Montag, 28. Februar 2011

Ein Toaster fürs Leben.

Ich besitze eine Postkarte mit dem Spruch:

Wer eine Garantie im Leben haben will, soll sich einen Toaster kaufen.

Ich mag die Postkarte und den Spruch sehr, weil sie unser Leben so stark widerspiegeln. Unser Leben ist ziemlich garantielos. Und sobald man anfängt, sich auf das Leben und die momentane Lebenssituation und die Lebensumstände zu verlassen, verändert sich meistens sehr schnell und plötzlich etwas, was uns zeigt, dass es keine Garantie gibt.

Du kannst dich heute noch total gesund und fit fühlen und liegst morgen im Krankenhaus.
Du kannst dich heute noch mit jemanden gut verstehen, der sich morgen von dir abwendet.
Du kannst heute einen Job haben und morgen gefeuert werden.
Du kannst heute glücklich sein und morgen unendlich traurig.

Ich weiß, das ist sehr pessimistisch und auch nicht unbedingt realistisch. Denn für die meisten Dinge gibt es Auslöser, die selten einfach mal so über Nacht kommen. Aber eine Garantie gibt es nicht. Und am wenigsten für zwischenmenschliche Dinge.

Aber was ist die Konsequenz daraus? Wir können uns schließlich nicht nur Toaster als Freunde halten. Auch ein Föhn, eine Lampe, ja noch nicht mal ein Computer können das ersetzen, was wir in Zwischenmenschlichkeiten finden.
Das einzige was hilft ist, immer wieder neu vertrauen finden und sich neu darauf einlassen, auch ohne Garantie.

Doch wenn man oft verletzt worden ist, vielleicht sogar immer im gleichen Stil, dann fragt man sich, wo man denn bitteschön dieses Vertrauen hernehmen soll. Gefühle kann man nun nicht so einfach bestellen wie ein Pizza. Wir Menschen sehnen uns nach Beständigkeit und bekommen in dieser Welt immer und immer wieder das Gegenteil gezeigt. Wir wünschen uns Garantien und bekommen sie nicht. Nicht auf dieser Welt.

In meinem Leben gibt es nur eine Person, die immer für mich da ist, die mich immer versteht, der ich immer vertrauen kann, die mir sogar eine Garantie für unsere Freundschaft gibt und das ist Gott. Vielleicht bist du nicht so der religiöse Typ und sagst, du kannst nicht an Gott glauben. Ich kann nur sagen, nach allem was ich in meinem Leben (und das ist noch nicht so furchtbar alt) an Enttäuschungen und Verletzungen von Menschen erlebt habe, an Versetzung und Abwendung, habe ich eigentlich keinen Grund, irgendeinem Menschen irgendwie zu vertrauen. Und ich tue es doch, weil ich weiß, dass Gott meine Garantie ist. Und selbst wenn alle Menschen weggehen, bleibt er da. Wenn alle Menschen mich verletzen, wird er mich weiter lieben. Mit einer solchen Garantie „im Ärmel“ kann einen nicht viel umhauen.

Natürlich gehen mir solche negativen Dinge auch nahe und ich reagiere oftmals unangemessen. Aber Gott wird mich nicht verlassen und mich nicht abstempeln. Und selbst wenn ich am Boden liege, mich von Umständen und Situationen und Gefühlen beeindrucken lasse, wird er mich wieder aufbauen.

Und dann stellt sich die Frage:
Worauf vertraust du? Auf Menschen, auf einen Toaster oder auf Gott?

Danke fürs Lesen.

Samstag, 26. Februar 2011

Nebelwände.

Als ich letztens mit meinem Auto durch die Weltgeschichte fuhr, wurde ich mal wieder von einem Naturphänomen „inspiriert“: Der Nebel. Es war richtig nebelig und das am „helllichten Tag“, wobei sich das mit der Helligkeit und dem Licht auf Grund des Nebels in Grenzen hielt. Der Nebel war nicht so schlimm, dass er das Autofahren eingeschränkt hätte, aber rechts und links von der Autobahn war es einfach nur weiß und man konnte nicht mal mehr die Felder oder irgendwelche Bäume, geschweige denn Häuser oder Städte sehen (was ansonsten alles möglich ist).
Es waren einfach Nebelwände hinter den Leitplanken. Die Wetterumstände waren so, dass man glauben konnte, dass auf diesem Fleck der Erde nichts existierte, außer man selbst und das bisschen Stück Weg vor und hinter einem, was man sehen konnte. Wenn man die Gegend nicht kennt, kann man nicht mal erahnen, welche Landschaftspracht sich hinter diesen Wänden verbirgt. Und ohne das Wissen, was eigentlich da ist, sieht es alles ziemlich trostlos aus.

Irgendwie ist es im Leben oft auch so: Man kommt in eine Zeit, in der man nur sich selbst und ein kleines Stück der Zukunft und ein bisschen Rückblick in die Vergangenheit hat. Alles andere um einen herum ist Nebel. Man weiß nicht, was auf einen zukommt und man hat auch kein Blick für die Dinge, die nebenher laufen, vielleicht auch nicht für die Menschen, die einen begleiten. Alles sieht sehr trost- und hoffnungslos aus. Und das nicht, weil man sonderlich pessimistisch ist, sondern einfach weil die Lebensumstände so sind, dass man glauben könnte, dass nichts anderes mehr existiert – schon gar keine neuen Perspektiven und Auswege.

Wenn man in einer solchen Situation steckt, dann ist man darauf angewiesen, zu WISSEN.
Zu wissen, dass es hinter dem Nebel weiter geht.
Zu wissen, dass Menschen einen begleiten, auch wenn man sie nicht sieht.
Zu wissen, dass das Leben um einen herum weiter geht.
Zu wissen, dass die Zukunft viele gute und schöne Wege bereithält, auch wenn man sie nicht sieht.
Zu wissen, dass die Sonne kommen wird, um den Nebel zu durchbrechen.

Man darf nur nicht aufgeben. Nicht auf den Seitenstreifen fahren und sagen: Ich warte jetzt so lange bis der Nebel weggeht. Das geht zwar, denn früher oder später wird er weg gehen, aber man vergeudet die Zeit, in der man sich seinem Ziel nähern könnte, wenn auch alles irgendwie ungewiss erscheint.

Die Kunst ist, weiter zu gehen, zu fahren, sich fortzubewegen und sich an dem Wissen festzuhalten. Der Nebel will uns nur in der Illusion halten, dass wir alleine sind und alles aussichtslos ist. Aber das ist es nicht. Niemals.

And I promise you you'll see the sun again.
(Dido – See the Sun)

Danke fürs Lesen.

Freitag, 25. Februar 2011

Groß und stark. Teil 2.

Heute möchte ich nochmal auf das Thema „groß und stark“ eingehen, wenn auch von einem anderen Standpunkt.

Auch wenn man (oder ich) nicht genau definieren kann, ab wann man „groß und stark“ ist und was das alles zu bedeuten hat, gehe ich doch davon aus, dass man diesen Zustand irgendwann erreicht. Wenn vielleicht nicht äußerlich, so sollte es doch irgendwann zu einer inneren Reife in Richtung „groß und stark“ kommen. Wie ich darauf komme?

Nun, ich fühle mich eigentlich grundsätzlich in allen möglichen Lebenslagen NICHT groß und stark, sondern eigentlich immer klein und schwach und manchmal auch doof. Niemand sagt mir, dass ich so wäre oder so aussehen oder mich so verhalten würde. Keiner sagt mir das – außer ich mir selbst. Mein SELBSTBILD zeigt mir das. Und eigentlich ist das ziemlicher Quatsch, denn ich kann mich selbst ja gar nicht sehen. Außer in einem Spiegel, der mir aber nicht viel über meinen Charakter verrät. Natürlich sagt mir mein Selbstbild sehr viel wie es in mir drin aussieht – aber das heißt ja nicht, dass es außen genau so sein muss.

Auch wenn dieses Selbstbild sehr persönlich ist, schreib ich es trotzdem hier, weil ich glaube, dass es vielen Menschen so geht. Man fühlt sich nicht groß und stark und ist deswegen davon überzeugt es nicht zu sein. Aber das muss nicht sein! Man kann auch ziemlich groß und stark sein,quasi ohne es mitzubekommen. Für andere Menschen bist du vielleicht groß und stark und deswegen eventuell sogar ein Vorbild!

Mir wird oft gesagt, ich sei so ruhig und geduldig und ich denke mir in den allermeisten Fällen: Gut, dass du nicht in mir drin steckst und siehst wie laut, wuselig und ungeduldig ich oft bin. Trotzdem ist mein BILD nach außen hin anders als mein SELBSTBILD.

Welches Bild jetzt das richtige ist, kann ich dir leider nicht sagen. Aber ich denke, es ist wichtig zu lernen, dass man Dinge sein kann, von denen man nicht glaubt das man es ist – nur weil man den Überblick über das Gesamte Dasein (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) hat und sich selbst am besten zu kennen meint.

Ich glaube, man kann „groß und stark“ sein auch wenn man sich „klein und schwach“ fühlt.

Danke fürs Lesen.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Groß und Stark.

Kinder lässt man Körnerbrot, Haferflocken und Spinat essen und Milch trinken mit der Argumentation, dass sie da durch „groß und stark“ würden. Und irgendwie wünscht man sich als Kind auch „groß und stark“ zu werden.

Wenn man dann irgendwann „erwachsen“ wird oder meint in diesen Richtung zu gehen, muss man sich eigentlich irgendwann die Frage stellen: Bin ich jetzt groß und stark?
Ich bin heute auf diese Frage gekommen und habe mir überlegt, wann man groß und stark ist und was das überhaupt bedeuten soll.

Ist man groß und stark, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat?
Ist man groß und stark, wenn man Karriere macht und erfolgreich ist?
Ist man groß und stark, wenn man gut argumentieren kann und überzeugend ist?
Ist man groß und stark, wenn man realistisch und sachlich ist?
Ist man groß und stark, wenn man seine Emotionen im Griff hat?
Ist man groß und stark, wenn man die meisten Dinge mit sich selbst ausmacht?

Ich weiß es nicht, aber manchmal kommt es mir so vor. Groß und stark sein bedeutet Zähne zusammenbeißen und nicht weinen. Es bedeutet, über persönliche Nachteile hinwegzusehen und trotzdem weiter zu machen.

Aber will man das wirklich? Ist das wirklich das erwachsene, das „groß und stark“ sein?
Geht es mir besser, wenn ich all diese Dinge kann? Und zeigt das nur an, dass Erwachsen sein bedeutet, allein zurecht zu kommen?

Die Alternative „klein und schwach“ ist in unserer Welt keine Alternative. Aber was macht man, wenn man nicht „groß und stark“ ist? Ist und muss man dann „mittelmäßig“ sein?
Ich hab heute kaum Antworten. Aber gute Sätze:

Stark ist, wer liebt.
Richard Kralik, Ritter von Meyrswalden, (1852 - 1934), österreichischer Schriftsteller und Kulturphilosoph

Die Größe eines Menschen hängt einzig und allein von der Stärke des Gottesverhältnisses in ihm ab.
Søren Aabye Kierkegaard, (1813 - 1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller.

Danke fürs Lesen.

Dienstag, 15. Februar 2011

Die Rechnung bitte!

In unserer Welt ist es völlig normal, Dinge zu bezahlen. Wir bezahlen Rechnungen, Mieten, Einkäufe, Versicherungsbeiträge – weil alle diese Dinge ihren Preis haben und was kosten. Selbst Gesundheit kostet uns was. Und in den meisten Fällen nehmen wir das selbstverständlich hin und haben manchmal sogar Argumentationen für die Preise, auch wenn wir manchmal denken, dass sie etwas zu hoch sind.
Wir bezahlen, weil die Dinge, die wir brauchen, einen gewissen Wert haben, den wir mit Geld ausgleichen.

Ich habe mich heute gefragt, was mein Traum vom Leben kostet und ob ich bereit bin, den Preis zu zahlen. Natürlich geht es dabei auch um Geld, aber nicht in erster Linie.
Träume kosten Kraft und Zeit, Entscheidungen und Weisheit und vor allem kosten Träume Mut.

Denn wenn ich von etwas träume und mir etwas sehr wünsche, dann kostet es mich nichts, oder so gut wie nichts, wenn ich nur ab und an mal darüber nachdenke.
Aber wenn ich will, dass der Traum in Erfüllung geht, dann brauche ich Mut.
Mut, um meinen Traum in Worte zu fassen und anderen Menschen davon zu erzählen.
Mut, um voranzugehen und neue Wege einzuschlagen.
Mut, um anderes zurückzulassen.
Mut, damit man keine Angst hat.
Mut, den Traum ernst zu nehmen.

Das Träumen an sich ist nicht sonderlich schwer. Hirngespinste und fixe Ideen sind schnell bei der Hand. Aber wenn man anfängt in Richtung Umsetzung zu schauen, kann einem Angst und Bange werden. Und meistens wird der Traum an der Stelle auf die Probe gestellt: Will man das alles wirklich? Kann man alle Konsequenzen tragen? Wie realistisch ist der Traum? Bin ich bereit etwas dafür aufzugeben? Bin ich bereit ALLE KOSTEN zu tragen – sowohl materiell als auch emotional?

Ich glaube, es ist gut ein Traum im Leben zu haben und eigentlich glaube ich auch, dass es gut ist, diesen Traum zu verfolgen. Aber ich merke immer mehr, dass es für mich nicht so selbstverständlich ist, die Kosten zu tragen. Dabei hat der Traum einen Wert, vielleicht sogar einen höheren, als dass man ihn mit Geldsummen benennen könnte, und diesen Wert müssen wir ausgleichen.

Letztendlich können sich Träume nur erfüllen, wenn man selbst aktiv wird. Denn träumen kann jeder – für die Umsetzung muss man mutig sein.

Bist du mutig?

Danke fürs Lesen.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Hindernissparkur

Letzten Sonntag war ich Schlittschuhlaufen. Ich mach das nicht so häufig und brauch immer eine Weile, bis ich mich „eingefahren“ habe. Jedoch war das Fahren gar nicht so einfach. Es war Sonntag, früher Nachmittag und die Eisfläche war voll. Voll mit großen und kleinen Menschen, die versuchten, teilweise gekonnt, teilweise ängstlich, sich auf dem Eis fortzubewegen. Es war so voll, dass man kaum ein paar Meter fahren konnte ohne jemanden ausweichen zu müssen. Und auch das Ausweichen war nicht einfach, weil einfach immer irgendwer irgendwo lang fahren wollte. Das Fahren bestand also eigentlich nur aus Umkurven von Menschen, wobei es öfter mal zu Stürzen kam. Eigentlich ist das nicht so schlimm gewesen. Aber es war nicht das, was man sich vorstellt. Die Leistung bestand nicht daraus zügig und sicher voran zu kommen und vielleicht sogar ein paar Tricks auszuprobieren, sondern nur darin, so wenig Menschen wie möglich in die Quere zu kommen.

Dabei fiel mir auf, dass es im Leben gar nicht mal so anders ist. Wir hatten vielleicht mal Vorstellungen von und Pläne für unser Leben – ein großer Zeitraum in dem wir uns sicher und frei fortbewegen können. Eine Zeit, in der wir Dinge erreichen, Spaß haben und voran kommen.

Und jetzt befinden wir uns in unserem Leben und merken, dass es damit gar nicht mehr so viel gemein hat. Da ist nicht viel Freiheit, viel Forstbewegungsmöglichkeiten und am wenigsten ist da Sicherheit. Es ist viel mehr ein Hindernissparkur. Wir wollen weiterkommen und müssen dabei ein Hindernis nach dem nächsten umkurven. Eine Krise nach der nächsten, ein Stimmungstief nach dem nächsten, ein Streit nach dem nächsten, eine Enttäuschung nach der nächsten, ein Termin nach dem nächsten. Wir versuchen sie zu umkurven und manchmal gelingt es uns, aber trotzdem sehen wir all diese Dinge um uns herum und sie hindern uns daran Anlauf zu holen, Gas zu geben, frei zu sein. Und manchmal rasseln wir auch in diese Hindernisse hinein. Das zieht uns dann runter, wir sind „am Boden zerstört“, müssen uns wieder aufrappeln und das nächste Hindernis wartet schon.

Du sagst: So ist das Leben halt?

Ich bin mir da nicht so sicher. Ich glaube, unser Wunsch nach einem Leben in dem es voran geht, das nicht nur aus Hindernissen besteht, in dem wir uns frei bewegen können, in dem wir Sicherheit bekommen für die Dinge die wir tun – der Wunsch danach kommt nicht von irgendwo her und ist nicht nur ein Traum von Optimisten und Positivdenkern.
Ich glaube, dass ist ein Wunsch, den wir alle in unserem Herzen tragen, weil wir in uns drin wissen, dass das Leben mehr zu geben hat, als froh darüber zu sein, nicht in die nächste Krise gerauscht zu sein.

Versteh mich nicht falsch! In meinem Leben gibt es auch immer wieder Hindernisse und ich schaffe es oft, in eins rein zu fahren und brauche auch immer eine Weile, um wieder auf die Beine zu kommen. Ich glaube auch nicht, dass es ein Leben auf dieser Erde gibt ganz ohne Hindernisse und Stürze. Aber ich glaube ebenso wenig, dass das Leben nur aus einem Hindernissparkur besteht und wir am Ende froh sein können, wenn wir einigermaßen durchgekommen sind.

Wir sollten die Augen offen halten nach Wegen, die uns aus diesem Urwald aus Problemen herausführen. Wir sollten den Glauben nicht aufgeben, dass es mehr gibt, als noch mal heil davon zu kommen. Wir sollten anfangen zu glauben, dass es ein Leben gibt, in dem wir frei sein können und uns entfalten dürfen. Das Leben hat mehr zu geben, als nur von einem Hindernis zum nächsten zu rutschen.

Danke fürs Lesen!
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