Samstag, 29. November 2014

Das Auge denkt mit.

Morgen ist der erste Advent. Juhu und oha. Juhu, weil wieder Advent und oha, weil schon Advent!
Ich bin ja ein Freund von Weihnachten und der Vorweihnachtszeit, aber wie auch schon in den letzten Jahren, mache ich mir auch in diesem wieder Gedanken darum, wie denn "mein Weihnachten" und "mein Advent" aussehen soll. Und nach einigen Gesprächen in den letzten Wochen, habe ich für mich beschlossen: Die Atmosphäre muss stimmen.

Wenn nichts nach Advent aussieht, dann denkt man nicht dran. Das ist eigentlich bei jeder Feierlichkeit so. Und damit man weiß, worum es geht, bemüht man sich um ein äußeres Erscheinungsbild. Man muss dafür nicht am ersten Advent den Weihnachtsbaum in Vollschmuck aufstellen. Es reicht vielleicht eine Kerze oder Adventskranz. Denn was macht denn die Vorweihnachtszeit so besonders? Für mich, dass es heimelig wird. Dass ich auf Autofahrten in der Dunkelheit (die ja bekanntlich schon am Nachmittag einbricht) Lichter in den Fenstern stehen sehe. Dass eine kleine Vorfreude in mir ausbricht über die kommenden Feiertage.

Geht es mir also nur um banale Äußerlichkeiten? Schließlich feiern wir nicht das Fest der dicken roten Kerze, die zu ihrer ersten Erleuchtung gekommen ist und sich bei Tannenzweigenduft auf Geschenke freut. Das ist mir schon klar und es ist mir absolut wichtig, dass der Inhalt (nämlich dass Gott Mensch wurde) nicht untergeht bei allem Schnickschnack, den man veranstalten kann.

Aber es ist doch so wie mit einem guten Kuchen: Selbst wenn die Zutaten stimmen und das Endprodukt super schmeckt, es macht mehr Freude, zu essen, wenn auch das Äußere schön ist und mit Liebe verziert und hergerichtet ist. Das brauchts nicht des Geschmackes sondern des Auges wegen. Es ist einfach schöner. Und so bin ich davon überzeugt, dass Äußerliches auch Einfluss auf die innere Einstellung haben kann.

Und deswegen lege ich dieses Jahr Wert auf die Atmosphäre. In mir drin und um mich herum.
Eine schönen ersten Advent!


Donnerstag, 27. November 2014

Sehen und säen wie ein Sämann.

Ich habe ja nicht so die große Ahnung vom Getreideanbau. Aber gerade das in der Bibel sehr beliebte (und in vielen Predigten auseinandergepflückte) Bild des Sämanns und des Prinzips von säen und ernten lässt einem doch ein bisschen Einblick bekommen. Und ohne jetzt groß in die Agrarwissenschaften abzudriften, will ich auf das eingehen, was mir heute aufgefallen ist:

Ich glaube, ich wäre ein schlechter Sämann. Denn ich bin nicht großzügig im säen und schmeiße einfach alle Saatkörner, die mir in die Hände gelegt werden, aus. Nein, ich betrachte jedes einzelne und denke erstmal darüber nach, was es denn für Frucht bringen könnte und was ich dann mit den Früchten machen könnte. Oder ich zweifel an der Fruchtbarkeit dieses Korns und kalkuliere die Verschwendung an Zeit und Platz, die dieses (winzig kleine) Körnchen in meinem Lebensacker beinhaltet, wenn es doch eventuell KEINE Frucht bringt. So wäre ich ein Sämann (oder natürlich eine Säfrau....) der am Rande seines Feldes sitzt und über die potenziellen Ergebnisse seines nicht ausgesäeten Saatguts nachdenkt.

Dabei heißt es, wer viel sät, wird auch viel ernten. Und ich glaube, ein guter Sämann macht sich nicht Gedanken über das einzelne Saatkorn sondern vertraut darauf, dass seine Saat gut ist und dass das aufgehen wird, was aufgehen soll. Das Säen ist eine Geste fer Großzügigkeit, ja fast des Verschwenderischen. Einfach mal raushauen. Will ich also weniger nachdenken? Nicht zwingend. Aber ich will vertrauen, dass gutes in meine Hände gelegt ist und ich austeilen darf ohne über den direkten Ernteerfolg nachzudenken.

Deswegen haue ich diese Zeilen jetzt auch einfach in diesen Blog. Einfach um es rauszuhauen, was eh da ist.

Auf baldigst.

Dienstag, 25. November 2014

Generation Maybe?

Wir leben in einem Zeitalter der unbegrenzten Möglichkeiten. Das, was früher nur den kühnen Amerikanern zugeschrieben wurde, schwabbte in den Rest der westlichen Welt, und ist nun für viele Menschen zugänglich. Das Gefühl, das vermittelt wird, ist: Du kannst alles erreichen. Was du willst, wird dir möglich sein.
Ob dem nun so ist, lässt sich sicherlich kritisch hinterfragen. Viel problematischer finde ich aber, dass das tausend Möglichkeiten und tausend Wege und keine Entscheidungsfähigkeit hervorbringt. In der Generation, zu der ich wohl auch dazu gehöre, legt man sich nicht fest, weil man alles mitnehmen will. Und selbst wenn man es nicht will, muss man sich doch mindestens ein Hintertürchen aufhalten. Man soll sich doch nicht festlegen, erstmal ausprobieren, sich selbst finden und für alles eine Alternative haben. Generation Maybe – vielleicht, oder vielleicht lieber nicht...

Ich will mich nicht beschweren, über die Vielfalt, die uns zur Verfügung steht. Vieles wurde bitterlich erkämpft und freigeschaufelt. Dafür will ich dankbar sein und zu schätzen wissen, dass ich die Möglichkeit habe, meinen Lebensweg zu wählen.

Aber eines will ich nicht: Mein ganzes Leben in einem „Maybe“-Zustand zu verharren. Sicherlich kann man in vielen Dingen, wie Lebensort oder Beruf, immer eine Veränderung erwarten und auch neue Wege einschlagen. Aber wenn man etwas für sich entdeckt hat, und damit glücklich ist, dann will ich von einem „maybe“ zu einem „for sure“ kommen. Zu deutsch: Von einem „vielleicht“ zu einem „mit Sicherheit“. Natürlich weiß ich nicht, was das Leben bringt, weiß nicht, was sich alles verändert und ich mich dazu. Aber ich will kein Leben im Schwebezustand führen, sondern mich festlegen und den Weg gehen, den ich für richtig halte, auch wenn es tausend andere Wege gibt. Das ist etwas, was sich in mir immer mehr verfestigt. Was bringt es mir, über die tausend Alternativen nachzudenken, wenn ich doch eigentlich weiß, was ich mir von Herzen wünsche – und dann noch die Möglichkeit habe, es zu tun!

Ich wäre stolzer, zu einer „Generation for sure“ zu gehören, als zu einer „Generation maybe“...

Auf baldigst!


Sonntag, 16. November 2014

Nimm mich mit.

Manchmal vergisst man, dass man sich, egal wo man hingeht, mitnimmt. Man hofft auf einen unglaublich entspannten Urlaub, fernab von all dem Stress und merkt erst vor Ort, dass der Stress mitgekommen ist, weil er in einem wohnt. In den seltensten Fällen kann man vor Herausforderungen und Problemen weglaufen, weil sie irgendwie mit einem selbst verbunden sind und man an einem neuen Ort wieder mit ähnlichen Dingen konfrontiert ist, weil man sich selbst mitgebracht hat.

So wie ich jahrelang gehofft habe, mit dem Älterwerden ein anderer Mensch zu werden und feststellen musste und durfte: Ich bleibe ich. Ich wachse und verändere mich, aber am Ende bin ich nur ich selbst. Und ich nehme mich überall mit hin.

Und genauso, wie man vergisst, dass man sich mitnimmt, im eher negativen Sinn, so kann man das auch im anderen Fall beobachten: Man nimmt sich mit, wenn man in das Unbekannte, die nicht fassbare Zukunft aufbricht, in der man nicht weiß, was alles kommt. Es wird nicht alles unglaublich total anders – denn du nimmst ja dich selbst mit. Vielleicht (oder eher wahrscheinlich) wird die Zukunft auch dich und dein Leben verändern, aber am Ende bist es doch DU, der in der Zukunft sein wird, wo auch immer sie stattfindet. Das macht das ganze ein bisschen weniger angsteinflößend, denn man nimmt sich mit. Das finde ich gut zu wissen. 

Auf baldigst!
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