Mittwoch, 29. September 2010

Plötzlich Herbst.

Grade neigt sich ein Tag dem Ende zu an dem ich immer wieder dachte:
Plötzlich Herbst.
Als ich heute morgen nicht aufstehen wollte und sogar ein Cappuccino zum wach werden brauchte.
Als ich zur Uni ging und mich noch nicht einmal beeilte, trotz offensichtlicher Verspätung.
Als ich wieder aus der Uni kam und ich einfach nur fror.
Als ich mir auf dem Heimweg eine wärmere Übergangsjacke kaufte.
Als ich daheim das Bedürfnis hatte, Tee zu trinken.
Als ich mich ins Bett legte um meinen Unikram zu lesen und dabei einschlief.
Als ich eine Stunde später wieder aufwachte, immer noch müde war.
Als ich Abends in meiner Wohnung saß und mit zwei Pullovern an immer noch fror.
Immer dachte ich: Plötzlich Herbst.

Dabei ist es gar nicht so abwegig, dass der Herbst nun beginnt. Leider gibt er sich dieses Jahr nicht sonderlich viel Mühe uns seine Rückkehr schonend beizubringen.
Aber warum beschwere ich mich? Der Herbst ist „eigentlich“ meine „Lieblingsjahreszeit“ (wenn es so was tatsächlich gibt) – was sicherlich damit zusammenhängt, dass ich im Herbst Geburtstag hab. Und die meisten Menschen mögen die Jahreszeit am liebsten, in der sie ihren Ehrentag haben. Außerdem färben sich und fallen dann die Blätter der Bäume. Man kann immer Tee trinken und sich auf warme Räume freuen.
Aber irgendwie zeigt mir der Herbst auch immer, wie schnell die Zeit vergeht. Der erlebnisreiche Sommer ist vorbei, indem ich selten über den Verlauf der Zeit nachdenke, sondern eher vor mich hin lebe. Und Weihnachten ist auch noch nicht da, was auf der einen Seite immer einiges Organisatorisches beinhaltet, aber auf der anderen Seite auch sehr viel besinnliches. Herbst ist dazwischen. Es ist schon fast wie die „Tage zwischen den Jahren“.. eine seltsame Zeit. Eine Übergangszeit (für die man extra Jacken braucht).
Jedoch sind Übergangszeiten gar nicht immer schlimm oder doof oder ermüdend (wie mein heutiger Tag). Übergangszeiten beinhalten, wie der Name schon sagt, einen Übergang. Etwas verändert sich. Es herrscht kein Stillstand. Und das ist auch in meinem Leben momentan so. Es herrscht kein Stillstand. Vieles verändert sich. Und die meisten Dinge zum Guten oder Neuen oder beidem. Veränderung liegt in der Luft.

Und auch wenn es an manchen Tagen anstrengend ist, mag ich solche Veränderungen eigentlich. Ebenso wie ich den Herbst mag. Irgendwie.

Danke fürs lesen.

Sonntag, 26. September 2010

Gott auf Facebook.

Das Internet ist voller Möglichkeiten. Es ist unfassbar, was man alles im Internet machen kann und wie viele Menschen es täglich oft mehrere Stunden lang nutzen.
Neben den bequemen Einkaufsmöglichkeiten, sinnlosen Spielen, tiefsinnigen Forendiskussionen, Unmengen von Bildern, massenweise Gedankenaustausch gibt es ja bekanntliche auch eine Menge sozialer Netzwerke. Die Institution, welche uns eine Möglichkeit der persönlichen Präsenz im Internet ermöglicht, um mit allen Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt zu treten. Obwohl ich selbst zu viel Zeit mit diesen sozialen Netzwerken verbringe, bin ich von ihrer Funktion in keinster Weise überzeugt. Im Gegenteil sogar, ich glaube, sie bringen uns keinen Zentimeter näher aneinander. Und das wegen diese Netzwerke der Freundschaftbegriff neu definiert werden muss, will ich mich an dieser Stelle gar nicht weiter auslassen.

Was ich mich heute Abend jedoch gefragt habe, was wäre wenn GOTT einen Facebookaccount hätte? Und damit meine ich nicht, dass irgendein Mensch oder eine Institution wie eine Kirche stellvertretend für Gott einen Account eröffnet. Nein, hierbei handelt es sich um das Gedankenspiel, dass Gott selbst Facebook beitritt. Auf der einen Seite wäre es natürlich spannend zu erfahren wie viel Menschen „Gefällt mir“ anklicken. Oder auch, was die Menschheit auf seine Pinnwand posten würde. Ich glaube, die meisten würden ihm Fragen stellen. Eine Menge fragen. Weil wir eigentlich alle Fragen an Gott oder wenigstens an irgendein überirdisches Wesen haben. Noch spannender wäre, was Gott darauf antworten würde. Er wäre zumindest gut beschäftigt damit.
Aber ich frage mich auch, würde ich ganz persönlich deswegen mehr mit Gott in Kontakt treten? Weil er plötzlich da ist, wo ich soviel Zeit verbringe? Würde ich jeden Tag gucken, was er so macht?
Oder wenn Gott einen Blog schreiben würde – würde ich täglich nachschauen, ob er was neues geschrieben hat? Und viel wichtiger: Würde ich es auch lesen?

Meine ganz persönliche und ehrliche Antwort ist: Ich weiß es nicht.

Vielleicht würde mir Gott dadurch „menschlicher“ vorkommen, obwohl ich ihn dann immer noch genauso wenig physisch wahrnehmen könnte, wie jetzt auch. Würde ich mich mehr an dem orientieren, was er zu sagen hat? Schließlich lese ich jeden Tag so vieles im Internet von Menschen, die mir größtenteils völlig unbekannt sind, und mach mir meine Gedanken dazu.
Der Witz an der Sache ist, dass ich das alles jetzt auch schon so haben kann – vermutlich viel intensiver. Ebenso wie es meistens effektiver ist, eine Person anzurufen, anstatt eine Mail zu schreiben oder sich mit ihr auf einen Kaffee zu treffen, anstatt zu chatten, ebenso kann ich Gott jetzt schon meine ganzen Fragen stellen. Ihn gut finden. Ihn kritisieren. Ihn in mein Leben „verlinken“. Seine Pläne lesen. Eine Freundschaft zu ihm aufbauen. Fern ab vom Internet. Wie gesagt, da ich eh nicht so viel von den „sozialen“ Netzwerken halte, würde es mich wohl nicht näher zu Gott bringen, wenn er einen Facebookaccount hätte. Aber das Gedankenspiel fand ich trotzdem spannend.

Danke fürs lesen!

Samstag, 25. September 2010

Unverträglichkeiten

Unser Körper ist in den meisten Fällen mit einem relativ gutem Abwehrsystem ausgestattet. Er kann Antikörper produzieren, wenn sich irgendetwas einschleichen möchte. Er sortiert die guten Nährstoffen von den unbrauchbaren. Wenn etwas in unseren Körper gelangt, was ihm nicht gut tut, versucht er alles, um es wieder los zu werden. Das muss man dem Körper nicht beibringen, das macht er von selbst, völlig automatisch.
Natürlich können wir herausfinden, was unserem Körper nicht gut tut und darauf achten, dass wir ihm bestimmte Dinge nicht absichtlich zuführen. Menschen mit Laktoseintoleranz werden versuchen so wenig Laktose zu sich zu nehmen wie es ihnen möglich ist. Menschen mit einem reizbaren Darm werden vielleicht auf fetthaltige Dinge verzichten. Das alles tut man auf Grund der Unverträglichkeiten des Körpers und nicht, weil man plötzlich keine Milch mehr mag oder keine Lust mehr hat auf Bratwürstchen oder ähnliches. Die Entscheidung, seinem Körper damit was gutes zu tun fällt nicht immer leicht, aber trotzdem tun wir es, damit es uns besser geht.

Und manchmal reagieren wir auch unverträglich auf Dinge, die nicht unbedingt unseren physischen Körper angreifen, sondern eher unseren psychischen. Das können bestimmte Charakterzüge von anderen Menschen sein, Lebenseinstellungen, Verhaltens- oder Denkweisen. Die Unverträglichkeit kann unterschiedliche Ursachen haben: eigene Prägungen, Verletzungen, Erinnerungen oder auch einfach unerklärliche Abneigung.
Und was passiert, wenn wir eine Unverträglichkeit feststellen? Wir versuchen uns davor zu schützen und so viel Abstand wie möglich davon zu bekommen, damit wir nicht zu Schaden kommen. Manchmal müssen wir uns auch bewusst dazu entscheiden, dass es uns nicht gut tut und wir vielleicht Abstand nehmen sollten.

Das gestaltet sich bei zwischenmenschlichen Beziehungen natürlich außerordentlich schwierig. Man kann zwar versuchen diesem oder jenem Menschen aus dem Weg zu gehen, bei dem eine besonders starke Unverträglichkeit auftritt, aber nicht in allen Fällen ist das möglich. Und nicht in allen Fällen ist das nötig, schließlich können wir ja auch nur auf eine, vielleicht sogar nur ein kleine, Verhaltensweise eines Mitmenschen allergisch reagieren oder merken, dass es uns einfach nicht gut tut, ständig damit konfrontiert zu sein. Aber deswegen diesem Menschen völlig aus dem Weg zu gehen und jeden Kontakt abzubrechen, wenn er uns ansonsten vielleicht sogar am Herzen liegt? Dann würde man auf Dauer sehr einsam werden.
Ich glaube, der beste Weg in einem solchen Fall ist es, dafür zu sorgen, genügend Gegenmittel in Reichweite zu haben. Wenn du jemanden kennst, den du gern hast, der aber beispielsweise jederzeit besonders albern ist und du jedoch aggressiv darauf reagierst, kannst du trotzdem Zeit mit diesem Menschen verbringen, wenn du darauf achtest, dass du zwischendurch wieder mehr Zeit mit jemanden verbringst, der nicht über alles und jeden einen Lachanfall bekommt und somit die Unverträglichkeit wieder ausgleichen. Solch ein Umgang sollte m.E. mit fast allen Unverträglichkeiten möglich sein.

Wir sollten lernen darauf zu achten, was uns gut tut und was uns nicht gut tut und dafür sorgen, dass wir immer genug von dem dabei haben, was uns gut tut. So können wir vielleicht der einen oder anderen Unverträglichkeit im Leben entgegenwirken ohne uns von der ganzen Welt abwenden zu müssen.

Danke fürs lesen!

Montag, 13. September 2010

3 Sätze..

...die im Moment am besten das beschreiben, was ich empfinde:

Aber alles, was neu scheint, war schon lange da.
Denn alles, was ist, war schon immer in meinem Herzen.
Also ist alles, was da ist, das, wovon ich schon immer träumte.



(das bild ist von einer lieben freundin lisa - ich mag ihre bilder sehr!)

Danke fürs lesen.

Samstag, 11. September 2010

Der Wert des Schweigens.

Es gibt ja diesen Spruch „Reden ist Silber, schweigen ist Gold“. Eigentlich hab ich nie viel von ihm gehalten, denn in viel zu vielen Situationen hat sich auf kurz oder lang das Reden als die bessere Alternative herausgestellt. Kommunikation ist so wichtig und auch das Ausformulieren von Gefühlen, Situationen und Konflikten ist oftmals ein wichtiger Schritt. Zum einen wird einem selbst dadurch manches viel klarer und zum anderen haben die Mitmenschen um einen herum dann auch eine Chance all das zu verstehen, was in einem vorgeht.
Manchmal kann es sogar fast tödlich sein, wenn man nicht redet. Wenn man sich in Gefahr befindet oder bedroht wird oder psychisch am Boden ist und dann schweigt, wird die Gefahr eigentlich nur größer.
Ich hielt diesen Satz also lange Zeit für verkehrt und sagte lieber: „Schweigen ist Silber, Reden ist Gold.“ Aber ich würde das jetzt nicht in Präteritum schreiben und vermutlich überhaupt keine Zeit zum Schreiben dafür aufwenden, wenn ich nicht heute anderer Meinung wäre.

Nach wie vor halte ich Kommunikation für überlebenswichtig. Menschen, die nicht fähig sind zu kommunizieren haben es schwer im Leben. Menschen, die sich weigern zu kommunizieren machen sich selbst das Leben schwer. Ohne Kommunikation trocknen zwischenmenschliche Beziehungen aus. Ohne Kommunikation vereinsamt der Mensch.

Und trotzdem lerne ich grade den Goldwert des Schweigens kennen. Es gibt Dinge im Leben, über die man vielleicht, über die ich, zunächst schweigen sollte. Das können Gefühlsregungen sein oder wichtige Erkenntnisse, die einen in der Seele bewegen und die noch nicht ausgereift genug sind, damit sie ausgesprochen werden sollten. Das ist keine neue Erkenntnis für mich. Schon im Februar 2006, ganz am Anfang meiner Blogzeit, habe ich hier den Spruch „Kleine Träume sind immer die empfindlichsten.“ gepostet. Und daran hat sich bis heute, obwohl sich sonst so viel anderes verändert hat, nichts verändert. Manche Erkenntnisse verlieren ihren Wert, werden beschädigt oder haben nicht mehr die selbe Wirkungskraft, wenn man sie sofort ausspricht. Manche Dinge müssen reifen und sich beweisen. Erst wenn diese Erkenntnisse tatsächlich eine Auswirkung auf das Leben haben, sollte man sie verkünden.

Das gilt selbstverständlich nicht für alle Menschen und auch nicht für alle Erkenntnisse. Aber da ich in den letzten Tagen das Gefühl habe, darum kämpfen zu müssen, früh ausgesprochene Erkenntnisse der letzten Wochen am Leben zu erhalten, da sie teilweise sowohl beschädigt wurden als auch an Wirkungskraft verloren haben, war es mir ein Anliegen, euch davon zu schreiben.

„Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. […] Von fern erkennst du meine Gedanken“
(die ersten beiden Verse aus Psalm 139)

Danke füs lesen!

Dienstag, 7. September 2010

Angedachte Gedanken.

Heute hat für mich das neue Semester angefangen – mein drittes. Ich bin ganz froh, dass es wieder weiter geht. So ist mein Gehirn wenigstens auf aktuell wichtige Dinge konzentriert und verfranst sich nicht immer wieder in diversen Zukunftsplänen.
In meinem Kopf wandert ein paar unfertige Gedanken herum, die sich leider noch nicht in einen kompletten und eigenständigen Gedankenflug verpacken lassen. Damit hier aber weiter Leben im Blog bleibt, dachte ich, ich schreib einfach ein paar von den Sachen auf, die mich in den letzten Tagen nachdenken lassen.. Viel Spaß beim lesen und eventuell weiterdenken.. Bei Gelegenheit kommt dann wieder was „richtiges“..

Worüber ich nachdenke:

1. „And this time I don't have an answer. But don't think that I haven't tried. I still have the heart of a seeker. But I need the faith of a child, I need the faith of a child!"

Refrain von „Faith of a Child“ von The O.c.Supertones

2. „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?“

Bibelstelle aus Matthäus 16, 26

Was ich mir so denke:

1.Manche Dinge lassen einen Angst verspüren, obwohl sie nicht bedrohlich sind.

2.Es ist nicht einfach, einen Roman zu lesen, wenn man dabei eine Person vor Augen hat, und den Text im Kopf mit der Stimme dieser Person liest. Das kann nahezu anstrengend und erschreckend sein, unabhängig davon, ob die Geschichte wirklich zu der gedachten Person passt.

3.Wie viel Zufall gibt es im Leben? Ich glaube keinen.

4.Manchmal bekommt man etwas zurück (geschenkt), was man längst verloren geglaubt hat.

5.Die Zeiten ändern Dich.



Lasst nicht nur die Sonne in Euer Herz... sondern auch den, der sie gemacht hat.

Anna.
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