Montag, 25. Februar 2013

What you love.


Anfang des Jahres habe ich mir ein kleines Büchlein gekauft auf dem eingeprägt steht: „Do what you love and love what you do.“ Ein Satz, der mir aus der Seele sprach. Ja, man sollte das tun, was man liebt und man sollte lieben, was man tut. Eigentlich ein sehr einfaches Lebensprinzip. Doch wenn man so leichte Sätze im Leben findet und versucht sich, an ihnen auszurichten, merkt man, wie schwer ein leichter Satz werden kann.
Grundsätzlich muss man sich bei diesem Satz nämlich mit einer Frage auseinandersetzen: Was mache ich eigentlich? Ja, wie leben unser Leben, irgendwie. Aber womit füllt sich unser Alltag und wie viel hat davon mit irgendwelcher Liebe zu tun?
Wenn man allein die erste Hälfte versucht zu leben und das macht, was man liebt, muss man feststellen: Man kann nicht NUR das machen, was man liebt. Im Alltagsleben gibt es so manche tägliche Hürde, die gesprungen werden muss und die nichts mit unserer Leidenschaft, unseren Zielen, unserer Liebe zu tun hat. Müll rausbringen. Spülen. Alltagsgeplänkel eben. Dennoch stellt sich die Frage, ob wenigstens der Großteil unserer Beschäftigung uns Freude bringt und aus einer inneren Liebe getan wird. Wenn ja, sind wir weit. Wenn nein, ziemlich am Anfang.

Warum machen wir nicht das, was wir lieben? Weil wir es uns nicht gönnen? Weil wir uns einreden, wir könnten es nicht? Weil andere Menschen an uns andere Erwartungen haben? Oder weil wir uns noch nie gefragt haben, was wir eigentlich von Herzen gerne tun?

Ich bin davon überzeugt, dass jede Aufgabe, und sei sie noch so leidenschaftlich begonnen, im Alltag etwas von ihrem Reiz verliert und man nicht immer Feuer und Flamme sein kann, selbst wenn man es wollen würde. Aber mir scheint, es gibt einen meilenweiten Unterschied zwischen „Ich mach das jetzt einfach, weil muss ja.“ oder „Ich mach das und ich liebe es, es zu machen, selbst wenn ich heute unmotiviert bin.“ Ich will dahin kommen, mein Leben mit den Dingen zu gestalten, die ich liebe und das, was ich tue, zu lieben. Auch wenn der Alltag grau und zäh sein mag.
Es ist immer wieder gut zu fragen: Was mache ich eigentlich. Warum mache ich es? Und wenn wir letzteres damit beantworten können „Weil ich es liebe.“ sind wir auf einem guten Weg.

Sonntag, 24. Februar 2013

Freunde.

Wenn Facebook alle Menschen, die du kennst, deine Freunde nennt, 
verlernst du auf Dauer, was wahre Freunde sind. 

P.S.: Ich glaube, ich bekomme langsam eine Facebook-Allergie.

Freitag, 22. Februar 2013

Das Wesentliche.

Es ist ja gerade Fastenzeit. Also schon seit Aschermittwoch. So manch einer nutzt die Gelegenheit, um den Winterspeck nicht noch um ein paar Frühlingsröllchen zu erweitern, und verzichtet auf Süßigkeiten aller oder besonderer Art oder auf sonstige Essverführungen, denen man sonst nicht so gerne etwas abschlägt. Eine Sache, die mir in diesem Jahr das erste Mal mehrfach über den Weg gelaufen ist, ist das Vorhaben 40 Tage von Facebook und ähnlichen Socialmedia fern zu bleiben. Ich habe mir dieses Jahr gar keine Gedanken ums Fasten gemacht. Vor 2 Jahren habe ich versucht Serien zu fasten, weil es so viel meiner Zeit gefressen hat. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich es durchgehalten habe. Und ich kann mich genauso wenig daran erinnern, ob ich meine Zeit stattdessen „sinnvoller“ genutzt habe. Ich glaube, so ein Schritt wie Facebook-Fasten ist gut. Viele Dinge die wir alltäglich tun, besonders am Computer und Smartphone bringen uns nur Ablenkung von wesentlich wichtigeren Dingen. Jedoch konnte ich schon verfolgen, wie jemand seine Facebookabstinez nicht durchhielt und dies selbstverständlich mit einem Post auf der eigenen Pinnwand versah und sich selbst wenigstens einen Abend in der Woche einräumte um alles „wesentliche“ auf Facebook abzuchecken. Auf der anderen Seite haben sich Leute vorrübergehend von Facebook verabschiedet, indem sie ihren Account haben sperren lassen. Vermutlich änderte eine Person ihres Vertrauens das Passwort. All das sind Wege um von etwas loszukommen, was viel Zeit frisst und wenig einbringt.
Da ich mich wie gesagt selbst erst jetzt mit dem Thema wieder etwas befasse, will ich nun nicht mehr auf den „Fastenzug“ aufspringen. Viel mehr möchte ich lernen aus freien Stücken Dinge zu tun und zu lassen die mir wichtig sind und mir gut tun oder eben nicht. Ohne einen siebenwöchigen „Zwang“. Zum Beispiel sich bewusst eine Stunde am Tag Zeit nehmen für dass, was wirklich wesentlich ist. Eine Stunde Ruhe. Eine Stunde Schreiben. Eine Stunde Musik machen. Eine Stunde Beten. Eine Stunde Nachdenken. Denn das ist es, was mich schon seit langem an der Fastenzeit fasziniert: Nicht der Verzicht, sondern der Fokus auf die Wesentlichen Dinge.
Und wenn ich mich nun für etwas entscheiden müsste, auf dass ich verzichte, wäre es sicher Facebook oder Youtube. Am besten beides. Und ich kann mir vorstellen, wenn ich sieben Wochen Facebook entzogen bekäme, hätte ich keinen großen Bedarf wieder einzusteigen.. Gewagt, aber mein Gedanke.

Eine Stunde ist eigentlich so wenig und verfliegt im Internet so schnell. Die Zeit einfach mal anders nutzen. Vielleicht ein guter Anfang für eine langfristige Veränderung.

Freitag, 15. Februar 2013

Positive Nebeneffekte.

Wir haben eine neue Terrassentür. Das war dringend nötig, denn bei den derzeitig vorherrschenden niedrigen Temperaturen war es kaum möglich in dem anschließenden Teil der Wohnung zu leben. Die alte Tür hat scheinbar alle Wäre direkt nach draußen weitergeleitet, aber was sollen Schnee und Eis mit molliger Heizungswärme anfangen?
Jetzt haben wir eine neue Tür und die Wärme bleibt drinnen. Das ist schon mal ein Grund zum feiern. Aber heute fiel mir auf: Wenn die Wärme im Haus bleibt, wird die ganze Wohnung wärmer und das führt u.a. dazu, dass die Wäsche auf dem Wäscheständer viel schneller trocknet! Eigentlich eine logische Kosequenz, aber nicht primär beabsichtigt und deswegen ein überraschender und erfreulicher Nebeneffekt. Und schneller getrocknete Wäsche führt zu einem nicht ständig vom Ständer vollgestellten Bad und weniger Zeitaufwand bei der Aktion Waschen ansich und so weiter..

Manchmal verändern wir Dinge bewusst oder unbewusst, die viel größere Kreise und weitere Veränderungen nach sich ziehen, die wir eigentlich gar nicht beabsichtigt haben. Deswegen ist es gut zu investieren, nicht nur in dichtschließende Terrassentüren, sondern auch in Beziehungen, unser eigenes Verhalten und unsere Herzenseinstellungen. Denn es wird sich immer mehr verändern, als wir am Anfang gedacht haben und der ein oder andere „Nebeneffekt“ wird uns vielleicht sogar wichtiger werden, als die eigentliche Veränderung.

Dienstag, 5. Februar 2013

Eingeholt.

Eine dicke, weiße Schneeschicht lag auf allem und jedem. Es war Anfang Februar, also eigentlich nicht verwunderlich. Eine Schneegestöber brach auf die Erde nieder und deckte alles zu, was noch wenige Stunden zuvor bereits an Frühling erinnert hatte. Von grünen Wiesen und milder Luft war nichts mehr übrig geblieben.
Sie saß am Fenster und schaute dem wilden weißen Treiben zu. „Es hat uns wieder eingeholt.“, sagte sie leise eher zu sich selbst. „Ja! Das ist ein Wetter, was? Aber im Februar kann man nichts anderes erwarten. Der Winter ist halt noch nicht rum!“ Jemand, der an ihr vorbeigegangen war, hatte scheinbar ihre Worte gehört. Ja. Der Winter war noch nicht um. Es gab noch keinen Grund sich auf den Frühling, auf neues Erwachen, auf Wärme und Farben zu freuen. Immer, wenn es jetzt schon danach aussah, konnte man gewiss sein, dass es sich wieder ändern könnte. Die Frist war noch nicht um. „Nein.“, sagte sie dies mal noch leiser. „Die Frist ist noch nicht um.“ Und mit diesen Worten dachte sie an ihr Herz, an die vergangenen Wochen und Monate, an die dunklen Tage und an die fröhlichen. Die Zeit war noch nicht reif um auf ständige Besserung zu hoffen. Es konnte sie immer noch einholen. Aber es war okay. Denn es war einfach noch Winter.

Montag, 4. Februar 2013

Leerer Raum.

Jeden Tag eine Stunde in einem leeren Raum sitzen. Nur ich. Vier Wände. Eine geschlossene Tür. Vielleicht ein Fenster für ein bisschen Tageslicht. Ein Tisch und ein Stuhl. Etwas Papier. Ein funktionstüchtiger Stift. Und das wars. Was würde wohl dabei rauskommen? Wenn einen nichts und niemand ablenkt und man einfach schreibt um des Schreibens und des Herzens willen. Frei von allen äußeren Einflüssen. Nur auf das Hören, was aus dem Innersten kommt. Kreativ sein. Experemntieren. Sich Zeit nehmen. Abschotten. Nichts mal eben nachgucken. Sich auf sein Hirn verlassen. Keine Perfektion. Nur Arbeit. Nur Leben. Nur Schreiben. Nur ich.

Sonntag, 3. Februar 2013

Bevor das Herz reißt.

„Ein Junge weint nicht, ein Junge beißt sich auf die Zunge, auch wenn das Herz reißt.“

Diese Liedzeile stammt von dem ostdeutschen Liedermacher Gerhard Schöne, den ich sehr schätze, und diese Zeile ist mir in den vergangenen Tagen wieder in den Sinn gekommen. Ich weiß noch, als ich dieses Lied damals die ersten Male gehört habe, vor sagen wir mal zehn bis zwölf Jahren, war mir diese Zeile unbegreiflich. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Menschen, egal ob männlich oder weiblich, ihr Emotionen unterdrücken, obwohl sie doch eigentlich anders fühlen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass man nicht weint, wenn es einem danach ist, nur weil man das so gesagt bekommt.
Ja, ich bin ein sehr emotionaler Mensch und ich habe bereits jetzt schon gelernt, dass man in der einen oder anderen Situation etwas runterschluckt und sich zusammenreißt. Ich habe auch gelernt, dass man sich nicht von seinen Emotionen beherrschen und immerzu leiten lassen sollte. Denn ein ruhigerVerstand ist manchmal wichtiger, als ein aufgewühltes Meer an wirren Gefühlen.

Und dennoch: Ich glaube, manchmal ist es gut, zu weinen. Wenn man das Gefühl hat, dass das Herz gleich zerreißt, sollte man vielleicht lieber mal weinen, anstatt es wirklich reißen zu lassen. Denn was haben wir davon trockene Wangen zu haben, aber dafür ein zerrissenes Herz?

Leider habe ich mich selbst dabei ertappt, wie ich mir auf die Zunge biss, obwohl alle „Rahmenbedingungen“ zum Weinen gegeben waren. Aber ich dachte mir: „Ach, deswegen musst du doch jetzt nicht heulen. Wie sieht das denn aus?“

Manchmal frag ich mich, ob wir in unserer Gesellschaft Angst vor echten Tränen haben und ihren Wert nicht mehr zu schätzen wissen? Und das frage ich nicht polemisch in die Runde, sondern das frage ich mich in meinem Herzen. Denn anscheinend habe ich, bei allem was ich dazu gelernt habe, auch irgendetwas verlernt.
Es ist ein Fehler bei diesem Gadget aufgetreten.