Donnerstag, 23. Juli 2015

Liebe oder Angst.

Heute morgen hörte ich eine Aussage, die mich den ganzen Tag begleitet und zum nachdenken bringt.

Jede unserer Reaktionen entspringt immer einer von zwei Quellen. Entweder Liebe oder Angst.

Das heißt also, egal worauf ich reagiere, entweder ich reagiere aus Angst oder aus Liebe. Ich habe mir vorgenommen, mich und andere Menschen heute daraufhin zu beobachten und bin zu der Erkenntnis gekommen: In den meisten Fällen reagiere ich aus Angst und nicht aus Liebe.

Das heißt nicht, dass ich die ganze Zeit wie ein verschrecktes Kaninchen durch die Welt hoppel und vor alles und jedem Angst habe. Ich lebe mein Leben ganz normal. Aber in meiner Gewohnheit ständig darüber nachzudenken, was andere Menschen tun und denken, versuche ich immer um Menschen „herum zu reagieren“. Man könnte es Nachsicht nennen. Aber genauer betrachtet ist es wohl eher die Angst, unangenehm aufzufallen oder die Angst, im Weg zu stehen. Die Angst davor, blöd angemacht zu werden. Die Angst, vor den schlechten Gedanken und Blicken anderer Menschen. Und auch bei mir nicht fremden Personen reagiere ich oft aus der Angst, ihnen nicht zu gefallen, aus der Angst, sie zu enttäuschen oder gar aus der Angst, sie zu verlieren.

Das macht mich sehr nachdenklich. Bin ich doch ein ausgewachsener Angsthase?
Und sähe mein Leben anders aus, wenn ich nicht aus der Angst reagieren würde, sondern aus Liebe? Vielleicht wäre meine sichtbare Reaktion die gleiche, nur meine innere Einstellung eine andere.

Als praktisches Alltagsbeispiel:
Ich kann das Unkraut auf dem Gehweg wegmachen, weil ich „Angst“ vor der Meinung der Nachbarn habe. Oder ich kann das Unkraut wegmachen, aus Liebe zu jedem, der daran vorbei fährt und einen ordentlichen Gehweg sehen kann. Das Endergebnis bleibt das gleiche, aber meine innere Einstellung ist anders und offensichtlich wesentlich positiver.

Manches sieht nicht aus, als sei es aus Angst oder Liebe reagiert, sondern aus Faulheit, Erziehung oder Gewohnheit. Aber jede Reaktion, über die ich heute nachgedacht habe, konnte ich letztendlich auf eine dieser beiden Quellen herunter brechen.
Kann ich nur empfehlen, das mal zu reflektieren!

Montag, 20. Juli 2015

Auf dem Weg.

Und plötzlich ist er da.
Dieser Weg.
Dieser eine Weg.
Von dem du wusstest, dass er kommen wird.
An dessen Existenz du trotzdem manchmal
gezweifelt hast.
Wie ein kleiner Pfad, der zwischen Geäst plötzlich auftaucht.
Den man nicht sieht, bis man auf ihm steht.
Du musst nicht weiter mit den Ästen kämpfen,
die dir ins Gesicht schlagen,
den Wurzeln, über die du stolperst
und die dein Vorankommen hindern.
Aber du bist weiterhin im Wald.
Nicht auf der asphaltierten, ausgebauten Straße.
Du musst weiter Schritt für Schritt vertrauen.
Aber du bist auf dem Weg.
Auf dem richtigen Weg.
Und ich will,
dass du aufhörst zu denken,
alles vorher sei nur Fehler gewesen.
Die ganze Zeit
habe ich dich geführt
und vorbereitet.
Geh einfach weiter.
Mit mir. 

Wirklich interessant, was ich fast genau vor einem Jahr zu diesem Thema schrieb: Auf der Spur.

Montag, 13. Juli 2015

Dasein

Mein Dasein soll ein da sein sein.
Anwesend. Erreichbar. Verfügbar.
Das ist eine Kunst.
Denn die meiste Zeit sind wir:
Abwesend. Unerreichbar. Nicht Verfügbar.
Zu beschäftigt mit dem eigenen Dasein
um da zu sein.
Zeit zu investieren. Zuhören. Einfühlen. Nachfragen.
Mein eigenes Dasein erweitern.
Nich nur Dasein sein, sondern für andere da sein.
Ohne mein Sein zu verlieren.
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