Ich will na Haus!

Ein wunderschönen Dienstagabend wünsch ich!

"Ich will na Haus!" Das war die Nachricht eines verzweilten Schülers, die ich heute in der letzen Stunde im Chemieraum unter den Tisch gekritzelt las. Ein Wunsch den ich ziemlich gut nachvollziehn konnte. Denn abgesehn davon, dass Chemie jetzt nicht grade das Fach ist für das ich in die Schule komme, hab ich doch einige Erkältungserscheinungen, die einem den einzien Wunsch nach einem warmen Kuschelbett immer wieder verstärkt aufkommen lassen. Aber natürlich hatte ich sechs Stunden, das heißt, der Bus war grade weg: ne halbe Stunde warten. Als ich durch den Regen, der in Bindfäden vom Himmel kam, zur Bushaltestelle lief, dacht ich immer wieder: Ich will na Hause! Und als ich dann endlich irgendwann im Bus saß, fiel mir ein Teil einesLiedes ein, was zu meinen lieblings Lobpreisliedern gehört:

So I come with confidence
into my Father's house
I believe you are the lamb
the prophets spoke about
Brian Doerksen
Ich komm in voller Zuversicht in das Haus meins Vaters. Ja, das stimmt. Bei Gott ist echt voll das tolle zu Hause. Schön warm und kuschelig, trotzdem klar und vorallem sicher. Aber es gibt soviele Tage, an denen ich es vorziehe draußen im Regen zu stehen und mir meinen Arsch abzufrieren. Und das nur, weil ich weiß das mein Vater sich für mich interessiert und es ihm nicht egal ist was ich mache und mich deswegen auch kritisiert. Es ist noch nie vorgekommen das er mir Strafreden gehalten hat, weil ich zu spät nach Hause gekommen bin oder weil ich mein Zimmer, indem Fall ein Teil meines Lebens, nicht aufgeräumt hab. Eigentlich nimmt er mich immer liebevoll zur Seite und weist mich darauf hin, DASS es unaufgräumt ist und sagt mir auch meistens warum.. Außerdem bietet er mir immer seine Hilfe beim aufräumen an. Bei soetwas macht er mich nie blöd von der Seite an oder lässt seinen ganzen Angestauten Ärger an mir aus. Nee das macht er nicht. Nur wenn ich länger nicht zu Hause war, dann spüre ich es, dass er verdammt traurig ist, dass ich den Regen und die Kälte vorziehe. Aber sobald ich wieder da bin, freut er sich total. Ja, so ist das bei Gott, bei meinem Vater.
Und trotzdem lauf ich oft so weit weg.. Durch Regen und Kälte. Und immer in dem Wissen: Mein zu Hause ist nur ein Gebet entfernd. Und trotzdem lauf ich weiter und weiter und manchmal vergess ich auch dieses Wissen. Meine zurück laufen zu müssen und finde den Weg doch nicht. Und wenn ich das Wissen vergessen hab, dann denk ich oft, dass Gott mir doch diesmal eine Strafpredigt halten wird. Letztes Mal hat er vllt. noch ein Auge zugedrückt.. Aber diesmal? Wenn ich schon so weit weg bin und ich weiß das er zu Hause sitzt und sehnsüchtig darauf wartet, das ich ihn "anrufe" das er mich zurück nach Hause holt. Dann wird er zwar froh sein, dass ich ihn anrufe und wieder da bin, aber im nachhinein ärgert er sich dann doch, dass ich ihn so lang hab warten lassen........ Das sind alles so Gedanken, die nicht grade zuversichtlich klingen. Und es sind alles Lügen. Denn Gott freut sich wirklich wenn ich ihn "anrufe" und er mich abholt, egal wie weit weg ich bin. Und jedesmal wird er mich in seine Arme schließen und sagen: "Schön, dass du wieder zu Hause bist." Über alles andere wird dann geredet, in einer liebevollen Art und Weise. Und er hilft mir wieder beim aufräumen. Und dafür bin ich Gott echt dankbar und hoffe das ich nicht mehr so oft so verdammt weit weg laufe und mir Dinge ausmale die nie so waren und die auch nie so sein werden. So I come with confindence into my Father's house.
Schön, dass heute durch ein einfaches Schülergeschmier nochmal deutlich gemacht zu kriegen.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Das Weihnachtswunder

Adventsstimmung?