Nebelwände.

Als ich letztens mit meinem Auto durch die Weltgeschichte fuhr, wurde ich mal wieder von einem Naturphänomen „inspiriert“: Der Nebel. Es war richtig nebelig und das am „helllichten Tag“, wobei sich das mit der Helligkeit und dem Licht auf Grund des Nebels in Grenzen hielt. Der Nebel war nicht so schlimm, dass er das Autofahren eingeschränkt hätte, aber rechts und links von der Autobahn war es einfach nur weiß und man konnte nicht mal mehr die Felder oder irgendwelche Bäume, geschweige denn Häuser oder Städte sehen (was ansonsten alles möglich ist).
Es waren einfach Nebelwände hinter den Leitplanken. Die Wetterumstände waren so, dass man glauben konnte, dass auf diesem Fleck der Erde nichts existierte, außer man selbst und das bisschen Stück Weg vor und hinter einem, was man sehen konnte. Wenn man die Gegend nicht kennt, kann man nicht mal erahnen, welche Landschaftspracht sich hinter diesen Wänden verbirgt. Und ohne das Wissen, was eigentlich da ist, sieht es alles ziemlich trostlos aus.

Irgendwie ist es im Leben oft auch so: Man kommt in eine Zeit, in der man nur sich selbst und ein kleines Stück der Zukunft und ein bisschen Rückblick in die Vergangenheit hat. Alles andere um einen herum ist Nebel. Man weiß nicht, was auf einen zukommt und man hat auch kein Blick für die Dinge, die nebenher laufen, vielleicht auch nicht für die Menschen, die einen begleiten. Alles sieht sehr trost- und hoffnungslos aus. Und das nicht, weil man sonderlich pessimistisch ist, sondern einfach weil die Lebensumstände so sind, dass man glauben könnte, dass nichts anderes mehr existiert – schon gar keine neuen Perspektiven und Auswege.

Wenn man in einer solchen Situation steckt, dann ist man darauf angewiesen, zu WISSEN.
Zu wissen, dass es hinter dem Nebel weiter geht.
Zu wissen, dass Menschen einen begleiten, auch wenn man sie nicht sieht.
Zu wissen, dass das Leben um einen herum weiter geht.
Zu wissen, dass die Zukunft viele gute und schöne Wege bereithält, auch wenn man sie nicht sieht.
Zu wissen, dass die Sonne kommen wird, um den Nebel zu durchbrechen.

Man darf nur nicht aufgeben. Nicht auf den Seitenstreifen fahren und sagen: Ich warte jetzt so lange bis der Nebel weggeht. Das geht zwar, denn früher oder später wird er weg gehen, aber man vergeudet die Zeit, in der man sich seinem Ziel nähern könnte, wenn auch alles irgendwie ungewiss erscheint.

Die Kunst ist, weiter zu gehen, zu fahren, sich fortzubewegen und sich an dem Wissen festzuhalten. Der Nebel will uns nur in der Illusion halten, dass wir alleine sind und alles aussichtslos ist. Aber das ist es nicht. Niemals.

And I promise you you'll see the sun again.
(Dido – See the Sun)

Danke fürs Lesen.

Kommentare

Anonym hat gesagt…
tolle texte :)

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