Die Sache mit den Geschenken

Manchmal kommt es einem so vor, und für manch einen ist es vielleicht auch der einzige Gedanke bei Weihnachten, dass es sich bei diesem Fest um das Fest der Geschenke handelt.

Ich finde Geschenke total toll. Ich mag es sehr, beschenkt zu werden (wer tut das nicht) und ich mag es ebenso sehr, anderen Menschen etwas zu schenken. Aber letzteres ist manchmal gar nicht so einfach. Man möchte jemanden etwas schenken, aber man weiß nicht was, weil man sich nicht sicher ist, ob man den Geschmack des anderen trifft. Und man möchte auf alle Fälle erreichen, dass sich der Beschenkte über das Geschenk freut und etwas damit anfangen kann. Aber wenn man sich noch nicht so gut kennt, oder man sich selten sieht und man nicht das aktuelle Lebensumfeld und den aktuellen Geschmack kennt, kann das Schenken schon zu einem Problem werden, über dass man sich Stunden, Tage oder Wochen den Kopf zerbricht.
Dann gibt es ja auch solche Erfindungen wie den Wunschzettel. Aber dabei kann man sich dann manchmal recht unkreativ vorkommen, wenn man „nur“ das schenkt, was der andere sich wünscht und auf keine eigenen und persönlichen Ideen kommt.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass unsere Ansprüche zum Thema Geschenke einfach unheimlich hoch sind. Am besten sollte das Geschenk dem Schenker und dem Beschenkten gefallen, einen gewissen materiellen Wert haben, etwas kreatives sein und gleichzeitig am besten noch etwas über die Beziehung der beiden Akteure ausdrücken und nicht auf einem Wunschzettel stehen.
Und mit diesen ganzen Ansprüchen verbringen wir eine Menge Zeit und machen uns Gedanken und beraten uns gegenseitig und finden dann vielleicht doch nichts und werden völlig unzufrieden über diese ganze Geschenkerei. Und das ist ja irgendwie die schlechteste Konsequenz überhaupt.

Und warum schenken wir uns überhaupt was? Weil wir an Weihnachten Jesus Geburtstag feiern und Gott und Jesus geschenkt hat und mit ihm seine unendliche Liebe. Und als Zeichen dafür schenken wir uns gegenseitig etwas um uns daran zu erinnern und gegenseitig Liebe auszudrücken.
Deshalb finde ich den Spruch „Wir haben beschlossen uns dieses Jahr nichts zu schenken.“ irgendwie befremdlich. Und gleichzeitig denke ich mir, dass das Schenken etwas sein soll, was von Herzen kommt und woran wir Freude haben und etwas, dass wir nicht nur aus Pflichtgründen tun.

Und manchmal braucht es gar nicht viel, vor allem nicht viel Geld, um jemanden wirklich von Herzen auszudrücken, dass man ihn gern hat und ihm „Liebe schenken“ will. Meistens reicht dafür ein liebes Wort, eine Umarmung, Vergebung, Zuwendung oder Anerkennung.

Ich hoffe, du denkst darüber nach wie viel von den letzten drei Punkten in deinen diesjährigen Weihnachtsgeschenken stecken und wie viel Herzblut in ihnen steckt. Das finde ich nämlich wichtig.

Danke fürs lesen.

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