Mittwoch, 24. November 2010

Selbstdisziplin

Selbstdisziplin – ein Thema, dass mich in den letzten Wochen mal wieder sehr stark beschäftigt hat. Eigentlich wollte ich schon Ende Oktober einen Blog darüber schreiben. Woran das wohl gescheitert ist? Aber mal von vorn:

Wir leben in einer ziemlich schnellen und leistungsorientierten Welt. Viele Dinge müssen bis zu einer bestimmten Deadline fertig sein, unser Alltag ist voller Termine. Wir haben jeden Tag eine ganze Menge zu erledigen. Sei es die Arbeit, das Studium, die Schule, der Haushalt, die Gemeinde, die Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen, sportliche Aktivitäten oder sonstige Freizeitbeschäftigungen. Auch wenn es Dinge sind, die uns eigentlich Spaß machen, in unserer schnellen Welt wird alles zum Termin.
Nur die beiden grundlegendsten Bedürfnisse des Menschen werden selten zum Termin: Essen und Schlafen.

Und manchmal haben wir für einige Termine keine Zeit, weil andere Termine länger dauern, mehr Zeit als geplant in Anspruch nehmen. Im Bezug auf die beiden Grundbedürfnisse kann das wirklich ungesund werden. Wenn man keine Zeit zum Schlafen oder Essen mehr hat und das zu einem Dauerzustand wird, geht man auf kurz oder lang kaputt.
Aber für die anderen Termine brauchen wir meistens ein Zeitmanagement – oftmals in Form eines Terminkalenders – um festzuhalten wann welcher Termin ist und wann wo noch Zeit für dies oder jenes bleibt oder eben auch nicht.

Dass wir es jedoch nicht immer schaffen all das auf die Reihe zu kriegen, was wir tun müssen, vielleicht sogar unter dem Druck einer Deadline, oder tun sollten, weil es z.B. unserem Körper gut tun würde Sport zu treiben, oder tun wollen, da wir z.B. ein Bedürfnis nach zwischenmenschlichen Beziehungen haben, liegt nicht immer nur an der Fülle des Terminkalenders. Nein, es liegt in vielen Fällen am MANGEL AN SELBSTDIZIPLIN.

Das klingt in erster Linie nach einem Eintrag auf dem Zeugnis oder ähnlichem. Deswegen die Frage: Was ist denn eigentlich Selbstdisziplin?
Selbstdisziplin bedeutet, dass man sein eigenes Verhalten im Blick hat und beherrscht, um etwas zu erreichen. Es geht also eigentlich in erster Linie darum, dass man ein Bewusstsein für sein eigenes Verhalten entwickelt.
Ich persönlich tue das meistens in Form von schriftlichen Festhalten meines Verhaltens. Wenn ich also merke, ich komme einfach nicht dazu für meine nächste Klausur zu lernen, dann beobachte ich meinen Tagesablauf und schaue mir an, was ich denn den ganzen Tag mache. Und dabei fällt mir REGELMÄßIG auf, dass ich eine Unmenge an Zeit für Dinge wie Einkaufen, Youtube-Gucken, Serien gucken und Ausschlafen habe. Das sind Dinge, für die ich mir am Tag Zeit nehme. Die mir so wichtig sind, dass ich alles andere dafür Aufschiebe. Natürlich handelt es sich dabei auch um ein Ablenkungsmanöver – wer lernt schon gerne für Klausuren? Aber trotzdem: Ich bringe es nicht zu Stande, mein Verhalten SO zu kontrollieren, dass ich die Dinge die ich tun muss,sollte,könnte auf die Reihe bekomme.

Was jedoch der Clou an der Geschichte mit der Selbstdisziplin ist: WENN man es dann mal geschafft hat, sich aufzuraffen und z.B. zum Sport zu gehen, fühlt man sich danach meistens um einiges besser. Ebenso freue ich mich, wenn ich mit gutem Gewissen sagen kann: Ich habe heute 3 Stunden für die Uni gelernt und kann jetzt den ganzen Abend sonst was machen. Der Effekt der Selbstdisziplin ist das gute Gewissen, was einem den Tag wesentlich schöner macht, als wenn man Abends ins Bett geht und weiß, man hat morgen das doppelte Pensum vor sich, weil man heute nur getrödelt hat.

Was ich sagen möchte, und dies sagt euch jemand, der täglich mit dem inneren Schweinehund und seinen unzähligen Welpen zu kämpfen hat:
Selbstdisziplin ist etwas, womit man sich selbst was Gutes tun kann. Es ist gut, Deadlines einzuhalten, es ist gut wenn man das schafft, was man sich vornimmt und es ist am besten, wenn am Ende noch Zeit für das übrig bleibt, was man am liebsten tun will!

In diesem Sinne,

Danke für deine Aufmerksamkeit!

Mittwoch, 3. November 2010

"I have a dream"

Ich habe mich in den letzten Tagen gefragt, ob eigentlich jeder Mensch einen Traum hat. Oder sogar mehrere. Kurz war ich versucht, eine Umfrage in meinem Umfeld zu starten und eigentlich interessiert es mich auch wirklich, wie es meinen Mitmenschen mit dem Thema ergeht. Aber dann habe mich doch dagegen entschieden, weil mir das Thema sehr persönlich vorkam. Also fragte ich mich selbst: Habe ich einen Traum?

Für mich bedeutet „Traum“ soviel wie „Herzenswunsch“. Etwas, was ich mir mehr als alles andere für mein Leben wünsche. Etwas besonders, welches wohl in den meisten Fällen mit einem Gefühl von Glück zusammenhängt.
Manche Dinge sind für mich kein Traum, obwohl ich sie gerne erreichen möchte. Zum Beispiel gehört ein erfolgreicher Abschluss meines Studiums sicherlich zu den Dingen, die ich sehr gerne in meinem Leben erreichen möchte. Aber es ist eher ein Ziel, auf das ich zuarbeite. Es ist nicht mein TRAUM einen Master in Germanistik zu machen, auch wenn es mir wichtig ist.
Ich weiß nicht, ob das für dich als Leser logisch erscheint. Aber ich denke, Träume sind für mich auch Dinge, die ich nicht „einfach so“ erreichen kann. Wie auch immer.

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich Träume habe. Zur Zeit würde ich sagen zwei. Der eine ist sehr groß, der andere ist etwas schwächer und ich muss sehr auf mein Herz hören, um sicher zu sein, dass es wirklich ein Herzenswunsch von mir ist.

Gestern Abend habe ich mich gefragt, wie viel ein Mensch für seinen Traum aufgeben kann, möchte, darf oder soll. Und ob halt überhaupt jeder Mensch solch einen Traum in seinem Herzen trägt, den er, vielleicht nicht immer aktiv, aber dennoch jederzeit, verfolgt. Sicherlich spiegelt sich da auch die Frage nach dem Sinn des Lebens wider und der Frage warum man auf der Erde ist und was man mit seiner Zeit anfängt. Und ob man, anschließend an den letzten Post, nicht alles daran setzen sollte, sein Leben auf seine eigene Weise zu leben und (falls man denn ewelche hat) seine Träume zu verfolgen.

Und was riskiere und investiere ich für meinen Traum? Trage ich ihn nur mit mir herum oder versuche ich ihn zu verwirklichen? Kann man einen Traum überhaupt verwirklichen oder verliert er dadurch seine Besonderheit? Ich hoffe es nicht.

Ich glaube, in unserer Welt träumt jeder davon einen Traum zu haben, einen Sinn, eine besondere Aufgabe. Und gleichzeitig werden wir von unserem Alltag so umgarnt, dass wir gar keine Gelegenheit sehen uns unserem Traum zu nähern. Unsere Welt ist so furchtbar laut und unsere Träume manchmal so unheimlich leise. Es bedarf manchmal sehr viel Ruhe, Geduld und Ehrlichkeit zu einem selbst, damit man sie hören kann. Zumindest geht es mir so.

Hast du einen Traum? Und was tust du dafür?




Danke fürs lesen.
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