01 - Inkognito

Heute ist der erste Dezember, der Tag, an dem die Kalenderblätter auf den Weihnachtsmonat umgeblättert werden und an dem die meisten das erste Türchen ihrer Adventskalenders öffnen.
Diese Kalender sind wirklich eine Freude und auch wenn ich mich inzwischen zu den erwachsenen Menschen zählen darf, geht mir bei dem Gedanken an diese Erfindung immer wieder das Herz auf. Vierundzwanzig Tage lang, jeden Tag ein kleines Stück Schokolade, ein kleines Bildchen, ein kleines Geschenk, ein Spruch oder gar ein ganzer Blogpost. Vierundzwanzig Mini-Geschenke, die die Vorfreude auf das Weihnachtsfest steigern und gleichzeitig erträglicher machen sollen.

Geschenke sind etwas schönes, egal in welcher Form. Sie zeigen einem anderen Menschen, dass man an ihn denkt, oder gedacht hat. Sie sind der verzweifelte Versuch von uns Menschen, Liebe, die so unfassbar und unbegreiflich ist, begreifbar zu machen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und es ist schön zu sehen, wenn sich der Beschenkte freut und man erkennt, dass er von der Liebe, die man ihm zeigen wollte, mindestens für ein paar Augenblicke, etwas verstanden hat.

Und wie ist es, wenn man das Ganze geheim macht? Ohne den befriedigenden, egostreichelndenen Anblick des Erfolgs, den man mit einem Geschenk erzielt hat? Die Sachen, die man tut, ohne dass jemand hinsieht und ohne dass man dafür ein Lob oder ein Danke bekommt – wie gerne tun wir sie?
Meistens sind das die Dinge, mit denen man „angeben“ kann. Es sind die Kleinigkeiten. Das Alltagsgewusel wie zum Beispiel das unaufgeforderte Müllrausbringen. Oder solche Dinge. Wahrscheinlich fällt jedem Menschen etwas ein, was er seinem Nächsten Gutes tun könnte, womit er ihm etwas Liebe zeigen könnte, ohne gesehen zu werden... Deswegen eine Idee: Versuch doch mal in den nächsten 24 Tagen, 24 Stunden, 24 Minuten – je nach dem wie motiviert du bist – eine oder mehrere Inkognito-Liebesbotschaft zu verteilen. Natürlich rede ich nicht (nur) von der Liebe mit romantischen Gefühlen, sondern viel mehr von der Liebe, die man eigentlich jedem Menschen entgegenbringen sollte. Also wenn du niemanden hast, dem du schon immer mal deine „Liebe heimlich gestehen“ wolltest - fang bei deinem Nachbarn an. Denn:

Die liebevollsten Taten sind die verborgenen. Sie genügen sich selbst. 
Gudrun Zydek

Danke fürs Lesen!

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