Freitag, 17. Juni 2011

Licht und Schatten

Man sagt ja so schön: „GroßeEreignisse werfen ihre Schatten voraus.“ Mal wieder ein geflügeltes Wort, dass auf mein Leben passt. Ich steh irgendwie total auf geflügelte Worte und Redensarten, wobei ich mir angewöhnt habe, ihren Ursprung nach zu schauen. Zum Beispiel habe ich letztens über den Begriff „Ich drück dir die Daumen“ nachgedacht und bin auf sehr interessante, aber auch seltsame Herkunftsgeschichten gestoßen, aufgrund derer ich diese Redewendung noch weniger benutzen werde, als ich es eh schon tue.

Aber eigentlich waren wir ja bei den Schatten der großen Ereignisse. Ich befinde mich (mal wieder) in einer Umbruchphase meines Lebens und könnte demnächst eine Party zum Anfang eines neuen Lebensabschnittes geben. Wobei mir dabei auffällt, dass mein „persönliches Silvester“ - also der bedeutende Beginn neuer „Jahre“ bei mir eh eher in die Sommermonate fällt, als auf den 31. Dezember oder die direkte Zeit davor und danach. Letztes Jahr war mein „persönliches Silvester“ Ende August, im Jahr davor eher Mitte August. Dieses Jahr ist es irgendwann im Juli/August und ich weiß jetzt schon, dass es nächstes Jahr auch eher in die Sommermonate fallen wird.

Letztendlich sind diese Umbruchphasen mit einer Menge Entscheidungen gespickt. Ich habe in letzter Zeit das Gefühl, dass ich mit jeder Entscheidung, die ich treffe, ein bisschen erwachsener werde. Was ich eigentlich gut finde. Wobei es auch anstrengend ist. Sowohl das Erwachsen werden, als auch die Entscheidungen zu treffen. Einige sind jetzt auf jeden Fall getroffen und ich bin gespannt, wie es sich mit ihnen leben lässt. Aber eigentlich will ich mich weniger im Schatten aufhalten, sondern lieber im Licht, dass auf die Ereignisse fällt. Denn ohne Licht kein Schatten.

Mir gefällt der Gedanke mit dem „persönlichen Silvester“ immer mehr, je länger ich darüber nachdenke. Und ich frage mich, ob andere Menschen auch persönliche Silvester haben. Weil ich mich in letzter Zeit wieder viel zu oft frage, wie denn andere Menschen ihr Leben leben. Und ob es eine Norm gibt. Und natürlich ob ich diese Norm erfülle, überhaupt erfüllen kann, muss, will oder sollte. Denn eigentlich ist es ja langweilig, wenn wir alles das gleiche Leben führen würden, oder?
Oder?

Sag doch auch mal was.

Montag, 6. Juni 2011

Ausreden.

Ich wollte heute eigentlich einen Blog posten, warum ich zur Zeit nicht blogge. Und warum der Mai relativ unergiebig war. Und warum ich nicht versprechen kann, dass es sich im Juni und Juli verbessern wird. Glaubt mir, ich habe eine Menge Argumente und Gründe in meiner Hosentasche..

Aber dann fiel mir auf, dass ich, wenn ich diesen Post veröffentlichen würde, genau wieder das mache, was ich sehr gerne tue in letzter Zeit (meine ich zumindest, oder es fällt mir jetzt erst auf) und was wir alle ziemlich gerne tun. Man könnte es auch als ein Hobby bezeichnen: Wir finden Ausreden.
Und dabei meine ich nicht Ausreden im eigentlichen Sinne, nämlich Lügen, die wir benutzen um etwas nicht tun oder sagen zu müssen und meinen, dass wir uns damit schützen. - Nein. Ich meine eher Ausreden in dem Sinne: Gute und am besten viele Argumente finden, mit denene wir (manchmal sogar sehr plausibel und nachvollziehbar) begründen können, warum wir dieses oder jenes nicht tun können und wollen und sollten. Ich glaube nicht, dass alle diese Argumente Lügen sind. Aber sind sie, selbst wenn sie wahr sind, hilfreich?

Es gibt Dinge, die müssen wir nicht tun. Wenn man keine Verpflichtung, keine Aufforderung, keine Verantwortung, kein Bedürfnis danach hat, muss man es nicht machen. Ich muss zum Beispiel nicht in eine Disco gehen. Wenn ich nicht dazu verpflichtet werde, wenn mich keiner bedränglich auffordert, wenn ich keine Verantwortung habe und vor allem, wenn ich kein Bedürfnis danach habe. Dann brauch ich auch keine Ausreden, keine Rechtfertigung, warum ich das nicht will.

Anders ist es jedoch, wenn es um Dinge geht, die wichtig sind, aufgrund der oben genannten Aspekte. Wenn ich beispielsweise studiere stehe ich der Pflicht zu lernen. Natürlich finde ich eine Menge Gründe, warum ich das nicht tun kann, soll und schon gar nicht möchte. Aber das ändert nichts an meiner Pflicht und überhaupt nichts an meinen Noten.

Ich glaube, wir verbringen mehr Zeit im Leben damit Ausreden zu suchen, zu finden und zu argumentieren, als es uns an Zeit kosten würde, das zu tun, was dran ist.
Denn für die Ausreden geht eine Menge Zeit und vorallem auch eine Menge Gedankenkapazität drauf.

Und so habe ich mich dazu entschlossen, anstatt einen Blog mit Ausreden voll zu kleistern, lieber einen Blog zum Thema Ausreden zu schreiben, habe damit vermutlich die gleiche Zeit verbraucht und konnte euch hoffentlich mehr zum Nachdenken anreden, als wenn ich euch vorgejammert hätte, wie viel ich armes Würstchen doch zu tun hab und so weiter und so fort.

Der Motivationsspruch ist übrigens: Nicht quaken, machen!

Danke fürs lesen.
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