Es jährt sich...

… zum ersten Mal mein Auszug in die weite Welt und mein Einzug in mein neues Leben. Das klingt ziemlich revolutionär, aufregend, verändernd, besonders. Und das war und ist es auch. Auch wenn es wohl jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben erlebt und jeder sein eigens Leben für besonders aufregend hält. Aber so ist es wohl mit der subjektiven Betrachtung.

Vor einem Jahr also zog ich aus meiner „Heimat“ weg, verließ mein Elternhaus, zog in ein neues Bundesland, drei Autostunden von meinem Nest entfernt. Es war eine bewusste Entscheidung für mich „so weit weg“ zu gehen und ich habe sie bis heute nicht bereut.

Das neue Leben ist spannend, aber auch nicht immer einfach. Man muss Verantwortung übernehmen, stärker als ich bisher tun musste und vor allem auch bewusster. Aber man lernt auch, dass viele Dinge relativ automatisch ablaufen, ohne das sie einen besonders bewegen. Zum Beispiel hatte ich mir das selbstständige Zahlen von der Miete wesentlich „aufregender“ vorgestellt. Durch den Dauerauftrag meiner Bank bekomme ich es jedoch eigentlich gar nicht mit. Und ich dachte auch, viele Dinge würden sich ändern, mein Lebensstil würde sich mehr verändern, weil ich ja nun vollkommen unabhängig bin. Auch das ist nicht eingetroffen. Eine Erkenntnis die mich seit Jahren immer wieder einholt: Am Ende bleibe ich doch ich selbst.

Und gleichzeitig kommt es dennoch zu Veränderungen. Alltagsangewohnheiten werden hinterfragt, denn die Frage, die mich in diesem Jahr wohl mit am meisten bewegt hat, lautet: Wie möchte ICH es denn gerne haben? Was ist MEINE Vorstellung von diesen Dingen?
Manchmal gibt es Antworten, manchmal nicht. Manche Antworten gefallen mir, andere erschüttern mich.

Ich glaube, dieses Jahr hat mir sehr viel Ehrlichkeit mir selbst gegenüber gebracht.

Und obwohl mir mein Leben „hier unten“ gefällt und ich es mag, weil es u. a. meistens relativ entspannt ist, gibt es natürlich auch Dinge, die ich manchmal vermisse. Wie z.B. nach Hause zu kommen und den Duft von fertigem Essen in der Luft wahrzunehmen, weil schon jemand gekocht hat. Und manchmal fehlt es mir auch, dass Menschen, die mir so wichtig sind, nicht viel von meinem Leben und meinem Glück mitbekommen, weil ich zu weit weg bin und man halt nicht alles so wiedergeben kann.

Und eine weitere Erkenntnis, die ich in diesem Jahr bekommen habe: Es ist (für mich) unendlich wichtig, vielleicht sogar das wichtigste in meinem Leben, ein „zu Hause“ zu haben. Und dabei geht es bei mir immer nach den beiden folgenden Sprüchen:

„Home is where your heart is“ und „Heimat ist, was du vermisst.“

Achja, und bevor es zu melancholisch wird: Es ist so schön, neue Leute kennen zu lernen. Ich habe hier ein paar Menschen getroffen, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind. Und ich glaube, es kommen noch ein paar dazu. Und darüber freue ich mich immer wieder gerne.

Eigentlich dachte ich, dieser Jahrespost wird eher etwas amüsant. Aber manchmal kommt halt einfach was anderes am Ende dabei raus.. hab trotzdem Dank fürs lesen.

Die Quintessenz (eines meiner „neuen“ Lieblingswörter):
Ich mag mein Leben!

Kommentare

daniela hat gesagt…
herzlichen glückwunsch zum jubiläum... es gibt wohl keine bessere quintessenz als diese!! ich freu mich für dich mit :)

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