesem Jahr bin ich seit einem Viertel Jahrhundert auf dieser Erde. Das klingt irgendwie markant. Vielleicht weil man es eben im Jahrhundertdimension ausdrücken kann. Und das klingt, finde ich, gigantisch. Überhaupt habe ich eine Vorliebe für die ungeraden Geburtstage. Und der fünfundzwanzigste ist ungerade und doch irgendwie rund.

Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich das Konzept „Leben“ unglaublich spannend. Man rechnet in Jahren, irgendwann eher in Jahrzehnten. Man kann sich an die Fülle des Lebens gar nicht erinnern, an all das was schon gewesen ist und wie man gewesen ist. Vielleicht an ein paar Ecken und Kanten, an herausragende Situationen, sowohl positiv als auch negativ. Aber wenn es mir jetzt schon schwerfällt, mich daran zu erinnern, wie es vor einem halben Jahr in mir aussah – so ganz werde ich nie mehr das nachempfinden können, was ich alles schon empfunden habe. Es gibt – Gott sei Dank – Erinnerungen und Erinnerungsstücke und Erzählungen und (in meinem Fall) Texte, die genau das festhalten, was ich in einem Moment fühle und vielleicht nie wieder genauso empfinden werde.

Aber das macht mich nicht traurig. So sehr wie in letzter Zeit, habe ich es noch nie zu schätzen gewusst, dass das Leben ein Prozess ist, der sich unaufhaltsam fortentwickelt. Dass es immer weiter geht – ungefragt. Nicht, dass ich sovieles wünschte, was endlich vorüber wäre oder was schneller kommen soll, als ich es erwarten kann. Aber die Gewissheit, dass das Leben weitergeht, egal welches Hoch oder welches Tief man durchmacht, dass das Leben nicht aufhört nur weil es gerade so schön ist oder eben so schlimm. Das löst eine unerwartete Gelassenheit in mir aus. Sicherlich auch bedingt durch die immer wachsende Erkenntnis, dass in der Hand des Schöpfers alles SEINE Zeit und SEIN Ziel hat, das eigentlich nichts vergebens ist, selbst wenn es sich so anfühlen mag. Dass es sich lohnt zu leben und dass auch Tage, die grau und bedeutungslos aussehen mögen, in das Gesamtbild passen – das Gesamtbild, dass sich MEIN LEBEN nennt.

Denn das ist es: Mein Leben. Meine Geschichte. Meine Entscheidungen. Meine Verantwortungen und Fragen. Meine Wege. Meine Vorlieben und Abneigungen. Mein Wachstum. Meine Liebsten. Meine Zukunft.
Und das gar nicht im Trotz gesagt, sondern in der Dankbarkeit, dass ich ein Leben habe, dass ich führen darf.

Es ist ein Privileg zu sein – erachte es nicht als klein!

Sonntag, 19. Oktober 2014

Wieviel Platz braucht ein Traum?

„Guten Tag! Ich möchte meinem Traum einen Platz geben, einen Ort wo er wohnen kann, wo er sich wohlfühlt und breit machen kann und groß und stark wird.“

„An was haben Sie gedacht?“

„Vielleicht einen eignen Raum, oder eine Fläche. Er soll sich richtig entfalten und glücklich und zufrieden werden. Ich will ihm alles geben, was er braucht, damit aus meinem Traum Wirklichkeit werden kann.“

„Soso. Wie lange haben Sie Ihren Traum denn schon?“

„Ach, dass kann ich gar nicht so genau sagen. Er kam eines Abends zu mir, als ich gedankenverloren an meinem Schreibtisch saß und über das Leben nachdachte. Er war ganz klitzeklein, so klein, dass ich ihn erst gar nicht beachtete. Aber er ist geblieben und jetzt soll er es schön bei mir haben. Also, können Sie mir weiterhelfen und mir sagen, was ich mir anschaffen sollte?“

„Wissen Sie, wenn Ihr Traum zu Ihnen kam, als Sie an Ihrem Schreibtisch saßen, ist vielleicht genau das der richtige Ort, an dem er wachsen kann.“

„Wie bitte? Auf meinem Schreibtisch ist kein Platz für einen Traum. Da stapeln sich doch meine ganzen wichtigen Unterlagen und all das Zeug, was halt auf Schreibtischen ist. Aber ein Traum kann sich doch zwischen all diesen Dingen nicht wirklich wohlfühlen und gedeihen!“

„Wie Sie meinen. Aber meine Erfahrung ist: Der Ort, an denen Ihnen ein Traum das erste Mal begegnet, kann auch der Ort sein, wo der Traum sich am wohlsten fühlt und am besten mit Ihnen reden kann.“

„Reden? Also mein Traum redet selten mit mir. Meistens nur dann, wenn es mir gerade gar nicht in den Kram passt, weil ich gerade...“

„...am Schreibtisch sitze?“

„....“

„Wissen Sie, Träume gehen eigentlich in ihrer Ursprungsform immer in das Herz des Träumers. Und wenn sie dort nicht zu Wort kommen, denn im Herzen könnten sie ja immer und überall mit dem Träumer reden, suchen sie den Ort auf, an dem sie die von Ihnen geschilderte Gedankenverlorenheit am intensivsten wahrnehmen. Bei Ihnen scheint das Ihr Schreibtisch zu sein.“

„Aber mein Schreibtisch ist nicht der Ort zum träumen. Der Traum soll doch groß und stark werden und wachsen und irgendwann Realität werden und nicht unter Ablageheftern verkümmern.“

„Das ist nun Ihre Entscheidung: Machen Sie den Ort, an dem der Traum sich wohlfühlt, zu einem Ort, an dem Sie sich wohlfühlen und wo Sie auf Ihr kleines Geschenk Acht geben können. Und ich versichere Ihnen: Wenn Sie Ihrem Traum einen ganzen Palast zur Verfügung stellen, aber nicht Ihre Zeit und Ihr Herzblut, wird er so oder so verkümmern und nicht Realität werden.“

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Gehorsam.

Gehorsam zu sein, also das zu machen, was einem gesagt wird, ist eigentlich nie eine freudvolle und glückselige Angelegenheit, die auf bunten Blumenwiesen und unter fröhlichem Gelächter vollzogen wird. Gehorsam muss man meistens dann sein, wenn es brenzlig wird, jemand das Kommando übernimmt, man sich unterordnet und man sein eigens Wollen und Bedenken zur Seite legt. In unserem Leben gibt es wenig Momente, in denen man wirklich „gehorsam“ sein muss. Früher vielleicht den Erziehungsberechtigen gegenüber (kommt aber auch immer auf den Erziehungsstil an) und den klassischen „Autoritätspersonen“ wie Lehrern, Vorgesetzten oder Polizisten. Und auch das stellt sich in meiner Weltsicht schwammig dar.

Wenn man also plötzlich zum Gehorsam angehalten ist, dann fühlt sich das befremdlich an. Weil es eben nicht nach dem eigenen Kopf geht, der doch zu jedem Sachverhalt was beizutragen hat. Gehorsam hat m.E. unglaublich viel mit Vertrauen zu tun – denn ich muss irgendwie dem Gegenüber vertrauen, dass seine Forderung zu irgendetwas führen, zu meinem eigenen Wohl oder zu dem der Allgemeinheit. Selbst bei blindem Gehorsam ist man doch so überzeugt von dem, der das Sagen hat, das man ALLES tut. Egal was.

Ich glaube nicht, dass es richtig ist, seinen Verstand auszuschalten. Aber ich glaube, dass Gehorsam wichtig ist, den persönlichen Autoritäten gegenüber. Doch weil der Verstand und auch das Herz weiter mitlaufen, wird Gehorsam nicht einfacher. Wenn man etwas tut, was außerhalb dessen liegt, worin man sich wohlfühlt (die allseitsbeliebte Comfortzone) und wo einem nichts etwas anhaben kann, man zwar weiß dass es eigentlich der richtige Weg ist, nur eben unbekannt und vielleicht unsicher, dann ist es nicht leicht, diesen Weg einzuschlagen und gehorsam zu sein.

Aber wie mir in den letzten Tagen immer klarer wird:
Wenn es einfach wäre, wäre es nichts besonderes. Und weil es nicht einfach ist, ist es eine Herausforderung. Die Frage ist nur, ob man sie annimmt oder in seiner Comfortzone weiterschläft.


Mittwoch, 8. Oktober 2014

In einem Jahr.

Es ist schon wieder Herbst. Schon wieder? Ja. Schon wieder. Gestern Abend hörte ich ein Musikalbum und fragte mich, warum es plötzlich alles so stimmig war. Und dann fiel es mir ein: Dieses Album habe ich ziemlich genau vor einem Jahr gekauft und viel gehört. Im Herbst letzten Jahres.

Und dann dachte ich plötzlich darüber nach, was letztes Jahr zu dieser Zeit alles gewesen ist, was mich bewegt hat, was für Fragen in meinem Herzen waren, welche Menschen um mich herum waren und wie es mir damit ging. Und wie so oft dachte ich mir: Meine Güte, in einem Jahr kann so vieles passieren. Ich würde nicht sagen, dass mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt ist und sich alle Lebensumstände gewandelt hätten – auf keinen Fall. Und trotzdem macht ein Jahr einen Unterschied. Und dieses Jahr (für mich) vielleicht mehr als andere.

Manches mag man vielleicht sogar belächeln, was einem vor einem Jahr so belastet hat und man würde sich selbst gerne sagen: Hey, so schlimm ist es gar nicht, das geht vorbei! Aber irgendwie hat man es ja auch selbst bemerkt, ohne dass das Zukunfts-Ich vorbeigekommen ist. Und sicherlich ist es nicht zu unterschätzen, was einem in diesem Moment bewegt – auch wenn es vielleicht in einem Jahr alles viel harmloser erscheint. Denn schließlich lebt man im Hier und Jetzt und den damit verbunden Herausforderungen. Und trotzdem: Die Zeit und vor allem Gott heilt und verändert.

Und was mag ich in einem Jahr von hier aus denken über das was mich jetzt gerade bewegt? Letztendlich finde ich es aber beruhigend, dass das Leben weitergeht, sich verändert, und das, was vor einem Jahr so intensiv das Leben drückte, heute weitergezogen ist und das, was mich jetzt umtreibt, vielleicht nächstes Jahr auch vorüber ist. Deswegen muss einen manches auch nicht zu sehr aufwühlen, wenn man sich die simple Frage stellt: Wird es nächstes Jahr noch wichtig sein?

Ich bin so froh, dass das Leben ein ständiger Prozess ist, so wie die Jahreszeiten, und wir nicht nur in einer Phase für immer stecken bleiben, sondern uns entwickeln dürfen. 

Auf baldigst.


 

Freitag, 26. September 2014

Can u send God to Syria, please?

Diese Frage las ich heute morgen bei Facebook. „Kannst du Gott bitte nach Syrien schicken?“ So wie wir Ärzte und Freiwillige nach Westafrika schicken, um dem Ebola-Virus Einhalt zu gebieten. So wie wir Geld an bedürftige Menschen schicken oder Hilfsgüter in Katastrophengebiete. Wir schicken alles mögliche in Regionen, in denen Hilfe benötigt wird. Aber schicken wir Gott dahin?
Nicht so wirklich. Zum einen, weil sich Gott nicht so gut in Pakete stecken lässt und zum anderen, weil er schon da ist. Gott ist an all den Orten, an denen Leid und Unrecht geschieht, dort, wo wir Dinge hinschicken, und dort, wo wir noch nicht realisiert haben, dass dort Leid passiert.

„Kannst du mir Gott vorbeischicken?“ Manchmal wünschte ich, das ginge genau so. Eine Portion Gott in eine Schachtel abfüllen und jemanden schicken, der ihn gerade braucht. Und wenn derjenige dann die Schachtel öffnet, wird es erfüllt von Gottes Frieden, seine Liebe macht sich breit und die Person wird von all dem Leid und Unheil gerettet. Wenn es doch so einfach wäre... Wobei, eigentlich ist es das. Denn diese „Gottespakte“ lassen sich in Form von Gebeten eigentlich richtig gut verpacken und verschicken.

„Aber bringt denn ein Gebet so viel? Was ist, wenn Gott nichts macht, obwohl ich bete?“
Das ist, glaube ich, so wie mit einem Paket: Wenn du jemanden ein Paket schickst, weißt du auch nicht, was die Person damit macht. Ob sie sich freut, ob sie was damit anfangen kann, ob sie es sehnsüchtig aufreißt oder es erstmal in die Ecke stellt. Der Inhalt bleibt derselbe und auf den kommt es an. Also hör nicht auf, Pakete zu verschicken, nur weil du dir der Wirkung nicht sicher bist. Gott selbst wird sich nicht lumpen lassen, wenn wir beten. Auch wenn der Effekt unserer Gebete vielleicht anders ist, als wir es zunächst erwarten, ist er doch derjenige, der eh schon vor Ort ist und weiß, was die Menschen brauchen.

»Hört nicht auf zu beten und Gott zu danken.« (Kolosser 4,2)

Donnerstag, 25. September 2014

Was machst du eigentlich gerade so?

Manchmal wünschte ich, ich hätte etwas vernünftiges gelernt. So etwas, was man antworten kann, wenn man gefragt wird: „Was willst du denn mal werden, Kind?“ Arzt oder Rechtsanwältin oder Krankenschwester oder wenigstens Lehrer. All das habe ich nicht gelernt, aus gutem Grund. Ich ertrage es nicht mit anzusehen, wie sich eine Nadel im Fleisch versenkt, noch nicht mal, wenn mir selbst Blut abgenommen wird. Grundsätzlich bin ich reichlich überfordert, wenn es Menschen gesundheitlich nicht gut geht – ich kann ihnen ja auch nicht helfen. All der Juristikkram reizt mich eigentlich überhaupt nicht. Naja und Lehrer wollt ich auch nicht werden, weil mir meine Zeit zu schade war, um vor Heranwachesenden zu stehen und sie davon zu überzeugen, dass Fontane ein ganz klasse Typ war, während sie unter dem Tisch WhatsApp-Nachrichten schreiben und sich für alles andere mehr interessieren, als für Fontane (den ich wirklich sehr toll finde). Natürlich bleiben dann noch unzählbar viele andere Berufe übrig, die ich hätte erlernen können. Das habe ich aber nicht getan. Und während ich auf Lust und Laune studierte und nun alle möglichen anderen Dinge tue, lerne ich viel vernünftiges. Ich lerne das Leben kennen. Und Menschen. Und das Leben der Menschen. Ich höre zu, mit Kopf und Herz. Ich frage nach, denke nach, bin einfach ich in meinem Leben. Und das ist eigentlich ziemlich großartig.

Nur manchmal hätte ich gerne eine zufriedenstellende Antwort für die Fragenden, die fragen: „Was machst du eigentlich gerade so?“ Vielleicht sollte ich beim nächsten mal antworten: „Ich bin Ärztin.“ Das würde zwar Irritation hervorrufen, aber wäre sicherlich auch sehr amüsant. Und in dem kleinen Moment der Verwirrung würde mir dann vielleicht ein Themenwechsel einfallen. Es macht mir nichts aus, Menschen davon zu erzählen, was ich derzeit so tue, wenn es nicht immer so große Fragezeichen in ihren Gesichtern auslösen würde, die sich in mein Hirn einbrennen und mich selbst wieder ins fragen bringen, obwohl ich doch eigentlich weiß, warum ich was tue und warum manches nicht und warum mein Leben so funktioniert, wie es das im Moment tut. Menschen fragen und wollen ehrliche Antworten, aber bitte nur so, dass man die Antwort problemlos abspeichern kann und beim nächsten Wiedersehen sagen kann: „Was macht die Ärzterei?“ oder „Lehrer zu sein, stelle ich mir heutzutage ziemlich taff vor.“ und nicht immer wieder auf die Frage zurückzukommen müssen: „Was machst du jetzt eigentlich gerade so?“ Wie sehr sich doch unsere Leben über und wir uns mit unseren erlernten Berufen definieren. Fände ich vermutlich völlig normal, wenn man mit Germanistik einen Beruf erlernt hätte, der nicht jeden (ja sogar den Typen vom Arbeitsamt) fragen lässt: „Was macht man denn als Germanist?“

Auf die Frage, was man denn gerade so mache, zu antworten „Ich lebe.“ klingt traurig und sarkastisch. Aber irgendwie ist es doch die Wahrheit. Ich lebe. Du lebst. Es gibt Zeiten, in denen ist das das Einzige, was zählt. Ich liebe mein Leben. Und dass ich leben darf, mit den Menschen an meiner Seite und den Aufgaben, die mir das Leben stellt, ist für mich ein Geschenk. Und was die Zukunft bringt, weiß ich nicht, aber weiß mein Schöpfer, und auch das ist eigentlich das Einzige, was zählt. Mein Leben, so wie es gerade ist, ist für mich ein Segen, ganz egal was ich eigentlich gerade so mache.

Mittwoch, 10. September 2014

Immer noch dasselbe.

Ich kann dir nichts neues erzählen,
denn das Leben, ja das Leben,
ist immer noch dasselbe.


Schwebend zwischen Hoffnungsschimmern
und Selbstzweifelkrümmeln,
fragend und fragend
und immer wieder fragend.


Und selbst wenn nichts mehr dem früheren gleicht,
mein Leben und ich, wir sind wie immer,
irgendwie zusammen und immer auf der Suche.


Daran hat sich nichts geändert,
denn das Leben, ja das Leben,
ist immer noch dasselbe.


Atmen, Denken, Sein,
nichts hat aufgehört und
nichts ist in Gefahr.


Die Fragen sind dieselben,
wenn auch mit neuer Betonung,
aber der Inhalt bleibt gleich.


Aber ich bin immer noch ich,
denn das Leben und ich,
sind immer noch dieselben.


(Und doch ganz anders.)

Montag, 1. September 2014

Freundschaft.

Freundschaft ist für mich
dass man sich manchmal
nichts belangloses zu sagen hat,
aber immer und immer
gemeinsam in die Tiefe springt
und sich hält, wenn alles bricht.

Montag, 18. August 2014

Hallo Herbst.

„Hallo Herbst“ zum August zu sagen, ist albern.
Es ist August. Es ist Sommer.
Es ist auch dann noch Sommer, wenn die Temperaturen unter zwanzig Grad sinken,
die Sonne sich verkriecht und dafür Regen und Wind vorherrschen.
Sommer ist nicht nur Sonnenschein.
Herbst ist nicht nur Regen.
Festgefahren in Idealvorstellungen, fällt es uns schwer, die Dinge so zu nehmen wie sie sind:
Nämlich unperfekt.

Ja, vielleicht ist der August 2014 nicht der perfekte Sommer.
Aber er ist immer noch ein Sommermonat, vielleicht einer mit schlechter Laune.
Und wenn der Herbst dann sonnig wird, ist er auch kein verkappter Sommer.
Er ist einfach ein fröhlicher Herbst.

Dinge sind nicht immer so, wie wir sie erwarten.
Aber dadurch werden sie nicht gleich schlecht.
Und nur weil sie anders sind, als wir es uns wünschen,
muss man sie nicht gleich ändern oder anders benennen.

Lass den August doch ein regnerischer August sein, wenn er will.
(Du kannst es eh nicht ändern.)
Lass das Leben doch nicht perfekt sein, wenn es will.
(Du kannst es eh nicht ändern.)
Lass die Menschen doch einfach nicht perfekt sein müssen.
(Du kannst sie eh nicht ändern.)

Die Dinge nehmen, wie sie sind,
nämlich unperfekt, und trotzdem glücklich zu sein,
das will ich in diesem August lernen.

Für mich ist noch kein Herbst. 
Es ist Sommer, 
ein unperfekter Sommer
in einem unperfekten Leben
eines unperfekten Menschen. 

Dienstag, 12. August 2014

Sei schwach

Schwach, so schwach bist du, meine Seele.
So schwach und beschwert
von all der Erinnerungen,
den verflossenen Hoffnungen,
den Fragen ohne Antworten,
den Abgrundaussichten.

Schwachheit, meine Seele,
ist keine Schwäche,
sondern nur ein Zustand.
Atme weiter, heb und senk dich,
bleibe wach, meine Seele,
aber überfordere dich nicht.

Sei schwach, meine Seele, für den Moment,
aber sei stark im Bleiben.

A.Link (11.08.2014)

Montag, 11. August 2014

Zeitlos glücklich.

Ich bin ein Freund von Timing. Das Erfolgsgefühl, genau dann loszukommen, wann ich es geplant habe, macht mich froh. (Übrigens mehr das Loskommen als das Ankommen, denn für ersteres bin ich meistens alleine verantwortlich.) Timing ist gut, aber dafür muss ich immer die Zeit vor Augen haben. Denn nur wenn ich die Zeit im Blick habe, kann ich mich selbst disziplinieren, einen Schritt schneller gehen und mich gegen das Trödeln entscheiden.

Aber es gibt Zeiten, in denen ich die Zeit gerne Zeit sein lasse, Handy und Armbanduhr außer Sichtweite verstaue und einfach den Moment genieße. Wenn man beispielsweise Zeit mit Herzmenschen verbringt oder Urlaub macht (oder manchmal beides zusammen). Genauso wie ich gutes Timing mag, mag ich es auch, zeitlos glücklich zu sein. Die Zeit kommt eh wieder schneller ins Spiel, als man denkt. Und wie in (fast) allen Dingen, ist auch hier wohl ein gesundes Gleichgewicht der Schlüssel.

Und am Ende ist die Hoffnug immer noch wichtiger als die Zeit.


Mittwoch, 30. Juli 2014

Verschwendung.

Ich bin ein Horti. Ich horte gerne Sachen. Jetzt nicht so messimäßig. Aber ich hebe Sachen auf und überlege mir, für welche gute Gelegenheit man sie gebrauchen könnte. Schächtelchen, Geschenkpapier, Postkarten, Kleinigkeiten und manchmal (vermutlich auch zu oft) Gedanken. Alles ist da, aber nichts wird benutzt. Schließlich ist gerade nicht der passende Moment, diese eine Postkarte (von der ich auch wirklich nur dieses eine Exemplar habe) zu verschicken. Und will ich wirklich dieses Geschenkpapier verwenden oder nehme ich nicht doch die Standartversion?

Schon als Kind war ich ein Fan von Stickeralben, in denen man die Sticker einklebt und sie theoretisch jederzeit verwenden könnte. Um sich nicht festzulegen, sie genau an diesen einen Ort festzukleben und dann nicht mehr anderweitig verarbeiten zu können. Mein Stickeralbum ist heute noch voll. Und jetzt beobachte ich mich wieder dabei, wie ich Dinge habe, die man wunderbar verwenden kann - und es fällt mir so schwer zu sagen: Ja, ich geb das jetzt für diesen Augenblick her, auch wenn ich es danach nicht mehr habe. Aber ich versuche genau das zu lernen.

Denn ich glaube, ich darf verschwenderisch sein. Mit Dingen, die das Leben schön machen und sowieso da sind. Ich darf andere erfreuen und muss nicht auf die ewig nicht kommende Gelegenheit warten, in der ich in meine Zauberkiste greife und irgendwas hervorzauber, worüber die Person sich schon vor zwei Jahren gefreut hätte. Martin Luther sagte wohl: "Wer gutes tun will, muss es verschwenderisch tun." und Albert Schweitzer sagte: "Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt."

Deswegen will ich aufhören zu horten und anfangen mit vollen Händen aus dem Leben zu schöpfen,
damit das Leben schöner wird. Ja, ich möchte mit der Liebe und mit dem, was ich kann, verschwenderisch umgehen, in der Gewissheit, dass es dadurch nicht weniger wird. Ich will nicht auf Gelegenheiten warten, die in meinem Kopf vielleicht perfekt sein könnten, sondern glauben, dass alles Gute etwas Gutes bewirkt - egal zu welchem Zeitpunkt.


Dienstag, 29. Juli 2014

An dich.

Ein tiefer Donner grollt irgendwo herum. Das Tageslicht ist so dunkel, als hätte wer vergessen das Licht auszumachen. Und du sitzt auf dem Sofa, in deiner Jogginghose und dem alten Tshirt. Dienstagnachmittag, halb vier. Was hast du heute schon geschafft? Den Weg aus dem Bett hast du gefunden, irgendwann nach elf. Dabei wolltest du doch heute so unglaublich kreativ und produktiv sein. Immerhin hat es zu einem Instagrambild von deinem Frühstücksbrot gereicht. Brie auf Körnerbrot mit einer Preiselbeere obendrauf. Superkreativ. Lustlos runtergeschluckt. Wolltest du heute nicht die Welt retten? Ach nein. Es regnet. Und es gibt ja genug andere Menschen, die das für dich tun. Also natürlich nicht für dich. Denn jeder kämpft allein. Aber es gibt genug andere, die diesen Job machen, das mit dem Welt retten. Im Fernsehen kannst du sie sehen. Aber du guckst ja kein Fernsehen mehr. Weil da nur hirnloser Schmalz läuft. Du guckst Internet. WEB.DE-Kurzvideos. Oder Youtube. Ist ja auch viel kreativer und individueller. Und die retten auch irgendwie die Welt. Auch wenn sie nur dafür sorgen, dass du den ganzen Tag vor deinem Laptop hängst und nicht rausgehst um irgendwas zu tun. Zum Beispiel die Welt zu retten. Vielleicht retten sie dich damit, es nicht zu tun. Schließlich regnet es und deinen Schirm hast du letztens auf einer Party liegen lassen. Und außerdem ist die Welt eh schlecht. Da gibt’s nicht mehr viel zu retten, wenn alles verloren ist. Dann guck dir lieber noch ein Katzenvideo an. Und während du da sitzt und dein fünften Cappuccino an diesem Tag trinkst und immer noch nicht merkst, dass es nicht dazu führt, dich zu irgendetwas zu bewegen, fällt dir ein, dass du doch eigentlich schon Ewigkeiten XY eine Mail schreiben wolltest, oder sogar anrufen. So ein Mist aber auch, dass XY kein WhatsApp hat. Das wäre wesentlich bequemer und wesentlich kürzer von der Meldezeit. Ein bisschen mehr Spielraum als eine SMS, aber tiefgründige Gespräche führt man über WhatsApp doch nicht wirklich. Also XY hat kein WhatsApp. Und eine Email ist zu anstrengend. Von einem Anruf ganz zu schweigen. Was willst du XY auch sagen: „Hey, ich sitze seit heute morgen um elf auf dem Sofa, ertränke mich in Cappuccino und Selbstmitleid und gucke Katzenvideos. Jetzt dachte ich, ich ruf dich mal an und erzähle dir davon, dass ich nichts auf die Reihe bekomme. Und wie geht’s dir so?“ Das willst du nicht sagen. Auch wenn du weißt, dass es eigentlich so ist. Aber es auszusprechen klingt dann doch zu armselig. Also kein Anruf. Und was machst du stattdessen? Schließlich hast du jetzt drüber nachgedacht, was eigentlich los ist und jetzt lässt es sich nicht mehr unbekümmert rumhängen. Jetzt setzt das Gefühl von Nutzlosigkeit ein und die ewige Frage: Was macht du hier eigentlich?
Sind deine Pläne nicht eigentlich ganz andere? Hast du dir nicht andere Sachen vorgenommen, voller Vorfreude auf das Ergebnis, von dem du in deinem Köpfchen träumst? Aber wenn du weiter auf deinem Sofa sitzen bleibst und Katzenvideos guckst, wirst du nicht das erreichen, wovon du träumst. Ich sag dir das jetzt einfach mal so. Weil es sich scheinbar sonst keiner traut dir zu sagen. Kriegt deinen Arsch hoch. Hör auf so zu tun, als hättest du alles das erreicht, was du schon immer haben wolltest. Fang an deinen Träumen hinterher zu jagen anstatt ihnen hinterher zu trauern. Niemand, ja wirklich niemand, wird deine Welt für dich retten. Das musst du selbst tun. Du musst das machen, was du willst und nicht nur darauf hoffen, dass alle gut finden, was du mal überlegt hast zu tun. Das reicht nämlich nicht. Du musst nichts tun, nur weil es andere glücklich macht. Aber du solltest alles tun, damit du glücklich bist. Und du kannst mir nicht erzählen, dass du in diesem Zustand dienstags um halb vier glücklich bist. Sei ehrlich zu dir. Sonst bin ich es für dich.

Dein Ich.

Montag, 14. Juli 2014

Erinnerungsstücke.

Es gibt Tage, an denen vermisse ich dich sehr.
Tage, an denen ich gerne deine Stimme hören würde,
deinen Rat einholen möchte oder dir Dinge zeigen
und erzählen will, die mir wichtig sind.

Aber das geht nicht.
Und trotzdem sind diese Tage so besonders,
weil mich dann so vieles an dich erinnert.
Besonders die Dinge, die du mir geschenkt hast,
werden plötzlich lebendig und zeigen mir,
wie wertvoll die Zeit mit dir war.

Ich sehe und spüre,
welche Gedanken du dir gemacht hast,
als du diese Geschenke, auch die tausend Kleinigkeiten,
ausgesucht hast - wieviel Liebe darin steckt.

Ein schnödes "Dankeschön" drückt niemals das aus,
was diese vielen schönen kleinen Erinnerungen wert sind.
Deine Liebe steckt in so vielen Details.
Darin bist du deinem König viel ähnlicher, als du es vermutlich je dachtest.

// Zehntausend Jahre und in Ewigkeit - Ich denke an dich. 

Mittwoch, 9. Juli 2014

Auf der Spur.

Ich fahre gerade aus.
Schon seit langer Zeit in die gleiche Richtung.
Ich rase nicht und ich schleiche nicht.
Ich bewege mich vorwärts,
ohne genau zu wissen, wohin.

Keine Abfahrt und kein Rastplatz
scheint richtig zu sein.
Das Benzin reicht noch ein Weile,
glaube ich zumindest.

Egal, wie das Wetter wird,
egal, wer mich überholt,
egal, we abfährt,
ich bleibe auf dieser Strecke.

Denn ich weiß,
du sagst mir Bescheid,
wenn die richtige Abfahrt kommt
und du wirst mich nicht
in irgendwelche Abgründe leiten,
sondern hast ein Ziel vor Augen,
zu dem du mich hinführen willst.

Und bis dahin bleibe ich auf der Spur.


Mittwoch, 2. Juli 2014

Du weißt es nicht.

Du weißt nicht was kommt. Du weißt es nie. Egal wie die Prognosen stehen und egal, welche Pläne du geschmiedet hast. Egal wie vorbereitet du bist oder wie panisch die Sorgen in dir sind. Du weißt nicht was kommt. Und das ist meistens auch besser so. Denn wenn wir wirklich wüssten, was kommt, wäre das Leben ziemlich sinnlos und du mit deinem Kopf und deinen Gefühlen und deinen Entscheidungen ziemlich überflüssig.

Das Problem ist: Auch wenn man nie weiß, was kommt, tut man gerne so, als wüsste man es. Und macht sich Sorgen und Pläne und B-Pläne. Und manchmal hat man Angst vor dem was kommt, obwohl man gar nicht weiß WAS kommt.

Sicher ist es nicht sinnvoll, völlig planlos in die Zukunft zu gehen. Es ist gut, sich seiner Ziele und Motivationen bewusst zu sein. Aber wenn das ganze in ein Zersorgen umschlägt, in eine Zukunftangst, die einen meistens mehr lähmt, als zu irgendetwas zu bringen, ist es Zeit, sich klar zu machen, dass man es eh nicht weiß. Und Angst einen nie weiterbringt. Und selbst wenn Dinge kommen, vor denen man sich fürchtet, werden sie doch immer ganz anders sein, als man es sich je vorstellen konnte. Falls sie denn überhaupt eintreffen.

Also sollte man wohl doch nach dem alten Satz leben: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Und das in aller Gelassenheit. Ist nur noch die Frage, wo man die her bekommt...

Auf baldigst!

Sonntag, 29. Juni 2014

Mach was.

Vielen Menschen möchte man in diesen Zeiten manchmal zurufen: Tu doch mal was für dich! Nicht, weil sie äußerlich abgewrackt wären, sondern weil sie scheinbar nicht gelernt haben, in stressigen Zeiten auch mal durchzuatmen und auf sich selbst zu achten.

Doch selbst wenn man Menschen soetwas sagt, können sie es pft nicht annehmen. Denn unter "Nimm dir Zeit für dich" oder "Tu dir selbst etwas Gutes" verstehen sie meistens, dass sie NICHTS tun sollen. Und vielen Menschen graut es (aus unterschiedlichsten Gründen) vor dem "Nichts-tun".

Dabei ist "tun" ein ein TU-Wort, ein aktives Wort, ein Verb. Etwas für sich zu tun, bedeutet alsi nicht gezwungendermaßen, alles sein zu lassen. Es bedeutet, etwas bewusst für sich selbst zu tun. Sich zu fragen: Was tut mir jetzt gut? Manchmal tut es gut, einen Tee zu trinken, oder ein Bad zu nehmen oder zu schreiben oder eindach nur still dazusitzen und durchzuatmen. Es tut aber auch gut, Bewegung zu haben oder mit ein paar Handgriffen das Wohnzimmer aufzuräumen, um sich wieder wohlzufühlen.

Oft meint man, es ist entspannend, wenn man einfach nur passiv konsumiert. Aber meistens ist es "gesünder" (für Leib und Seele), sich aktiv und bewusst etwas Gutes zu TUN. Nicht wuseln. Aber auch nicht in Trägheit versinken. Also MACH was für dich!

Montag, 23. Juni 2014

Taubheit.

Es gibt Tage, an denen höre ich mich selbst nicht.
Ich bin nicht taub, höchstens stur.
Egal was mein Innenleben mir versucht mitzuteilen,
ich ignoriere es und versinke in Wuseligkeit.

Wenn ich mich selbst nicht höre,
kann ich auch andere nicht mehr hören.
Als ob meine Empathie sich die Finger in die Ohren steckt
und sagt: „Lalalalaaaa.. Ich kann euch gar nicht hören,
solange ich mir selbst nicht zuhöre.“

Warum ich mir selbst nicht zuhöre?
Weil ich ahne, was ich mir selbst zu sagen habe.
Und weil es manchmal scheinbar leichter ist, zu wuseln,
als sich selbst wahrzunehmen.

Und manchmal ist Ruhe ein Luxus,
den man sich selbst nicht gönnt,
weil man glaubt, es nicht verdient zu haben,
nicht genug gewuselt zu haben, um Pause machen zu dürfen.

Dabei wäre man vermutlich produktiver
und sicherlich ausgeglichener
und bestimmt empathischer und gelassener,
wenn man Ruhe nicht als Luxus sondern als Notwendigkeit akzeptiert.

Und wenn man mehr Geduld mit sich selbst hat.

Samstag, 21. Juni 2014

trust fall.

„trust fall“ war gestern mein Lieblingswort. Ich habe es in unterschiedlichen Zusammenhängen gesagt und mich über mich selbst gewundert, dass mein Gehirn damit um die Ecke kam. Mit Einem „trust fall“ bezeichnet man die Übung, bei der sich jemand rückwärts von etwas runterfallen lässt und andere ihn auffangen – eine Frage des Vertrauen.

Ich bin kein Fan davon. Weiß auch gar nicht, ob ich es jemals so bewusst gemacht habe. Es ist eine Gruppenübung, damit man lernt, anderen Menschen zu vertrauen, dass sie einen auffangen wenn man fällt. Denn im Leben fällt man oft. Vielleicht mehr sinnbildlich als körperlich, aber es ist meistens gleichermaßen angsteinflößend, wenn man den Boden unter den Füßen verliert und im freien Fall keine Sicherheit mehr hat.

Das Gefühl im Leben zu fallen, nicht mehr auf der sicheren Seite zu sein, keinen Halt mehr zu haben und mindestens innerlich panisch kreischend mit den Armen zu rudern, kennt vermutlich jeder. Und wie oft glaubt man, am Ende zerknirscht auf dem Boden als Haufen Elend zu enden? Besonders im freien Fall, wenn das Leben quasi an dir vorbeizieht und du dich fragst „Warum habe ich mich nicht doch festgehalten?“ oder „Warum habe ich mich nicht besser vorbereitet?“ oder „Warum bin ich nicht gleich den anderen Weg gegangen?“ ist die Aussicht, donnernd auf dem harten Boden der Realität aufzuprallen, nicht sehr motivierend.

Meistens vergessen wir im freien Fall, dass es Menschen gibt, die uns auffangen – egal wie spontan wir abstürzen oder wie lange wir an einer Klippe stehen und das Loslassen üben oder wie lange wir schon fallend unterwegs sind. Im Leben zu fallen, sprich entweder zu „versagen“ oder sich vertrauensvoll ins Ungewisse zu werfen, bedeutet meistens nur, dass wir die Ebene verlassen, auf der wir vorher waren. Manchmal ist es ein Abstieg, der nicht sein müsste, weil unser Weg nach oben geht. Manchmal ist es aber auch ein Absprung in ein tiefes Vertrauen. In ein Vertrauen, dass wir nicht tiefer fallen können als in Gottes Hände und in ein Vertrauen, dass nicht alle Menschen wegrennen, wenn man etwas Neues wagt.

Das Gefühl beim Fallen ist ätzend. Aber Vertrauen gibt Hoffnung. 


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