Dienstag, 24. September 2013

Bleiben.

Manchmal ist es eine Kunst, sich nicht aufzulösen. Sich nicht in all seine Bestandteile zu zerlegen und überall als Ersatzteil zu dienen. Sich nicht in alles, außer in sich selbst zu investieren. Beständig bleiben und am Leben. Existent und spürbar. Nicht wie ein Geist durch das Leben zu huschen, sondern sichtbar zu sein. Für sich selbst und alle anderen. Selbstaufgabe nicht zur Aufgabe machen. Rücksicht nehmen ohne in der Sicht zurück zu verschwinden. Nicht der Schatten seiner selbst werden. Atmen. Sein. Man selbst sein. Mut zum Leben. Mut zum Eigenleben. Nicht egoistisch aber wissend, dass es ein Ich gibt. Selbstachtung nicht verlieren. Ein Mensch sein mit Willen und Meinung, mit Rechten und Pflichten, mit Gefühlen und Leben. Stehen. Sein. Atmen. Verantwortungsvoll und sich seiner selbst bewusst. Denn wer sich auflöst, wird gelebt anstatt selbst zu leben.

Montag, 23. September 2013

Lebenswege

Lebenswege verändern sich,
machen Kurven, Abkürzungen und Umwege.
Werden niemals parallel laufen.
Und doch hoffen wir stets
uns immer in Sichtweite zu haben,
uns nicht aus den Augen zu verlieren.
Der direkte Blickkontakt gibt uns den Glauben
dass man sich immer noch versteht
und den Weg gemeinsam geht.
Aber manchmal ist es auch so
dass man weit entfernt ist
und trotzdem in die gleiche Richtung geht.
Und manchmal gilt
aus den Augen, aus dem Sinn.
Dass das Leben sich immer verändert,
daran lässt es sich nur schwer gewöhnen.

Mittwoch, 11. September 2013

Das raue Leben.

Der Sand zwischen den Zehen. Kein Mittelmeerstrand. Nur ein paar Dünen an der belgischen Küste. Die Nordsee ist nicht schön. Sie ist rau und hart, kalt und salzig. Eigentlich ist sie wie das Leben. Wie ein Spiegel. Ich konnte dem nie viel abgewinnen. Aber du hast es geliebt. Du hast Schönheit darin gesehen. Du mochtest all dieses raue. Und ich träumte immer von der Südsee. Von Wärme und kristallblauem Wasser, von Strand und Sonne, Palmen und Erholung. Doch du wolltest an die graue Nordsee. Dünenberge, die den klaren Blick auf den Horizont verstellten und eine Hürde waren, bis man endlich das salzige und raue Meer sehen konnte.


Vielleicht habe ich mich vor diesem Spiegel gefürchtet. Vor der Erkenntnis, dass das Leben nicht immer warm und klar ist und aussieht wie im Katalog. Sondern rau sein kann, hart und ungemütlich, kalt und es schwer ist, den Horizont immer zu erkennen. Und trotzdem konntest du in all dem Schönheit erkennen. Hoffnung. Glaube. Liebe. Zuversicht. Der Südseestrand hatte keinen Reiz für dich. Schließlich war das Leben auch niemals perfekt.


Und jetzt stehe ich wieder hier in den Dünen an der Nordsee und höre den Wind. Ich habe nie mehr Angst vor dem unperfekten Leben, weil du die Hoffnung nie aufgeben hast. Weil du in allem Schönheit entdeckt hast. Und während ich die salzige Meerluft einatme und an dich denke, weiß ich, dass du Recht hast. Das raue Leben hat seine sehenswerten Besonderheiten. Und irgendwann sieht man den Horizont immer.
Es ist ein Fehler bei diesem Gadget aufgetreten.