Die Jugend

Es gibt eine Zeit im Leben die sich wohl direkt zwischen
der kindlicher Naivität und dem erwachsenen Realismus abspielt.
Die Jugend. Durchwachsen von optimistischen Hoffnungsträgern und
pessimistischer Niedergeschlagenheit.

Als ich soeben nach einer angemessenen Hintergrundsmusik für mein
alltägliches Gewusel suchte, begegnete mir eine CD die ich schon
längere Zeit nicht mehr gehört hatte. Ich legte sie spontan auf
und erfreute mich der Musik und noch mehr den fröhlichen Gefühlen
die ich mit ihr verbinde.

Und ich dachte mir: So wird es einem wohl oft ergehen. Man hört oder
sieht etwas und erinnert sich an Kindheitsträume. Oder eben an diese
sagenumwogene Zeit der Jugend.
Und dann sah ich aus dem Fenster hinunter auf die Straße meines fast
dörflichen Stadtteils und sah einen Mann, gekleidet mit schwarzer Hose
und weißem Hemd. Die schwarzen Haare waren schon etwas licht am Hinterkopf,
was mir aus meiner Sichtweise natürlich auffiel, und er trug eine Brille
auf der Nase und einen schwarzen Aktenkoffer in der Hand.
Und ich dachte mir: Denkt auch wohl auch manchmal an seine Jugend zurück?
Und wie war diese? Erinnert er sich gern?
Oder sind da eher diese wehmütige Gedanken im vielleicht leicht alkoholisiertem Zustand,
die ihm zeigen, dass sein Leben damals irgendwie fröhlicher und nicht
so versteift und alltagszerfressen war?

Ich weiß, ich kenne diese Person nicht und vielleicht ist auch alles ganz anders.
Und ich weiß auch, dass man in der Jugend viele Dinge anstellt, die nicht
allzu sinnvoll oder objektiv verlaufen.

Aber dennoch: Macht nicht diese "Übergangszeit" einen gewissen Teil unserer
charakterlichen Entwicklung aus? Einen Teil, den man ganz gern beiseite schiebt,
weil man sich ja im erwachsenen Realismus befindet und nicht in diesem
chaotischen Gefühlschaos und den unerfahrenen Lebensvorstellungen?

Vielleicht werd ich mich in 20 Jahren auch wehmütig an diese Zeit erinnern.
Aber vielleicht bleibt ein bisschen von dem, was ich in dieser Zeit gelernt hab
immer da. Und damit meine ich nicht nur schlechte Erfahrungen.
Sondern auch die Fähigkeit seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen und
das Leben zu genießen.

Mir wäre das wichtig.

Und deshalb wünsch ich mir, dass ich das, was ich in den vergangen 6 Wochen
gelernt hab: nämlich das mein Leben wohl immer etwas freakig bleiben wird, weil
ich nunmal so bin, dass ich das nicht vergesse.


Danke für die Aufmerksamkeit.

Kommentare

Martin.D[x]D.nitraM hat gesagt…
Wow, ich finde du hast eine echt sehr geile Schreibe. Vielleicht solltest du mal was für ein Magazin schreiben? Der Text rockt echt richtig!
Anonym hat gesagt…
Kann mich nur anschließen.
Es tut gut zu wissen, dass man nicht die eizige Verrückte ist, die sich über sowas Gedanken macht - über die Bedeutung von Erfahrungen und auch ein bisschen über das Leben anderer.
Was gibt es schöneres als Menschen sehen, analysieren und eine tolle Geschichte dazu zu erfinden.
hab dich lieb :-*
Anonym hat gesagt…
Naja, eigentlich wollte ich jetzt singen: "Schön ist die Juuhgend, sie kommt nicht mehr." Mal ernsthaft: Der Text ist recht poetisch. Und eigentlich find ich freakig sein in Ordnung. Oder sogar wunderbar... Immerhin hab ich sogar ne Kapuze an!!

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