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Wer wir sind und was wir haben.

Ein Schrank voll Kleidung. Und nichts zum anziehen. Ein Regal voll Computerspiele. Und nichts zum Zocken. Ein Kühlschrank voll Lebensmittel. Und nichts zum Essen. Ein Leben voller Ereignisse. Und nichts zum Erzählen. Ein Herz voller Liebe. Und nichts zum Weitergeben. Der Blick aufs eigene Leben ist oft ziemlich schräg und unsere Wahrnehmung krankhaft. Alles quillt über und wir behaupten, nichts zu haben. Weil das, was unsere Schränke und Herzen füllt, uns nicht ausfüllt. Weil es uns nicht zufriedenstellt. Weil wir horten, anstatt zu kalkulieren. Weil wir immer mehr wollen, anstatt zu sehen, was wir alles geben können. Weil wir unzufrieden sind, aber diese Unzufriedenheit sich niemals stillen lässt. Nicht mit neuer Kleidung, nicht mit mehr Action, nicht mit Menschen, die uns lieben. Wir sind reich. Wir sind überreich. Wir sind Könige. Aber wir verhalten uns wie Räuber. Wir nehmen uns was uns gefällt, fragen nicht, bitten nicht, denken nicht nach....

In den höchsten Höhen.

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Alles wackelt, schwankt, bewegt sich. Kein Schritt ist sicher. Ich wackle, schwanke und jede meiner Bewegung gibt mir das Gefühl, beim nächsten Schritt kommt der Abgrund näher. Ich mag das nicht. Es ist nicht die Höhe. Es ist das Gefühl von Unsicherheit, das mich lähmt und zu einem unerträglichen Jammerlappen zusammenschrumpfen lässt. „Come on!“, höre ich und „Es ist nicht so schlimm wie es aussieht!“ Aber in mir ist nur eine große Frage: WARUM? Warum spannen Menschen Drahtseile zwischen die Wipfel der Bäume, um dann auf ihnen herum zu balancieren? Warum? Warum bleiben wir nicht auf dem sicheren Boden? Warum überlassen wir das Klettern nicht den Tieren, die sich in den Wipfeln sicher fühlen? Meinetwegen können auch alle Adrenalienjunkies da rumturnen. Aber ich muss das nicht haben. WAS BRINGT MIR DAS? In dem Moment, den man bis zu 10 Meter über dem Boden mehr oder weniger freiwillig auf einem Drahtseil balanciert (natürlich fachmännisch abgesichert) und krampfhaft versucht, d...

Mangelhaft?

Ich bin ein Schisser. Wirklich. Vor allem wenn es um die Probleme anderer Menschen geht. Dabei höre ich gerne zu, bin dankbar für Vertrauen, dass andere mir entgegenbringen, wenn sie mir von ihren Herausforderungen erzählen. Manchmal hilft es ja auch schon, wenn sie einfach mal ihren Frust losgeworden sind, ihre Probleme verbalisiert haben, die großen Emotionen freien Lauf haben. Aber nicht immer. Genau genommen eigentlich nie. Denn ja, es hilft in dem Moment, es fühlt sich befreiend an, alles loszuwerden. Aber in den allermeisten Fällen, packt man das Problem danach einfach wieder in seine Tasche und geht wieder seines Weges. Und der Zuhörer (ich in dem Falle) nehme auch gleich noch ein Stück davon mit. Trage die Herausforderung des anderen in meinem Herzen, mache mir Gedanken und Sorgen, stelle Fragen und suche nach Antworten. Und das macht mir Angst. Denn ich weiß: Damit ist nicht geholfen. Und zu oft sind es Dinge, die sich nicht mit einem Lächeln, einer Umarmung, einem lieben Wo...

Das wünsche ich dir.

Ich wünsche dir, dass du glücklich bist. Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe. Ich weiß nicht, ob du glücklich bist. Vielleicht bist du es, ohne dass ich es weiß. Ich wünsche dir, dass du bist wer du bist. Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe. Keine Kopie. Keine Fassade. Keine Show. Nur du selbst. Weil du so schön bist. Ich wünsche dir, dass dich dein Tun erfüllt. Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe. Kein Lückenbüßer. Kein Nichtsnutz. Du kannst so vieles. Das weiß ich. Ich wünsche dir, dass du liebst. Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe. Die Menschen, in deinem Herzen. Und dich selbst. Weil du liebenswert bist. Ich wünsche dir, dass du ankommst. Das denke ich. Nachdem ich zu viel an dich gedacht habe. In deinem eigenen Leben. So wie du es dir erträumst. Und bei dir selbst. Und bei Gott. Ich wünsche dir, dass du glücklich bist. Das wünsche ich mir. F...

Liebe oder Angst.

Heute morgen hörte ich eine Aussage, die mich den ganzen Tag begleitet und zum nachdenken bringt. Jede unserer Reaktionen entspringt immer einer von zwei Quellen. Entweder Liebe oder Angst. Das heißt also, egal worauf ich reagiere, entweder ich reagiere aus Angst oder aus Liebe. Ich habe mir vorgenommen, mich und andere Menschen heute daraufhin zu beobachten und bin zu der Erkenntnis gekommen: In den meisten Fällen reagiere ich aus Angst und nicht aus Liebe. Das heißt nicht, dass ich die ganze Zeit wie ein verschrecktes Kaninchen durch die Welt hoppel und vor alles und jedem Angst habe. Ich lebe mein Leben ganz normal. Aber in meiner Gewohnheit ständig darüber nachzudenken, was andere Menschen tun und denken, versuche ich immer um Menschen „herum zu reagieren“. Man könnte es Nachsicht nennen. Aber genauer betrachtet ist es wohl eher die Angst, unangenehm aufzufallen oder die Angst, im Weg zu stehen. Die Angst davor, blöd angemacht zu werden. Die Angst, vor den sc...

Auf dem Weg.

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Und plötzlich ist er da. Dieser Weg. Dieser eine Weg. Von dem du wusstest, dass er kommen wird. An dessen Existenz du trotzdem manchmal gezweifelt hast. Wie ein kleiner Pfad, der zwischen Geäst plötzlich auftaucht. Den man nicht sieht, bis man auf ihm steht. Du musst nicht weiter mit den Ästen kämpfen, die dir ins Gesicht schlagen, den Wurzeln, über die du stolperst und die dein Vorankommen hindern. Aber du bist weiterhin im Wald. Nicht auf der asphaltierten, ausgebauten Straße. Du musst weiter Schritt für Schritt vertrauen. Aber du bist auf dem Weg. Auf dem richtigen Weg. Und ich will, dass du aufhörst zu denken, alles vorher sei nur Fehler gewesen. Die ganze Zeit habe ich dich geführt und vorbereitet. Geh einfach weiter. Mit mir.  Wirklich interessant, was ich fast genau vor einem Jahr zu diesem Thema schrieb: Auf der Spur .

Dasein

Mein Dasein soll ein da sein sein. Anwesend. Erreichbar. Verfügbar. Das ist eine Kunst. Denn die meiste Zeit sind wir: Abwesend. Unerreichbar. Nicht Verfügbar. Zu beschäftigt mit dem eigenen Dasein um da zu sein. Zeit zu investieren. Zuhören. Einfühlen. Nachfragen. Mein eigenes Dasein erweitern. Nich nur Dasein sein, sondern für andere da sein. Ohne mein Sein zu verlieren.