Donnerstag, 30. Dezember 2010

Jahresabschlussfazit

Jetzt ist es tatsächlich schon wieder soweit: Das Jahr 2010 verlebt seine letzten knapp 27 Stunden, die ihm geblieben sind. Nun ist die Zeit gekommen, um ein Fazit zu ziehen. Vielleicht ein allgemeines, vielleicht ein ganz persönliches.
Dabei helfen dir vielleicht diese Fragen:

War das Jahr 2010 eher gut oder eher schlecht?

Gab es etwas, was dich das ganze Jahr begleitet hat (ein Gedanke, ein Lied, ein Mensch etc.)?

Was hat dir in diesem Jahr am meisten Freude bereitet?

Was hat dich in diesem Jahr am meisten traurig gemacht?

Was hat dich in diesem Jahr am meisten an dir selbst gestört?

Was hat dich in diesem Jahr am meisten an deiner Umwelt gestört?

Bist du rückblickend zufrieden mit dir selbst?

Welcher Mensch hat dir dieses Jahr am nächsten gestanden?

Über welchen Menschen hast du dich am stärksten gefreut?

Was war das wichtigste Ereignis für dich im Jahr 2010?


Ich denke, wenn man diese Fragen ehrlich beantwortet, hat man schon einen guten Rückblick auf sein ganz persönliches Jahr 2010.

Aber ich finde, nur zu schauen, wie die Vergangenheit war, reicht nicht – man sollte auch schauen, was man für die Zukunft daraus mitnehmen kann. Deswegen hier noch ein paar Fragen für das Jahr 2011:


Im welchen Bereich möchte ich 2011 an mir arbeiten?

Zu welcher Person möchte ich 2011 wieder mehr Kontakt haben?

Habe ich ein Ziel, dass ich 2011 erreichen will?

Welche Jahreszeit wird 2011 wohl für mich am wichtigsten werden?

Welchem Menschen möchte ich 2011 ganz besonders Aufmerksamkeit schenken?


Ich weiß, dass viele Menschen nicht gerne weit planen und überlegen, was sie im ganzen Jahr 2011 tun wollen oder müssen. Aber ein paar hypothetische Gedanken sind vielleicht mal ganz interessant, besonders wenn man sie aufschreibt und in 365 wieder anschaut und sieht, wie sich das Jahr entwickelt hat.

Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du ein gutes Jahr hinter dir lässt und ein gutes Jahr vor dir hast.

Danke fürs lesen!


„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“

(Bibel – Römer 12,21 – Jahreslosung für 2011)

Freitag, 24. Dezember 2010

Finale

Heute ist es schon soweit:

Das letzte Türchen wird geöffnet, der Tannenbaum ist geschmückt, das Essen wird vorbereitet und später gibt’s einen großen Haufen Geschenke!

Weihnachten, wie es bei uns aussieht. Vielleicht schaffen wir es an diesem Tag zwischen durch mal an die Menschen zu denken und vielleicht sogar für sie zu beten, die nicht in dem selben Überfluss leben wie wir zur Zeit.

Ansonsten gelten für diesen Tag folgende „Regeln“:

  1. Freue dich Welt, der Herr ist DA!

Um mit Paulus zu sprechen: „Wiederum will ich sagen: Freut euch!“ (Philipper 4,4). Versuch doch heute mal wirklich fröhlich zu sein und mit mehr Geduld an die Dinge ran zu gehen. Versuch dich an der FREUDE festzuklammern und aus ihr deine Kraft zu ziehen und dich nicht von jeder Kleinigkeit verärgern zu lassen oder genervt zu sein.
  1. Genieße das gute Essen und die Aufmerksamkeiten!

Gutes Essen ist immer was feines. Und wenn du Geschenke bekommst heute, dann freue dich und nimm die Aufmerksamkeit deines Schenkers an! Das macht alles entspannter.


Letztendlich gelten dieses „Regeln“ wohl eigentlich für alle Tage im Jahr, aber an Weihnachten können wir ja mal versuchen sie auch wirklich umzusetzen.


Ich wünsche dir, dass du ein schönes, besinnliches, segensreiches und fröhliches Weihnachtsfest hast. Ich wünsche dir Freude in deinem Herzen. Und ich wünsche dir, dass dich die Geburt Jesu in deinem Herzen berührt.

Und natürlich würde ich mich freuen, wenn dich dieser Adventskalenderblog ein bisschen auf das jetzt anbrechende Fest vorbereiten und begleiten konnte.

Danke dafür, dass du hier mit gelesen hast!

Sei herzlichst gegrüßt!

Anna.


Donnerstag, 23. Dezember 2010

Weihnachtswahnsinn

Heute habe ich mich auf etwas beinahe wahnsinniges eingelassen: Wir sind einkaufen gefahren in den großen, großen Globus um noch ein paar Essenssachen für die Feiertage zu besorgen. Und was soll ich euch sagen? Wir waren NICHT allein.

Der Laden war so unglaublich voll (obwohl er eigentlich so riesig ist), dass man nicht einfach mal die Richtung wechseln konnte mit seinem Einkaufswagen. Man musste auf eine winzige Sekunde warten, in der es vielleicht beinahe grade so aussah, dass man drehen könnte, und wenn man glück hatte, klappte es auch. Es ist ja auch nicht so, dass wir nicht vorgewarnt wären, dass Weihnachten kommt. Aber der Großeinkauf eignet sich natürlich am besten am letzten Tag vor den Feiertagen.


Wenn man sich in so einem Spektakel befindet, kann man wieder ein bisschen mehr verstehen, warum so viele Menschen Weihnachten nur mit Stress verbinden. Ich habe dieses Jahr auch von einigen Menschen gehört, die Weihnachten „vorfeiern“ - also ein oder zwei Wochenenden vor dem eigentlichen Weihnachtsfest, damit die richtigen Weihnachtstage entspannt bleiben.

Beim Einkaufen bleibt nicht viel von irgendeiner Weihnachtsstimmung übrig, außer man strengt sich sehr an.

Auf dem Parkplatz nehmen sich die Menschen gegenseitig die Parkplätze weg, in den Einkaufgängen wird einander kaum Platz gemacht, die Verkäufer bemühen sich zumindest um ein Lächeln, wenn auch etwas verkrampft. Wir haben versucht Gelassenheit und Entspannung zu „versprühen“ und ich glaub das ist uns auch ganz gut gelungen.

Aber letztendlich ist es erschreckend, wie sehr sich die Menschen gegenseitig verrückt machen können und auf die Nerven gehen. Und da hilft auch eine Frau im Engelskostüm, die Schokolade an Kinder verteilt, nicht mehr viel. Um mit Reinhard Mey zu sprechen: There is no business like showbusiness. Alles was irgendwie noch weihnachtlich war und auch die Vorbereitungen auf Weihnachten, die bei diesem Einkauf ja getroffen werden sollen, schien irgendwie nur noch eine große Show zu sein. Bei Stress bleibt wohl die meiste Freude und Liebe auf der Strecke.

Die meisten Vorbereitungen sind wohl nun getätigt. Der „Stress“ ist vielleicht noch nicht vorbei. Am Ende dieses Tages stelle ich noch einmal die Frage: Wie weit bist du auf der Weihnachtsstimmungsskala gekommen? Fühlst du dich „bereit“ um morgen das große Fest zu begehen? Oder ist alle Stimmung auf der Strecke geblieben vor lauter Stress und Störungen? Ein paar Stunden hast du noch Zeit – und spätestes morgen und die nächsten hast du auch immer noch Zeit zur Besinnung zu kommen.


Ich wünsche dir, dass du frei von Stress dich auf das besinnen kannst, was an Weihnachten das wichtigste: Jesu Geburt. Morgen große Party. Freuen nicht vergessen.

Danke fürs Lesen!

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Die Kunst sich beschenken zu lassen

Zu Weihnachten verbringt man eine Menge Zeit damit, Geschenke für andere Menschen zu suchen. Manche Menschen nehmen sich viel Zeit dafür, andere machen es lieber auf den letzten Drücker. Bei den momentanen Wetterverhältnissen ist letzteres vielleicht nicht der schlauste Plan, vor allem, wenn man seine Geschenke über das Internet bestellt – es kommt zu Lieferverzögerungen.

Aber wenn man alle Geschenke da hat, ist man meistens ziemlich gespannt, was der Beschenkte wohl sagt, wenn er sein Geschenk auspackt. Ich glaube, grundsätzlich lassen wir uns gerne beschenken. Das grundlegende Gefühl sollte Freude und vielleicht auch Überraschung sein, wenn wir ein Geschenk erhalten.


Aber nicht immer verhalten wir uns so. Mit Phrasen wie „Das wäre doch nicht nötig gewesen“ oder „Warum hast du dir denn solche Umstände gemacht“ oder „Du musst mir nichts schenken“ versuchen wir bescheiden zu sein. Vielleicht sind wir es auch wirklich und vielleicht ist es uns unangenehm, wenn andere uns viel Aufmerksamkeit schenken.

Das alles können wir alle empfinden – aber ist es richtig?


Manchmal kommt es mir so vor, als ob die Welt immer mehr entemotionalisiert wird. Dass man in der Öffentlichkeit nicht weint und auch eigentlich keine Traurigkeit oder Bedrückung zeigt, ist eigentlich nichts neues. Und auch übermäßige Freude und Glücklichsein trägt man nicht so stark nach außen. Das einzige, was wirklich anerkannt ist, ist die „realistische“ Weltanschauung. Und realistisch heißt in dem Zusammenhang pessimistisch. Mit dem Zeigen von Traurigkeit oder Freude haben wir „Angst“ die Menschen zu „verletzen“, die die Welt versuchen realistisch zu sehen. Und demnach haben wir auch Angst davor wirklich Freude zu zeigen, wenn wir beschenkt werden.

Dabei tut Freude wirklich gut. Und Freude zu empfinden lernt man, in dem man anfängt die guten Dinge im Leben in den Vordergrund zu stellen, anstatt die negativen.

Bescheidenheit zu zeigen, wenn man beschenkt wird, ist eigentlich das dümmste, was man in der Situation machen kann. Dein Gegenüber beschenkt dich ja nicht, damit du dich schlecht fühlst, sondern um dir eine Freude zu machen, dir Aufmerksamkeit zu schenken und dir vielleicht auszudrücken, dass es dich gern hat. Und in unserer Welt fällt es uns manchmal leichter uns gegenseitig mit materiellen Dingen Wertschätzung auszudrücken, als nur mit emotionalen.

Also lass dich fröhlich beschenken an diesen Weihnachtstag. Lass die Freude in dein Herz hinein und scheue dich nicht, sie auch nach außen zu tragen.

Und vergiss dabei nicht, welch großes Geschenk uns Gott an Weihnachten gemacht hat, weil er uns so sehr liebt, dass er uns seinen einzigen Sohn geschenkt hat. Wäre es da nicht anmaßend zu sagen: „Gott, warum machst du dir solche Umstände? Das wäre doch nicht nötig gewesen! Du brauchst mir doch nichts zu schenken!“ - Oh doch, wir brauchen Gottes Geschenk und wir haben Jesus mehr als nötig. Und es ist Gottes Entscheidung, ob er sich diese Umstände macht oder nicht.


Danke fürs Lesen!

Dienstag, 21. Dezember 2010

Rekordjahr 2010

Ich weiß nicht, ob es jemanden schon aufgefallen ist, aber das Jahr 2010 ist mein absolutes Rekordjahr im Blog.
Im Januar 2006 habe ich mit dem bloggen angefangen im Zuge einer „wir-schreiben-jetzt-alle-Blogs“-Aktion meines Freundeskreises. Und es hat mir auch direkt ziemlich viel Spaß gemacht. Das zeigt sich auch an den Beiträgen: Mit 42 Posts war 2006 bis jetzt Spitzenreiter. 2007 kommt noch ziemlich nah dran mit 33 Beiträgen.
Dass es 2008 und 2009 viel weniger zu lesen gab, hat unterschiedliche Gründe. Unter anderem lag es daran, dass ich nicht viel zu sagen, aber viel zu tun hatte.
Dieses Jahr hatte ich keines Falls das Ziel, den Rekord zu brechen. Heute sind es genau zehn Posts mehr als 2006 – und der Adventskalender und das Jahr sind noch nicht zu Ende. Dass ich (vor allem im Sommer) viel geschrieben habe, lag wohl daran, dass ich ziemlich viel Zeit hatte und auch von ein paar Personen gefragt wurde, warum ich nicht mehr so viel blogge. Ja, warum eigentlich, hab ich mich dann auch gefragt.

Es hat mir dieses Jahr viel Freude gebracht zu bloggen – sonst hätte ich wohl auch nicht dieses Adventskalenderprojekt gestartet. Ich mag es, meine Gedanken in Worte zu fassen und vielleicht etwas zu verallgemeinern und andere Menschen daran teilhaben zu lassen.
Deswegen mag ich es natürlich auch, wenn ich in irgendeiner Art eine Rückmeldung dazu bekomme, weil ich mich dann zum einen darüber freue DAS jemand meine Gedanken gelesen hat und zu anderen WER sich darüber jetzt vielleicht weiter Gedanken macht.

Ob es 2011 auch viele Posts gibt oder vielleicht sogar ein weiterer Rekord, kann ich nicht sagen.
Denn bei aller Blogliebe: Schreiben kann ich nur, wenn ich Ideen habe. Zeit kann ich dann meistens schon freischaufeln. Wobei ich bei dem Adventskalenderprojekt gemerkt habe, dass man eigentlich immer auf Ideen kommt, wenn man unter einem gewissen „Druck“ steht.

Letztendlich passt das Zitat aus dem Film HILDE ganz gut zu mir:

„Egal was du tust, hör niemals auf zu schreiben.“

Danke fürs lesen.

Montag, 20. Dezember 2010

Kleine Freuden

Manchmal braucht mal kleine Freuden im Alltag, damit man überleben kann. Wenn der Alltag voll und schnell und vielleicht dunkel ist, brauchen wir ein Licht und ein Lächeln, damit wir nicht versinken in all dem was uns zu schaffen macht.

An Weihnachten ist es vielleicht ein kleineres Problem, weil man bedacht wird von allen Menschen um ein herum, mit Geschenken oder wenigstens einen Wunsch über fröhliche Weihnachten.
Wahrscheinlich verbringt man auch ein paar der Weihnachtstage im Kreise von Verwandten oder Freunden – obwohl einen das nicht immer vor dem Gefühl der Einsamkeit schützt.

Und was passiert, wenn die Weihnachtszeit „überstanden“ ist und das neue Jahr uns schon wieder in seinen Bann gezogen hat? Der Alltag ist immer so schnell wieder da.

Mein bestes Rezept (und das hab ich von meiner lieben 2.ältesten Schwester „geklaut“) ist das Postkarten schreiben. Mit Postkarten kann man Licht und Lächeln verschicken und den Alltag für ein paar Augenblicke ausweichen.

Deswegen mache ich heute euch Lesern ein Angebot:

Ich schicke euch eine Postkarte im Januar oder Februar, wenn das Jahr und der Alltag im vollen Gang ist!


Alles was du tun musst, um solch einen Alltagsausweicher zu erhalten ist,deinen Namen und deine Adresse an gedankenflug@vollbio.de zu schicken mit dem Betreff „Postkarte“. Dass deine Daten an niemanden weiter gegeben werden etc. versteht sich von selbst. Sie werden nur für diese einmalige Aktion genutzt und dann gelöscht. (Auch bei den Menschen, die meinen, ich hätte ihre Adresse, wäre ich dankbar, wenn ihr sie nochmals an die oben stehende Adresse schicken würdet.)

Ich freue mich, wenn ihr mich Postkarten schreiben lasst und bei der Aktion mit macht, damit ich ein bisschen Licht und Lächeln verschicken kann! Also ran an die Postfächer!
Und was machst du, um ein bisschen Licht in die Welt zu tragen?

Danke fürs Lesen!

Sonntag, 19. Dezember 2010

Gefüllte Gans

Die gefüllte Gans mit Rotkohl und Klößen gehört wohl zu den traditionellsten Weihnachtsgerichten in Deutschland. Passend dazu gibt es ja diese schöne Geschichte „Die Weihnachtsgans Auguste“, die ich als Kind sehr gemocht habe, aber von der ich euch heute nichts erzählen werde. Ebenso reichen meine Kochkünste nicht aus für ein solches Gericht, weswegen es heute auch keine Kochstunde dafür geben wird.

Ich finde das Bild einer gefüllten Gans stellt ganz gut – wenn auch etwas makaber – uns Menschen dar. Wir sind Wesen, die sich relativ unbeteiligt mit allen möglichen Dingen den Bauch vollschlagen lassen und das nicht nur in kulinarischer Hinsicht. Wir lassen uns füllen mit den Dingen um uns herum, mit Bildern, Eindrücken, Meinungen, Musik, Weltanschauungen und Lebenseinstellungen, legen uns auf den Rücken, strecken die Beine in die Luft und lassen neben uns unsere Lebensumstände als Rotkohl und Klöße drapieren.

Bei diesem Bild gibt es zwei Dinge zu beachten:

1.Wir sind noch lebendig!

Heißt das nicht, dass wir Einfluss darauf nehmen können, womit wir unser Leben und unseren Geist füllen? Wir haben ein Entscheidungsrecht, dass zwar nicht immer einfach, aber auf jeden Fall durchsetzbar ist.

2.„Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.“ (Matthäus 12, 34)

Je nachdem welche Füllung wir uns reinziehen, werden wir auch dem entsprechend „schmecken“. Also wird das, wovon wir voll sind auch unsere Lebensumstände, unsere Gedanken, unsere Gespräche, unsere Beziehungen und unseren Umgang mit der Welt prägen.

Vielleicht sollten wir aufhören wie tote Gänse in der Welt herumzuliegen und uns von allem möglichen füllen zu lassen, sondern lieber mit einem vollständigen Federkleid durch die Welt fliegen und eigenständig entscheiden, was für uns gut ist und welchen „Geschmack“ die Welt von uns haben soll.


Danke fürs lesen und einen schönen 4. Advent!

Samstag, 18. Dezember 2010

Christmas is all around me

Weihnachten als Fest der Freude, Weihnachten als Fest der Geschenke.
Und Weihnachten als Fest der Liebe?
Natürlich! Da ist eine Menge Liebe im Spiel, die Liebe von Gott zu uns Menschen und die Liebe zwischen uns Menschen untereinander.
Gottes Liebe zu uns ist unersättlich. An der Liebe zueinader fehlt es hin und wieder.
Und dann stellt sich die Frage: Was ist Liebe überhaupt?

Ist Liebe ein Bauch voller Schmetterlinge? Ist Liebe ein Gefühl von Geborgenheit? Eine Verbindung durch Verwandschaft? Kann Liebe immer da sein oder ist es natürlich, dass sie früher oder später erlischt? Ist Freundschaft Liebe? Ist Toleranz Liebe?

Ich hab leider nur wenig Antworten auf diese Fragen. Aber wenn man sich mal anschaut, welche Definition von Liebe es gibt, kommt man wirklich ins grübeln:

1. Liebe ich überhaupt irgendwen von ganzem Herzen?
2. Wenn DAS Liebe ist, und Gott uns kompromisslos liebt, was für ein Geschenk ist das?

Hier die Definition, viel Erfolg beim Nachdenken:



danke fürs lesen.

Freitag, 17. Dezember 2010

Zum Nachdenken Teil 2

Dass der Sinn von Weihnachten in der Geburt von Jesus Christus vor über 2000 Jahren liegt und wir uns mit dem ganzen Spektakel, was darum veranstaltet wird daran erinnern wollen, haben wir ja jetzt schon an einigen Stellen festgestellt.

Das Weihnachten und Jesu Geburt aber noch mehr bedeutet, entdeckt man, wenn man über den heutigen Nachdenk-Spruch sinniert:

Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren,
und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren.


(Johannes Scheffler - 1624-1677 - deutscher Arzt, Priester und Dichter)

Ich wünsche dir ein gutes viertes Adventswochenende!

Donnerstag, 16. Dezember 2010

außerplanmäßige Änderungen

In unserem Leben sind die meisten Dinge ziemlich genau durchgeplant. Wir besitzen einen Wecker, damit wir vor Sonnenaufgang aufstehen können und uns zu jeder Zeit aus dem Schlaf reißen, egal wie viel Schlaf wir hatten. Wir besitzen Terminkalender, um alle Ereignisse zu dokumentieren und uns an alles zu erinnern. Wir besitzen Telefone und Handys um alle Termine bis zur Minute genau planen und absprechen zu können. Wir besitzen Lampen, um die Nacht zum Tag zu machen und Rollladen, um den Tag zur Nacht zu machen – je nachdem wie es uns gerade am besten passt.
Die meisten Menschen sind strukturiert, bemüht pünktlich und oftmals verplant. Und an den Stellen wo wir es nicht sind, wird es uns oftmals als Makel angelastet. (Die „schlimmste“ Kombination ist demnach ein unpünktlicher Chaot, der zu viel Zeit hat ;) )

Ich möchte das Ganze gar nicht als furchtbar schlecht darstellen. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein starker Zukunftsmensch bin, der meistens bis zu 1 ½ Jahre voraus plant. Die meisten Menschen schreckt das ab, weil sie vergessen, dass ich mich an diese Pläne nicht binde. Ich träume nur gerne und überlege mir in etwa, wie die Zeit laufen könnte. Mein Alltag ist nicht immer strukturiert und ich bin auch nicht immer pünktlich, aber einen gewissen Plan habe ich meistens schon. Und ich habe auch das Gefühl, dass man immer mehr darauf getrimmt wird, je älter man wird.

Die Frage, die mich in diesem Zusammenhang beschäftigt, ist folgende:
Wie geht man mit außerplanmäßigen Dingen um? Ich habe in dieser Woche meine Eltern besucht und der ganze Plan, den ich vorher erstellt habe, hat nicht funktioniert. Vor meiner Anreise war ich spontan verhindert, sodass ich später angekommen bin. Und jetzt bin ich früher zurückgefahren, weil heute ja der große Schneesturm über Deutschland gezogen ist und ich das nicht in meinem Auto auf der Autobahn erleben wollte.

Was macht man, wenn alle Pläne nicht funktionieren? Sind wir bereit unsere Pläne unsere Sicherheiten aufzugeben, wenn sich Prioritäten verschieben? Sind wir bereit andere Wege einzuschlagen, wenn wir merken, dass wir nicht weiterkommen?

Ich halte Pläne für gut und wichtig, aber ebenso merke ich, dass Spontanität und die Bereitschaft, einfach mal eine Stunde länger im Café sitzen zu bleiben, weil das Gespräch gerade so gut und wichtig geworden ist, nicht zu kurz kommen sollten.
Ich weiß, dass ist nicht immer möglich. Wir haben Termine und Verpflichtungen, die wir einhalten sollten. Aber manchmal glaube ich, dass etwas verloren geht, wenn man vergisst auch mal flexibel zu sein.

Danke fürs lesen.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Das volle Leben

Dass unsere Welt voll und schnell ist und wir Menschen mit gefüllten Kalendern von Termin zu Termin rennen, äußere ich in letzter Zeit recht häufig.
Dabei tritt „Stress“ bei mir nur temporär auf, also hin und wieder, gerne in der Klausurenphase oder wenn sich spontan mehrere Termine überschneiden. Aber im allgemeinen würde ich mein Leben nicht als stressig bezeichnen.

Anders ist es, wenn ich mir die Leben der Menschen um mich herum anschaue. Vor allem die Personen, die nicht mehr studieren, sondern schon in die Arbeitswelt eingestiegen sind. Da ist das Bedürfnis nach Urlaub und Entspannung immer relativ hoch aber die Zeit dafür ziemlich knapp. (Wobei wir Studenten auch gern dazu neigen uns nach Urlaub zu sehnen.)

Leider habe ich keine allgemeine Lösung für dieses Problem, da es in unserer Welt einfach oft darum geht, Ziele zu erreichen, Termine einzuhalten, Karrieren zu machen, Geld zu verdienen und die meiste Zeit NICHT damit zu verbringen, Urlaub zu machen.
Aber im Zuge dieses Adventskalenders habe ich mir etwas ausgedacht, was wohl jeder Mensch machen kann:

Das Rezept zur Besinnlichkeit:

Zutaten:
5-10 Minuten Zeit (mindestens 5)
ein Päckchen Ruhe
eine Kerze
ein TL Dunkelheit
Musik nach belieben (so etwas beispielsweise)

Umsetzung:
1.Nehme dir 5-10 Minuten Zeit (oder vielleicht auch mehr, falls vorrätig)
2.Stell auf einem Tisch eine Kerze auf und entzünde sie.
3.Lass die Dunkelheit heraus (Rezeptumsetzung eignet sich ab 17 Uhr)
4.Verstreue das Päckchen Ruhe im Raum, in dem du vielleicht die Tür zu machst oder Telefon und Handy außer Reichweite legst.
5.Setze dich in die Dunkelheit 5-10 Minuten vor die Kerze und betrachte die Flamme.
6.Bei belieben kannst du auch Musik anmachen, die dich entspannt oder dir Kopfhörer aufsetzen, wenn du kein Päckchen Ruhe mehr zu Hause hast.
7.Gönne dir einen Gedankenflug beim betrachten der zügelnden Flamme und beim lauschen der Musik und versuche deine Gedanken fernab der tausend Termine zu halten, die du heute und morgen noch vor dir hast.


Keine Ahnung, ob das Rezept bei jedem funktioniert. Aber ich glaube zu Besinnlichkeit kommt man nur, wenn man sich Zeit dazu nimmt, wenn auch nur ein bisschen. Probier es doch mal aus auch wenn es dir auf dem ersten Blick albern erscheint.

Viel Erfolg beim zur Ruhe kommen.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Joy to the world!

Weihnachten gilt ja unter anderem als Fest der Freude. Manchmal kann man sich fragen warum und wie man sich in dieser Welt überhaupt noch freuen kann.
Die weltpolitische Lage ist zum verzweifeln. Es gibt über 30 schon seit Jahren anhaltende kriegerische Auseinandersetzungen. Die Wirtschaft kränkelt vor sich hin. Das Geld wird mal wieder inflationär. Die soziale Ungleichheit in der Welt, in den einzelnen Staaten und Ländern ist kaum fassbar – so weit geht die Schere auseinander. Heute hat mir jemand erzählt, dass alle fünf Sekunden ein Kind an Hunger stirbt. Derjenige sagte dann sehr trocken: „Also sind schon einige tot, seit wir hier jetzt reden.“
In den letzten zehn Jahren sind auch um die Weihnachtszeit immer wieder Naturkatastrophen passiert, wie der Tsunami 2004 und das Erdbeben auf Haiti Anfang diesen Jahres. Bei den momentanen Wetterverhältnissen passieren auch eine Menge Unfälle, bei denen auch Menschen „zu Schaden kommen“.
Und dazu kommen immer noch persönliche Konflikte, Krankheit, Tod und alles andere was und letztendlich berechtigt von irgendeiner Freude abhält.

Und warum wird Weihnachten dann als Fest der Freude gehandelt?
„Joy to the world! The Lord has come; let earth receive her King.“
Freue dich Welt, der Herr ist nah. Nehmt euren König auf! So lautet die deutsche Übersetzung. Die Freude soll also nicht daraus entstehen, dass die Welt so schön weiß aussieht durch den Schnee und auch nicht aus der großen Vorfreude auf Geschenke oder dann die Freude über die Geschenke. Sie soll auch nicht daraus entstehen, dass Frieden auf der Welt herrscht oder Frieden in der Familie. Sie soll auch nicht daraus entstehen, dass wir eine nette Zeit mit unseren Lieben verbringen oder endlich noch etwas Urlaub haben.
Das alles sind Dinge, die gut sind und schön und die uns sicherlich auch erfreuen. Aber die Freude über Weihnachten soll in unserem Herzen entstehen aus dem Gedanken, der Erinnerung und der Gewissheit, dass Jesus auf die Welt gekommen ist. Wenn man das nicht glaubt, oder einem das nichts bedeutet, dass vor ca. 2000 Jahren ein kleiner Mensch geboren wurde der Gott ist, dann ist es natürlich auch nicht so einfach eine Freude darüber zu entwickeln und zu empfinden. Aber das ist der wahre Grund, warum wir uns an Weihnachten freuen sollen – egal wie die Welt aussieht. Natürlich ist es nicht „egal“, aber es soll unsere Freude nicht vermindern.

Der weitere Text dieses Weihnachtsliedes zeigt uns auch wie es funktionieren kann, diese Freude in uns zu zu lassen:
1. let ev'ry heart prepare him room / soll jedes Herz ihm offen stehen
2. no more let sins and sorrows grow / Sünden und Sorgen sollen nicht weiter wachsen


Ich weiß selbst nicht, wie weit ich das in meinem Leben umsetzte – sicherlich zu wenig. Was mich zu meiner heutigen Abschlussfrage führt: Wie weit bist du auf der Weihnachtsstimmungsskala weiter gekommen im Rahmen der Adventszeit?

Wir dürfen und sollen uns freuen!

Danke fürs lesen!

Montag, 13. Dezember 2010

Die Sache mit den Geschenken

Manchmal kommt es einem so vor, und für manch einen ist es vielleicht auch der einzige Gedanke bei Weihnachten, dass es sich bei diesem Fest um das Fest der Geschenke handelt.

Ich finde Geschenke total toll. Ich mag es sehr, beschenkt zu werden (wer tut das nicht) und ich mag es ebenso sehr, anderen Menschen etwas zu schenken. Aber letzteres ist manchmal gar nicht so einfach. Man möchte jemanden etwas schenken, aber man weiß nicht was, weil man sich nicht sicher ist, ob man den Geschmack des anderen trifft. Und man möchte auf alle Fälle erreichen, dass sich der Beschenkte über das Geschenk freut und etwas damit anfangen kann. Aber wenn man sich noch nicht so gut kennt, oder man sich selten sieht und man nicht das aktuelle Lebensumfeld und den aktuellen Geschmack kennt, kann das Schenken schon zu einem Problem werden, über dass man sich Stunden, Tage oder Wochen den Kopf zerbricht.
Dann gibt es ja auch solche Erfindungen wie den Wunschzettel. Aber dabei kann man sich dann manchmal recht unkreativ vorkommen, wenn man „nur“ das schenkt, was der andere sich wünscht und auf keine eigenen und persönlichen Ideen kommt.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass unsere Ansprüche zum Thema Geschenke einfach unheimlich hoch sind. Am besten sollte das Geschenk dem Schenker und dem Beschenkten gefallen, einen gewissen materiellen Wert haben, etwas kreatives sein und gleichzeitig am besten noch etwas über die Beziehung der beiden Akteure ausdrücken und nicht auf einem Wunschzettel stehen.
Und mit diesen ganzen Ansprüchen verbringen wir eine Menge Zeit und machen uns Gedanken und beraten uns gegenseitig und finden dann vielleicht doch nichts und werden völlig unzufrieden über diese ganze Geschenkerei. Und das ist ja irgendwie die schlechteste Konsequenz überhaupt.

Und warum schenken wir uns überhaupt was? Weil wir an Weihnachten Jesus Geburtstag feiern und Gott und Jesus geschenkt hat und mit ihm seine unendliche Liebe. Und als Zeichen dafür schenken wir uns gegenseitig etwas um uns daran zu erinnern und gegenseitig Liebe auszudrücken.
Deshalb finde ich den Spruch „Wir haben beschlossen uns dieses Jahr nichts zu schenken.“ irgendwie befremdlich. Und gleichzeitig denke ich mir, dass das Schenken etwas sein soll, was von Herzen kommt und woran wir Freude haben und etwas, dass wir nicht nur aus Pflichtgründen tun.

Und manchmal braucht es gar nicht viel, vor allem nicht viel Geld, um jemanden wirklich von Herzen auszudrücken, dass man ihn gern hat und ihm „Liebe schenken“ will. Meistens reicht dafür ein liebes Wort, eine Umarmung, Vergebung, Zuwendung oder Anerkennung.

Ich hoffe, du denkst darüber nach wie viel von den letzten drei Punkten in deinen diesjährigen Weihnachtsgeschenken stecken und wie viel Herzblut in ihnen steckt. Das finde ich nämlich wichtig.

Danke fürs lesen.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Kreativität ist gefragt

Heute Teil 2 zum Thema Geschenke. Ein kleines Video, eine GEschichte, die ich als Kind auch sehr toll fand und heute recht lehrreich. Was ich mir so dazu gedacht habe, könnt ihr morgen lesen!



Einen schönen dritten Advent noch!

Samstag, 11. Dezember 2010

konsumreiche Weihnachtszeit

Heute und in den nächsten beiden Tagen wird es in diesem Adventskalender ein wenig um das Thema „Geschenke“ gehen. Durch meinen ultimativen Weihnachtsrausch (der in den letzten beiden Tagen auf Grund der Klausurvorbereitungen und damit verbundene Aufregung tatsächlich etwas abgeflaut ist) sind so gut wie alle Geschenke besorgt und größtenteils sogar schon eingepackt. Ich weiß, dass es einigen dies Jahr weit schwerer gefallen ist, passende Geschenke zu finden. Aber mehr dazu am Montag.

Ich musste heute nochmal kurz in ein Kaufhaus gehen um das Geschenk für den Käfer zu kaufen. Gestern Abend habe ich bestimmt eine halbe Stunde in dem Laden verbracht, um das passende zu finden und konnte es dann nicht kaufen, weil mein Geldbeute zu Hause lag. Also heute noch einmal hin. Es war sogar noch da und liegt jetzt in Geschenkpapier eingewickelt in Käfers Köfferchen.
Was mir bei dem Aufenthalt in dem Kaufhaus aufgefallen ist: Die Emsigkeit der Verkäufer.

Das ganz Jahr über dümpeln sie im Laden herum, manchmal sind sie unauffindbar. Und wenn man sie findet, dann sind sie meistens weder erfreut noch hilfsbereit (das trifft natürlich nicht auf alle zu, aber es hat sicher jemand schon ein solches Exemplar getroffen) – ganz anders in der Weihnachtszeit. Hier kann man sich kaum etwas in Ruhe angucken ohne angesprochen zu werden. Am deutlichsten ist mir das aufgefallen an den Schmuckausstellkästen. Diese sind meistens in einem Karree aufgestellt und in der Mitte befinden sich ein oder zwei Verkäufer, welche die Menschen, die sich die Ware anschauen, „verfolgen“, anlächeln und versuchen zu betraten. Hierbei kann man schließlich auch eine Menge Geld machen. Mich selbst schreckt es immer eher ab so beobachtet zu werden, das stört mich in meinen Entscheidungsprozessen.

Auf jedenfall musste ich heute an den Film „Tatsächlich Liebe“ denken (einer meiner Lieblingsfilme) und an Rowan Atkinson, der in diesem Film einen ebensolchen Verkäufer darstellt. Total amüsant! Bei dem Gedanken an diese Szene wird die Fülle der Läden und die Emsigkeit der Verkäufer viel erträglicher. Gerne würde ich euch diese Szene zeigen, aber sie ist im Internet nicht auffindbar. Also müsst ihr euch einfach den Film mal anschauen, wenn ihr nicht wisst wovon ich rede – oder aber selbst nochmal schmunzeln wollt.

Ich geh jetzt Plätzchenbacken! Und du?

Danke fürs lesen.

Freitag, 10. Dezember 2010

Zum Nachdenken

Nur wenn es stimmt, das Gott geboren ist,
sollten wir von Weihnachten sprechen.


(© Peter Amendt, (*1944), Franziskaner)

Was meinst du dazu?

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Noch ein Film.

Ich halte mich unheimlich gerne in Buchhandlungen auf. Das ist fast eine „Erbkrankheit“ in meiner Familie. Als ich kleiner war, habe ich nie verstanden, wie man sich so lange Bücher angucken konnte. Heute weiß ich es: Ich liebe es durch Buchhandlungen zu gehen. Meistens ist es in ihnen relativ ruhig und man kann diese tausendmillionen Bücher anschauen und in jedem Buch steckt eine andere Geschichte oder eine andere Motivation oder ein anderer Autor. Ich muss noch nicht einmal Bücher kaufen, es reicht mir schon sie anzuschauen und mir zu überlegen, was ich interessant fände und was nicht.

In letzter Zeit habe ich eine ähnliche Begeisterung für Filme entdeckt. Es gibt so unendlich viele Filme, dass ist echt unfassbar, wenn man mal darüber nachdenkt. Im dritten Semester habe ich ein Seminar zum Thema „Drehbuch“ besucht, in dem wir viel über unterschiedliche Filme und Genres und Strukturen gesprochen haben. Nach dem Seminar habe ich mir erst mal ein paar neue Filme gekauft..

Jetzt habe ich im Internet eine Liste mit den 100 erfolgreichsten Filmen gefunden, ich denke mal „erfolgreich“ im Sinne des eingenommenen Geldes bei den Vorführungen. Und ich habe mal die Filme markiert, die ich gesehen habe. 44 von 100. Irgendwie erschreckend. Und natürlich sind eine Menge „guter Filme“ nicht dabei – da es ja nur um die erfolgreichsten geht. Naja ich fand es mal ganz interessant, zu schauen, was man nicht alles schon gesehen hat und vielleicht auch ordentlich zu Klassenschlagern beigetragen hat oder sich von ihnen in Verführung hat führen lassen.

01 Avatar – Aufbruch nach Pandora (2009)
02 Titanic (1997)
03 Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (2003)
04 Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2 (2006)
05 Toy Story 3 (2010)
06 Alice im Wunderland (2010)
07 The Dark Knight (2008)
08 Harry Potter und der Stein der Weisen (2001)

09 Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt (2007)
10 Harry Potter und der Orden des Phönix (2007)
11 Harry Potter und der Halbblutprinz (2009)
12 Der Herr der Ringe: Die zwei Türme (2002)

13 Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (1999)
14 Shrek 2 – Der tollkühne Held kehrt zurück (2004)
15 Jurassic Park (1993)
16 Harry Potter und der Feuerkelch (2005)
17 Spider-Man 3 (2007)
18 Ice Age 3: Die Dinosaurier sind los (2009)
19 Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002)
20 Der Herr der Ringe: Die Gefährten (2001)
21 Findet Nemo (2003)

22 Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith (2005)
23 Transformers – Die Rache (2009)
24 Spider-Man (2002)
25 Independence Day (1996)
26 Inception (2010)
27 Shrek der Dritte (2007)

28 Krieg der Sterne/Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung (1977)
29 Harry Potter und der Gefangene von Askaban (2004)
30 E. T. – Der Außerirdische (1982)
31 Der König der Löwen (1994)
32 Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008)
33 Spider-Man 2 (2004)
34 2012 2009
35 The Da Vinci Code – Sakrileg (2006)
36 Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia (2005)
37 Matrix Reloaded (2003)
38 Für immer Shrek (2010)
39 Oben (2009)

40 Transformers (2007)
41 New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde (2009)
42 Eclipse - Bis(s) zum Abendrot (2010)
43 Forrest Gump (1994)
44 The Sixth Sense (1999)
45 Fluch der Karibik (2003)
46 Ice Age 2: Jetzt taut’s (2006)

47 Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger (2002)
48 Kung Fu Panda (2008)
49 Die Unglaublichen – The Incredibles (2004)
50 Hancock (2008)
51 Ratatouille (2007)

52 Iron Man 2 (2010)
53 Vergessene Welt: Jurassic Park (1997)
54 Die Passion Christi (2004)
55 Mamma Mia! (2008)
56 Madagascar 2 (2008)
57 James Bond 007: Casino Royale (2006)
58 Krieg der Welten (2005)
59 Men in Black (1997)
60 James Bond 007: Ein Quantum Trost (2008)
61 I Am Legend (2007)
62 Iron Man (2008)
63 Nachts im Museum (2006)
64 Mission: Impossible II (2000)
65 Armageddon – Das jüngste Gericht (1998)
66 King Kong (2005)
67 The Day After Tomorrow (2004)
68 Das Imperium schlägt zurück (1980)
69 WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf (2008)
70 Kevin – Allein zu Haus (1990)
71 Madagascar (2005)
72 Die Monster AG (2001)

73 Die Simpsons – Der Film (2007)
74 Sherlock Holmes (2009)
75 Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991)
76 Ghost – Nachricht von Sam (1990)
77 Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich (2004)
78 Aladdin (1992)
79 Troja (2004)
80 Twister (1996)
81 Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989)
82 Drachenzähmen leicht gemacht (2010)
83 Kampf der Titanen (2010)
84 Illuminati (2009)
85 Toy Story 2 (1999)
86 Bruce Allmächtig (2003)
87 Shrek – Der tollkühne Held (2001)

88 Der Soldat James Ryan (1998)
89 Mr. & Mrs. Smith (2005)
90 Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983)
91 Charlie und die Schokoladenfabrik (2005)
92 Gladiator (2000)
93 Der weiße Hai (1975)
94 Hangover (2009)
95 Mission: Impossible (1996)
96 Matrix (1999)
97 Pretty Woman (1990)
98 Cars (2006)
99 X-Men: Der letzte Widerstand (2006)
100 Das Vermächtnis des geheimen Buches (2007)

Und wie viele hast du schon davon gesehen?

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Novemberbaum

Heute möchte ich euch kurz einen meiner absoluten Liebilgskünstler vorstellen: Jens Böttcher.
Das erste mal habe ich ihn live gesehen auf einer Cologne Worship Night im Winter 2006 und habe ihn sofort toll gefunden. Ich mag seine Stimme und sein Gitarrenspiel und noch mehr seine Texte. Die meisten davon sprechen meine melancholische Seite an und stimmen mich nachdenklich. Sein Album „Himmelherz“ hat mich sehr intensive durch eine dunkle Zeit in meinem Leben getragen, das Doppelalbum „Reisefieber“ entspricht eher den letzten sonnigen Jahren. Also ein wirklicher Favorit meinerseits. Das Lied „Novemberbaum“ von Böttchers neusten Album finde ich einfach sehr schön und es tut gut diese Worte immer mal wieder zu hören, deshalb gebe ich sie heute an euch weiter:

Dienstag, 7. Dezember 2010

Brause-Pause

Am Samstag schreibe ich meine einzige Klausur in diesem Semester, in meinem Beifach Soziologie. Soziologie ist eigentlich ganz interessant, als ich mich vor 1 ½ Jahren dafür entschieden habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich mich wirklich dafür erwärmen kann. „Leider“ ist das ganze ziemlich komplex und erfordert reichlich mehr Lernerei als Germanistik.
Deswegen verbringe ich diese Woche sehr viel Zeit in der Bibliothek um „in Ruhe“ lernen zu können. Das klappt auch ganz gut soweit und ist der Grund, weshalb ich immer erst „so spät“ zum bloggen komme. Übrigens: In einer Woche beginnt an meiner Uni die offizielle Klausurenphase und es ist ein regelrechter Kampf um die Plätze in der Bib entstanden, weshalb es manchmal gar nicht so ruhig ist, wie es sinnvoll wäre…

Was mir bei der ganzen Lernerei auffällt (auch wenn ich weiß, dass ich mich im Vergleich zu anderen Studiengängen glücklich schätzen kann):
Die Bedeutsamkeit von ordentlichen Pausen darf man nicht unterschätzen!
Früher oder später kommt eh der Zeitpunkt, an dem das Gehirn nichts mehr aufnehmen kann. Aber wenn man es schafft VOR diesem Punkt eine Pause zu machen, wird das Gehirn nicht ganz so arg strapaziert.
Und womit gestaltet man seine Pausen am besten?
Essen finde ich unpraktisch, weil ich unter dem Druck „ich muss gleich weiter lernen“ nicht entspannen kann.
Gut ist wohl frische Luft und Bewegung, auch wenn es bei dieser Kälte Überwindung kostet.
Wichtig ist vor allem, m.E., wirklich für ein paar Momente ABZUSCHALTEN – also sich sowohl mental als auch physisch von dem Lerninhalt abzuwenden und auf andere Gedanken zu kommen um das Gehirn einfach mal durchzulüften.
Lachen tut übrigens auch ganz gut!

Ich wünsche allen Menschen, die heute, oder in den letzten Tagen oder in den nächsten Tagen viel um die Ohren hatten/haben ein paar gute Pausen!
Vielleicht hilft ja auch so was:




Danke fürs lesen!

P.S.:
Der Titel bezieht sich übrigens auf das manch wenigen vielleicht bekannte „Kinderlied“ (das ist eigentlich eine zu große Bezeichnung dafür), welches ich heute immer wieder im Kopf hatte:
„Jetzt kommt eine Pause! Manche gehen nach Hause oder trinken Brause!“

Montag, 6. Dezember 2010

Schneeflöckchen

Dieses Jahr sind wir schon reichlich früh in den „Genuss“ von Schnee gekommen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir irgendwann schon einmal ab Ende November so viel Schnee hatten. Und falls jemand auf „weiße Weihnacht“ hofft, hat er wohl dieses Jahr bessere Chancen als sonst.

Ich mag Schnee, auch wenn ich Autofahrerin bin und jetzt in einer Gegend wohne bzw. durch Gegenden fahre, in denen eine nicht geringe Schneewahrscheinlichkeit besteht. Ich mag ihn trotzdem und kann mich an einem Abend, an dem es schneit, nur schwer dazu bewegen ins Bett zu gehen – ich könnte ja den Fall einer besonders schönen Schneeflocke verpassen.

In der letzten Nacht ist in Mannheim so ziemlich aller Schnee geschmolzen und alles ist wieder grau und matschig. Als ich heute Morgen zur Bibliothek ging, quälten sich durch die meisten Straßen in der Innenstadt Autoschlagen mit äußerst entnervten Fahrern. Der Grund für die Fülle waren einige Sperrungen: Es schien, als wollten sämtliche Bauarbeiter ihre Baustellen so schnell wie möglich fertig bekommen, bevor der nächste große Frost und Schnee kommt. Denn alle Baustellen waren in den letzten Tagen unter einer guten weißen Schneeschicht verschwunden.

Was mir dabei auffiel:
Ich glaube, Schnee ist unter anderem deshalb so beliebt, weil er die Welt schöner macht. Alles ist weiß und weich und sieht verzaubert aus. Und so mögen wir Menschen es: Wenn alles gut aussieht.
Jedoch bleibt die Welt unter dem Schnee die gleiche. Baustellen bleiben, Beton bleibt, Matsch bleibt. Und das ist in unserem Leben nicht anders: Nur weil wir etwas gut verdecken können, was dann vielleicht sogar wirklich gut aussieht, bleibt das Verdeckte doch das gleiche und es gibt keine Veränderung.
Und auch wenn ich Schnee so sehr liebe, es ist wichtig, dass wir die Schnee-Fassaden in unserem Leben schmelzen lassen und anfangen an den Baustellen zu arbeiten. Bevor es irgendwann eine böse Frühlings-Schmelz-Überraschung gibt.


Ich wünsche euch einen schönen restlichen Nikolaustag!

Danke fürs Lesen.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Die Adventszeit

Heute haben wir schon den zweiten Advent. Jeder von euch, der einen Adventskranz (in welcher Form auch immer) hat, wird heute die zweite Kerze angezündet haben. Obwohl nur noch zwei Kerzen übrig sind, haben wir die „Halbzeit“ noch nicht erreicht. Wie vermutlich jeder weiß, werden die Adventssonntage anhand des 24. ausgerechnet, weshalb der erste Advent ja schon im November stattgefunden hat.
Aber was bringt uns eigentlich die Adventszeit? Für viele Menschen ist es der Countdown fürs Geschenke kaufen und der Startschuss zum Aufhängen buntleuchtender Lichterketten. Eigentlich zeigt uns der Advent nur, dass wir jetzt mal schleunigst verkrampft in Weihnachtsstimmung kommen sollten – oder?



Das Wort Advent kommt ursprünglichen aus dem Lateinischen und bedeutet Ankunft. Wie beim Weihnachtsfest eigentlich nicht verwunderlich sein sollte, geht es m.E. dabei um die Ankunft von Jesus auf die Erde.
Diese ganze Adventszeit sollte demnach eine Zeit der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest sein. Und das nicht nur im Sinne von Geschenke besorgen und Schmuck anbringen, sondern auch eine „innerliche Vorbereitung“ auf das Fest. Für mich stellt sich da die Frage: Warum ist Jesus geboren? Was habe ich heute davon? Wenn es für mich als Christ einer der höchsten Feiertage im Jahr ist, spiegelt sich das irgendwo in meinem Leben? Gehe ich mit diesem Fest anders um als alle anderen Menschen um mich herum? Und neben den kritischen Fragen auch solche wie: Wie viel Freude empfinde ich für diesen Geburtstag von Jesus, den wir ja faktisch feiern?
Das ganze mag sich vielleicht schwierig gestalten, wenn es einem bei Weihnachten in erster Linie um das Fest der Geschenke und der Familie geht – und nicht um die Geburtstagsfeier von Jesus. Wofür soll man sich dann großartig „innerlich vorbereiten“ – außer dem Geschenkkauf und der Frage, wo man mit wem das Fest feiert und mit wem vielleicht lieber nicht. Leider weiß ich auch nicht, was man in diesem Fall am besten macht.

Aber was ich heute loswerden möchte:
Wenn der Advent die Vorbreitungszeit auf die Ankunft Jesu ist, dann ist niemand dazu gezwungen von jetzt auf gleich in volle Weihnachtsstimmung zu kommen. Dafür hat man vier Wochen Zeit, um sich jeden Tag der Stimmung etwas mehr zu nähern. Und ob man das tut oder nicht ist – meines Erachtens – eine Frage der Entscheidung.

Und wie weit bist du dieses Jahr nach acht Tagen Adventszeit auf der Weihnachtsstimmungsskala?



Danke fürs lesen!

Samstag, 4. Dezember 2010

Traumstunde

Heute eine kleine Wintergeschichte, die ich schon als Kind besonders schön fand.
Viel Spaß!

Freitag, 3. Dezember 2010

Der Weg und das Ziel

Der Mensch an sich ist ein faules Wesen. Wenn wir etwas erreichen wollen, dann versuchen wir es meistens recht schnell zu erlangen – nicht weil wir so ehrgeizig sind, sondern weil wir faul sind und froh, wenn wir unser Ziel erreicht haben.
Deswegen versuchen wir den direktesten Weg zu gehen, der uns am wenigsten Mühe bereitet. Am liebsten ist es und, wenn wir uns dafür gar nicht bewegen müssen. Aber wo bleibt dann der Weg?

Über dieses Phänomen habe ich gestern Abend nachgedacht, als ich mich gut eingepackt auf den Weg von meiner warmen Wohnung durch die eisige Kälte zur stillen Bibliothek machte. Ich wollte, sollte und musste lernen und mir war klar, dass ich mich daheim nur auf die faule Haut legen würde. Also machte ich mich auf den Weg.
Manchmal tut es uns ganz gut, einen Weg zu gehen um ans Ziel zu gelangen. Manchmal hilft ein Weg um den inneren Schweinehund, Wut oder Traurigkeit zu überwinden oder er hilft einem sich auf sein Ziel vorzubereiten, weil man durch ihn mobilisiert wird oder Zeit zum nachdenken findet.

Meiner Meinung nach ist der Weg aber nicht das Ziel, wie es in dem Sprichwort heißt. Wenn ich mich nur auf den Weg zur Bib mache, lerne ich noch nicht. Wenn ich mich nur in mein Autochen setze, um jemanden zu besuchen, habe ich noch keine Zeit mit der Person verbracht. Der Weg bringt uns näher ans Ziel, aber er ist nicht selbst das Ziel.

Wir sollten aufhören Wege zu vermeiden, nur weil wir zu faul sind oder Angst vor Umwegen haben. Wir sollten anfangen, Wege zu suchen, Wege zu finden und Wege zu gehen, damit wir unsere Ziele erreichen.



Danke fürs Lesen!

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Weihnachtsrausch

Die Zeile aus dem Lied „Dicke rote Kerzen“ von Rolf Krenzer: „Macht euch jetzt bereit, bald ist es soweit: Bis Weihnachten, bis Weihnachten ist nicht mehr weit“ entspricht wohl am meisten meiner diesjährigen Einstellung zu Weihnachten. Schon seit Anfang Oktober gehe ich meinem Umfeld auf die Nerven mit Fragen über Weihnachtsgeschenke und Planung von Weihnachtsfeierlichkeiten. Ich war wirklich früh dran dies Jahr. Und ich bin mir auch nicht so ganz sicher, woran das liegt.
Letztes Jahr habe ich die Weihnachtszeit zwar auch genossen, aber ich war nicht in solch einem „Rausch“ und in den Jahren davor gab es immer wieder Zeiten in denen ich selbst am 24. und 25. nicht in Weihnachtsstimmung gekommen bin.
Dieses Jahr habe ich mir viel Zeit dafür genommen meinem Freund einen Adventskalender zu basteln. Und auch in Sachen Weihnachtsgeschenken bin ich dies Jahr relativ produktiv. Ich bin irgendwie von Kopf bis Fuß auf Weihnachten eingestellt.

Ein leises, schlechtes Gewissen ermahnt mich, dass es ja sicherlich auch eine gutes Ablenkungsmanöver ist, um sich nicht mit Planungen für Hausarbeiten oder Lernen für Klausuren zu beschäftigen. Und es stimmt auch: Es lenkt unheimlich gut ab und ist dabei ja quasi noch für was anderes gut....

Was mich jedoch sehr nachdenklich macht ist, dass ich bis jetzt noch niemanden gefunden habe, der diesen Rausch nachvollziehen oder gar teilen kann. Alle reagieren eher auf die Art, dass das Jahr viel zu schnell vorbeigegangen ist und sie es gar nicht fassen können, dass jetzt schon wieder Dezember ist. Und für viele Gedanken für Weihnachten haben die meisten auch keine Zeit oder keine Nerven, weil sie noch nicht die richtige Stimmung gefunden haben – und ich kann das alles total nachvollziehen, da es mir in den vergangen Jahren auch immer so ging und ich auch nicht weiß, ob ich nächstes Jahr wieder solch einen Rausch abbekomme. Ich kann mir auch selbst nicht so ganz erklären, warum ich mich dieses Jahr wie eine SCHNEEkönigin darauf freue und voller Eifer bin alle Heimlickeiten vorzubereiten.

Aber ganz nach Albert Schweitzers Prinzip nach dem das Glück das einzige ist, das sich verdoppelt, wenn man es teilt, hoffe ich, dass durch diesen Adventsblog etwas von meinem Weihnachtsrausch in die Welt hinausschwappt und du vielleicht auch ein paar Tropfen davon abbekommst!

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen zweiten Dezember!

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Blog-Adventskalender

Heute ist der erste Dezember und es beginnt die Zeit, an der man mehr oder weniger bewusst Tag für Tag Weihnachten näher rückt. Eine Zeit, in der man als Kind zur Spannungssteigerung jeden Tag ein Türchen des Schokoladenadventskalenders geöffnet hat, vorausgesetzt man hat das Prinzip verstanden und nicht alle Schokolade aus Gier oder aus Angst, dass jemand anderes sie weg essen könnte, am ersten Tag weggefuttert.

Ein Adventskalender dient also zur Spannungssteigerung.
Ich habe mir in letzten Jahren diese Aktion hier immer mal wieder vorgenommen und werde sie dieses Jahr hoffentlich erfolgreich umsetzen können:
Der ultimative Gedankenflug-Adventskalender

Das Konzept ist theoretisch ziemlich einfach: vom 1. bis zum 24. Dezember gibt es jeden Tag einen neuen Post. Teilweise im normalen „Was mir gerade durch den Kopf geht“-Stil oder aber auch im bewusst adventlichem Stil. Die praktische Umsetzung erweist sich dabei als schwieriger, da es bedeutet, sich jeden Tag Zeit zu nehmen und auch wirklich vierundzwanzig mehr oder weniger (hoffentlich eher mehr) interessante Themen zu finden.
Ich werde mich bemühen, dieses Projekt umzusetzen, denn vermutlich hängt eh alles nur am Maße der Selbstdisziplin.. Immerhin erstrahl der Blog schon mal in einem "adventlichen Design".

Ich wünsche euch also viel Spaß beim täglichen lesen und kommentieren und weiterdenken!

Mittwoch, 24. November 2010

Selbstdisziplin

Selbstdisziplin – ein Thema, dass mich in den letzten Wochen mal wieder sehr stark beschäftigt hat. Eigentlich wollte ich schon Ende Oktober einen Blog darüber schreiben. Woran das wohl gescheitert ist? Aber mal von vorn:

Wir leben in einer ziemlich schnellen und leistungsorientierten Welt. Viele Dinge müssen bis zu einer bestimmten Deadline fertig sein, unser Alltag ist voller Termine. Wir haben jeden Tag eine ganze Menge zu erledigen. Sei es die Arbeit, das Studium, die Schule, der Haushalt, die Gemeinde, die Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen, sportliche Aktivitäten oder sonstige Freizeitbeschäftigungen. Auch wenn es Dinge sind, die uns eigentlich Spaß machen, in unserer schnellen Welt wird alles zum Termin.
Nur die beiden grundlegendsten Bedürfnisse des Menschen werden selten zum Termin: Essen und Schlafen.

Und manchmal haben wir für einige Termine keine Zeit, weil andere Termine länger dauern, mehr Zeit als geplant in Anspruch nehmen. Im Bezug auf die beiden Grundbedürfnisse kann das wirklich ungesund werden. Wenn man keine Zeit zum Schlafen oder Essen mehr hat und das zu einem Dauerzustand wird, geht man auf kurz oder lang kaputt.
Aber für die anderen Termine brauchen wir meistens ein Zeitmanagement – oftmals in Form eines Terminkalenders – um festzuhalten wann welcher Termin ist und wann wo noch Zeit für dies oder jenes bleibt oder eben auch nicht.

Dass wir es jedoch nicht immer schaffen all das auf die Reihe zu kriegen, was wir tun müssen, vielleicht sogar unter dem Druck einer Deadline, oder tun sollten, weil es z.B. unserem Körper gut tun würde Sport zu treiben, oder tun wollen, da wir z.B. ein Bedürfnis nach zwischenmenschlichen Beziehungen haben, liegt nicht immer nur an der Fülle des Terminkalenders. Nein, es liegt in vielen Fällen am MANGEL AN SELBSTDIZIPLIN.

Das klingt in erster Linie nach einem Eintrag auf dem Zeugnis oder ähnlichem. Deswegen die Frage: Was ist denn eigentlich Selbstdisziplin?
Selbstdisziplin bedeutet, dass man sein eigenes Verhalten im Blick hat und beherrscht, um etwas zu erreichen. Es geht also eigentlich in erster Linie darum, dass man ein Bewusstsein für sein eigenes Verhalten entwickelt.
Ich persönlich tue das meistens in Form von schriftlichen Festhalten meines Verhaltens. Wenn ich also merke, ich komme einfach nicht dazu für meine nächste Klausur zu lernen, dann beobachte ich meinen Tagesablauf und schaue mir an, was ich denn den ganzen Tag mache. Und dabei fällt mir REGELMÄßIG auf, dass ich eine Unmenge an Zeit für Dinge wie Einkaufen, Youtube-Gucken, Serien gucken und Ausschlafen habe. Das sind Dinge, für die ich mir am Tag Zeit nehme. Die mir so wichtig sind, dass ich alles andere dafür Aufschiebe. Natürlich handelt es sich dabei auch um ein Ablenkungsmanöver – wer lernt schon gerne für Klausuren? Aber trotzdem: Ich bringe es nicht zu Stande, mein Verhalten SO zu kontrollieren, dass ich die Dinge die ich tun muss,sollte,könnte auf die Reihe bekomme.

Was jedoch der Clou an der Geschichte mit der Selbstdisziplin ist: WENN man es dann mal geschafft hat, sich aufzuraffen und z.B. zum Sport zu gehen, fühlt man sich danach meistens um einiges besser. Ebenso freue ich mich, wenn ich mit gutem Gewissen sagen kann: Ich habe heute 3 Stunden für die Uni gelernt und kann jetzt den ganzen Abend sonst was machen. Der Effekt der Selbstdisziplin ist das gute Gewissen, was einem den Tag wesentlich schöner macht, als wenn man Abends ins Bett geht und weiß, man hat morgen das doppelte Pensum vor sich, weil man heute nur getrödelt hat.

Was ich sagen möchte, und dies sagt euch jemand, der täglich mit dem inneren Schweinehund und seinen unzähligen Welpen zu kämpfen hat:
Selbstdisziplin ist etwas, womit man sich selbst was Gutes tun kann. Es ist gut, Deadlines einzuhalten, es ist gut wenn man das schafft, was man sich vornimmt und es ist am besten, wenn am Ende noch Zeit für das übrig bleibt, was man am liebsten tun will!

In diesem Sinne,

Danke für deine Aufmerksamkeit!

Mittwoch, 3. November 2010

"I have a dream"

Ich habe mich in den letzten Tagen gefragt, ob eigentlich jeder Mensch einen Traum hat. Oder sogar mehrere. Kurz war ich versucht, eine Umfrage in meinem Umfeld zu starten und eigentlich interessiert es mich auch wirklich, wie es meinen Mitmenschen mit dem Thema ergeht. Aber dann habe mich doch dagegen entschieden, weil mir das Thema sehr persönlich vorkam. Also fragte ich mich selbst: Habe ich einen Traum?

Für mich bedeutet „Traum“ soviel wie „Herzenswunsch“. Etwas, was ich mir mehr als alles andere für mein Leben wünsche. Etwas besonders, welches wohl in den meisten Fällen mit einem Gefühl von Glück zusammenhängt.
Manche Dinge sind für mich kein Traum, obwohl ich sie gerne erreichen möchte. Zum Beispiel gehört ein erfolgreicher Abschluss meines Studiums sicherlich zu den Dingen, die ich sehr gerne in meinem Leben erreichen möchte. Aber es ist eher ein Ziel, auf das ich zuarbeite. Es ist nicht mein TRAUM einen Master in Germanistik zu machen, auch wenn es mir wichtig ist.
Ich weiß nicht, ob das für dich als Leser logisch erscheint. Aber ich denke, Träume sind für mich auch Dinge, die ich nicht „einfach so“ erreichen kann. Wie auch immer.

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich Träume habe. Zur Zeit würde ich sagen zwei. Der eine ist sehr groß, der andere ist etwas schwächer und ich muss sehr auf mein Herz hören, um sicher zu sein, dass es wirklich ein Herzenswunsch von mir ist.

Gestern Abend habe ich mich gefragt, wie viel ein Mensch für seinen Traum aufgeben kann, möchte, darf oder soll. Und ob halt überhaupt jeder Mensch solch einen Traum in seinem Herzen trägt, den er, vielleicht nicht immer aktiv, aber dennoch jederzeit, verfolgt. Sicherlich spiegelt sich da auch die Frage nach dem Sinn des Lebens wider und der Frage warum man auf der Erde ist und was man mit seiner Zeit anfängt. Und ob man, anschließend an den letzten Post, nicht alles daran setzen sollte, sein Leben auf seine eigene Weise zu leben und (falls man denn ewelche hat) seine Träume zu verfolgen.

Und was riskiere und investiere ich für meinen Traum? Trage ich ihn nur mit mir herum oder versuche ich ihn zu verwirklichen? Kann man einen Traum überhaupt verwirklichen oder verliert er dadurch seine Besonderheit? Ich hoffe es nicht.

Ich glaube, in unserer Welt träumt jeder davon einen Traum zu haben, einen Sinn, eine besondere Aufgabe. Und gleichzeitig werden wir von unserem Alltag so umgarnt, dass wir gar keine Gelegenheit sehen uns unserem Traum zu nähern. Unsere Welt ist so furchtbar laut und unsere Träume manchmal so unheimlich leise. Es bedarf manchmal sehr viel Ruhe, Geduld und Ehrlichkeit zu einem selbst, damit man sie hören kann. Zumindest geht es mir so.

Hast du einen Traum? Und was tust du dafür?




Danke fürs lesen.

Dienstag, 5. Oktober 2010

Do It Your Way

Hier der erste Oktobereintrag:

Vor einem Jahr ungefähr, ist mir folgender Satz über den Weg gelaufen, den ich bis heute immer noch sehr toll finde:
„There is only one sucsess: to be able to spend your life in your own way.“
Was für eine selbstbewusste Aussage! Ich versuche nicht erst seit der Entdeckung dieses Satzes der Aussage gerecht zu werden. Bei mir äußert sich das immer in der Frage: Was ist denn „your own way“ - mein eigener Weg? Eine Frage, die sich logischerweise daraus ergibt. Sie gipfelt dann oftmals in nächtelangen Reflexionen über meine Lebensart, meinen Kleidungsstil, meine Ausdrucksweise, meine Zukunftspläne und ähnlichem. Und ich weiß auch, dass ich (besonders in letzter Zeit) mein Leben auf meine Weise lebe, andere Prioritäten setze, ehrlich zu mir selbst und meiner Umwelt bin oder neue Dinge ausprobiere. Aber „meine Weise“ führt leider weder in den Mainstream, noch in die Lebensweise der meisten meiner Mitmenschen. Und dann ist es irgendwie gar nicht mehr so einfach auf seinem eigenen Weg zu bleibe.

Und genau hier liegt wohl auch der Knackpunkt:
Niemand hat gesagt, dass es EINFACH ist, Erfolg zu haben. Und „to spend your life in your own way“ wird als „one sucsess“ bezeichnet. Erfolg bedeutet Arbeit, oftmals Überstunden, Korrektur, Selbstdisziplin. Kein Erfolg fällt vom Himmel und ist einfach mal da. Erfolg verlangt uns etwas ab. Und so verlangt uns auch unser Leben „etwas“ ab, wenn wir es auf unserer eigene Weise leben wollen. Doch wenn wir es schaffen und durchhalten, werden wir ERFOLG haben und mit großer Wahrscheinlichkeit GLÜCKLICH werden. Wir sollten nur nicht erwarten, dass die Dinge einfach so von selbst passieren, sondern müssen aktiv daran arbeiten.

Danke fürs lesen.

Mittwoch, 29. September 2010

Plötzlich Herbst.

Grade neigt sich ein Tag dem Ende zu an dem ich immer wieder dachte:
Plötzlich Herbst.
Als ich heute morgen nicht aufstehen wollte und sogar ein Cappuccino zum wach werden brauchte.
Als ich zur Uni ging und mich noch nicht einmal beeilte, trotz offensichtlicher Verspätung.
Als ich wieder aus der Uni kam und ich einfach nur fror.
Als ich mir auf dem Heimweg eine wärmere Übergangsjacke kaufte.
Als ich daheim das Bedürfnis hatte, Tee zu trinken.
Als ich mich ins Bett legte um meinen Unikram zu lesen und dabei einschlief.
Als ich eine Stunde später wieder aufwachte, immer noch müde war.
Als ich Abends in meiner Wohnung saß und mit zwei Pullovern an immer noch fror.
Immer dachte ich: Plötzlich Herbst.

Dabei ist es gar nicht so abwegig, dass der Herbst nun beginnt. Leider gibt er sich dieses Jahr nicht sonderlich viel Mühe uns seine Rückkehr schonend beizubringen.
Aber warum beschwere ich mich? Der Herbst ist „eigentlich“ meine „Lieblingsjahreszeit“ (wenn es so was tatsächlich gibt) – was sicherlich damit zusammenhängt, dass ich im Herbst Geburtstag hab. Und die meisten Menschen mögen die Jahreszeit am liebsten, in der sie ihren Ehrentag haben. Außerdem färben sich und fallen dann die Blätter der Bäume. Man kann immer Tee trinken und sich auf warme Räume freuen.
Aber irgendwie zeigt mir der Herbst auch immer, wie schnell die Zeit vergeht. Der erlebnisreiche Sommer ist vorbei, indem ich selten über den Verlauf der Zeit nachdenke, sondern eher vor mich hin lebe. Und Weihnachten ist auch noch nicht da, was auf der einen Seite immer einiges Organisatorisches beinhaltet, aber auf der anderen Seite auch sehr viel besinnliches. Herbst ist dazwischen. Es ist schon fast wie die „Tage zwischen den Jahren“.. eine seltsame Zeit. Eine Übergangszeit (für die man extra Jacken braucht).
Jedoch sind Übergangszeiten gar nicht immer schlimm oder doof oder ermüdend (wie mein heutiger Tag). Übergangszeiten beinhalten, wie der Name schon sagt, einen Übergang. Etwas verändert sich. Es herrscht kein Stillstand. Und das ist auch in meinem Leben momentan so. Es herrscht kein Stillstand. Vieles verändert sich. Und die meisten Dinge zum Guten oder Neuen oder beidem. Veränderung liegt in der Luft.

Und auch wenn es an manchen Tagen anstrengend ist, mag ich solche Veränderungen eigentlich. Ebenso wie ich den Herbst mag. Irgendwie.

Danke fürs lesen.

Sonntag, 26. September 2010

Gott auf Facebook.

Das Internet ist voller Möglichkeiten. Es ist unfassbar, was man alles im Internet machen kann und wie viele Menschen es täglich oft mehrere Stunden lang nutzen.
Neben den bequemen Einkaufsmöglichkeiten, sinnlosen Spielen, tiefsinnigen Forendiskussionen, Unmengen von Bildern, massenweise Gedankenaustausch gibt es ja bekanntliche auch eine Menge sozialer Netzwerke. Die Institution, welche uns eine Möglichkeit der persönlichen Präsenz im Internet ermöglicht, um mit allen Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt zu treten. Obwohl ich selbst zu viel Zeit mit diesen sozialen Netzwerken verbringe, bin ich von ihrer Funktion in keinster Weise überzeugt. Im Gegenteil sogar, ich glaube, sie bringen uns keinen Zentimeter näher aneinander. Und das wegen diese Netzwerke der Freundschaftbegriff neu definiert werden muss, will ich mich an dieser Stelle gar nicht weiter auslassen.

Was ich mich heute Abend jedoch gefragt habe, was wäre wenn GOTT einen Facebookaccount hätte? Und damit meine ich nicht, dass irgendein Mensch oder eine Institution wie eine Kirche stellvertretend für Gott einen Account eröffnet. Nein, hierbei handelt es sich um das Gedankenspiel, dass Gott selbst Facebook beitritt. Auf der einen Seite wäre es natürlich spannend zu erfahren wie viel Menschen „Gefällt mir“ anklicken. Oder auch, was die Menschheit auf seine Pinnwand posten würde. Ich glaube, die meisten würden ihm Fragen stellen. Eine Menge fragen. Weil wir eigentlich alle Fragen an Gott oder wenigstens an irgendein überirdisches Wesen haben. Noch spannender wäre, was Gott darauf antworten würde. Er wäre zumindest gut beschäftigt damit.
Aber ich frage mich auch, würde ich ganz persönlich deswegen mehr mit Gott in Kontakt treten? Weil er plötzlich da ist, wo ich soviel Zeit verbringe? Würde ich jeden Tag gucken, was er so macht?
Oder wenn Gott einen Blog schreiben würde – würde ich täglich nachschauen, ob er was neues geschrieben hat? Und viel wichtiger: Würde ich es auch lesen?

Meine ganz persönliche und ehrliche Antwort ist: Ich weiß es nicht.

Vielleicht würde mir Gott dadurch „menschlicher“ vorkommen, obwohl ich ihn dann immer noch genauso wenig physisch wahrnehmen könnte, wie jetzt auch. Würde ich mich mehr an dem orientieren, was er zu sagen hat? Schließlich lese ich jeden Tag so vieles im Internet von Menschen, die mir größtenteils völlig unbekannt sind, und mach mir meine Gedanken dazu.
Der Witz an der Sache ist, dass ich das alles jetzt auch schon so haben kann – vermutlich viel intensiver. Ebenso wie es meistens effektiver ist, eine Person anzurufen, anstatt eine Mail zu schreiben oder sich mit ihr auf einen Kaffee zu treffen, anstatt zu chatten, ebenso kann ich Gott jetzt schon meine ganzen Fragen stellen. Ihn gut finden. Ihn kritisieren. Ihn in mein Leben „verlinken“. Seine Pläne lesen. Eine Freundschaft zu ihm aufbauen. Fern ab vom Internet. Wie gesagt, da ich eh nicht so viel von den „sozialen“ Netzwerken halte, würde es mich wohl nicht näher zu Gott bringen, wenn er einen Facebookaccount hätte. Aber das Gedankenspiel fand ich trotzdem spannend.

Danke fürs lesen!

Samstag, 25. September 2010

Unverträglichkeiten

Unser Körper ist in den meisten Fällen mit einem relativ gutem Abwehrsystem ausgestattet. Er kann Antikörper produzieren, wenn sich irgendetwas einschleichen möchte. Er sortiert die guten Nährstoffen von den unbrauchbaren. Wenn etwas in unseren Körper gelangt, was ihm nicht gut tut, versucht er alles, um es wieder los zu werden. Das muss man dem Körper nicht beibringen, das macht er von selbst, völlig automatisch.
Natürlich können wir herausfinden, was unserem Körper nicht gut tut und darauf achten, dass wir ihm bestimmte Dinge nicht absichtlich zuführen. Menschen mit Laktoseintoleranz werden versuchen so wenig Laktose zu sich zu nehmen wie es ihnen möglich ist. Menschen mit einem reizbaren Darm werden vielleicht auf fetthaltige Dinge verzichten. Das alles tut man auf Grund der Unverträglichkeiten des Körpers und nicht, weil man plötzlich keine Milch mehr mag oder keine Lust mehr hat auf Bratwürstchen oder ähnliches. Die Entscheidung, seinem Körper damit was gutes zu tun fällt nicht immer leicht, aber trotzdem tun wir es, damit es uns besser geht.

Und manchmal reagieren wir auch unverträglich auf Dinge, die nicht unbedingt unseren physischen Körper angreifen, sondern eher unseren psychischen. Das können bestimmte Charakterzüge von anderen Menschen sein, Lebenseinstellungen, Verhaltens- oder Denkweisen. Die Unverträglichkeit kann unterschiedliche Ursachen haben: eigene Prägungen, Verletzungen, Erinnerungen oder auch einfach unerklärliche Abneigung.
Und was passiert, wenn wir eine Unverträglichkeit feststellen? Wir versuchen uns davor zu schützen und so viel Abstand wie möglich davon zu bekommen, damit wir nicht zu Schaden kommen. Manchmal müssen wir uns auch bewusst dazu entscheiden, dass es uns nicht gut tut und wir vielleicht Abstand nehmen sollten.

Das gestaltet sich bei zwischenmenschlichen Beziehungen natürlich außerordentlich schwierig. Man kann zwar versuchen diesem oder jenem Menschen aus dem Weg zu gehen, bei dem eine besonders starke Unverträglichkeit auftritt, aber nicht in allen Fällen ist das möglich. Und nicht in allen Fällen ist das nötig, schließlich können wir ja auch nur auf eine, vielleicht sogar nur ein kleine, Verhaltensweise eines Mitmenschen allergisch reagieren oder merken, dass es uns einfach nicht gut tut, ständig damit konfrontiert zu sein. Aber deswegen diesem Menschen völlig aus dem Weg zu gehen und jeden Kontakt abzubrechen, wenn er uns ansonsten vielleicht sogar am Herzen liegt? Dann würde man auf Dauer sehr einsam werden.
Ich glaube, der beste Weg in einem solchen Fall ist es, dafür zu sorgen, genügend Gegenmittel in Reichweite zu haben. Wenn du jemanden kennst, den du gern hast, der aber beispielsweise jederzeit besonders albern ist und du jedoch aggressiv darauf reagierst, kannst du trotzdem Zeit mit diesem Menschen verbringen, wenn du darauf achtest, dass du zwischendurch wieder mehr Zeit mit jemanden verbringst, der nicht über alles und jeden einen Lachanfall bekommt und somit die Unverträglichkeit wieder ausgleichen. Solch ein Umgang sollte m.E. mit fast allen Unverträglichkeiten möglich sein.

Wir sollten lernen darauf zu achten, was uns gut tut und was uns nicht gut tut und dafür sorgen, dass wir immer genug von dem dabei haben, was uns gut tut. So können wir vielleicht der einen oder anderen Unverträglichkeit im Leben entgegenwirken ohne uns von der ganzen Welt abwenden zu müssen.

Danke fürs lesen!

Montag, 13. September 2010

3 Sätze..

...die im Moment am besten das beschreiben, was ich empfinde:

Aber alles, was neu scheint, war schon lange da.
Denn alles, was ist, war schon immer in meinem Herzen.
Also ist alles, was da ist, das, wovon ich schon immer träumte.



(das bild ist von einer lieben freundin lisa - ich mag ihre bilder sehr!)

Danke fürs lesen.

Samstag, 11. September 2010

Der Wert des Schweigens.

Es gibt ja diesen Spruch „Reden ist Silber, schweigen ist Gold“. Eigentlich hab ich nie viel von ihm gehalten, denn in viel zu vielen Situationen hat sich auf kurz oder lang das Reden als die bessere Alternative herausgestellt. Kommunikation ist so wichtig und auch das Ausformulieren von Gefühlen, Situationen und Konflikten ist oftmals ein wichtiger Schritt. Zum einen wird einem selbst dadurch manches viel klarer und zum anderen haben die Mitmenschen um einen herum dann auch eine Chance all das zu verstehen, was in einem vorgeht.
Manchmal kann es sogar fast tödlich sein, wenn man nicht redet. Wenn man sich in Gefahr befindet oder bedroht wird oder psychisch am Boden ist und dann schweigt, wird die Gefahr eigentlich nur größer.
Ich hielt diesen Satz also lange Zeit für verkehrt und sagte lieber: „Schweigen ist Silber, Reden ist Gold.“ Aber ich würde das jetzt nicht in Präteritum schreiben und vermutlich überhaupt keine Zeit zum Schreiben dafür aufwenden, wenn ich nicht heute anderer Meinung wäre.

Nach wie vor halte ich Kommunikation für überlebenswichtig. Menschen, die nicht fähig sind zu kommunizieren haben es schwer im Leben. Menschen, die sich weigern zu kommunizieren machen sich selbst das Leben schwer. Ohne Kommunikation trocknen zwischenmenschliche Beziehungen aus. Ohne Kommunikation vereinsamt der Mensch.

Und trotzdem lerne ich grade den Goldwert des Schweigens kennen. Es gibt Dinge im Leben, über die man vielleicht, über die ich, zunächst schweigen sollte. Das können Gefühlsregungen sein oder wichtige Erkenntnisse, die einen in der Seele bewegen und die noch nicht ausgereift genug sind, damit sie ausgesprochen werden sollten. Das ist keine neue Erkenntnis für mich. Schon im Februar 2006, ganz am Anfang meiner Blogzeit, habe ich hier den Spruch „Kleine Träume sind immer die empfindlichsten.“ gepostet. Und daran hat sich bis heute, obwohl sich sonst so viel anderes verändert hat, nichts verändert. Manche Erkenntnisse verlieren ihren Wert, werden beschädigt oder haben nicht mehr die selbe Wirkungskraft, wenn man sie sofort ausspricht. Manche Dinge müssen reifen und sich beweisen. Erst wenn diese Erkenntnisse tatsächlich eine Auswirkung auf das Leben haben, sollte man sie verkünden.

Das gilt selbstverständlich nicht für alle Menschen und auch nicht für alle Erkenntnisse. Aber da ich in den letzten Tagen das Gefühl habe, darum kämpfen zu müssen, früh ausgesprochene Erkenntnisse der letzten Wochen am Leben zu erhalten, da sie teilweise sowohl beschädigt wurden als auch an Wirkungskraft verloren haben, war es mir ein Anliegen, euch davon zu schreiben.

„Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. […] Von fern erkennst du meine Gedanken“
(die ersten beiden Verse aus Psalm 139)

Danke füs lesen!

Dienstag, 7. September 2010

Angedachte Gedanken.

Heute hat für mich das neue Semester angefangen – mein drittes. Ich bin ganz froh, dass es wieder weiter geht. So ist mein Gehirn wenigstens auf aktuell wichtige Dinge konzentriert und verfranst sich nicht immer wieder in diversen Zukunftsplänen.
In meinem Kopf wandert ein paar unfertige Gedanken herum, die sich leider noch nicht in einen kompletten und eigenständigen Gedankenflug verpacken lassen. Damit hier aber weiter Leben im Blog bleibt, dachte ich, ich schreib einfach ein paar von den Sachen auf, die mich in den letzten Tagen nachdenken lassen.. Viel Spaß beim lesen und eventuell weiterdenken.. Bei Gelegenheit kommt dann wieder was „richtiges“..

Worüber ich nachdenke:

1. „And this time I don't have an answer. But don't think that I haven't tried. I still have the heart of a seeker. But I need the faith of a child, I need the faith of a child!"

Refrain von „Faith of a Child“ von The O.c.Supertones

2. „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?“

Bibelstelle aus Matthäus 16, 26

Was ich mir so denke:

1.Manche Dinge lassen einen Angst verspüren, obwohl sie nicht bedrohlich sind.

2.Es ist nicht einfach, einen Roman zu lesen, wenn man dabei eine Person vor Augen hat, und den Text im Kopf mit der Stimme dieser Person liest. Das kann nahezu anstrengend und erschreckend sein, unabhängig davon, ob die Geschichte wirklich zu der gedachten Person passt.

3.Wie viel Zufall gibt es im Leben? Ich glaube keinen.

4.Manchmal bekommt man etwas zurück (geschenkt), was man längst verloren geglaubt hat.

5.Die Zeiten ändern Dich.



Lasst nicht nur die Sonne in Euer Herz... sondern auch den, der sie gemacht hat.

Anna.

Dienstag, 31. August 2010

Es jährt sich...

… zum ersten Mal mein Auszug in die weite Welt und mein Einzug in mein neues Leben. Das klingt ziemlich revolutionär, aufregend, verändernd, besonders. Und das war und ist es auch. Auch wenn es wohl jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben erlebt und jeder sein eigens Leben für besonders aufregend hält. Aber so ist es wohl mit der subjektiven Betrachtung.

Vor einem Jahr also zog ich aus meiner „Heimat“ weg, verließ mein Elternhaus, zog in ein neues Bundesland, drei Autostunden von meinem Nest entfernt. Es war eine bewusste Entscheidung für mich „so weit weg“ zu gehen und ich habe sie bis heute nicht bereut.

Das neue Leben ist spannend, aber auch nicht immer einfach. Man muss Verantwortung übernehmen, stärker als ich bisher tun musste und vor allem auch bewusster. Aber man lernt auch, dass viele Dinge relativ automatisch ablaufen, ohne das sie einen besonders bewegen. Zum Beispiel hatte ich mir das selbstständige Zahlen von der Miete wesentlich „aufregender“ vorgestellt. Durch den Dauerauftrag meiner Bank bekomme ich es jedoch eigentlich gar nicht mit. Und ich dachte auch, viele Dinge würden sich ändern, mein Lebensstil würde sich mehr verändern, weil ich ja nun vollkommen unabhängig bin. Auch das ist nicht eingetroffen. Eine Erkenntnis die mich seit Jahren immer wieder einholt: Am Ende bleibe ich doch ich selbst.

Und gleichzeitig kommt es dennoch zu Veränderungen. Alltagsangewohnheiten werden hinterfragt, denn die Frage, die mich in diesem Jahr wohl mit am meisten bewegt hat, lautet: Wie möchte ICH es denn gerne haben? Was ist MEINE Vorstellung von diesen Dingen?
Manchmal gibt es Antworten, manchmal nicht. Manche Antworten gefallen mir, andere erschüttern mich.

Ich glaube, dieses Jahr hat mir sehr viel Ehrlichkeit mir selbst gegenüber gebracht.

Und obwohl mir mein Leben „hier unten“ gefällt und ich es mag, weil es u. a. meistens relativ entspannt ist, gibt es natürlich auch Dinge, die ich manchmal vermisse. Wie z.B. nach Hause zu kommen und den Duft von fertigem Essen in der Luft wahrzunehmen, weil schon jemand gekocht hat. Und manchmal fehlt es mir auch, dass Menschen, die mir so wichtig sind, nicht viel von meinem Leben und meinem Glück mitbekommen, weil ich zu weit weg bin und man halt nicht alles so wiedergeben kann.

Und eine weitere Erkenntnis, die ich in diesem Jahr bekommen habe: Es ist (für mich) unendlich wichtig, vielleicht sogar das wichtigste in meinem Leben, ein „zu Hause“ zu haben. Und dabei geht es bei mir immer nach den beiden folgenden Sprüchen:

„Home is where your heart is“ und „Heimat ist, was du vermisst.“

Achja, und bevor es zu melancholisch wird: Es ist so schön, neue Leute kennen zu lernen. Ich habe hier ein paar Menschen getroffen, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind. Und ich glaube, es kommen noch ein paar dazu. Und darüber freue ich mich immer wieder gerne.

Eigentlich dachte ich, dieser Jahrespost wird eher etwas amüsant. Aber manchmal kommt halt einfach was anderes am Ende dabei raus.. hab trotzdem Dank fürs lesen.

Die Quintessenz (eines meiner „neuen“ Lieblingswörter):
Ich mag mein Leben!

Sonntag, 22. August 2010

Ein Abenddialog.

Zum Schmunzeln. Sonntag, 22.August 2010 - kurz vor 21 Uhr.

Anna: Schau mal, da fliegt eine Ente!
Michi: Wo?
Anna: Da! Eine Wolkenente!
Michi: Aha.. *betrachtet die Wolkenformation am Himmel* Ich seh' da keine Ente.
Anna: Ich glaub, dass kannst du auch nicht. Sie hat eine Mütze auf.. *kurze Pause* und eine Fliegerbrille!



:)

Mittwoch, 18. August 2010

Sicherheiten

Den folgenden Text habe ich schon vor ein paar Monaten geschrieben und ich habe ihn vor ein paar Tagen wiedergefunden. Und da er das aussagt, was ich mir in den letzten Tagen auch immer mal wieder gedacht hab, poste ich ihn heute mal. Quasi ein Konserven-Post :D Viel Spaß. Oder was auch immer.

«Ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch sich nach Sicherheit und Geborgenheit sehnt. Vor allem heute, in einer Gesellschaft, in der fast nichts mehr sicher ist. Nicht der Job, nicht der Lebensstandart, nicht die Freunde und Beziehungen. Kaum jemand kann oder will sich noch festlegen, das meiste wird spontan entschieden. Und doch geht es den Menschen nicht gut damit. Man sehnt sich nach Gewissheit und Sicherheit.

Ich gehöre zu den Menschen, die sich Traumschlösser der Sicherheit bauen. Ich male mir die Zukunft aus, lege mich und andere Menschen im Traum damit fest, und Dinge, die sich überhaupt nicht planen lassen, blende ich einfach aus. Und irgendwann sind diese Traumschlösser so groß, dass sie mich entweder erdrücken, was meistens der Fall ist, oder ich merke, dass sie langsam, aber sicher, zur Wirklichkeit werden. Und dann stehe ich vor dieser anbrechenden Wirklichkeit aus Sicherheit und denke mir: Will ich das alles überhaupt so? Sind diese Träume nur der Wunsch nach Beständigkeit oder auch die Träume meines Herzens? Oder ist der Traum meines Herzens nur die Sicherheit? Und dann komme ich wieder an den Punkt, an dem ich feststelle, dass es nur eine Sicherheit im Leben und darüber hinaus gibt und das ist Gott. »

(An dieser Stelle sollte eigentlich ein Video zu dem passenden Lied "Irgendwas bleibt" stehen, aber die Formatierung will nicht so wie ich will. Deswegen hier der Link:
http://www.youtube.com/watch?v=r5OOMRcb6OE&feature=related )

Danke fürs lesen!

Montag, 16. August 2010

Die ewige Alternative.

Als ich letzte Woche bei der SfC (Studenten für Christus) war, sagte jemand: „Als Christ will man ja eigentlich, dass Gott einem seinen Willen zeigt. Aber manchmal wünschte ich mir, Gott würde mir zeigen, was ICH will.“ Ich hab länger über diesen Satz nachgedacht und ich kann dem zustimmen. Oft wünsche ich mir, dass Gott mir MEINEN Willen zeigt. Denn ich weiß oft nicht, was ich will. Und wenn ich mich für etwas entschieden habe, dann zweifel ich an dieser Entscheidung, hinterfrage sie tausendmal, mache Pro und Contra Listen, so als ob ich diese Entscheidung nochmal zu treffen hätte. Und vielleicht ist es auch so. Vielleicht muss man sich jeden Tag neu für das Leben entscheiden, was man lebt.

Aber das führt dazu, dass ich in zig Alternativen denke. Hätte ich nicht doch etwas anderes studieren sollen, in einer anderen Stadt? Hätte ich nicht vielleicht doch was soziales machen sollen? Hätte ich nicht doch in ein Studentenwohnheim ziehen sollen oder in eine WG? Und andere, persönlichere Gedanken. Ich finde es immer wieder erschreckend, wie viel die Entscheidungen in unserem Leben ausmachen. Natürlich kann man Entscheidungen auch rückgängig machen, aber nicht alle. Das Leben hat keine „Bearbeiten-Rückgänig“-Funktion. Wir leben in einer Welt die überquillt an Alternativen. Aber unser Leben können wir nur einmal leben.
Deswegen ist es eigentlich wichtig, dass wir UNSEREN Willen erkennen und uns sicher sind, dass wir unser Leben so leben, wie es uns ganz persönlich am besten gefällt. Und wie wir es vor Gott verantworten können. Alle anderen sind eigentlich egal.

Ich weiß nicht, ob ich jemals aufhöre in Alternativen zu denken und stattdessen zufrieden bin. Ich hoffe es sehr und es gibt auch immer mal wieder Momente, in denen ich zufrieden bin.

Vielleicht hat auch niemand sonst solche Gedankenverwirrungen.
Trotzdem danke fürs lesen.

Samstag, 14. August 2010

Stell dir vor...

Es wird schon fast zur „schlechten Angewohnheit“, dass ich abends ins Bett gehe, dass Licht ausmache und nach wenigen Minuten des Nachdenkens das Licht wieder anmache und meinen Laptop ins Bett hole, weil ich ein paar Gedanken für den Blog habe. Was solls.

Könnte man sichtbar alles erkennen, was einen Menschen ausmacht, so würde man vermutlich eine Menge Menschen mit Fesseln sehen. Damit meine ich nicht irgendwelche nicht weiter definierten Vorlieben, sondern eher den Umstand, dass die meisten Menschen in ihrem Leben an irgendwelche Dinge gebunden sind beziehungsweise von Umständen gefesselt.
Oft sind es Ängste, Geheimnisse, Minderwertigkeitsgefühle, Faulheit und Verletzungen. Es sind die Dinge in unserem Leben, die uns einschränken. Die uns daran hindern Sachen zu machen, die wir gerne tun würden. Oder sie hindern uns daran, Vertrauen zu fassen. Diese Fesseln sind für alle um uns herum unsichtbar und manchmal erkennen wir sie selbst nicht einmal. Aber sie sind da und wenn wir etwas tun wollen, dann werden wir von diesen Fesseln festgehalten. Sie schneiden sich in unser Fleisch. Wir wissen, dass wir sie loswerden sollten. Wir wissen, dass sie uns einschränken. Aber manchmal hat man sich so an sie gewöhnt, dass man gar nicht mehr weiß, wie es ist, ohne diese Fesseln zu leben. Und dann bekommen wir vielleicht Angst davor, ohne diese Fesseln zu leben und das wir uns dann nicht mehr unter Kontrolle hätten. Weil diese Fesseln schon so in Fleisch und Blut übergegangen sind.

Und jetzt denk mal ein paar Momente darüber nach, wie es wirklich wäre, ohne diese Fesseln zu leben. Ohne diese Ängste, die dich Tag für Tag übermannen. Ohne die Geheimnisse, die dich quälen. Ohne die Minderwertigkeitsgefühle, die dich so nutzlos vorkommen lassen. Ohne deine Faulheit, die dich davon abhält, dass zu tun, was du eigentlich schon immer mal machen wolltest. Ohne die ganzen Verletzungen, die du schon seit Jahren mit dir rumträgst.
Und was ist das für ein Gefühl?

Stell dir vor, du wärst frei.



Danke fürs lesen.

Freitag, 13. August 2010

Das kommt mit dem Alter.

Man glaubt es ja irgendwie nie, aber man wird älter. Es klingt vermutlich für einige seltsam, das aus dem Mund einer zwanzigjährigen zu hören. Aber es ist doch so.
Ich mach mir eigentlich nicht viel aus dem Alter. Es war für mich nichts besonderes achtzehn Jahre alt zu werden oder dass jetzt eine zwei an der ersten Stelle steht. Ich bin eigentlich davon überzeugt, dass die Anzahl der Jahre, die wir schon auf der Erde sind, nicht von Bedeutung sind und davon weder Reife noch Weisheit noch Leichtsinn abhängig sind. All diese Dinge kann man mit jedem Alter besitzen und man wird niemals alles voll ausgeprägt haben.

Ich schätze eigentlich grundsätzlich alle „erwachsenen“ Menschen, die ich neu kennenlerne, älter als mich ein. Und nicht nur ein oder zwei Jahre, sondern mindestens vier oder fünf. Das kommt sicherlich daher, dass ich das Nesthäkchen in meiner Familie bin. Ich zolle diesen „älteren Menschen“ einen gewissen Respekt, sehe mich selbst als klein, naiv und unerfahren daneben. Und dann erfahre ich plötzlich, dass manche dieser Menschen dann doch nur zwei bis drei Jahre älter sind als ich und in dem Sinne gar nicht so weit weg und gar nicht so viel „erwachsener“. Und daran merke ich, dass ich älter werde. Die „Erwachsenen“ sind nicht mehr so weit weg, weil ich selbst „erwachsen“ werde oder bin.
Ich merke es auch daran, dass ich Jugendliche beobachte und mich selbst wiedererkenne. Aber in einer Art und Weise, wie ich heute nicht mehr bin. Ich betrachte diese Welt plötzlich von „oben“ und es ist ein total seltsames Gefühl.

Dabei möchte ich nicht von oben herab sprechen oder etwas ähnliches. Man sieht nur Situationen und denkt plötzlich: „Ach, das war früher auch so und dann hat es sich so und so entwickelt.“
Natürlich, zwanzig Jahre sind auch eigentlich schon eine lange Zeit, auf die man zurück blicken kann. Auf die letzten zehn Jahre auch nochmal besser als auf die ersten zehn, weil man sich an letztere vielleicht nicht so stark erinnert.
Und gleichzeitig weiß ich, dass alle, die zehn oder zwanzig oder was weiß ich wieviele Jahre älter sind als ich jetzt, denken: „Als ich zwanzig Jahre alt war, fühlte ich mich auch plötzlich „erwachsen“.“ oder ähnliches. Es wird wohl immer so sein.

„Erwachsen“ - Ich mag das Wort nicht. Weil man nie ausgewachsen ist und weil mit dem „Erwachsen“-sein soviel Verantwortung und Vernunft verbunden wird, denen glaub ich die wenigsten gewachsen sind, die sich als solche bezeichnen können. Ich auch nicht. Aber irgendwas verändert sich halt doch.

Danke fürs lesen.

Donnerstag, 12. August 2010

Augen, Herz und Hirn

Mein Gehirn ist wie ein Schwamm. Fast alles, was ich visuell wahrnehme, wird automatisch gespeichert. Ich habe unendlich viele Erinnerungen. Meistens sind es nur kurze Augenblicke, Gesichtsausdrücke, Gesten oder Wörter. Manchmal sind es Gegenstände oder Zahlen. Ich merke mir gewiss nicht alles und ich hab auch kein photographisches Gedächtnis (dann wäre mir das Erlernen von Fremdsprachen nicht so schwer gefallen). Aber die meisten Eindrücke von Menschen nehme ich auf und lasse sie nicht so schnell wieder los.
Deshalb war das LARP auch recht anstrengend für mich an einigen Stellen, denn dabei handelte es sich für mich und mein Gehirn um eine visuelle Reizüberflutung. Am besten verarbeiten kann ich diese unzählige Masse an Aufnahmen im Schlaf und im Dämmerzustand vor dem Schlaf. Wodurch Schlafen für mich aber irgendwie kein besonderer Erholungsakt ist, denn ich weiß, wenn ich zu Bett gehe, was mich erwartet: Bilder von Menschen. Und die Gedanken, die ich mir dazu mache.
Weil es mir heute wieder mal so massiv aufgefallen ist, hier mal ein Einblick: Ein kurzer Gang durch die Stadt für ein paar Erledigungen:

- der Copyshop-Mann meines Vertrauens, kariertes Hemd wie immer, ist heute entspannter als sonst weil nicht viel los ist, hilft mir mein Dokument neu zu formatieren, weil mir ein Fehler unterlaufen ist, ich versuche an seinem Gesicht zu erkennen, ob er mein Dokument liest und frage mich, was er wohl jeden Tag zu sehen bekommt, wenn er das machen würde (macht er vermutlich aus Diskretion nicht, zumindest lässt er es sich nicht anmerken)
- drei junge Mädchen gehen vor mir auf der Straße, eine mit einem Irokesen. Ich überlege, warum sie wohl diese Frisur hat, ob es sich dabei nur um eine Mode handelt, denn ihr Gesicht sieht nicht so aus, als ob sie sehr punkig drauf wäre.
- eine alte Dame sitzt auf einer Bank und isst ein Eis. Ich überlege, wie sie wohl reagieren würde, wenn ich mich zu ihr setzte und mit ihr ein bisschen reden würde. Würde sie sich darüber freuen? Oder fände sie es belästigend?
- die Frau am Schalter in der Post trägt eine Brille mit sehr dicken Gläsern. Ich überlege, ob sie deswegen des öfteren oder früher viel gehänselt wurde und staune darüber, dass es solche Brillen gibt.
- der alte Mann am Brunnen füttert ca. 50 Spatzen und 3 Tauben mit Brotkrumen. Ich überlege, ob er sich die Brötchen gekauft hat, um sie selbst zu essen oder gleich mit der Absicht, die Vögel zu erfreuen. Ich entschließe mich einen kleinen Bogen zu laufen, um nicht durch den Vogelschwarm zu laufen und sie damit alle aufzuscheuchen.
- Ein Mann mittleren Alters und eine jüngere Frau unterhalten sich vor einem Geschäft. Es sieht so aus, als gehöre der Mann zu dem Stand ein paar Meter weiter. Ich frage mich, worüber sie reden, ob er sie angesprochen hat und wie ich reagieren würde, wenn man mich anspräche. Mein erster Gedanke war: „Wenn Sie mir nichts verkaufen wollen, können wir gerne reden.“ (vorausgesetzt ich hätte Zeit..)
- Im Laden steht ein Mann neben einem Kinderwagen mit einem etwa ein Jahr altem Kind auf dem Arm. Sein Gesichtsausdruck schwankt zwischen Stolz und Unsicherheit. Vermutlich sucht die Mutter des Kindes soeben nach den Einkaufswaren.
- Eine Frau steht neben einem Regal und hält einen Babystrampler in der Hand. Ich überlege, ob sie vielleicht nach einem Geschenk sucht. Sie tritt neben dem Regal hervor und ich entdecke ihren Kugelbauch. Ich schmunzle unwillkürlich und frage mich, in welchem Monat sie wohl ist.
- An der Rolltreppe steht ein Mann, den einen Fuß leicht angehoben und betrachtet der Treppenstufen, die nach unten rollen. Er zögert einige Stufen lang und macht dann einen so großen Schritt, dass ich kurz befürchte, er erreicht die Stufe nicht mehr. Entweder hat er Angst vor Rolltreppen oder er kennt sie nicht oder er ist vielleicht autistisch veranlagt.
- Auf dem Weg ins nächste Geschäft fällt mir eine Frau auf, die ihren Kopf zur Seite gedreht hat und dabei ist, eine Zigarette anzuzünden. Ich gehe einen Schritt langsamer, um ihr Gesicht zu sehen, wenn sie es wieder nach vorne wendet. Und ich sehe das was ich erwartet habe, ein Gesicht, dem man ansieht, dass es schon einiges durchgemacht hat. (Die Vermutung rührt nicht von der Zigarette her, sondern von dem Gesamteindruck)
- Der Mann an der Kasse hat helle Flecken im Gesicht. Ich denke darüber nach, ob er sich den Schnurrbart hat stehen lassen, um von den Flecken abzulenken. Bei meiner Betrachtung hat das zumindest nichts gebracht..

Alles, was ich an oder in den Menschen sehe hat keinen Wahrheitsgehalt, denn ich kenne diese Menschen ja nicht und habe noch nicht einmal mit ihnen geredet. Aber es erstaunt mich so sehr, dass ich zum einen in der Situation so viel über diese Menschen nachdenke und zum anderen, dass ich das alles knapp elf Stunden später immer noch so wieder geben kann. Obwohl es eigentlich keine Bedeutung hat...



Dies waren also ein paar Einblicke in mein verwirrtes Hirn.. Danke fürs lesen.
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