02 - Lebensziele

Im Leben gibt es tausend Wege, die man gehen kann. Ich glaube, wenn man sich vor dem Beginn des Lebens eine „Lebensstraßenkarte“ anschauen würde, würde sich vermutlich selbst der geübtesten Straßenkartenleser und Nicht-Navi-Besitzer-oder- Nutzer an den Kopf passen. Jeden Tag treffen wir Entscheidungen, die uns in die eine oder andere Richtung gehen lassen. Es gibt keinen „allgemeinen“ Pfad, auf dem man laufen kann und auf dem man zu einem „allgemeinen“ Ziel kommt. Denn die Wege gehen in den aller meisten Fällen sehr weit auseinander, auch wenn man auf den ersten Blick denkt, dass zwei Wege sich ähnlich sind.

In all dem Gewusel an Entscheidungen, Kreuzungen, neuen Begegnungen, anderen Umständen, neuen Begleitern, alten Lasten, seltsamen Wegweisern, gutgemeinten Ratschlägen, Durststrecken und Oasen, kann es immer mal vorkommen, dass man sich einfach mal auf den eigenen Lebensweg setzt und sagt: Ich geh nicht weiter. Ich hab keine Lust mehr. Ich komm doch eh nie an. Und wenn ich ankomme, vielleicht ist es gar nicht das, was ich mir vorgestellt hab. Ich weiß eh nicht, wo ich hin will. Mir ist das Laufen zu anstrengend. Meine Begleiter gehen mir auf die Nerven. Ich hatte so lange schon keine Oase mehr. Ich will nicht an der nächsten Kreuzung schon wieder eine Entscheidung treffen müssen... Solch eine „Laufmüdigkeit“ ist wohl jedem schon mal begegnet. Und keiner sagt, dass dieses Wirrwarr aus Lebenswegen, die man gehen könnte, nicht anstrengt sein kann. Aber wenn man in einer solchen Müdigkeit steckt oder ahnt, dass sie bald auf einen zu kommt, sollte man mal über folgenden Satz nachdenken:
    Wer nicht weiß, wo er hin will, darf sich nicht wundern,
    wenn er woanders ankommt. 
    Mark Twain
Solche Müdigkeit entsteht oft daraus, dass man kein Ziel hat oder sein Ziel aus den Augen verloren hat. Das kann aus der Erschöpfung an sich entstehen, weil einem einfach die Füße weh tun und man an nichts anderes mehr denken kann. Es kann auch daraus entstehen, dass man eine falsche Entscheidung getroffen hat oder in behindernde Umstände gekommen ist, die einen zu einem Umweg zwingen und das Ziel ist plötzlich wieder in so weiter Ferne.
Wenn man voran gehen will, wenn man weiter kommen möchte, und dabei nicht den Mut verlieren will, muss man ein Ziel haben.
Das Ziel muss nicht mal DAS Lebens-End-Ziel sein. Manchmal reicht es zu wissen, wohin man in den nächsten zwei Wochen oder Monate oder Jahre hin will. Man muss nur wissen, wo man hin will, damit man ankommt. Und wenn der Weg auch durch Umgebungen geht, von denen man jetzt nicht wirklich begeistert ist, ist das Ziel das einzige, was uns weiter treibt. Was ist dein Ziel?


Danke fürs Lesen!

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