Montag, 31. Dezember 2007

Alle Jahre wieder

Alle Jahre wieder ist Weihnachten und es folgen die Tage zwischen den Jahren in denen viel gegessen wird und nachgedacht und sich ausgeruht, vorausgetzt man hat Urlaub. So geht es mir zumindest. Dieses Jahr habe ich so manche Weihnachtslieder seltsamer Weise das erste Mal bewusst gesungen und mir länger Gedanken gemacht über so manche Texte. Dazu gehört auch das alte, allseitsbekannte und von manchen, wegen seines häufigen Auftretens, gehasste, Lied "Alle Jahre wieder".. Vielleicht ein paar Gedankenanstöße?? ;)

Alle Jahre wieder
kommt das Christuskind
auf die Erde nieder,
wo wir Menschen sind.

Alle Jahre wieder kommt Weihnachten, kommt Jesus, kommt die Erinnerung an den Anfang unserer Errettung - und keinen intressiert es. Es intressiert viel mehr ob in der Firma die Zahlen stimmen, ob die innerfamiliären Beziehung so gezügelt sind, dass das Familienfest stattfinden kann und wen man was schenkt und wieviel es kosten darf, wo man mit wem den heiligen Abend verbringt und wie man Silvester feiern wird und ob die Weihnachtsgeschenke, die man bekommen hat, passend waren oder nicht. Das alles intressiert. Darüber wird geredet und gedacht, sich gefreut und sich geärgert.
Dass diese Zeit vielleicht sinnvoll wäre um Jesus neuen Einlass in sein Leben zu lassen, ihn neu auf "seine eigene Erde" nieder kommen zu lassen und ihn nicht jedes Jahr aufs neue vor der Tür stehen zu lassen, darüber wird nicht nachgedacht.

Kehrt mit seinem Segen
ein in jedes Haus,
geht auf allen Wegen
mit uns ein und aus.

Und obwohl man ihn vor der Tür stehen lässt oder ihn zumindest nicht bewusst einlässt, kehrt er ein in jedes Haus mit seinem Segen. Doch wieviel spüren wir davon? Vollgedröhnt mit Geschenken und einem gefüllten Fehrnsehprogramm, mit der immer Erreichbarkeit per Handy und Internet und die Fülle von allem - Kann man da den Segen überhaupt noch spüren der sich wie ein schützender Mantel um unsere Herzen legt? Man nimmt es doch eher als selbstverständlich hin, die weihnachtliche Stimmung die vielleicht auch das Herz ein wenig leichter macht. Oder ist da doch der Segen mit im Spiel? Und dass er mit uns geht, das ganze Jahr, darauf kommen wir auch eher zurück wenn das Jahr nicht gut läuft und wir dann klagen "Ja, wo ist er denn nun?". Doch er geht mit und segnet.

Steht auch mir zur Seite
still und unerkannt,
daß es treu mich leite
an der lieben Hand.

Und geht auch mit mir und auch ich merks doch so oft nicht, es intressiert mit nicht, zu sehr abgelenkt von allen anderen Dingen um mich herum. Ich wünsche mir für das neue Jahr, dass ich es viel mehr lerne zu erkennen, von IHM geleitet und behütet und geliebt zu werden und daraus meine Kräfte zu ziehen, anstatt in der Welt nach alle dem zu suchen.

Sagt den Menschen allen,
dass ein Vater ist,
dem sie wohlgefallen,
der sie nicht vergisst.

Diese letzte Strophe des Liedes ist sehr unbekannt, doch grade in ihr steht das, was für jeden wichitg ist, denn der Vater denkt an uns und wir sind ihm willkommen. Ein wichtiger Merkzettel fürs neue Jahr.



Und somit beschließe ich diese Jahr in diesem Blog und wünsche allen Lesern eine schöne Silvsterfeier und ein GESEGNETES neues Jahr.


Freitag, 21. Dezember 2007

Gedanken zur Winterzeit

Es war kalt geworden in den letzten Tagen. Es hatte sogar geschneit, viel mehr als in den Jahren zuvor. Eine pulvrige, glitzernde Decke lag auf den Wiesen und Bürgerstiege. Die Äste der Bäume beugten sich unter der Last der weißen Pracht und in der Dunkelheit verbreiteten die beleuchteten Fensterhöhlen der Häuser die Hoffnung auf Wärme und Geborgenheit.

Sie liebte den Winter, die eisige Kälte und die Dunkelheit, die Vorweihnachtszeit. Sie liebte es durch den Schnee zu stapfen, wenn welcher liegen geblieben war, und die Vorfreude auf beheizte Räume und warme Getränke.

Doch dieses Jahr saß sie an diesem verschneiten Winterabend am Fenster ihres Zimmers, anstatt durch die einladende Winterlandschaft zu wandern. Sie hatte das Licht ausgemacht und beobachtete die Schneeflocken auf ihrem Weg zur Erde, wie sie wie Federn durch die Lüfte schwebten und sich dort niederließen, wo der Wind sie hintrieb. Ihre Fensterhöhle strahlte keine Hoffnung auf Wärme und Geborgenheit aus. Ihr Gedanken schwebten durch ihren Kopf, wie die Schneeflocken in der dunklen Nacht.

Da war das Jahr schon wieder vorbei. Sie war wieder ein Jahr älter geworden und damit war es ein Jahr weniger bis zu ihrem Schulabschluss. Mit den Zukunftsfragen hatte sie sich in diesem Jahr viel herum geschlagen und war doch zu keinem Ergebnis gekommen. Erstmal sollte sie ihr Abitur schaffen, doch auch ihre Noten ließen an manchen Stellen zu Wünschen übrig. Und überhaupt, alle forderten Leistungen und mal bemühte sie sich und mal nicht und mal funktionierte das eine und manchmal das andere. In ihrer Stufe war es an manchen Stellen zu einem regelrechten Wettstreit um die besten Noten gekommen und viele Niederlagen führten zu Tränen, so wie es „damals“ in der Grundschule gewesen war, wenn man mal etwas nicht so gut konnte.

Dieses ganze Theater würde sie vielleicht über die Ferien und Neujahr für einen Moment vergessen können, doch sie wusste nur zu gut, dass es sie wieder einholen würde. Schneller als ihr lieb war.

Die Schule war zum Dreh- und Angelpunkt geworden. Für die meisten zumindest.

Die Schneeflocken wurden durch eine Windböe aufgewirbelt und flogen gegen die Fensterscheibe. Dort blieben einige von ihnen für einen Augenblick kleben und fingen dann an zu schmelzen.

Sie mochte nicht zurückdenken an die Menschen, die sie dieses Jahr verloren hatte, auf welche Art und Weise auch immer. Schmerzvoll war das und es lag wie ein grauer Nebel in ihren Gedanken. Warum mussten sie gehen? Warum macht das Leben manchmal Wendungen, die man einfach nicht nachvollziehen kann? Warum wird man verletzt? Und warum bleiben am Jahresende so viele Fragen offen von deren Antworten man glaubt, dass sie einen weiterbringen?

Ein Auto fuhr die Straße entlang, durch das Schneegestöber und leuchtete mit seinen hellen Scheinwerfern in ihre dunkle Fensterhöhle.

Aber wie viele Menschen sie in diesem Jahr auch kennen gelernt hatte! Die meisten waren sehr plötzlich in ihr Leben getreten und bei manchen hatte es auch eine Weile gedauert, bis man sich vertraut war, aber trotzdem: Es waren definitiv mehr als im Jahr zuvor. Und waren es Freunde?

Sie hauchte ihren Atem an die Fensterscheibe und malte ein Herz mit dem Finger.

Das Wort Freunde benutzte sie so ungern. Denn ab wann sagt man das und wer gehörte nicht dazu? Sie nannte sie Lebensbegleiter. Denn sie hatten sie in diesem Jahr begleitet. Manche das ganze Jahr oder einige Monate, manche auch nur ein paar Tage oder Stunden. Und manche Begleitung hatte ihr gut getan und manche hatte sie zum weinen gebracht. Doch sie war froh um jede Begleitung, denn weitergebracht hatte sie wohl beides.

Eigentlich war es seltsam, und sie lächelte über sich selbst, dass man zum Jahreswechsel immer so sentimental werden konnte. Nie war ein vergangenes Jahr nur schlecht und auch nicht nur gut. Und vermutlich würde es im nächsten Jahr nicht viel anders werden. Mal ist das Gras grüner als sonst und mal regnet es mehr als sonst. Aber verändern würde sich das Leben auf jeden Fall, auch wenn man die Richtung selbst nur schwer bestimmt konnte. Und wer wusste schon, welche Lebensbegleiter sie im nächsten Jahr haben würde? Sie schmunzelte und nahm sich vor, dem neuen Jahr mir erwartungsvoller Vorfreude entgegenzutreten, auch wenn nicht alles gut werden würde. Sie wandte sich von den Schneeflocken ab, machte das Licht an und fing an sich warme Kleidung anzusehen um dann hinaus zu gehen und sich am Winterabend zu erfreuen.

Sonntag, 2. Dezember 2007

Lebensplanung

Lebenspläne. Groß, gigantisch und schön... oder einfach, schlicht und schön. Aber auf jeden Fall positiv. Natürlich WISSEN wir, dass das Leben nicht immer schön ist, aber wünschen tun wir es uns trotzdem. Als Kind hat man viele Träume und Pläne, viele von ihnen bleiben unerfüllt. Man vergisst sie auch, denn die meisten sind utopisch. Aber der Wunsch, sein Leben in irgendeiner Art und Weise planen zu können, bleibt trotzdem zurück. Mit der Zeit lernt man, dass man für die meisten Ziele jedoch mehr braucht als nur einen Traum. Leistung wird gefordert und das Leben entwickelt sich mehr und mehr zu einem einzigen Überlebenskampf der mit den eigentlichen Träumen und Plänen nur sehr wenig gemein hat.

Letztes Jahr um die Zeit, habe ich erfahren, dass wir umziehen werden und ich sehr, sehr vieles hinter mir lassen werde. In meiner persönlichen Lebensplanung wäre dieser Schritt niemals vorgekommen. Ebenso wie viele Menschen nicht aus meinem Leben gegangen wären – nach meiner Planung. Nach manchen Träumereien wäre ich wohl heute schon verheiratet oder wäre eine bekannte Jugendautorin und hätte vielleicht auch ganz andere Freunde. In Lebensplänen ist man wohl meistens erfolgreicher, klüger und glücklicher, als man es in Wirklichkeit ist.

Aber jetzt mal für einen winzigen Moment angenommen, meine naiven und seltsamen Träume wären alle wahr geworden.. Wo und wer wäre ich dann heute? Manches mag ich mir gar nicht ausmalen, besonders, wenn es um Beziehungen geht, die – nach meinen dementsprechenden Vorstellungen – bis in alle Ewigkeit halten hätten sollen. Und an manchen Stellen bin ich sogar froh um die unangenehmen Sachen, die ich erlebt habe, denn sie sind heute ein Teil von mir, die dafür sorgen, dass ich so bin wie ich bin.

Natürlich, ich gehöre zu den Menschen, die Ungewissheit verabscheuen und die vielleicht auch wegen mancher enttäuschten und unerfüllten Träume sehr an ihrem derzeitigem Glück festhalten. Und ich weiß auch nicht, ob ich jemals so werden werde, dass ich meine manchmal utopische Lebensplanung an den Nagel hänge und einfach nur noch in den Tag hinein lebe. Aber heute, heute fällt mir auf, dass ich froh bin, dass sich einiger meiner ach so schönen Träume nicht erfüllt haben und dafür ganz andere Dinge passiert sind und ganz andere Menschen in mein Leben getreten sind. Und ich merke auch, dass mein Leben an einigen Stellen sehr schön ist, auch wenn ich nie genau weiß, wie lange es anhalten wird und das ich wirklich dankbar bin, dass ich meine Lebensplanung nicht immer in der Hand hab. Vielleicht ist das die Kunst des Glücklichsein, dass man lernt die Dinge so zu nehmen wie sie geschehen und sich an den schönen Dingen zu erfreuen. Vielleicht...


Danke fürs lesen.

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