Freitag, 30. Dezember 2011

Insgesamt.

Wir hängen. Hängen zwischen den Jahren. Hängen zwischen den Feiertagen. Wir sind müde. Erschöpft, ein bisschen hilflos weil kraftlos. Ein Jahr geht zu Ende. Ein Jahr voller Begegnungen, Erfahrungen, Worten, Taten, Gedanken, verwirklicht und unverwirklicht.

Insgesamt gesehen war das Jahr voll. So voll wie vermutlich jedes andere Jahr davor auch. Aber 2011 kam mir besonders gefüllt vor. Wenn man sich mediale Jahresrückblicke anschaut, erinnert man sich gar nicht mehr an alles. Genauso wenig wie man sich an alles erinnert, dass im eigenen Leben alles passiert ist. Das Markante, das Scharfkantige bleibt hängen. Das, was für Einschnitte im Leben gesorgt hat – egal ob die Einschnitte positiv oder negativ waren. Sie hinterlassen Spuren, manchmal auch Narben auf unserem Leben, begleiten uns vielleicht noch ins Neue Jahr. Am Ende bleibt, was uns verändert hat.

Insgesamt kann ich sagen, war mein ganz persönliches 2011 ein unfassbar durchwachsenes Jahr. Es hat sich unheimlich viel verändert. Zum Guten. Zum Schlechten? Beides vermutlich.

Das Jahr geht zu Ende und am Ende sollte man dankbar sein. Bist du dankbar am Ende diesen Jahres? Es ist leicht, dankbar zu sein, wenn alles glatt und gut läuft. Es kostet Kraft dankbar zu sein, wenn Dinge passieren, die man sich niemals im Leben gewünscht hätte, wenn noch nicht gilt, dass am Ende alles wieder gut ist. An dieser Stelle passt mein Lieblingszitat meiner Lieblingsband Kettcar:

Zu erkennen, dass man glücklich war ist leicht.
Zu erkennen, dass man glücklich ist, ist Kunst!

Dankbarkeit, Glücklichsein, Freude, Geduld, Nachsicht, Verständnis, Akzeptanz. Alles Dinge, die für mich eine Art Kunst sind, die man nicht so leicht beherrscht. Aber die ich gerne mehr beherrschen möchte.

Also sage ich jetzt Danke.
Danke, dass ich am Ende diesen Jahres am Leben bin.
Danke, dass meine Lieben am Ende diesen Jahres am Leben sind!!
Danke, dass es mir gut geht.
Danke, dass zukunftsweisende Türen sich geschlossen und geöffnet haben.
Danke für jedes Herz, dass ich in diesem Jahr kennenlernen durfte.
Danke für jede Erfahrung, die ich gemacht und aus der ich etwas gelernt habe.
Danke für jedes Lächeln, jedes ermutigende Wort, jede Wertschätzung.
Danke für jede Tränen, die gemeinsam geweint wurden.
Danke, Gott, dass du uns nicht vergessen hast.
Danke, Gott, dass du uns trägst.
Danke, Gott, dass niemand und nichts uns von dir und deiner Liebe trennen kann.

Insgesamt ist das Jahr 2011 bald vorbei. Ein neues Jahr steht vor der Tür. Lasst es uns mit Weisheit, Liebe, Besonnenheit und Hoffnung angehen.

Danke für jeden Leser, der dieses Jahr diesen Blog mitgelesen hat.
Danke für jedes Feedback, jeden Kommentar, jede Aufmerksamkeit.

Ich freue mich, wenn ihr im nächsten Jahr wieder mitlest!

Danke fürs Lesen!

Samstag, 24. Dezember 2011

24 - Schlusspunkt?!

Heute ist der vierundzwanzigste Dezember. Alles Warten, Hoffen, Stressen, Suchen und Planen hat ein Ende. Der Tag, an dem das Fest beginnt setzt für viele einen Schlusspunkt. Ein Schlusspunkt vom Advent und scheinbar leider auch von Weihnachten. Mir kommt es so vor, als ob die ganze Welt vier Wochen lang verrückt spielt und sich ach wie sehr auf Weihnachten vorbereitet und wenn es dann endlich soweit ist, kann es nicht schnell genug vorbei sein. Dabei fängt es doch heute erst an! Heute ist der heilige Abend, der Abend an dem wir uns daran erinnern, dass Jesus Christus geboren wurde. Und dann folgen noch zwei weitere Festtage. Das Schönste kommt also erst noch, findet erst heute statt! Also genieße diesen Tag, diesen vierundzwanzigsten Dezember, diesen heiligen Abend. Erfreue dich an deinen Lieben, an Geschenken und gutem Essen. Und:

Bewahr dir die Weihnacht als Freude im Leben, denn eigens dafür ist sie uns gegeben! 
Gudrun Zydek

Ich wünsche euch ein Weihnachtsfest, dass euch Freude bereitet. An dem ihr das Gefühl von Glück verspürt. An dem ihr nach dem fragt, der heute Geburtstag feiert. An dem ihr dankbar seid und anderen Menschen in Liebe begegnen könnt.

Ich wünsche euch frohe Weihnachten!

Danke fürs Lesen.

Freitag, 23. Dezember 2011

23 - Da war doch was..

„Einmal werden wir noch wach..“ Die Adventszeit ging ganz schön schnell vorbei. Noch einmal schlafen, dann ist der vierundzwanzigste Dezember und wir feiern Weihnachten.. oder so was ähnliches.. Was feiern wir nochmal genau?

Wenn man sich mal so umhört kann man sehr verwirrt werden. Das Fest, das wir in den nächsten Tagen begehen werden, scheint ein Fest der Geschenke zu sein. Es geht irgendwie um Liebe und vielleicht auch um Frieden. Sagt man. Das, was man wirklich spürt, ist Stress und Gewusel. Von Entspannung und Ruhe oder gar Besinnlichkeit meistens keine Spur. Dann gibt es noch die Sache mit dem Weihnachtsmann und den Rehen und Schlitten und Schnee und Wichtel.. Aber, war da nicht noch was anderes?

Diese Geschichte von der Frau, die verlobt war mit einem Mann und auf wundersame Weise schwanger geworden war. Hochschwanger reiste sie mit ihm in eine völlig fremde Stadt für einen nervigen Behördengang. Ohne Reisebüro, Internet oder HotelApp suchten sie vergeblich nach einem Platz, wo sie unterkommen konnten. Dann war da dieser siffige Stall, immerhin ein Dach über dem Kopf! Und dann setzen sie auch noch die Wehen ein – das perfekte Chaos. Und dann dieses Glück, die Geburt eines Sohnes, der vom ersten Atemzug ein besonderer Mensch war. Seine Mutter wusste das und auch andere wussten das. Die armen Hirten kamen, kamen um diesem kleinen Menschen zu bewundern, denn es war mehr als das Wunder der Geburt. Es war die Geburt von Gott, der sich so unglaublich klein gemacht hat, um unter den Menschen zu leben. Ein Wunder, das voll von Liebe und Frieden ist. Ein Wunder, das sich kaum in Worte fassen lässt. Und dieses Wunder feiern wir an Weihnachten.

Jetzt kann es gut sein, dass du diesen Blog liest und dir denkst: „Okay.. Ich weiß, dass Weihnachten eigentlich so eine christliche Tradition ist, aber damit hab ich nix am Hut.“ oder „Ja.. Anna war ja immer schon so kirchlich unterwegs..“ oder „Wers glaubt, dass es da einen Gott gibt, wie doof muss er sein sich auf unsere beschissene Erde zu begeben?“. Lass mich dir eines sagen:

Gott respektiert den Entschluss der Menschen. 
Willem Johannes Ouweneel

Wenn du dich dazu entschließt, dass Weihnachten für dich ein Fest ist, dass irgendwelche Traditionen hat und dessen Ursprung dir total egal ist, dann respektiert Gott das. Und wenn du sagst, du glaubst nicht, dass es einen Gott gibt, dann respektiert er das auch. Er sitzt nicht irgendwo rum und sagt: „Diese doofen Menschen, die haben total vergessen worum es an Weihnachten geht, deswegen schick ich ihnen mal ein paar Naturkatastrophen oder nervige Verwandte vorbei, damit sie sich endlich mal wieder für mich interessieren!“
Gott respektiert die Menschen. Er LIEBT sie. Er liebt DICH. Und er kennt dich, auch wenn du das Gefühl hast, dass du noch nie von ihm gesehen worden bist. Und er freut sich, wenn du dich für ihn interessierst. Er freut sich, wenn du nach ihm fragst. Ihn suchst. Dir überlegst, was für ein riesiges Geschenk er dir gemacht hat, indem er seinen Sohn auf die Erde, auf unsere beschissene, dreckige Erde geschickt hat, um uns so nah und menschlich zu sein, wie es nur möglich ist und der dann noch für alle unseren ganzen Mist, den wir in unserem Leben fabrizieren, gestorben ist und alle Schuld auf sich genommen hat.
Aber Gott schimpft nicht über dich, wenn du Weihnachten ohne ihn feierst. Auch wenn ihn das traurig macht und er sich wünscht, dass du Kontakt zu ihm aufnimmst. Aber er respektiert deinen Entschluss, weil du einen freien Willen hast. Du kannst dich für ihn oder gegen ihn entscheiden, dass ist ganz allein deine Entscheidung.

Ich feiere Weihnachten, weil ich Gott dankbar bin, dass er mir und dem Rest der Welt so unendlich viel Liebe geschenkt hat und immer noch jeden Tag neu schenkt. An Weihnachten hab ich die Möglichkeit, dass besonders ausdrücken, indem ich u.a. anderen Menschen Liebe schenke. Und das ist was sehr schönes! Und warum feierst du Weihnachten? 

Danke fürs Lesen, jedem der bis hierhin durchgehalten hat ;) 

Donnerstag, 22. Dezember 2011

22 - Überwindung.

Achja, wie sehr wünscht sich der Mensch Ferien. Jetzt ist gerade wieder so eine Zeit, in der manche schon frei haben, andere aber noch arbeiten müssen, manche länger Urlaub nehmen konnten, andere wiederum nach den Feiertagen direkt wieder loslegen müssen. Wie sehr sehnt man sich nach Ruhe, Entspannung, Ungezwungenheit, Schlaf, gutem Essen und Zeit, mit der man anfangen kann, was man will. Und Weihnachten, das Fest des Friedens und der Liebe ist doch wirklich die Gelegenheit um endlich mal den Alltag abzuschalten und ein bisschen zur Ruhe zu kommen...

Denkste! Entweder du arbeitest bis kurz vor knapp und selbst wenn du schon frei hast, gibt es ja noch so vieles zu erledigen und zu bedenken und hin und her und xy hat noch kein Geschenk und es gibt noch keinen Tannenbaum und wer hat alle Kekse aufgegessen? Und wo kriege ich jetzt neue her und was ist wenn Tante Herta auf die Weihnachtsgans allergisch reagiert? Und wenn diese unendliche Weihnachtsfeierei endlich mal ein Ende hat – ja wie begehen wir dann das neue Jahr? Romantisch allein, zu zweit, große Party, trautes Beisammensein, Raclette oder Fondue, Wunderkerzen oder Rakten, Brot statt Böller und was in aller Welt soll ich bitte anziehen? Und das neue Jahr winkt auch schon und was ist mit den Vorsätzen vom letzten Silvester? Gilt es, wenn ich jetzt noch ein paar Situps mache, dass ich mich dieses Jahr mehr sportlich betätigt habe und was will ich mir fürs neue Jahr vornehmen? Und da fällt mir ein, dass ich noch das Gästezimmer herrichten muss und ich hab vergessen die Lichterkette für den nichtexistenten Weihnachtsbaum zu entknäulen. Mein böses, böses Ührchen!

Der Mensch überwindet Hindernisse um endlich Ruhe zu haben, und findet dann nichts so unerträglich wie Ruhe.
Henry Brooks Adams 

Jetzt ist es doch endlich so weit: Das Jahr ist fast rum und wir haben es soweit überstanden und haben jetzt sogar ein paar freie Tage vor uns. Natürlich gibt es einige Festivitäten, die auch ein bisschen Planung bedürfen. Aber genauso gibt es (oder sollte es geben) ein paar Momente und vielleicht sogar Stunden, in denen wir wirklich mal zur Ruhe kommen sollten. Kopf aus. Calm down. Und das sage ich jetzt nicht belehrend in die Welt. Ich habe mich heute, an meinem ersten freien Tag, unglaublich schwer getan. Mein Kopf sprang von einer Idee, einem Event, einer Planung, einer Sorge, einer Frage zur nächsten. Ich brauchte wirklich lange bis ich was gefunden hatte, was mich so ablenkt, dass ich nicht mehr nachdenken musste.

Warum fällt es uns so schwer zur Ruhe zu kommen und die ruhigen Momente, die wir haben, zu genießen? Zu entspannen, auch wenn es vielleicht nur ein paar Augenblicke sind. Wollen oder können wir nicht mehr zur Ruhe kommen? Was passiert, wenn man Ruhe hat und vielleicht auch ein bisschen zur Besinnung kommt - im wahrsten und weihnachtlichsten Sinne des Wortes.
Lasst uns die Zeit, die uns geben ist, nutzen. Und lasst uns zur Ruhe kommen, wenn wir ein Hindernis überwunden haben.

Danke fürs Lesen.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

21 - Fehlerhaft.

Es gibt so einen Spruch, der sagt, dass das Leben ist wie wenn man ohne Radiergummi zeichnet. Wenn man es ein bisschen drauf hat, kann man sein Leben ganz schön zeichnen. Aber wie viele Menschen können schon zeichnen, also wirklich schön zeichnen? Man macht dabei schnell einen Strich, den man eigentlich nicht machen wollte, der irgendwie krumm und schief ist und aus der Reihe tanzt und wir würden ihn gerne schnell rückgängig machen, aber wenn man kein Radiergummi hat, kann man den Störfaktor nicht entfernen. Er bleibt da, sticht ins Auge, macht das Bild vorübergehend kaputt..

Kein Mensch ist perfekt und wir machen täglich Fehler. Manche machen wir bewusst, manche unbewusst. Bei manchen merken wir gar nicht, dass es Fehler sind, bis jemand uns darauf aufmerksam macht (und selbst dann sehen wir den Fehler manchmal nicht). Fehler gehören zum Leben dazu. Man kann von niemanden erwarten, dass er alles perfekt kann, besonders wenn man etwas zum ersten Mal macht. Und es ist wirklich in den aller meisten Fällen kein Weltuntergang, wenn man einen Fehler macht.

Doch es gibt Unterschiede, wie man mit Fehlern umgeht. Erstmal ist es wichtig, dass man erkennt, dass man einen Fehler gemacht hat, das man eben nicht perfekt ist. Manchmal notwendig, dass man sich entschuldigt, wenn man einen Fehler gemacht hat. Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Es gibt sogar Fälle, in denen man sich in erster Linie bei sich selbst entschuldigen muss. Aber am wichtigsten ist eigentlich, was man in Zukunft macht, wenn man wieder in diese Situation kommt, wieder auf diesen Menschen trifft, wieder vor dieser Entscheidung steht.

Ein guter Arbeiter lernt aus seinen Fehlern.
Robert Cleaver Chapman

Ich glaube, es zeugt von einem gewissen Level, wenn man aus seinen Fehlern lernt. Wenn man nicht immer wieder in die gleiche Falle tappt, nicht immer wieder die gleiche (falsche) Entscheidung trifft, sich nicht immer wieder gleich fehlerhaft verhält. Das ist nicht einfach. Man muss sich selbst reflektieren, bereit sein an sich selbst zu arbeiten und sein Verhalten ggf. zu verändern. Aber es ist ein gutes Gefühl, wenn man merkt, dass man aus seinen Fehlern gelernt hat und sich bei der nächsten Gelegenheit anders verhalten hat und die Situation besser geregelt hat. Und dieses gute Gefühl ist es wert sich mal gegen seinen inneren Schweinehund, sein Standartverhalten, seine Faulheit aufgelehnt hat.

Danke fürs Lesen.

Dienstag, 20. Dezember 2011

20 - Voraussetzung.

Mit großen Schritten gehen wir auf Weihnachten zu. Heute gibt’s schon wieder Schnee, die ersten Weihnachtsgeschenke sind eingepackt, gespannt wird auf den Postboten gewartet, letzte Kekse werden gebacken, Tannenbäume werden gekauft und das Weihnachtsmenü steht auch schon. Also ist alles im grünen (oder eher weißen) Bereich, oder?

Natürlich schwingt immer so ein bisschen Stress mit, mit dem was noch gemacht werden muss.. Und wie soll es werden wenn ich auf diesen oder jenen Menschen an Weihnachten treffe? Und überhaupt weiß ich gar nicht, ob ich mich wirklich auf Weihnachten freuen kann. Die Welt ist doch total aus den Fugen. Alle halten die Luft an wegen des Machtwechsels in Nordkorea. Und in den letzten Jahren ist doch um Weihnachten immer irgendwo eine Naturkatastrophe gewesen. Und was ist, wenn es kurz vor Weihnachten noch eine größere Auseinandersetzung geben sollte? Größere Menschenversammlungen sind doch bekannt für Konflikte.. Und wenn ich mich nicht über meine Geschenke freuen kann? Oder wenn sich der Beschenkte nicht über meine Geschenke freut? … Tausend Gedanken können einem im Kopf rumkreisen. Dabei ist es eigentlich ganz einfach:

Aus einem guten Herzen muss gute Frucht kommen.
Keith Green

Wenn wir gute Grundvoraussetzungen in uns drin haben, wird auch unser drum herum anders werden. Wenn wir uns die Freude ins Herz schreiben, sieht die Welt anders aus. Dann ist es egal, ob an Weihnachten vielleicht irgendein potenzieller Konflikt in der Luft liegt – wenn unser Herz gut ist, wird auch unser Umgang mit anderen Menschen gut sein. Und ein guter Umgang führt zu einer freudigen Gemeinschaft. Natürlich, wenn unser Gegenüber nicht mit einer guten Einstellung auf uns zu kommt, kann es auch nicht ganz so fröhlich-harmonisch sein, aber es wird uns leichter fallen, wenn wir das ganze mit einem guten, liebevollen Herzen betrachten, als wenn wenn voller Unsicherheit, Angst und Misstrauen unsere Umwelt sehen.

Das heißt, wenn du dabei bist, deine Wohnung aufzuräumen, um alles schön für Weihnachten zu machen, dann solltest du dir auch eine Zeit nehmen, in der du dein Herz aufräumst. Kläre Dinge, die dich belasten, vergib, wo du verletzt worden bist, räume Misstrauen und negative Einstellungen aus. Achte darauf, dass dein Herz gut ist, dann wird auch dein Weihnachtsfest und alles was damit zu tun hat, gut werden oder hat zumindest bessere Chancen gut, schön und harmonisch zu werden.

Danke fürs Lesen.

Montag, 19. Dezember 2011

19 - Wundersam.

Jetzt hat es also doch geklappt. Als ich heute morgen aufstand und aus dem Fenster sah, fiel mir nichts besonderes auf. Als ich dann in der Küche wartete, bis der Wasserkocher mir heißes Wasser für den Tee geben konnte, betrachtete ich das Dach des Nachbarhauses und stutzte.. Das Dach sah anders aus als sonst und ich brauchte wirklich einen Augenblick, bis mein noch etwas müdes Gehirn verstanden hat, dass sich dort doch wirklich eine dünne weiße Schneeschicht auf den Dachziegeln breit gemacht hat!!

Viele Menschen, die mich kennen, wissen, dass ich Schnee liebe. Also eigentlich nicht. Oder doch? Natürlich mag ich es auch, wenn überall eine weiße Schneedecke liegt, aber seit ich selber Auto fahre, habe ich auch die Nachteile von Schnee entdeckt. Aber was ich wirklich liebe ist der Schneefall, die Schneeflocken. Jede einzelne die so einzigartig und leicht vom Himmel herunterschweben.. Hach, das ist so schön! Sobald ich sehe, dass es schneit, würde ich am liebsten ans nächste Fenster rennen und jeder Schneeflocke die gebührende Aufmerksamkeit schenken, die sie verdient hat. Ich kann sogar nicht einschlafen, wenn es schneit, weil ich dann denke, ich verpasse eine besonders schöne Schneeflocke, die an meinem Fenster vorbei segelt!

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mich jetzt viele von euch belächeln. Vielleicht ist es ja auch albern, kindisch und naiv. Und ich kann auch nicht rational erklären, warum diese erfrorenen Regentropfen so eine Freude in mir auslösen. Die Freude kommt einfach und ich schiebe sie auch nicht „erwachsnenmäßig“ weg. Denn:

Es gibt nur zwei Arten zu leben; indem wir entweder nichts oder alles als Wunder betrachten.
Albert Einstein

Ich glaube, je älter man wird, desto weniger ist man in der Lage oder bereit dazu, Wunder zu erkennen oder auch alltägliche Dinge als Wunder zu betrachten. „Wir Erwachsene“ sind dermaßen abgeklärt, rational und oftmals negativ eingestellt, dass wir nur die Nachteile sehen. Es schneit? - Ich muss Schnee schippen und Autofahren ist ganz schlecht. Gut, vielleicht gibt es auch Menschen, die Schnee wirklich nicht mögen und denen sollte man es vielleicht auch erlauben, Schnee nicht als Wunder zu sehen. Aber wir stehen kurz vor Weihnachten und es beginnt wieder die große Zeit des Geschenkeaustauschs. Wir kennen das, ist jedes Jahr das selbe. Vielleicht kriegen wir dieses Jahr auch „nur“ das geschenkt, was wir auf unserem Amazonwunschzettel stehen haben und es ist keinem etwas individuelles, überraschendes für uns eingefallen. Oder wir bekommen etwas geschenkt, mit dem wir wir erstmal nichts anfangen können. Und überhaupt, Geschenke sind eigentlich überhaupt überflüssig und nur eine krampfhafte Version um sein eigenes Gewissen zu beruhigen... Und deswegen wissen wir nicht mehr, wie man sich über Geschenke freuen kann? Deswegen geht aller Zauber des Weihnachtsfests verloren, weil wir ja so abgeklärt und erwachsen sind?

Natürlich können wir nicht alle Zeit zurückdrehen und einfach wieder kleine Kinder sein. Wir wissen, wie die Dinge laufen und was in der Welt los ist, auch wenn bald Weihnachten ist. Aber wenn du irgendetwas hast, dass dir am Weihnachtsfest besonders wichtig ist und das besonders viel Freude in dir auslöst, dann lass es dir nicht nehmen! Sondern freu dich. Behalt dein Wunder, auch wenn alle anderen dich dafür belächeln.

Danke fürs Lesen

Sonntag, 18. Dezember 2011

18 - Winterschlaf.

Heute ist der vierte Advent. Noch sechs bis Heilig Abend. Heute wird die vierte Kerze am Kranz angezündet und es ist das letzte Wochenende, an dem die Weihnachtsmärkte aufhaben.
Wie war deine Adventszeit bis jetzt so? Konntest du sie genießen oder war es Stress pur? Gab es Momente, in denen du zur Ruhe gekommen bist oder hat dir dein Leben, die Weihnachtsmusik und alle anderen um dich herum die Ohren vollgejammert?Wofür hast du die Adventszeit genutzt? Um Geschenke zu kaufen? Deine Jahresabrechnungen zu machen? Hast du dir überhaupt Gedanken darüber gemacht, das und warum Advent ist?

Advent ist eine Zeit der Erschütterung, in der der Mensch wach werden soll zu sich selbst.
Alfred Delp

Wenn du immerhin das hier liest und in den letzten Tagen auch auf dieser Seite gelandet bist, hattest du ja vielleicht schon ein paar „Gedankenerschütterungen“, also Anregungen über die du dir weiter Gedanken machst, die dich in deinem Herzen ein bisschen bewegt haben. Das würde ich mir zumindest wünschen.
Ich glaube, nur wenige erwachen in der Adventszeit. Die meisten verfallen lieber in einen Winterschlaf und hoffen, dass diese Weihnachtszeit und Besinnlichkeit bald wieder rum ist.

Und? Schläfst du noch oder wachst du schon?

Danke fürs Lesen und einen schönen besinnlichen 4. Advent!

Samstag, 17. Dezember 2011

17 - Angenommen...

Gestern habe ich darüber geschrieben, dass man sich manchmal ziemlich mies und überflüssig fühlen kann. Und dass man nie weiß, was noch aus einem wird und was man noch alles tun wird.
Aber man denkt nicht oft daran. Wir sind nicht zufrieden mit dem was wir sind, was wir können, wie wir aussehen und was wir machen. Es gibt scheinbar immer jemanden, der es noch besser kann als wir. Und wenn wir uns was phänomenal Neues ausgedacht haben, brauchen wir oft nicht lange zu googlen um festzustellen, dass jemand anderes den gleichen Einfall hatte.

Wir kämpfen mit Neid. Also wir kämpfen nicht immer. Manchmal suhlen wir uns auch im Neid, fühlen uns dort wohl und können gar nicht aufhören mit dem Vergleichen. „Welche Note hast du?“ - Ha, ich bin besser! „Hast du schon alle Weihnachtsgeschenke?“ - Ich bin ja zum Glück schon fertig mit Suchen. „Wie viele Freunde hast du?“ - Oh man, bin ich eine einsame Sau. „Du machst das echt klasse!“ - Und ich will das jetzt sofort auch so können, oder noch besser.

Vielleicht übertreibe ich ein bisschen. Und natürlich steckt nicht hinter jeder von diesen Fragen immer der Neid. Aber leider allzu oft. Ich glaube, manchmal können wir gar nichts dafür. Wir werden auf Konkurrenz und Vergleich gedrillt. Wir brauchen Ehrgeiz um voranzukommen. Wer rastet der rostet. Und wenn wir uns nicht vergleichen, wissen wir ja gar nicht, was wir noch alles erreichen können, oder?

Wenn wir uns selbst so annehmen, wie wir sind,
dann nimmt dadurch unser Hunger nach Macht oder Anerkennung ab.
Brennan Manning

Das Problem ist nur: Der Neid wird uns immer dazu bringen, dass wir nicht erkennen können, wer wir selbst sind und was unsere Fähigkeiten sind. Und solange wir das nicht können, werden wir uns selbst auch nicht annehmen. Uns akzeptieren mit unseren Stärken und Schwächen. Sondern immer auf der Suche nach Anerkennung, nach Egostreichlern und vor allem, und das ist wohl das Schlimmste, nach Macht sein. Denn wenn wir selbst in einer Position der Macht sind, und sei es nur der Referatsgruppenleiter, können wir andere Menschen kommandieren und bekommen selbst das Gefühl, dass wir mehr können nur weil wir über ihnen stehen. Aber wenn wir erstmal erkannt haben wer wir wirklich sind, dann brauchen wir nicht mehr so viele andere mit denen wir uns vergleichen und die uns sagen, wie toll wir doch sind. Und wir brauchen uns auch nicht mehr aufzublasen, um irgendeine Schwäche zu verstecken. Denn dann wissen wir, was wir können und wer wir sind und mit mehr Zufriedenheit durch die Welt gehen.

Das ist ein riesiges Projekt, wenn man versucht sich selbst anzunehmen. Aber es ist sehr lohnenswert.

Danke fürs Lesen.

Freitag, 16. Dezember 2011

16 - Wer weiß.

Es gibt Tage, an denen man am liebsten gar nicht aufstehen will. Wenn es draußen noch dunkel ist, wenn das Wetter einen in den Wahnsinn treibt, wenn man einen Haufen Arbeit auf dem Schreibtisch liegen hat, wenn einem Gedanken durch den Kopf jagen, die einem nur Angst machen, wenn Schmerzen hat und sich wieder in den Schlaf flüchten will. Oder wenn man sich einfach nutzlos fühlt.
Manchmal braucht es nicht viel, damit alles Selbstbewusstsein, alle Selbstsicherheit, alles Selbstvertrauen mit einem Schlag weg ist. Auch wenn man lange das Gefühl hatte, man hat alles im Griff und was sollte einem schon aus dem Konzept bringen – es kann manchmal schneller gehen als man glaubt.

Es ist etwa so, wie wenn man mit einem Regenschirm durch ein stürmisches Wetter läuft. Der Schirm hält Regen und Wind größtenteils von uns ab, wir fühlen uns sicherer. Aber dann kann es plötzlich passieren, dass ein Windstoß unter den Schirm kommt, den Schirm umstülpt und vielleicht sogar die Stange verbiegt. Man hat zwar schon von einigen gehört, denen bei diesem Wetter der Regenschirm demoliert wurde, aber irgendwie hat man nie geglaubt, dass es einem selbst passieren wird. So ging es mir zumindest vor ein paar Tagen. Und wenn dann noch ein zweiter Windstoß kommt, und man den Schirm in zwei Hälften in den Händen hält, ist aller Schutz und alle Sicherheit fort.

Man war nicht in der Lage, alles im Griff zu haben, man hat die Kontrolle verloren. Man fühlt sich klein, schutzlos, kraftlos, niedergeschlagen. Das ist wohl jedem schon mal passiert.Und glaubt nicht, dass man jemals wirklich wieder stark und selbstbewusst sein kann..

Verzweifle nicht, weil deine Kraft gering ist. Wer weiß, was du noch tun oder sein wirst.
Charles Haddon Spurgeon

Das Gute ist: Selbst wenn wir uns gerade im Tiefpunkt unseres Lebens befinden oder einfach eine stressige Zeit haben und nicht glauben, dass wir jemals mal was auf die Reihe bekommen wird – wir wissen nie was kommt. Wer weiß, was in einem halben Jahr, in zwei Jahren, in einem Jahrzehnt ist. Glaubst du wirklich, nur weil du jetzt am Boden bist, dass du für immer da unten bleiben wirst? Das Leben kann sich so schnell verändern, Türen öffnen und schließen sich, Menschen kommen und gehen. Es gibt keinen Stillstand. Und deswegen wird es auch kein Stillstand geben in dem was du bist, was du tust und was du kannst!

Danke fürs Lesen.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

15 - Geben und Nehmen.

Der Mensch hat Bedürfnisse, gegen die er sich nicht wehren kann. Wir müssen atmen, trinken, essen, schlafen und aufs Klo. Wenn wir irgendetwas davon länger nicht tun, gehen wir drauf.
Aber es gibt auch noch andere Bedürfnisse, die man hat. Jeder Mensch sehnt sich nach Anerkennung (egal von wem), nach Aufmerksamkeit, nach jemanden, der ihm zuhört. Wir gehen nicht direkt drauf, wenn wir es nicht bekommen, aber es geht uns auch nicht gut damit.Wir werden unzufrieden, mürrisch, abweisend, kühl, wenn wir eine Zeit lang ganz ohne menschliche Zuwendung auskommen müssen.

Also ist es nicht falsch, sich nach solchen „zweitrangigen“ Bedürfnissen, bzw. nach ihrer Erfüllung auszustrecken.. Und wie machen wir das? Vielleicht geht man zu jemanden hin und labert ihn so lange voll, bis man seine ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt. Oder man forumliert den Wunsch: „Ich möchte gerne deine Aufmerksamkeit haben. Kannst du mir mal eben zu hören? Kannst du mich mal eben in den Arm nehmen? Ich brauch dich jetzt. Kannst du mir ein Feedback geben? Findest du, ich habe das gut gemacht? Was denkst du über mich? Magst du mich?“ Es zeugt eigentlich (m.E.) von einer guten Beziehung, wenn man solche Sätze sagen kann, wenn man miteinander reden kann und auch seine Bedürfnisse in Worte fassen kann – das hilft oft weiter.

Aber was ist der Grundgedanke? Man fordert ein. Man nimmt. Man „konsumiert“ in einer gewissen Weise. Man denkt an sich, an das was man selbst braucht, was man sich selbst vielleicht nicht geben kann und was der andere einem deswegen geben soll..

    Du brauchst Liebe? - Dann gehe hin und gib sie anderen weiter.
    Colin Urquhart

Besonders die Liebe und alles was mit ihr zusammenhängt, ist sehr vielschichtig. Wenn wir anderen Liebe weitergeben oder ihnen in Liebe begegnen, werden wir immer mehr Liebes-Feedback bekommen, als wenn wir mürrisch durch die Gegend laufen. Außerdem entfacht das Weitergeben von Liebe auch gute Gefühle in einem selbst. Und dann noch was: Man ist nicht allein mit seinen „zweitrangigen“ Bedürfnissen. Selbst wenn ich mir denke „Eigentlich bin ICH jetzt erstmal dran hier Liebe abzubekommen, schließlich hatte ich heute einen extrem anstrengenden Tag!“ kann es gut sein, dass es meinem Gegenüber auch so geht. Und wenn ich den ersten Schritt mache und etwas Positives weitergebe, obwohl ich mich NICHT so fühle und auf jeden Fall jetzt eigentlich Anspruch darauf hätte – es wird was verändern. Liebe verändert immer.

Danke fürs Lesen.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

14 - Hinterfragen.

Jeder Tag bringt uns viel Input. Informationen über Informationen. Egal ob wir sie brauche, sie uns interessieren, sie uns weiterbringen oder nicht – alles fließt ins Gehirn rein. Und manchmal hab ich das Gefühl, dass wir von diesem Input abhängig geworden sind.Wir können nicht ohne. Nicht ohne Musik, die die ganze Zeit im Hintergrund läuft. Nicht ohne Internet, das uns schneller Informationen zugänglich macht, als wir denken können. Nicht ohne Kontakt zu anderen Menschen, die uns über alles mögliche auf dem Laufenden halten – oder liken was wir tun. Wir sehen, wir lesen, wir staunen, wir denken, wir nehmen auf, wir spucken aus, wir sind manchmal wie Maschinen, durch die nur noch Daten durchlaufen.

Auch ich trage dazu bei. Jeden Tag ein neuer Blogpost. Jeden Tag hoffentlich mindestens einen Gedankenanstoß. Jeden Tag ein bisschen Input von mir.

Die Frage ist, bei all dem Input – was machen wir damit? Ist es so ein „da rein und da wieder raus“-Prozess? Was bleibt hängen, von all dem was wir sehen, lesen, denken? Wollen wir das alles eigentlich WISSEN oder stopfen wir uns nur damit voll, weil wir es anders nicht mehr gewohnt sind, weil wir einfach nur noch mehr in unseren Kopf reinstecken wollen?

Ich will gar nicht wirklich was gegen all das Aufnehmen sagen. Ich freue mich ja schließlich über jeden einzelnen, der diesen Blog liest und sich hier ein bisschen Input abholt.
Aber ich frage mich, und ich frage mich das wirklich auch selbst: Wie viel bleibt hängen? Habe ich überhaupt eine Chance all diese Informationen zu verarbeiten? Was passiert, wenn ich nicht mehr inne halte und verarbeite und alles nur noch so durch mein Gehirn rauscht?


Nur in der Stille kann die Wahrheit Früchte ansetzen und Wurzeln schlagen.
Antoine de Saint-Exupéry

In diesem Satz steckt sehr viel Wahrheit. Deswegen gönne ich mir jetzt ein bisschen Stille , um über ihn nachzudenken. Das könntest du auch tun.


Danke fürs Lesen.

Dienstag, 13. Dezember 2011

13 - Mangelware?

Man kann nicht wirklich sagen, dass wir hier in Westeuropa in einer Mangelgesellschaft leben. Besonders jetzt in der Vorweihnachtszeit boomt der Konsum, jeder läuft durch die Geschäfte und sucht nach irgendetwas, von dem er meint, dass es jemand anderem gefallen könnte. Wir können uns alles mögliche und unmögliche kaufen. Bei den Wunschzetteln geht es meistens nicht um ein „das brauche ich“, sondern eher um ein „das wollte ich mir immer schon mal kaufen“ oder ein „das wäre auch ganz nett in meiner Sammlung“ - und das ist ja auch vollkommen in Ordnung. Wir haben genug Geld, um es für Dinge auszugeben, die wir nicht zum Überleben brauchen.

Das einzige, was wir nicht haben, das was in unserer Gesellschaft wirklich Mangelware ist, ist ZEIT. Wer hat schon Zeit? Gut, wir bekommen jeden Tag vierundzwanzig Stunden zur Verfügung gestellt. Aber die sind eigentlich alle ausgebucht, bis auf ein paar Minütchen zwischendurch.

Dabei ist es erstaunlich wofür wir Zeit haben und wofür nicht. Ein völlig überflüssiges Youtubevideo geht immer – aber jemanden mal kurz anrufen, einfach um sich bei ihm zu melden? Ein bisschen auf dem Handy rumsurfen geht – aber jemanden kurz helfen, den Einkauf zu tragen?
So viele Dinge verbrauchen so wenig unserer Zeit und wir tun sie trotzdem nicht. Warum? Weil das meistens Dinge sind, die uns ein bisschen Überwindung kosten, bei denen es nicht nur um uns und unser Wohl geht. Den Hausflur zu putzen kostet mich maximal 15 Minuten und trotzdem kostet es mich meistens einen halben Tag um mich dazu motivieren.

Letztens bin ich zum Bahnhof gelaufen und es hat ziemlich krass geregnet. Ich lief an einem Parkplatz vorbei, wo gerade eine Frau aus dem Auto stieg und durch den Regen zum Parkticketautomaten hetzte. Mir schoss der Gedanke durch den Kopf zu ihr zu gehen und mit ihr für die Zeit des Geldeinwerfen und Ticket ziehen meinen Regenschirm zu teilen.... Ich hab es nicht gemacht. Keine Ahnung warum. Ich hätte die Zeit gehabt, die paar Sekunden dort stehen zu bleiben. Und die Frau hätte sich sicherlich gefreut. Aber ich hab die Gelegenheit nicht genutzt, die Zeit nicht genutzt. Sondern hab dafür noch bisschen frierend auf dem Bahnsteig gestanden – super Alternative.

Die Stunde ist kostbar. Warte nicht auf eine spätere, gelegenere Zeit.
Katharina von Siena

Lasst uns aufhören, unsere Zeit zu verplempern. Lasst und anfangen, Gelegenheiten zu nutzen, wenn wir und die Zeit es zulassen. Lasst uns aufhören darauf zu warten, dass sich ein besserer Zeitpunkt ergibt. Es gibt keinen bessern Zeitpunkt als jetzt.

Danke fürs Lesen.

Montag, 12. Dezember 2011

12 - Weltretter

Ich bin ja nicht so der Weltretter. Zumindest nicht wenn es um Ökosachen oder Fairtraid oder Umweltschutz geht. Ich finde die Sachen alle nicht doof, vieles ist schlau gedacht und ich bewundere auch die Menschen ein bisschen, die sehr viel Herzblut in solche Themen und ihre Umsetzung reinstecken. Wahrscheinlich bin ich zu faul, um mich wirklich in diese Dinge hineinzudenken und irgendwie verbringe ich meine Zeit lieber mit anderen Dingen. Ich bin eher so ein „Eigentlich wollte ich heute die Welt retten, aber es regnet“-Typ.

Wir sind an das gewöhnt was in der Welt ist. Wir wissen, wie es aussieht, aber wir sind ja auch eigentlich ganz zufrieden mit unserem eigenen Leben. Das, wofür sich solche Weltretter einsetzen , betrifft uns ja jetzt gerade nicht. Also zumindest nicht direkt. Warum soll ich mich dann dafür einsetzen, das sich was verändert? Und überhaupt kann ich doch eh nichts bewirken..

Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.
Erich Fried

Das Problem ist nur: Während wir uns in der Sicherheit und Zufriedenheit unseres eigenen kleinen Lebens wohlfühlen, geht überall woanders ein bisschen von der Welt unter. Natürlich, wer denkt schon gerne darüber nach, dass Menschen zu unrecht verhaftet und hingerichtet werden. Oder das unsere Welt so viel Plastik produziert, dass wir irgendwann daran ersticken werden, weil man es nicht vernichten kann? Und das Menschen ausgebeutet werden und nichts, einfach nichts haben, während wir uns die Bäuche vollschlagen, aber bitte nur wenn es nicht zu viel kostet!

Wir haben zwar vielleicht das Gefühl, dass die Welt in Ordnung ist und wollen nicht, dass sie sich verändert, aber während wir das denken, verändert sie sich trotzdem! Sie verändert sich immer mehr in negative Richtungen. Egal ob es um Ausbeutung oder um Lieblosigkeit geht.

Und das motiviert sogar mich, als Nicht-so-gerne-die-Welt-retten-Mensch, etwas dagegen zu tun. Das Ruder in die andere Richtung zu steuern. Hier meinen Blog zu schreiben und zu sagen: Fang an deine Mitmenschen mit Liebe zu sehen und ihnen zu zeigen, das sie wertvoll sind.

Denn egal ob du im Kleinen oder im Großen anfängst: Wichtig ist nur, dass du ein bisschen von der Welt „rettest“. Ein bisschen was gegen das zu setzten, was uns so normal vorkommt. Auch wenn die Welt dadurch nicht zu einem Friedensparadies werden wird – für einen Moment kannst du für ein bisschen mehr Liebe, mehr Frieden, ein bisschen mehr Gerechtigkeit sorgen. Und das ist wichtig.

Danke fürs Lesen.

Sonntag, 11. Dezember 2011

11 - Wartezeit.

Der dritte Advent. Heute schon eine Kerze angezündet? Bei jedem Adventskranz fällt es auf: Es fehlt nur noch wenig bis Weihnachten. Auch wenn es einem so vor kommen kann, als ob der ganze Advent Weihnachten wäre, ist und bleibt die Adventszeit das was sie ist: eine Zeit des Wartens.

Und worauf warten wir? Auf Geschenke? Auf den Urlaub zwischen den Jahren? Auf gutes Essen? Oder darauf, dass der Weihnachtswahnsinn wieder ein Ende hat?
Jeder Mensch geht anders mit einer Wartezeit um. Manche sind sehr geduldig oder wissen sich wenigstens erfolgreich abzulenken, andere schauen ständig auf die Uhr, können nicht abwarten. Und wer muss heute schon warten? Alles was man braucht, kriegt man ohne große Verzögerungen. Wenn ein Laden etwas nicht anbietet oder etwas ausverkauft ist, geht man einfach zu einem anderen Laden und wird dort fündig. Wir müssen selten lange warten, um etwas zu erreichen. Und wir brauchen fast gar keine Wartezeit mehr bei der Kommunikation. Warum also dies komische Geschichte mit dem Warten im Advent? Worauf und was bringt es uns zu warten?

Warten ist ein freudevolles Ding, wenn über ihm der Schein der Hoffnung liegt.
Friedrich von Bodelschwingh

Warten ist etwas, was unserer Seele gut tut. Es ist etwas natürliches. Eine Wartezeit gibt uns die Möglichkeit uns auf etwas vorzubereiten, psychisch und materiell. Sie sorgt dafür, dass wir nicht vor den Kopf gestoßen und überfordert werden. In einer Zeit des Wartens kann etwas wachsen.

Ich glaube, jede Frau wäre überfordert, wenn sie schwanger werden würde und 24 Stunden nach der Befruchtung schon das Kind zur Welt bringen würde. Sie hätte keine Zeit sich darauf vorzubereiten und das Kind hätte auch keine Zeit wirklich heranzuwachsen, zu reifen.
Das Bild passt zur Weihnachtszeit sehr gut, weil man sich im Advent ja auf die Ankunft von Jesus Christus vorbereitet und sich daran erinnert, wie es war, als er vor über 2.000 Jahren auf diese Welt geboren wurde. An Weihnachten erinnern wir uns daran.

Und im Advent warten wir darauf. Wir bereiten uns vor. In uns kann etwas wachsen: Weihnachtsfreude. Der Advent sorgt dafür, dass wir nicht von absoluter Alltagsstimmung in absolute Weihnachtsstimmung verfallen müssen. Nein, der Advent gibt uns die Möglichkeit, dass diese Weihnachtsstimmung und die Freude darauf in uns wachsen kann. Jeden Tag ein Stückchen mehr. Heute sollten wir also auf einer Skala von 1 bis 28 bei 15 liegen. Bist du da auch schon angekommen? Oder liegt Weihnachten für dich noch in weiter Ferne? Oder bist du schon in einer dermaßen überreizten Weihnachtsstimmung, dass du froh bist, wenn die Feiertage endlich rum sind? Wie gesagt, keiner verlangt eine Stimmung auf Knopfdruck. Aber mit dem Bewusstsein, dass Warten etwas positives ist, sollten wir den Advent mehr genießen!

Danke fürs Lesen.

Samstag, 10. Dezember 2011

10 - Brillenwechsel.

Jeden Tag werden wir mit vielen Eindrücken gefüttert. Sobald wir morgens unsere Augen öffnen sehen wir etwas, vorausgesetzt es ist etwas Licht da. Manche sehen die Zimmerdecke, andere eine Person neben der sie aufwachen. Manche Menschen schauen, schon bevor sie richtig wach sind also quasi im Halbschlaf, auf ihr Handy. Dann stehen wir auf, sehen unseren Wohnraum, sehen uns selbst im Spiegel, begegnen den Menschen, mit denen wir zusammenleben. Wir sehen Kleidung, Wohnungseinrichtung, Frühstück. Wenn man sich mal überlegt, wie viele Bilder wir täglich mit unserer Gehirnkamera machen, wird einem schwindelig. Das passt auf keine Festplatte.

Wir sehen die Menschen um uns herum, schauen in Augen, sehen den Mundwinkel, die Hände. Und wir sehen, was andere Menschen sind und tun. Sehen, was sie produzieren, was sie anfassen und hervorbringen.

Doch oftmals haben wir eine falsche Brille auf. Wir sehen alles, nur nicht das Gute. Wir sehen negativ in die Welt hinein und die Welt schaut böse zurück. Mir ist es schon ein paar Mal passiert, dass ich mich gefragt hab, warum Menschen mir so grimmig begegnen, bis mir aufgefallen ist, dass ich sie einfach grimmig (unbewusst, allein von meinem Gesichtsausdruck) anschaue. Was sollte der Grund dafür sein, dass sie mir freundlich anblicken? Denn:

Das Leben ist ein Spiegel. Wo Liebe hineinschaut, schaut Liebe zurück.
Gudrun Zydek

Wenn wir mit einem negativen Blick sehen, kann uns nichts positives begegnen. Alles Gute wird ausgeblendet und wir fragen uns, warum alles so unglaublich grau, stressig, schrecklich und herzlos ist. Aber wenn wir mit liebevollen Augen die Welt betrachten, wird uns auch mehr Liebe begegnen. Wenn du jemanden sagst, dass er dir wichtig ist, wird er dich in den aller seltensten Fällen blöd anmachen. Nein, er wird sich freuen und lächeln und vielleicht noch mehr reagieren. Und das ist POSITIV. Und dann sieht die Welt gleich ganz anders aus. Deswegen tut es uns gut, wenn wir anderen in Liebe begegnen, sie wertschätzen, sie respektieren, sie annehmen, uns Zeit für sie nehmen, ihnen Aufmerksamkeit schenken, ihnen zuhören, ihnen helfen. Weil wir mit so einer Einstellung anderen Personen gegenüber immer mehr positive Reaktion bekommen als negative.

Ein ganz praktische Möglichkeit ist, Menschen einfach bewusst anzulächeln. Egal, ob es der Bekannte ist, den man auf der Straße trifft oder die Verkäuferin an der Kasse. Es kostet nichts und kann trotzdem so viel Gutes bewirken!

Danke fürs Lesen.

Freitag, 9. Dezember 2011

09 - Unverzichtbar.

Man kann in seinem Leben auf vieles verzichten. Manche Menschen verzichten auf Fleisch, andere auf Alkohol. Man kann sehr vieles entbehren, ohne dass es einem wirklich wesentlich schlechter geht. Selbst wenn man auf weniger Geld angewiesen ist, kann man damit zurecht kommen. Der Mensch kann auch in einem ungesunden Zustand leben und auch eine gewisse Zeit ohne Essen auskommen.
Wenn man ohne etwas nicht mehr leben kann oder es übermäßig viel braucht, spricht man meistens von Sucht. Zum Beispiel beim Rauchen. Aber selbst wenn man das dem Menschen wegnehmen würde, würde er (nach ein paar Entzugserscheinungen) auch ohne das leben können.
Gibt es etwas, ohne das der Mensch nicht überleben kann? Auf das er nicht verzichten kann?

    Vieles kann der Mensch entbehren, nur den Menschen nicht.
    Ludwig Börne

Obwohl manche Menschen glauben, sie könnten auf andere Menschen in ihrem Leben verzichten, stimmt das wohl nicht so ganz. Natürlich gibt es die eine oder andere Person, von der man sich wünscht, sie würde einem seltener begegnen, zwischenmenschliche Konflikte gibt es immer. Aber so ganz ohne jemanden geht es wohl nicht. Wie es auch so schön heißt: „Allein geht man ein.“
Ich fand diesen Satz lange sehr albern, aber inzwischen weiß ich, dass er stimmt. Wir brauchen Menschen. Wenn es auch nicht viele seinen müssen. Wir brauchen sie, weil man mit ihnen zusammen das Leben besser bestreiten kann. Weil sie einen auffangen und ermutigen, zurechtweisen und hinterfragen. Weil sie uns zum lachen bringen und mit uns weinen. Weil wir ohne sie nicht das wären, was wir sind.

Sag doch heute mal einem Menschen, von dem du weißt, dass du nicht auf ihn verzichten könntest, dass er dir wichtig ist. Das wird ihm gut tun, weil es gut tut zu wissen, dass man gebraucht und geschätzt wird. Und warum es dir wird es auch gut tun wird, kannst du im morgigen Türchen lesen.. :)

Danke fürs Lesen.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

08 - Ansichtssache

Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass wir alle viel zu tun haben. Und besonders die Advents- und Vorweihnachtszeit macht da keine Ausnahme, im Gegenteil sogar. Neben all dem, was wir so im normalen Leben zu tun haben, kommen noch andere Herausforderungen dazu: Wir „müssen“ uns mit den Fragen rumschlagen wen wir mit was beschenken, wo und in welcher Weise wir dieses Jahr das Weihnachtsfest begehen, was es zu Essen geben soll, ob es in absehbarer Zeit Schnee geben wird, mit wem wir ins Neue Jahr reinfeiern wollen und was alles auf jeden Fall bis Ende diesen Jahres erledigt werden muss. Dass dabei der Sinn von Advent und Weihnachten ganz schnell in den Hintergrund geschoben wird (wenn er überhaupt noch bekannt ist) sei nur am Rande erwähnt.

Momentan ist an meiner Uni Prüfungszeit. Und auch ich bereite mich auf zwei mündliche Prüfungen und mehrere Hausarbeiten vor, während ich hier nebenher fröhlich vor mich hin blogge. Diese Prüfungszeit innerhalb dieser „so anstrengenden Vorweihnachtszeit“ hat Vor- und Nachteile. Der Nachteil ist, dass man gefühlt kaum Zeit hat um sich wirklich Gedanken um Weihnachten und den ganzen Kram zu machen. Der beste Vorteil: Viele Prüfungen (in erster Linie mündliche und Klausuren) sind VOR Weihnachten überstanden. Aber wie jeder Prüfungsphase werden alle Ebenen des Gehirns herausgefordert. Und derjenige, der wohl vor der größten Herausforderung steht, ist unser Terminkalender.
Wie jedes Jahr begegnen mir auch jetzt immer wieder Menschen, die unter einem unfassbaren Stress stehen, weil die Prüfungszeit (ebenso wie Weihnachten) immer so plötzlich kommt. Da passt nichts mehr rein, die Nächte werden durchgemacht, der Kaffeekonsum steigt. Dabei gilt in den allermeisten Fällen:

    Es ist nicht wenig Zeit, die wir zur Verfügung haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.
    Lucius Annaeus Seneca

Okay, wenn man wirklich unter Zeitdruck steht, nutzt man wirklich jede Minute der Nacht vor der Klausur oder dem Abgabetermin. Aber wie oft ist es so, dass wir jammern und gestresst sind, weil wir meinen zu wenig Zeit zu haben, aber gleichzeitig sehr viel Zeit „verpulvern“? Minuten oder Stunden, in denen wir uns Sorgen machen, in denen wir über unseren Zeitmangel jammern, in denen wir uns erfolgreich ablenken ohne dabei wirklich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Wahrscheinlich wäre es mal nötig, jede Handlung an einem Tag zu protokollieren und wie würde man sich wundern, wie viel Zeit man hat!

Ich will niemanden dazu ermutigen, sich seinen Tag von vorne bis hinten vollzuknallen und überhaupt nicht mehr zur Ruhe zu kommen. Das bringt niemanden weiter. Aber die Zeit, die man hat, wirklich zu nutzen und zwar sowohl zum arbeiten/lernen als auch zum erfolgreichen entspannen. Nur der Schwebezustand dazwischen kann uns das Genick brechen und uns in den Stress treiben.

Danke fürs Lesen!

Mittwoch, 7. Dezember 2011

07 - Glücksgefühle

Gestern, am Nikolaustag, war ich in der Uni. Nichts besonderes. Außer dass so ein bisschen Weihnachtszauber in der Luft lag. Jeder, der an diesem Tag eine Überraschung vor seiner Tür und/oder in seinen Stiefeln gefunden hat, erzählte davon und viele Augen strahlten wie die von kleinen Kindern. Verständlich, wer freut sich nicht? Auch wenn der Mythos des Nikolaus von den allermeisten durchschaut wurde und man sich direkt bei Eltern (vorzugsweise Müttern) oder Mitbewohnern bedankte, mögen doch alle diesen Tag. Jeder, der nichts bekommen hatte, postete es verzweifelt auf Facebook..

Da dies auch die letzte Vorlesungswoche in diesem Herbstsemester an der Uni ist, hatten auch viele Seminare ihre letzte Sitzung. In einem Seminar brachte uns der Dozent, zum Abschied und zum Nikolaus, Kekse und eine Kerze mit und wir saßen gemütlich zusammen und quatschten. Ich hatte eine eine Dose voll mit kleinen Schokoladenbärchen mitgebracht. Die bekamen aber nicht so viel Beachtung neben den selbstgebackenen Keksen, sodass ich nach diesem netten Beisammensein die Dose fast unangebrochen wieder einpackte. „Hab ich halt ein bisschen Schokolade für zu Hause.“, dachte ich mir.

Am Abend hatte ich noch ein Seminar, in dem etwa 25 Leute saßen. Mit den allermeisten habe ich außerhalb dieser Veranstaltung noch nie ein Wort gesprochen und kenne fast keine Namen. Als ich meine Unterlagen aus meiner Tasche holte, fiel mir die Dose mit den Schokoladenbärchen in die Hände. Einen Moment lang dachte ich darüber nach, wann ich all die Schokolade essen soll. Und dann holte ich die Dose raus, öffnete sie und legte ein Zettelchen rein auf dem stand: „Zum Bedienen! & weitergeben.. :)“ Dann reichte ich die Dose an meine Nachbarin weiter, die sich freute, ein Bärchen nahm und die Dose weitergab.
Mit dieser sehr spontanen Aktion habe ich viele Lächeln auf Gesichter zaubern können. Es hat mich fast nichts gekostet um knapp fünfundzwanzig Leute eine kleine Freude zu bereiten. Und mich hat es gleichzeitig auch glücklich gemacht die Menschen zu erfreuen.

Deswegen passt heute das Zitat so gut und besonders in unserer konsumorientierten und egozentrischen Gesellschaft, sollte man sich das immer wieder vor Augen führen und ein Zeichen setzen!

Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich.
André Paul Guillaume Gide

Danke fürs Lesen!

Dienstag, 6. Dezember 2011

06 - Pudelmütze olé!

Auch wenn es noch nicht wirklich angefangen hat zu schneien, merkt man trotzdem, dass Dezember ist: Der Wind bläst eisigkalt durch die Straßen. Also schnell die Mützen aufgesetzt! Und dann taucht sie auf.. über all.. in allen Farben.. mit allen Bommelgrößen – die PUDELMÜTZE.
Ich finde, ganz persönlich und ohne irgendjemand zu nahe treten zu wollen, Pudelmützen ganz schrecklich und fürchterlich albern. Je größer der Bommel, desto schlimmer. Aber es ist gerade wieder völlig in Mode. Ebenso wie vor ein paar Jahren Jungen wieder angefangen haben, lange Haare zu tragen. Und die jungen Männer wieder Bart tragen, auch wenn viele (weibliche) Menschen das als ungepflegt und unangemessen betrachten. (Mal so nebenbei: Als ich Kind war, waren für mich richtige Männer nur die MIT Bart.. ;) )

Letztendlich gibt es immer wieder Trends, die aufkommen und erst einmal völlig verschrien sind und für viele ein absolutes No-go. Aber irgendwann gewöhnt sich jeder an den Anblick von Bärten, langen Haaren und Pudelmützen (ja, sogar das geht!). Wir passen unseren Blick an. Und oft fangen wir irgendwann selbst an uns mit solchen Dingen zu kleiden..

Manchmal kostet es Mut, neue Wege zu gehen und neue Sache auszuprobieren. In sehr vielen Fällen wird man erst einmal von außen kritisch betrachtet, vielleicht sogar ausgelacht. Aber mit manchen Dingen kann man ein Zeichen setzen, vielleicht einen neuen „Trend“ schaffen.
Und auch wenn es etwas ist, dass es schon einmal gab, ist es nicht falsch, etwas wieder aufleben zu lassen..
Ich meine damit nicht in erster Linie Modetrends. Ich bin ja da z.B. eher einen „Liebestrend“ wieder aufleben zu lassen. Menschen zeigen, was sie einem bedeuten. Das, was man an Weihnachten tut oder tun sollte... Aber auch ohne Anlass, wäre das mal eine gute Aktion!


Danke fürs Lesen und einen schönen Nikolaustag!

Montag, 5. Dezember 2011

05 - Anwesenheitsliste

Wenn man sich die politischen Lage(n) in unserer Welt anschaut, die Zustände bei den armen Menschen in allen Ländern, den Umgang von Regierungen mit Macht und Geld, die Veränderungen in der Natur und die daraus entstehenden Katastrophen, dann kann einem Angst und Bange werden. Aber oftmals müssen wir dafür nicht einmal den Fernseher einschalten: Krankheit, Arbeitslosigkeit, Einsamkeit, Gewalt – all das sehen wir oft in nächster Umgebung, wenn wir es nicht sogar am eignen Leib erfahren.
Die Welt, das was auf ihr passiert und die Menschen, die auf ihr leben, geben uns allen Grund, um Angst zu haben. Manche Menschen haben Angst vor der Zukunft, andere fürchten sich im Dunkeln. Angst scheint irgendwie zum Leben dazuzugehören.

Es gibt Leute, die sagen, Angst ist die Abwesenheit von Mut. Aber es gibt viele Situationen, in denen man Angst haben kann, ohne dass es einen wirklich weiterbringt, wenn man Mut hat. Außerdem kann man Mut auch gut vortäuschen, wie eine meiner Lieblingsbands singt: „Weil es manchmal egal ist, ob man jetzt wirklich, wirklich mutig ist oder nur tut als ob.“ (Kettcar - Fake for Real ) Ich glaube folgender Satz trifft das Problem mit der Angst viel besser:

Angst ist die Abwesenheit von Vertrauen.
Paul Johannes Tillich

Vertrauen ist etwas sehr positives. Es ist etwas, was man nicht vortäuschen kann. Entweder man vertraut jemanden oder etwas – oder eben nicht. Wenn ich vertraue, habe ich eine positive Einstellung, in der nichts negatives bestehen kann, also auch keine Angst.
Wenn ich darauf vertraue, dass sich an meiner Umgebung nichts ändern, nur weil das Licht aus ist, dann kann ich keine Angst mehr haben im Dunkeln.
Wenn ich auf meine Fähigkeiten und mein Wissen vertraue, dann brauche ich keine Angst vor schlechten Noten oder negativen Rückmeldungen zu haben.
Wenn ich auf Gott vertraue, der die ganze Welt in seiner Hand hält – was kann mir dann noch Angst machen?

Wenn ich natürlich nicht an Gott glaube, kann ich auch nicht auf ihn vertrauen. Wenn ich meine Fähigkeiten und Stärken nicht kenne, kann ich nicht auf sie vertrauen. Wenn ich mich von allem, was um mich herum passiert mehr beeindrucken lasse als von dem, was wahr ist, kann ich nicht vertrauen. Und wenn ich so wenig vertraue, ist es auch kein Wunder, wenn ich Angst bekomme.

Aber all das sind Dinge, die man lernen kann. Man kann lernen zu vertrauen damit es auf Dauer in unserem Leben heißt: Vertrauen ist die Abwesenheit von Angst.

Danke fürs Lesen.

Sonntag, 4. Dezember 2011

04 - Ruhe finden

Unser Leben ist voll. Unsere Terminkalender überfüllt. Unser Kopf überfordert. Jeder ist immer und überall erreichbar. Und immer abgelenkt. Und immer mit dem Kopf, den Gedanken, da, wo man gerade selbst nicht ist.
Immer öfter fällt mir auf, dass Menschen neben einander sitzen und auf irgendwas warten (auf ein Seminar, im Zug) und jeder sitzt vor seinem Smartphone und macht irgendwas – aber keiner redet mit seinem Nachbarn.. Ist das nicht irgendwie erschreckend?

Heute ist Sonntag. Heute ist der 2. Advent. Wir sollten diesen Tag nutzen, um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Das ist wichtig. Auch wenn wir sehr viel anderes zu tun haben, noch machen müssen oder unser Kopf fast überquillt. Nimm dir ein wenig Zeit. Manchmal reichen schon ein paar Minuten, um wieder zu neuen Kräften zu kommen. Denn die Ruhe ist eines der wichtigen Dinge im Leben der Menschen, das wir anfangen zu verlieren. Wenn wir sie nicht schon verloren haben..

    Schau doch einfach einmal zwei Minuten auf eine Blume, um völlig ruhig zu werden. 
    Brennan Manning

Einen erholsamen 2. Advent euch allen.

Danke fürs Lesen!

Samstag, 3. Dezember 2011

03 - Ignoriert.

„Und wenn er das nächste Mal kommt und dich irgendwas fragt, dann ignorierst du ihn einfach!“ Ich weiß nicht, wie oft ich solch einen Rat in meinem Leben schon gehört habe. Wenn man nicht weiter weiß, dann gibt es scheinbar immer nur diesen einen Weg: Ignorieren. Egal, ob dir jemand auf die Nerven geht oder dich blöd anmacht oder dir etwas gerade einfach nicht in den Kram passt. Ignorieren ist immer der erste Weg. Manche Menschen ignorieren auch ihre Gefühle, egal ob sie negativ oder positiv sind – wenn sie gerade zum falschen Zeitpunkt kommen. Allerdings gilt:

Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.
Aldous Leonard Huxley

Wenn ich jemanden nicht mag, werden sich meine Gefühle der Person gegenüber nicht ändern, wenn ich sie ignoriere. Vielleicht konzentriere ich mich zwar weniger auf die Gefühle und die Person, aber sobald beides aus irgendeinem Grund wieder in den Vordergrund tritt, bleibt die Situation die gleiche – wenn sie nicht sogar noch schlimmer wird.

Natürlich gibt es Situationen im Leben, wo man Menschen, Gefühle und äußere Umstände ignorieren muss oder sollte. Aber man sollte sich immer bewusst machen: Durch das Ignorieren geht die Tatsache, das Gefühl, der Mensch nicht weg. In viele Fällen wird alles nur noch verstärkt.
Das Ignorieren als eine „Übergangslösung“ wird jedoch oft zu einem Dauerzustand.

Also lasst uns aufhören, Menschen, die uns nerven, Gefühle, die wir nicht einordnen können und Umstände, die wir nicht verstehen, zu ignorieren. Lasst uns anfangen, den Dingen auf den Grund zu gehen, zu schauen, wo sie her kommen und warum sie solche Probleme machen. Damit wir mit ihnen auf Dauer wirklich umgehen können und sie nicht wie nebelige Schatten die ganze Zeit hinter uns herlaufen.

Danke fürs Lesen.

Freitag, 2. Dezember 2011

02 - Lebensziele

Im Leben gibt es tausend Wege, die man gehen kann. Ich glaube, wenn man sich vor dem Beginn des Lebens eine „Lebensstraßenkarte“ anschauen würde, würde sich vermutlich selbst der geübtesten Straßenkartenleser und Nicht-Navi-Besitzer-oder- Nutzer an den Kopf passen. Jeden Tag treffen wir Entscheidungen, die uns in die eine oder andere Richtung gehen lassen. Es gibt keinen „allgemeinen“ Pfad, auf dem man laufen kann und auf dem man zu einem „allgemeinen“ Ziel kommt. Denn die Wege gehen in den aller meisten Fällen sehr weit auseinander, auch wenn man auf den ersten Blick denkt, dass zwei Wege sich ähnlich sind.

In all dem Gewusel an Entscheidungen, Kreuzungen, neuen Begegnungen, anderen Umständen, neuen Begleitern, alten Lasten, seltsamen Wegweisern, gutgemeinten Ratschlägen, Durststrecken und Oasen, kann es immer mal vorkommen, dass man sich einfach mal auf den eigenen Lebensweg setzt und sagt: Ich geh nicht weiter. Ich hab keine Lust mehr. Ich komm doch eh nie an. Und wenn ich ankomme, vielleicht ist es gar nicht das, was ich mir vorgestellt hab. Ich weiß eh nicht, wo ich hin will. Mir ist das Laufen zu anstrengend. Meine Begleiter gehen mir auf die Nerven. Ich hatte so lange schon keine Oase mehr. Ich will nicht an der nächsten Kreuzung schon wieder eine Entscheidung treffen müssen... Solch eine „Laufmüdigkeit“ ist wohl jedem schon mal begegnet. Und keiner sagt, dass dieses Wirrwarr aus Lebenswegen, die man gehen könnte, nicht anstrengt sein kann. Aber wenn man in einer solchen Müdigkeit steckt oder ahnt, dass sie bald auf einen zu kommt, sollte man mal über folgenden Satz nachdenken:
    Wer nicht weiß, wo er hin will, darf sich nicht wundern,
    wenn er woanders ankommt. 
    Mark Twain
Solche Müdigkeit entsteht oft daraus, dass man kein Ziel hat oder sein Ziel aus den Augen verloren hat. Das kann aus der Erschöpfung an sich entstehen, weil einem einfach die Füße weh tun und man an nichts anderes mehr denken kann. Es kann auch daraus entstehen, dass man eine falsche Entscheidung getroffen hat oder in behindernde Umstände gekommen ist, die einen zu einem Umweg zwingen und das Ziel ist plötzlich wieder in so weiter Ferne.
Wenn man voran gehen will, wenn man weiter kommen möchte, und dabei nicht den Mut verlieren will, muss man ein Ziel haben.
Das Ziel muss nicht mal DAS Lebens-End-Ziel sein. Manchmal reicht es zu wissen, wohin man in den nächsten zwei Wochen oder Monate oder Jahre hin will. Man muss nur wissen, wo man hin will, damit man ankommt. Und wenn der Weg auch durch Umgebungen geht, von denen man jetzt nicht wirklich begeistert ist, ist das Ziel das einzige, was uns weiter treibt. Was ist dein Ziel?


Danke fürs Lesen!

Donnerstag, 1. Dezember 2011

01 - Inkognito

Heute ist der erste Dezember, der Tag, an dem die Kalenderblätter auf den Weihnachtsmonat umgeblättert werden und an dem die meisten das erste Türchen ihrer Adventskalenders öffnen.
Diese Kalender sind wirklich eine Freude und auch wenn ich mich inzwischen zu den erwachsenen Menschen zählen darf, geht mir bei dem Gedanken an diese Erfindung immer wieder das Herz auf. Vierundzwanzig Tage lang, jeden Tag ein kleines Stück Schokolade, ein kleines Bildchen, ein kleines Geschenk, ein Spruch oder gar ein ganzer Blogpost. Vierundzwanzig Mini-Geschenke, die die Vorfreude auf das Weihnachtsfest steigern und gleichzeitig erträglicher machen sollen.

Geschenke sind etwas schönes, egal in welcher Form. Sie zeigen einem anderen Menschen, dass man an ihn denkt, oder gedacht hat. Sie sind der verzweifelte Versuch von uns Menschen, Liebe, die so unfassbar und unbegreiflich ist, begreifbar zu machen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und es ist schön zu sehen, wenn sich der Beschenkte freut und man erkennt, dass er von der Liebe, die man ihm zeigen wollte, mindestens für ein paar Augenblicke, etwas verstanden hat.

Und wie ist es, wenn man das Ganze geheim macht? Ohne den befriedigenden, egostreichelndenen Anblick des Erfolgs, den man mit einem Geschenk erzielt hat? Die Sachen, die man tut, ohne dass jemand hinsieht und ohne dass man dafür ein Lob oder ein Danke bekommt – wie gerne tun wir sie?
Meistens sind das die Dinge, mit denen man „angeben“ kann. Es sind die Kleinigkeiten. Das Alltagsgewusel wie zum Beispiel das unaufgeforderte Müllrausbringen. Oder solche Dinge. Wahrscheinlich fällt jedem Menschen etwas ein, was er seinem Nächsten Gutes tun könnte, womit er ihm etwas Liebe zeigen könnte, ohne gesehen zu werden... Deswegen eine Idee: Versuch doch mal in den nächsten 24 Tagen, 24 Stunden, 24 Minuten – je nach dem wie motiviert du bist – eine oder mehrere Inkognito-Liebesbotschaft zu verteilen. Natürlich rede ich nicht (nur) von der Liebe mit romantischen Gefühlen, sondern viel mehr von der Liebe, die man eigentlich jedem Menschen entgegenbringen sollte. Also wenn du niemanden hast, dem du schon immer mal deine „Liebe heimlich gestehen“ wolltest - fang bei deinem Nachbarn an. Denn:

Die liebevollsten Taten sind die verborgenen. Sie genügen sich selbst. 
Gudrun Zydek

Danke fürs Lesen!
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